Mt. Asahidake und Kraterumrundung
August 12 in Japan ⋅ ☀️ 23 °C
Um 4:20 Uhr wurde ich munter und erkannte, dass es draußen schon komplett hell war. Da hielt mich nichts mehr im Bett und ich weckte die anderen, damit wir uns für unser Bergabenteuer im Daisetsuzan-Nationalpark bereit machen konnten.
Das Taxi holte uns beim Seven-Eleven ab und nach 50 Minuten erreichten wir den Ausgangspunkt. Zu unserem Erstaunen und komplett wider allen Informationen, die wir dem Internet entnehmen konnten, fuhr die Seilbahn schon und so sparten wir uns einige Höhenmeter. Kurz vor der Ankunft an der Bergstation des Vulkans bot sich uns ein absolut geiler Anblick. Schwefelsäulen, sogenannte Fumarolen, stiegen zum Himmel auf. Einfach fantastisch. Je näher man kam, desto lauter wurden die Geräusche des aus der Erde austretenden Dampfes. Da die Windrichtung entgegengesetzt zum Wanderroutenverlauf war, stieg der typische Schwefelgeruch noch nicht in unsere Nase.
Mit Bärenglocke und Bärenspray bewaffnet sowie voller Motivation starteten wir auf 1600 Metern und mit ca. 200 anderen Personen. Flashbacks zum Fuji setzten ein. Michi war sofort verschwunden - wir nahmen an, er wollte die neue Local Legend auf Strava werden. Wir trafen ihn erst am Gipfel wieder 😜 und er hatte uns 17 Minuten abgenommen. Felix und ich gingen in unserem Tempo und mit ausreichend Foto- und vor allem Bewunderungsstopps. Ich war fasziniert.
Am großflächigen Gipfel suchten wir nach Michi und fanden ihn mit einer Flasche Prosecco in der einen und Red Bull in der anderen Hand. Was für eine Begrüßung! Noch bevor er uns einschenken konnte, kam schon ein japanischer Herr auf uns zu und fragte auf Englisch, woher wir kamen. Auf die Aussage Austria sprach er in perfektem Deutsch: Ah…aus Österreich! Was für ein Glück den pensionierten Kieferchirurgen Shiro Kubo kennenzulernen, der den restlichen Tag mit uns verbrachte.
Michi suchte uns eine Runde heraus, doch wir nahmen die 22,7 Kilometer Kraterumrundung mit 1768 Höhenmetern von Shiro gerne an. Er erzählte uns von seinem Buch - einem Reiseführer - das er auf Deutsch verfasste. Seit 1972 fährt er regelmäßig nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Ganz stolz war er auf seine Brieffreundinnen, mit denen er seit 50 Jahren in Kontakt ist.
Die Runde am Krater war wunderbar, die Aussicht auf die umliegenden Gipfel legendär aber das Beste war das Innenleben des Kraters, abgesehen vom Schwefelgeruch, der uns jetzt ziemlich in die Nase stieg.
Nach ca. drei Stunden und ungefähr der Hälfte der Kraterumrundung mussten wir ein wenig auf die Tube drücken, denn die letzte Gondel würde um 17:30 Uhr abfahren. Für uns war es kein Problem, aber Shiro brauchte mit 77 Jahren die ein oder andere Pause, die wir natürlich immer nahmen. Schlussendlich bestiegen wir sechs Gipfel:
Mt. Asahidake, Mt. Mamiya, Mt. Nakadake, Mt. Hokuchin, Mt. Hokkai und Mt. Matsuda und zum Abschluss noch einmal den Mt. Asahidake, um die Runde zu vervollständigen.
Als ersichtlich wurde, dass sich für Shiro die letzte Gondel nicht mehr ausgehen würde, gingen Felix und ich voran, um mit den Schaffnern zu sprechen, ob sie nicht eine Ausnahme machen könnten. Michi drehte um und lief Shiro noch mal entgegen, der tatsächlich gestürzt war und sich am Arm und an der Nase leicht verletzt hatte.
Die Gondelbetreiber waren so nett, noch eine eigene Fahrt für Michi und Shiro zu organisieren. Felix und ich mussten mit der letzten nach unten fahren. Alles ging gut aus und wir boten Shiro an, bei uns im Airbnb zu nächtigen, wofür er sich auch entschied.
Als Dankeschön chauffierte er uns zurück nach Asahikawa und lud uns zum Ramenessen ein. Nach der ersehnten Dusche zeigte er uns stolz sein Buch und am TV dann seine YouTube-Beiträge. Ein super Ausklang eines wunderschönen Tages.Read more








































TravelerDas sind nun wieder Erlebnisse, die so ganz in unser Gefühl für eure Lieblingsaktivitäten passt. Scheinbar ist Red Bull ein Türöffner für die unwahrscheinlichsten Begegnungen. Liebe Grüße von Uli&Sabine
Traveler❤️
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