• Skara Brae

    19 luglio, Scozia ⋅ ☁️ 14 °C

    Skara Brae wurde 1850 nach einem mächtigen Sturm entdeckt. Dabei wurden Sand und Erde abgetragen und zwei der Häuser freigelegt.
    Nach und nach fand man ein gesamtes Dorf, das 5000 Jahre lang unter den Sanddünen geschlafen hatte.

    Viele in Skara Brae gefundene Gegenstände waren, kunstvoll hergestellte kleine Werkzeuge aus Feuerstein und Hornsegmenten.
    Während größere Werkzeuge aus lokalem Stein gefertigt wurden – darunter auch „Skaill-Messer“ – einfache Schneidwerkzeuge, zu deren Fertigung ein großer Kiesel gegen einen anderen geschlagen wurde, um ein ovales, scharfkantiges Schneidblatt zu erhalten. Werkzeuge, die schärfere Kanten erforderten, wurden aus Knochen und Holz hergestellt.

    Unter den hier gefundenen Gegenständen waren einige, die aus sehr hartem Vulkangestein geschnitzt waren. Sie ohne Metall zu komplexen Formen zu verarbeiten, muss sehr viel Fleiß und Geschick erfordert haben. Man vermutet das diese "Stachelkugeln" heilige, rituelle Gegenstände waren.

    Man fand keine Werkzeuge zur Herstellung von Stoffen. Daher können wir annehmen, dass die Menschen gegerbte Tierhäute und womöglich Leder getragen haben, wobei die Kleidung durch Knochennadeln zusammengehalten wurde. Große, kunstvoll gefertigte Nadeln wurden wahrscheinlich nur zu besonderen Anlässen getragen. Perlen fertigte man aus den Knochen oder den Zahnwurzeln von Rindern. Sie könnten auf die Kleidung aufgenäht oder auf Halsketten gezogen worden sein.

    Pflanzen hat man als Medizin gesammelt. Zu den bemerkenswerten Funden gehörten einige Außenhäute von Bovisten. Ihnen fehlte das watteartige Innengewebe. Dieses Material wurde zum Stillen von Blutungen verwendet und es scheint wahrscheinlich, dass diese Boviste zu diesem Zweck gesammelt wurden. Man fand auch Wurzeln der Sumpfschwertlilie, die seit jeher als pflanzliches Heilmittel bei Magenproblemen verwendet werden.

    In jedem Gebäude befand sich eine große Feuerstelle, in der ständig ein Feuer brannte. Orkneys Torfmoore gab es damals noch nicht, und Treibholz wäre als Brennmaterial zu kostbar gewesen. Gras, Seetang, Tierdung und Knochen wurden hauptsächlich zum Heizen verwendet.
    Das Feuer diente nicht nur als Kochstelle, sondern erhellte und wärmte auch das Haus. In Skara Brae wurden keine Lampen gefunden und es gab wahrscheinlich keinen Rauchabzug – dadurch hätte ansonsten Wärme entweichen und starker Regen das Feuer schwächen können. Der Rauch half zudem, die in den Dachsparren aufgehängten Fleisch- und Fischvorräte haltbar zu machen. Mit der Zeit „gerbte“ er das Dach und machte es damit wasserdichter.

    Die Bewohner ernährten sich von Ackerbau und Viehzucht und ergänzten ihren Speiseplan auf vielfältige Weise. Die ersten Bewohner der Siedlung bauten "Bere" - eine Art Urgerste an. Haustiere – Rinder, Schafe und Schweine – dienten als Hauptnahrungsquelle. Sie lieferten Milch und damit Käse sowie Fleisch.
    Die Menschen aßen Wildpflanzen – bei Ausgrabungen fand man Haselnüsse und Holzäpfel. Archäologen haben außerdem Eierschalen von 22 Vogelarten – darunter Seevögel, Enten und Regenpfeifer – gefunden. Man sammelte regelmäßig Schalentiere und jagte Wild, wobei an Letzterem das Geweih wahrscheinlich ebenso geschätzt wurde wie das Fleisch. Fisch wurde im Meer und in Bächen gefangen.

    Eines der Häuser wurde rekonstruiert und kann von innen besichtigt werden. Es vermittelt einen anschaulichen Eindruck davon, wie die Menschen in Skara Brae lebten.

    Das Haus bestand aus Steinmauern, da auf Orkney schon damals keine Bäume wuchsen.
    Der Eingang war niedrig und konnte mit einer Tür aus Tierhaut verschlossen werden.
    Rechts und links der Feuerstelle lagen steinerne Bettkästen, die vermutlich mit Tierfellen und Moos ausgepolstert waren.
    Gegenüber dem Eingang stand ein großes Steinregal, auf dem wertvolle Gegenstände präsentiert wurden.
    Entlang der Wände befanden sich Steintruhen und Regale zur Aufbewahrung von Werkzeugen, Lebensmitteln und persönlichen Gegenständen.
    Das Dach bestand wahrscheinlich aus Balken von Treibholz oder Walknochen, die mit Gras, Heidekraut, Torf und Tierhäuten abgedeckt waren.

    Der Spaziergang durch die 5000 Jahre alten Mauern hinterlässt ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit. Die Alltagssorgen werden ganz klein, wenn man darüber nachdenkt, dass unser Leben ein Wimernschlag angesichts dieser Zeitspanne ist.
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