Ein Tag ohne Endziel
Feb 27–Mar 2, 2025 in Australia ⋅ ⛅ 22 °C
Nach dem Frühstück war unser Camp schnell abgebaut, die Sachen verstaut, und die Reise konnte weitergehen. Doch bevor wir Wilsons Promontory endgültig hinter uns ließen, machten wir noch einen Abstecher tiefer in den Nationalpark.
Am Squeaky Beach legten wir einen Stopp ein – und der Name ist Programm. Feinster, strahlend weißer Sand, der bei jedem Schritt unter den Füßen quietschende Geräusche macht. Einfach stehen bleiben, laufen, wieder stehen bleiben – es fühlt sich fast magisch an.
Die Bucht ist eingerahmt von beeindruckenden Felsformationen, die das türkisblaue Wasser perfekt in Szene setzen. Sanfte Wellen rollen a den Strand, Möwen ziehen ihre Kreise, die Luft riecht nach Salz. So friedlich, man könnte hier ewig sitzen und einfach nur die Atmosphäre aufsaugen.
Aber es lag noch einiges vor uns an diesem Tag, also hieß es weiterfahren.
Nicht viel später tauchte am Straßenrand das Schild für die Gurneys Cider Winery auf. Mittagessen mit Aussicht? Klingt nach einem Plan.
Und was für ein Glücksgriff! Die Location allein war schon der Wahnsinn. Eine weitläufige Terrasse mit Blick auf grüne Hügel, Apfelplantagen und den Ozean in der Ferne.
Kaum hatten wir das Gebäude betreten, wurden wir vom Kellner direkt begrüßt. Locker, sympathisch, und mit echter Begeisterung für das, was er tat. Er erzählte uns von der Geschichte der Winery, dem Ursprung von Cider und dem Tasting-Konzept.
Also bestellten wir das Tasting-Paket mit vier verschiedenen Cidern – natürlich in Probiermengen, schließlich musste Paul ja noch fahren.
Zu jedem Glas gab’s eine kleine Story: Herkunft der Äpfel, Geschmacksnoten, Tipps zur Verkostung. Eine der Sorten war eine Mischung aus Shiraz-Trauben und Apfelwein. Der Kellner grinste und sagte nur: “Is it wine, is it cider – does it matter?”
Zwischendurch kam er nochmal vorbei, erkundigte sich nach unserem Favoriten und bot uns als Special noch einen Pina Colada Cider an. Er wusste genau, was er tat – wir verließen den Laden glücklich, gesättigt und mit einer Flasche unseres Lieblings-Ciders und vier Dosen Pina Colada im Gepäck.
Beim Blick auf die Karte fielen uns die Agnes Falls ins Auge – ein kurzer Abstecher sollte drin sein.
Der Weg dorthin? Abenteuerlicher als das Ziel selbst. Mehrere Kilometer Schotterpiste, die mit einem Camper eher eine Herausforderung als ein Vergnügen war. Hier wurde uns endgültig klar, warum Australier so viele Pick-up Trucks fahren.
Die Wasserfälle? Ganz nett. Aber die holprige Anfahrt war fast spektakulärer. Also weiter.
Nächster Halt: Balook, eine Empfehlung von unserem Campingplatz-Nachbarn vom ersten Tag. Ein Nationalpark mit riesigen Bäumen, so breit wie unser Camper und unheimlich hoch.
Nun ja… entweder haben wir die falsche Route genommen oder die Erwartungen waren einfach zu hoch. Die richtig beeindruckenden Baumriesen haben wir jedenfalls nicht gefunden.
Dafür war es trotzdem ein schöner Spaziergang durch den dichten, friedlichen Wald. Und manchmal reicht das ja auch.
Wieder im Camper, ohne festen Plan, aber mit grober Richtung: Bairnsdale.
Da die letzten Stellplätze nur schlechten Empfang hatten, beschlossen wir, den nächsten Campingplatz erst vor Ort zu buchen – wenn wir sicher waren, dass wir auch Internet hatten.
Und dann, als wir über die Brücke am Avon River fuhren, fiel mir links ein kleiner, idyllischer Campingplatz direkt am Flussufer ins Auge. Schneller Check der Verbindung – Empfang top.
Also hielten wir an, schauten uns kurz die Preise und Verfügbarkeit an – alles passte.
Der Platz war gut gepflegt, großzügig geschnitten und fast leer. Also freie Auswahl, und wir machten es uns gemütlich.
Zur Geräuschkulisse? Schwärme von weißen Kakadus, die mit ihrem Gekreische den Himmel erfüllten. Für uns absolut faszinierend, für die Australier wahrscheinlich so alltäglich wie für uns Tauben in der Stadt.
Und als wäre das nicht schon perfekt genug: Direkt neben dem Campingplatz gab es ein Freibad, und freitags war der Eintritt für alle kostenlos.
Ein heißer Tag, ein kühles Bad – perfekter Abschluss für einen perfekten Tag.Read more















Traveler
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