Queen Victoria Market
Feb 20–21, 2025 in Australia ⋅ ⛅ 18 °C
Die Nacht war alles andere als erholsam. Pauls Zustand verschlechterte sich, Fieber, Hals- und Gliederschmerzen setzten ihm ordentlich zu. Nicht gerade die besten Voraussetzungen, um Melbourne zu erkunden. Also hielten wir es minimalistisch: ein kleiner Spaziergang zum Queen Victoria Market, ein Stopp in der Apotheke auf dem Rückweg, und dann den Rest des Tages ruhig angehen lassen.
Kaum angekommen, wurden wir Stand für Stand, Reihe für Reihe sprachloser. Die Auswahl, die Farben, die Mengen - ein Paradies für alle, die gutes Essen lieben. Obst und Gemüse so frisch, dass man direkt reinbeißen möchte, und das zu Preisen, die in Deutschland völlig utopisch wären. Dazwischen unzählige Foodtrucks, die alles anboten, was das Herz begehrt.
Und dann, als ob dieser Ort nicht schon perfekt genug wäre, entdeckten wir ihn: den Stand mit den frischen Muscheln. Eine große Schale, so frisch, dass sie wahrscheinlich noch bis gestern im Meer lagen, in Rotweinsauce für umgerechnet 10€. Lecker!
Nach der kleinen Stärkung entdeckten wir zwei weitere große Hallen, voll mit Fisch-, Fleisch- und Käsethecken. Wir hätten ewig stöbern können, aber Pauls Fieber meldete sich zurück. Zeit, den Ausflug auf morgen zu verschieben - zum Glück findet der Markt sieben Tage die Woche statt. Ein Traum für alle, die hier wohnen und täglich ihre Einkäufe frisch erledigen können.
Übrigens: Was viele nicht wissen – unter dem Victoria Market liegen noch immer über 10.000 Gräber. Vor seinem Bau war das Gelände ein Friedhof, und die Stadt beschloss damals, einfach darüber hinwegzubauen. Bis heute gibt es einige Geistergeschichten, und wenn man den Erzählungen glaubt, soll es in den alten Markthallen manchmal unerklärliche Geräusche und kalte Luftzüge geben. Aber ob es wirklich spukt – oder einfach nur der Charme eines über 140 Jahre alten Marktes ist? Wer weiß.
Am nächsten Tag ging es Paul schon besser – Schlaf, Ruhe und Tabletten hatten ihren Job gemacht.
Natürlich gab es als erstes eine neue Runde Muscheln, bevor wir uns endlich in die Kühlhallen wagten. Wieder einmal überraschten uns die Preise – natürlich nicht mehr so günstig wie in Asien, aber immer noch weit unter deutschem Niveau. Und die Qualität? Erstklassig.
Also kauften wir Wurst, Käse und Antipasti ein und wünschten uns nichts sehnlicher, als diesen Markt gegen den Edeka in der Langen Reihe eintauschen zu können.
Schweren Herzens zogen wir weiter, um noch ein paar Stunden durch Melbourne zu schlendern, bevor wir am Abend unseren Camper abholen würden.
Und was wir sahen, gefiel uns.
Eine Stadt mit wunderschöner Architektur, blitzsauberen Straßen, einem breiten Fluss, unzähligen kulinarischen Möglichkeiten, einem Strand und einer entspannten Atmosphäre, die man eigentlich nur in kleinen Vororten findet.
Melbourne, wir kommen wieder!Read more




















