• Phillip Island

    February 25, 2025 in Australia ⋅ 🌬 20 °C

    Der Tag begann eigentlich ganz entspannt – Kaffee in der Hand, der Ozean im Blick, Sonne im Gesicht. Bis plötzlich die Vermieterin auf uns zustürmte. Aufgeregt, leicht nervös. Sie hatte sich bei der Buchung vertan. Bauarbeiten. Direkt an unserem Platz. Heute ab 9 Uhr. Es täte ihr wahnsinnig leid, aber wir müssten umziehen.

    Immerhin hatte sie direkt eine Lösung: Ein anderer Stellplatz, ebenfalls mit direktem Blick auf den Ozean, und als Wiedergutmachung eine Nacht gratis. Der Blick auf die Uhr bescherte uns noch 40 Minuten. Easy.

    Wir tranken in aller Ruhe unseren Kaffee, während um uns herum die Bauarbeiter langsam nervös mit den Füßen scharrten. Sie ahnten ja nicht, wie fix wir mittlerweile beim Packen sind. 20 vor 9 packten wir zusammen. Fünf Minuten später war der neue Platz bezogen, noch schöner als der vorherige.

    Unsere neuen Nachbarn, ein älteres australisches Ehepaar. Der Mann, Lars, kam sofort mit Paul ins Gespräch, während ich den zweiten Kaffee vorbereitete. Australier – einfach immer offen für einen Plausch.

    Für heute stand Phillip Island auf dem Plan, nur 20 Kilometer entfernt. Dank unserer neuen Nachbarn hatten wir jetzt noch ein paar zusätzliche Insider-Tipps im Gepäck.

    Erster Stopp: Die legendäre MotoGP-Strecke von Phillip Island.

    Für alle, die hier mit Motorsport nichts am Hut haben: Diese Strecke gilt als eine der schönsten Rennstrecken der Welt. Direkt an der Küste gelegen, mit einer irren Aussicht auf den Ozean. 2022 lief während eines MotoGP-Rennens plötzlich ein Wallaby auf die Strecke und nur um Sekunden entgingen der Fahrer und der Wallaby einem Zusammenstoß. Das Ganze ging als einer der verrücktesten Momente in die MotoGP-Geschichte ein.

    Nach einem kurzen Spaziergang entlang eines Streckenabschnitts und Schwelgerei hier mal zu fahren, fuhren wir weiter – eigentlich Richtung Penguin Parade, aber unterwegs bogen wir spontan bei der Phillip Island Winery ab. Drei Minuten später waren wir wieder draußen. Preis-Leistung war doch nicht unser Ding. Ein paar Fotos haben wir trotzdem mitgenommen.

    Nächster unerwarteter Halt: Berry’s Beach.

    Ich finde keine Worte, um diesen Ort zu beschreiben. Unfassbar schön. Der Sand, das Wasser, die Felsen, die Ruhe – einfach ein Ort zum Dahinschmelzen.

    Die Penguin Parade startete erst ab 17 Uhr, also ließen wir uns treiben, fuhren durch die hügelige Landschaft der Insel – bis ich es plötzlich sah.

    Mein erstes wildes Känguru!

    Das Spiel, wer zuerst eines in freier Natur entdeckt? Gewonnen 👌🏼

    Ein paar hundert Meter weiter saß das nächste – direkt auf der Straße. Und dann waren sie plötzlich überall. So schnell konnten wir gar nicht gucken, hüpfende Kängurus und Wallabys überall in den Hügeln.

    Mein Blick war geschärft, der Ehrgeiz geweckt. Und dann – Moment. War das gerade ein kleiner Pinguin?!

    Oder spielte mir mein Gehirn einen Streich?

    Wir stoppten, liefen zurück. Und da stand er.

    Ganz allein. So süß, aber gleichzeitig so verloren. Keine anderen Pinguine in Sicht, nur hüpfende Kängurus um ihn herum.

    Als wir genauer hinschauten, entdeckten wir kleine Höhlen in der Erde – und unzählige kleine Augenpaare, die uns aus der Dunkelheit anstarrten. Zeit, uns schnell wieder zu verziehen.

    Später erfuhren wir, dass die erwachsenen Pinguine tagsüber auf Fischjagd sind, während die Kleinen in den Höhlen zurückbleiben. Wenn die Eltern aber über mehrere Tage nicht zurückkehren, kommen die Jungen aus den Höhlen heraus – auf der Suche nach Nahrung.

    Das erklärte den verlorenen Blick des kleinen Kerls. Traurig.

    Wir entschieden, dass wir für heute genug gesehen hatten. Zurück zum Campingplatz, die unglaublichen Eindrücke des Tages sacken lassen – und dabei die Wahnsinns-Aussicht auf den Ozean genießen.
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