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  • Day5

    Niagara Falls

    February 10 in Canada ⋅ ⛅ -6 °C

    So, da ich auf Stadt offensichtlich keine Lust zu haben scheine, entschließe ich mich, mir die Niagarafälle in gefrohrenem Zustand anzusehen. Fast buche ich eine Tour für 75C$, aber glücklicherweise bin ich seit Freitag hier im Hostel "The Clarence" und bekomme den Tipp, mit dem Bus selbstorganisiert zu fahren. Das kostet etwa die Hälfte, ist aber ohne Winetasting, was ich ohnehin nicht machen möchte.

    Wie immer wache ich um 5 auf, wälze mich noch 2 Stunden im Bett hin und her und, weil meine Muskeln aufgrund Nichtbenutzung einrosten, ziehe ich meine Yogamatte heraus und mache ein paar Sonnen- oder Mond- oder Hundegrüße (keine Ahnung, kenn mich ja nicht aus, aber es tut gut).
    Kurzes Frühstück und Gespräche mit den wenigen Morgenmenschen hier und ich mache mich auf zum zu Fuß etwa 30 Minuten entfernten Busbahnhof. Blauer Himmel und Sonne - fängt schon mal gut an. Es sind kaum Menschen auf der Straße. Wahrscheinlich schlafen hier auch alle aus am Sonntag.

    Der Bus fährt pünktlich um 10:30 ab, die zweistündige Fahrt ist nach 1,5 Stunden schon vorbei und dann sind es 20 Minuten flotten Schrittes zu den Fällen (bei -4° läuft sichs automatisch schneller). Als ich den Zielort erreiche bin ich sprachlos. Ich hatte die Niagarafälle eigentlich etwas unspektakulärer in Erinnerung (die Fälle von Iguaçu in Argentinien / Brasilien bekommen viel weniger Beachtung, sind aber m.E. eines der tollsten Naturspektakel, die es gibt auf der Welt).

    Ich komme kaum vorwärts weil ich einfach nicht wegsehen kann. Ich knipse 1000de von Bildern und glotze wie in Trance auf die Wasserfälle. Ich weiß nicht, ob es am Schnee & Eis liegt, und/oder der Kälte (festgefrohren bin ich im Übrigen nicht, auch wenn es auf den Bildern so aussehen mag). Es ist einfach atemberaubend schön. Als dann noch ein Regenbogen einen fast kompletten Kreis um die Fälle der US-Seite zieht, kann es an Kitschigkeit eigentlich nicht mehr getoppt werden und ich bin froh, dass ich den Abstecher hierher gemacht habe.

    Bei den Hauptfällen angekommen haut es mir die Gischt um die Ohren. Nach kurzer Zeit sind Haare & Handschuhe klatschnass. Das ist bei Minusgraden nicht ganz so angenehm wie im Sommer und da ich gleich neben dem Visitor Center stehe, gönne ich mir einen Kaffee bei dem billigen Starbucks-Abklatsch Tim Hortens (natürlich in meinem mitgebrachten Silikonbecher, auch wenn das hier vergebene Liebesmühe ist, da sie den Kaffee trotzdem in einem Becher vorbereitet und sogar noch nen Plastikdeckel draufsetzt mit dem Hinweis, dass ich selbst umschütten müsse).

    Vergnügt schlender ich dann mit meinem nach Spülmittel schmeckenden Kaffee (das neue Spülmittel von Frosch, das in recycleten Plastikverpackungen kann ich nicht empfehlen, Silikonsachen schmecken ewig danach!) zurück, genieße nochmal zahlreiche Blicke auf diese Naturschönheit und wärme meine kalten Finger auf der Rückfahrt nach Toronto auf.

    Meine Schäfchen haben mich den ganzen Tag sehr warm gehalten :-)
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