Kathi.

Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern dem Tag mehr Leben! Ganz nach diesem Motto reise ich vergnügt durch die Welt. :-)
Living in: München, Deutschland
  • Day75

    Eisbergalarm! :)

    Yesterday in Canada ⋅ ☁️ 9 °C

    Heute, Ostersonntag, plane ich, den Sonnenaufgang anzusehen. Wecker klingelt um 5:20, Sonnenaufgang ist für 6:03 angekündigt. Ich schaue aus dem Fenster. Es ist ziemlich trüb & dießig. Obwohl ich wach bin, kann ich mich nicht dazu bewegen, nach draußen zu gehen und kuschel mich zurück ins Bett. Ein Fehler! Kaum aufgestanden, bekomme ich Alerts von Eisbergsichtungen vor einem wundervollen Sonnenaufgang. Kitschiger geht es nun wirklich nicht. Ich ärgere mich ein bißchen, aber was kann man machen.

    Es regnet den ganzen Tag. Ich hab Schicht im Hostel, daher ist es mir relativ egal. Um 16 Uhr beschließe ich dann aber, laufen zu gehen. Der Regen macht auch tatsächlich mal ne Pause. Das war eine tolle Entscheidung. Nicht nur, weil ich meine überschüssige Energie abbauen muss. Kaum am 'North Head Trail' angekommen, erblicke ich den Eisberg in der Ferne. Er ist also noch da! Gut gelaunt renne ich die von der East Coast Trail Association errichteten Holzstege und -treppen entlang bzw. hinauf. Als der ganze Eisberg in mein Blickfeld gerät bin ich sprachlos. Wie wunderschön!!! Ich kann mich kaum losreißen, bin aber nach den 10 Minuten rennen noch nicht ausgelastet. Anders als erwartet habe ich keinen Muskelkater von meinem Lauf am Freitag und fühle mich fit wie ein Turnschuh (nicht fit wie mein Barfußschuh, da dieser leider mittlerweile meinem Laufterrain zum Opfer gefallen ist. Die Sohle löst ich halb vom Schuh). Ich laufe zurück auf den Trail und renne den Berg nach oben. Gefühlt 1000 (das nächste Mal zähle ich sie - vielleicht so 100?) Stufen führen hinauf zu Signal Hill und ich muss mich fast übergeben, als ich oben ankomme, so schnell hechte ich die Stufen rauf. Aber es ist einfach toll und ich fühle mich so unglaublich gut. Ich laufe noch ein Stück weiter, um den Eisberg von hier oben zu bewundern. Dann mache ich kehrt und renne wie von der Tarantel gestochen wieder hinunter. Und nun weiß ich wieder, warum ich mich in den Bergen so wohl fühle. Von Stein zu Stein springen, in sekundenschnelle zu entscheiden ob ein Hindernis besser übersprungen wird, oder als Auftrittsfläche dient - es ist nicht stupides Rennen, man muss stets konzentriert sein, um sich nicht zu verletzen.

    Bevor ich vor Freude explodiere, setze ich mich auf einen Stein und genieße den Ausblick auf den im Wasser ruhenden Eisberg. Möven haben sich darauf niedergelassen. Es ist eine tolle Stimmung. Kein Windzug ist zu spüren und die Sonne kommt auch noch zum Vorschein. Die Wolken geben den Blick auf 'Cape Spear' frei. Das erste Mal sehe ich den Leutturm des östlichsten Punkts von hier aus. Und dann realisiere ich, dass ich vor 2 Tagen dorthin gelaufen bin. Ich lasse meinen Blick an der Küste entlanglaufen, schaue zu den Kaps, auf denen ich gestanden war. Es ist wirklich wahnsinn, welche Distanzen man zu Fuß zurücklegen kann (Leider gibt meine Handykamera das nicht her, so dass Cape Spear auf den Bildern nicht zu sehen ist.).
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  • Day73

    Oster-Halbmarathon...

    April 19 in Canada ⋅ ⛅ -1 °C

    ... zum östlichsten Punkt Nordamerikas: Cape Spear

    Deadmans Bay Path & Blackhead Path
    Distanz: 20+ km
    Höhenmeter: +/- 600 m
    Anreise: zu Fuß hin & per Anhalter zurück
    Schuhwerk: Barfußschuhe
    Laufzeit (inkl. Pausen): 4,5 h

    Deadmans Bay Path
    - Fort Amherst (St. John's) to Blackhead -
    ist ein mittelschwerer bis schwieriger mäßig begangener Wanderweg in der Nähe von St. John's, Neufundland
    Distanz: 10,6 km +2 km Abstecher

    Blackhead Path
    - Blackhead to Cape Spear-
    ist ein leichter bis mittelschwerer mäßig begangener Wanderweg in der Nähe von St. John's, Neufundland
    Distanz: 3,7 km

    Mein Körper behält den Rythmus 6 Uhr aufwachen bei. Ich stehe um halb 7 auf, in der Annahme, dass es regnet, schneit und windet. Die Sonne, die zum Fenster hereinscheint beachte ich erst mal nicht, koche Kaffee, mache es mir im Lehnstuhl bequem und fange an, meine Wandertouren zu planen. Irgendwie reizt es mich aber doch, laufen zu gehen. Signal Hill? Nein, da bin ich in 15 Minuten oben, und dann? Hm. Ich beschließe, in Richtung Cape Spear zu laufen. Der Wetterbericht sagt Regen, Schnee & Wind ab 12:30. Zeit genug für eine Tour zu einem Wasserfall, den ich auf maps.me auf dem ECT Richtung Cape Spear gesehen habe.

    Ich stecke 2 Müsliriegel, nen Apfel, Wasser und meine Kamera ein und um 8:00 starte ich los. Die Straßen sind menschenleer. Es ist 'Good Friday', sicher schlafen alle aus. Um an den ECT zu gelangen, muss ich erst mal 5,7 km durch die Stadt, am Hafen entlang, die unspektakuläre Tour Richtung Fort Amherst.

    Am Einstieg - knapp ne halbe Stunde später - bin ich dann auch eingelaufen und kaum bin ich auf dem Trail, ein paar der zahlreichen Stufen nach oben geflitzt und Blicke auf den gegenüberliegenden 'Signal Hill', fühle ich mich, als könnte ich Berge versetzen. Es liegt noch Schnee und Eis, daher ist etwas Vorsicht geboten (Leguanos haben natürlich keine Probleme ;-) ).

    Der Weg ist toll! Ich kann gar nicht viel rennen, da der Blick über das Meer und hinüber zu den Kaps einfach so umwerfend ist. Die Sonne versteckt sich zwar hinter einer kleinen Nebelglocke, aber das macht die Stimmung umso dramatischer. Der Weg ist gut in Stand gehalten, Steine und Holzstege leiten einen durch die spärrliche Vegetation, vorbei and kleinen Seen. Auf dem Holz sehe ich plötzlich frische Pfotenspuren. Ist das ein Hund? Oder etwa ein Wolf oder Kojote? Hmmmm. Kurz darauf wieder ein paar Pfotenabdrücke. Dann sehe ich einen Mann mit seinem Husky. Ich bin ziemlich erleichtert, überhole die beiden mit einem kurzen Gruß.

    Das Terrain ist ideal zu Trailrunnen und ich flitze wie ein freigelassenes Wildpferd (also so fühle ich mich zumindest) den Pfad auf und ab. Ich komme an eine Weggabelung, von der aus ein kleiner Pfad zu einer Bucht, der 'Gunners Cove' führt. Ich beschließe, den Abstecher zu machen. Vielleicht ist dort der Wasserfall? Oder hab ich diese Abzweigung verpasst? Leider bemerke ich auch, dass keine Speicherkarte in meiner Kamera ist. Warum das keine Warnung seitens des Apparats ausgelöst hat, ist mir Schleierhaft. Also keine Bilder vom Anfang des Trails. Ich setzte die Karte ein (hatte sie in der Jackentasche) und laufe zur 'Gunners Cove'. Der halbstündige Abstecher rentiert sich, wenn man wie ich gerne Wellen gegen Gestein wüten sieht. Ich sitze hier ein paar Minuten, genieße das Rauschen der Wellen und bewundere die Kraft des Wassers. Der Wind ist ziemlich frisch, daher geht es bald wieder zurück auf den Hauptpfad. An der nächsten Weggabelung treffe ich abermals auf den Mann mit seinem Hund. Ich laufe weiter Richtung Cape Split, er entscheidet sich für den kurzen Weg zurück Richtung St. John's.

    Ich befinde mich mittlerweile auf einem Kap mit Blick auf 'Signal Hill' und den Leuchtturm von St. John's. Auch hier peitschen die Wellen gegen die steilen Klippen und ich mache eine kleine Pause. Gefühlt mach ich mehr Pausen als ich Laufe. Kurze Zeit später, zurück auf dem Trail stoße ich zum dritten Mal auf den Mann mit seinem Husky. Wie macht er das?? Ich glaube, er kennt irgendwelche Geheimpfade. Wir unterhalten uns kurz und er bietet mir eine Rückfahrt nach St. John's an, von Blackhead aus, wo er sich von seiner Frau abholen lassen möchte. Wenn meine Füße weiterhin so kalt bleiben, breche ich ab und warte dort auf ihn sage ich und laufe weiter. Eigentlich habe ich aber zwischenzeitlich beschlossen, den Weg nach Cape Spear durchzuziehen. Sind ja nur noch 10 km (haha). Kurze Zeit später, als ich den Wald, durch den ich gerade laufe verlasse, ist es mit einem Mal gefühlt 5 Grad wärmer. Das ist ziemlich angenehm. Meine Finger und Füße sind schon ziemlich eisig mittlerweile.

    Ich treffe auf 4 Wanderer und 2 Hunde. Wenn ich alleine trailrunne bin ich immer froh, wenn ich Leute sehe, falls mir was passiert. Kurz vor Blackhead begegnen mir dann noch 2 Wanderer und ein Trailrunner (mit Camelback und allem drum & dran. Das wäre wirklich nix für mich!).

    Ich trete die letzten 5 km Richtung Cape Spear an. Die Sonne hält sich wacker, aber je weiter ich zum Ziel meines Laufs komme, umso stürmischer wird das Meer. Und dann erblicke ich den Leuchtturm und ne halbe Stunde und spektakuläre Naturschauspiele später, darunter ein Weißkopfseeadler auf der Jagd, erreiche ich den östlichsten Punkt Nordamerikas. Ich blicke hinaus aufs Meer, Richtung Europa. Gegenüber Neufundland liegt Frankreich. Schon faszinierend, wie südlich die östlichen Provinzen Kanadas liegen.

    Es ist mittlerweile 12:30, die Sonne ist komplett verschwunden. Der Wind zwingt mich, meine Jacke anzuziehen (ich laufe wie immer in meiner Merinowolljacke). Ich laufe die Ausblickspunkte ab und endecke tatsächlich einen Eisberg in der Ferne. Die Reisezeit der Eisberge hat also bereits begonnen.

    Jetzt muss ich nur noch eine Fahrgelegenheit finden. Ich laufe zum Parkplatz, der im Moment verlassen scheint, obwohl relativ viele Leute hier sind. Ein älteres Paar steigt auf der Andersen Seite grad in ihr Auto. Ich flitze hinterher und winke ganz wild. Und tatsächlich, sie halten an und kurbeln das Fenster runter (also sie fahren es runter, aber das klingt nicht so gut). Ich frage, ob sie nach St. John's fahren und mich mitnehmen würden. Ja und ja. Juchu! Und sie wohnen auch noch ganz bei mir in der Nähe, d.h. ich werde bis vor die Tür gefahren. Toll. Mein erstes Mal hitchhiken war gar nicht so übel. Die beiden erzählen mir, dass sich bereits Wale eingefunden haben. Meist kommen sie erst im Mai / Juni, aber immer wieder auch schon im April.

    Nach einem kurzen Stopp im Hostel bin ich auch schon wieder auf den Beinen. Jeder sagt mir, an 'Good Friday' muss man Fish n' Chips in einem Pub essen. Da ich noch kein Frühstück hatte und über 20 km gelaufen bin, gönne ich mir das dann auch. 'The Duke' wurde mir schon mehrmals empfohlen. Der Pub ist brechend voll. Da ich alleine bin, quetsche ich mich an die Bar. Das Essen dauert eine Ewigkeit! Ich treffe ein paar Leute vom Salsa und in einer netten Runde vergeht die Wartezeit doch gleich viel schneller. Das Essen ist in der Tat sehr gut!

    Zurück daheim schmeiß ich mich dann endlich aufs Sofa. Am Abend bin ich zum Salsa verabredet. Ein bißchen Ruhe tut den Beinen zwischenrein sicher gut ;-)
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  • Day64

    Fort Amherst - Lighthouse

    April 10 in Canada ⋅ ❄️ 2 °C

    Es wird langsam zur Gewohnheit, mit der Sonne im Gesicht aufzuwachen. Daher planen wir einen Trip zu dem Leutturm, auf den man von Signal Hill hinüberblickt. Es ist der älteste Leuchtturm Neufundlands.

    Die Tour verläuft entlang des Hafens, und zurück auf der anderen Seite. Wir kommen an einen Ausläufter des "Great Trails". Der Great Trail ist ein 2017 eröffneter Weitwanderweg, der sich quer durch alle 13 Provinzen / Territorien Kanadas zieht. 24.000 km stehen zum Wandern, Langlaufen, Paddeln, Reiten etc. zur Verfügung. Teilweise verläuft der Weg auf bereits bekannten Wanderwegen. Außerdem wurden stillgelegte Bahnstrecken zum Wanderweg umgestaltet. 25 Jahre stecken in der Planung und Gestaltung des längsten Freizeitpfades der Welt. In Neufundland läuft der Trail etwas unter 900 km quer durchs Land auf einer alten Bahnstrecke, von Port aux Basques nach St. John's - also in etwa die Strecke, die ich in 13 Stunden mit dem Bus gefahren bin.

    Wir lösen uns von der Info-Tafel und wandern weiter Richtung Leutturm. Schön ist anders - der Weg geht an der Straße lang. Dazu ist es mittlerweile bewölkt und ein kalter Wind weht uns um die Ohren.

    Kurz vor dem Ende der Straße ist die Abzweigung auf den ECT Richtung Cape Spear. Hier werde ich also loslaufen (puh, schon mal ne halbe Stunde rennen, bis ich erst auf dem Weg bin)

    Als wir den Leutturm erreichen, genießen wir den Ausblick hinaus aufs Meer. Unter dem Leutturm sind einige mit Grafitti überzogenen Ruinen und Kanonen. Diese stammen aus dem 2. Weltkrieg und dienten der Abwehr deutscher U-Boote. Schon eine krasse Vorstellung, dass die deutschen Streitmächte bis hierher gekommen sind:
    https://www.youtube.com/watch?v=6ShsZOyp25Q
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  • Day63

    Burma Road Trail &Sugarloaf Path (Fotos)

    April 9 in Canada ⋅ ☀️ 0 °C

    Burma Road Trail ist mittlerweile fast komplett schneefrei. Dieser Trail ist perfekt für einen kurzen Morgenrun zum Signal Hill.

    Teilstücke des Sugarloaf Path im Wald sind noch komplett mit Schnee und Eis überzogen, ansonsten alles schnee- und matschfrei.

  • Day63

    Walking the East Coast Trail

    April 9 in Canada ⋅ ☀️ 0 °C

    Burma Road Trail & Sugarloaf Path, ECT

    Burma Road Trail ist ein wenig begangener, einfacher Rundweg nähe St. John's
    Distanz: 3,5 km
    Höhenmeter: 149 m

    Sugarloaf Path ist ein schwieriger, wenig begangener Wanderweg nähe St. John's
    Distanz: 5,8 km (einfach)
    Höhenmeter: 482 m
    Anreise: zu Fuß
    Schuhwerk: Barfußschuhe

    Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich den letzten Eintrag verfasst habe. Darum gleich zu Anfang: es geht mir gut und ich genieße meine Zeit in St. John's. Das Problem: das Wetter ist zu gut. Ich kam hierher im April mit der Annahme, dass ich erst mal 4 Wochen bei Schnee, -20° und Wind überbrücken muss. Daher war der Plan: Arbeiten, Sport und Bücher lesen. Und nun dieses Dilemma mit der Sonne.

    Ich bin jetzt seit 1 Woche hier und habe gefühlt schon die 200+ Stunden zusammen, die man benötigt, um die Ausbildung zur/m Yogalehrer/in/d zu machen. Einen Monat all-you-can-Yoga für 30 C$ - das ist unschlagbar! Regulär kostet es 150 C$ (20€ vs. 100€).
    Außerdem hab ich unserem Hausberg "Signal Hill" schon einige Besuche abgestattet. Und heute, mit strahlend blauem Himmel und +6° geht es auf den East Coast Trail (ECT).

    Wir starten zu Fuß von unserem Hostel (wie praktisch, dass der ECT durch St. John's führt). 10 Minuten später sind wir am Einstieg des "Burma Road Trail" einem Teilstück des ECT. Der Weg führt am Hafen entlang hinauf zum Signal Hill, auf der Rückseite hinunter nach Quidi Vidi Village und als "Sugarloaf Path" weiter Richtung Norden. Es ist super windig und dadurch gefühlt kälter als gehofft. Geschützt in einer Bucht wirds es allerdings richtig warm. Ich laufe den Weg mit einem Mädel aus dem Hostel, daher trailrunne ich heute nicht und nehme mir auch nicht vor, den ganzen Trail bis nach Bugy Bay zu laufen.

    Kurz nach Quidi Vidi Village treffen wir auf einen netten Neufundländer, der uns tolle Tipps über die Insel gibt - das war der letzte Mensch, den wir auf dem Weg treffen.

    Nach etwa 3 Stunden laufe ich alleine weiter (Skiverletzung meiner Wanderpartnerin). Der Trail ist unglaublich schön und in Gedanken sehe ich mich schon, an meinen nächste freien Tagen ein weites Stück des Weges zu laufen. Ich bin - wie immer wenn ich in der Natur wandere / trailrunne - superglücklich. Bis ich an die Robin Hood Bay gelange. Kurz bevor ich die Bucht erreiche, sehe ich bereits einige Plastiktüten in den Bäumen und Abfall herumliegen. Ich sammle das Zeug ein und stapel es auf einem Haufen. Leider hab ich keine Tüte einstecken. Ich hatte nicht gedacht, dass ich so viel Müll sehen würde. An einem Stück des Trails sind es dann so viele Tüten, dass ich sie nicht mehr einsammle. Und als ich meinen Blick nach oben richte, sehe ich 1000e Tüten in den Bäumen hängen. Und der gesamte Hang ist voll damit. Ich bin entsetzt. Ich weiß gar nicht, wie mir zumute ist.

    Ich trete den Rückweg an. Ich hatte beschlossen, bis 16 Uhr in eine Richtung zu laufen und dann umzudrehen. Aber der Anblick hätte mich ohnehin vertrieben.

    Auf dem Rückweg wird mir dann das Ausmaß bewusst und mich überkommt eine unglaubliche Traurigkeit. Ich entschuldige mich bei den umherfliegenden Möven und Raben, beim Meer, den Bäumen, den Walen und Fischen. Dafür, dass es uns Menschen gibt und wir diese Welt so zerstören (den Teil, dass ich in Tränen ausbreche und schluchzend in schönster Natur sitze, lass ich lieber aus ;-) )

    Ich laufe weiter Richtung "daheim" und bis ich im Hostel ankomme, sind die schlimmsten Gedanken vorbei und die Ruhe und Schönheit der Natur gibt mir wie immer eine innere Ruhe. Ich glaube, ich laufe den ECT trotzdem, auch wenn er an einer Müllhalde vorbeiführt.
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  • Day57

    Sportlich unterwegs in St. John's

    April 3 in Canada ⋅ ☁️ 0 °C

    Ich schreibe Tag 2 meines Aufenthalts in St. John's (kann das wirklich sein??!! Kommt mir viel länger vor!) Das Hostel scheint mit den Arbeitszeiten sehr entspannt zu sein, ich soll erst mal einen Tag ankommen, dann werde ich Mittwoch um 10 Uhr eingewiesen, bin aber erst ab Freitag und am Wochenende zum Arbeiten eingeteilt (und da wird das Wetter schlecht, hihi). Will ich Ausflüge machen, soll ich rechtzeitig Bescheid geben, dann kann ich auch mal ein paar Tage am Stück freinehmen und Dave, der Inhaber, bietet auch einen Austausch mit einem anderen Hostel an. Läuft also ;-)

    Gestern und auch heute sind sehr sonnige Tage, die ich hauptsächlich draußen verbringe. "Signal Hill", der Hausberg ist ein Muss hier und trotz des bis zu 60 km/h Windes, der hier durch die Stadt pfeift, laufe ich gleich mal hoch. Es sind sehr wenige Menschen unterwegs, downtown, wie auch auf dem Hausberg. Das Areal ist super schön, mit mehreren Seen, gut gepflegten Wegen und vielen Schildern, die einen durch die Geschichte St. John's und des Berges führen. Dieser diente schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts als Aussichtspunkt mit einer Befestigungsanlage und war Schauplatz der letzten Schlacht des siebenjährigen Krieges in Nordamerika. Ich bin sofort begeistert, nicht wg. des Kriegsschauplatzes, sondern, weil ich mit Signal Hill schon mein Jogging-Areal gefunden habe.

    Ich erfahre auch, dass hier ein Weißkopfseeadlerpärchen nistet. Mal sehen, ob ich die Familie mal zu Gesicht bekomme.

    Am Abend besuche ich gleich eine Aerial-Stunde. Allerdings Silks & Hammock und Beginner. Ich möchte eigentlich nur Aerial Hoop machen, daher geh ich später noch ins freie Training. Wir sind zu 4. und es ist ganz angenehm, einfach ein paar Sachen zu wiederholen. Außerdem ist es günstiger und ich kann auch meine Straps mitbringen und aufhängen - juchu!

    Als ich am Mittwoch Morgen um 7 Uhr aufwache und die Sonne scheint, mache ich mich gleich auf den Weg, die 167 hm (haha) zu erklimmen. Es ist windstill und trotz der -1° ist mir sofort warm. Als ich an einer der Absperrungen vorbeilaufe (eigentlich ist hier noch Winter, da sind die Wege noch nicht freigegeben) sitzt ein riesiger Adler auf einem Baum nicht weit von mir. Ich gehe langsam weiter, um ihn nicht zu stören. Trotzdem erhebt er sich in die Lüfte. Toll!! Nach dem Nest suche ich nicht, auch wenn mir ein netter Herr erzählt hat, wo es ist. Die Adler haben auch ihre Ruhe verdient.

    Zurück im Hostel werde ich in das Buchungssystem des Hostels eingewiesen und mache mich dann nochmal auf nach Downtown, um die Straßen der Gegend kennenzulernen. Schließlich will ich Neuankömmlingen ein bißchen was erklären können.

    Die Stadt ist sehr schnuckelig, es gibt lauter kleine Läden aber als ich die Pub-Straße - George Street - entlanglaufe, komme ich mir vor wie auf Ballermann im Winter - ein Pub reiht sich an den anderen, zwischenrein die ein oder andere Karaokebar. Und wie auch auf Mallorca im Winter ist es eine Geisterstraße. Es ist natürlich auch 2 Uhr Nachmittags.

    Ich mache noch einen Abstecher in die Touriinfo. Dort werde ich mit Broschüren ausgestattet: Walking Tour 1-4 - alle in Downtown. Es gibt hier echt wahnsinnig viel zu entdecken. Als ich der netten Dame erzähle, dass ich gerne laufe, erzählt sie mir von der Laufgruppe, die sich immer Mittwoch Abends und Sonntag Morgens trifft und mit Guides unterschiedliche Touren macht.

    Wieder "daheim" im Hostel und WLAN erwartet mich eine Nachricht aus der Salsa-Community. Die ist wohl nicht sehr groß, dafür aber umso herzlicher. Freitags gibt es private Salsa-Parties bei einem Mädel daheim, zu der ich gleich eingeladen werde (allerdings wg. Urlaub erst ne Woche später). Dieses Wochenende ist dafür allerdings ein Bachata-Spezial mit Workshops und Parties. Meine Hoop-Lehrerin tritt zudem Samstag auf einer Burlesque-Party auf. Fast schon stressig hier! ;-)

    St. John's ist in der Tat eine Stadt für eine sportfanatische Person wie mich :-)
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  • Day57

    Fotos "Morgenstund hat Gold im Mund"

    April 3 in Canada ⋅ ⛅ 0 °C

    Signal Hill am Morgen

    In 15 Minuten kann man bereits aufm Gipfel sein. Es gibt dafür super viele Wege; alle relativ kurz, aber wenn man sie zusammenhängt, kann man schon was draus machen.

    Das Johnson GEO CENTRE trägt sicher einiges für die Schönheit des Areals bei. Das Centre ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Erhalt und der Verbesserung der Natur Neufundlands und Labradors verschrieben hat. Ein schönes Gebäude und man kann einiges über die Gegend lernen. Ein bißchen erinnert es mich an die Supernova in Garching. Es ist mit Sicherheit einen Besuch wert.

    https://www.geocentre.ca/
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  • Day55

    Mit Bussen und Fähre nach St. John's

    April 1, North Atlantic Ocean ⋅ 🌫 0 °C

    Ob ich wohl irgendwann ankomme in der östlichsten und einer der ältesten Städte Nordamerikas?

    Abfahrt war Samstag, 1:55. Und nun, Montag, 17 Uhr bin ich noch immer unterwegs, immerhin schon auf den Straßen Neufundlands. Ankunft ist nach 9 Uhr Abends, dann ist es noch etwa eine halbe Stunde bis zum Hostel, in dem ich heute meine ersten Arbeitstag hätte haben sollen.

    Ich bin schon mächtig gespannt, was mich erwarten wird. Ab morgen Hostelarbeit und hoffentlich eine oder zwei Aerial Hoop-Stunden :-)

    Von der Überfahrt an sich hab ich nicht viel mitbekommen. Es ist dunkel, als ich an, und wird grad hell, als ich von Board gehe. Bevor ich mich in den Sessel werfe, mache ich aber eine kurze Tour. Ich habe keine Kabine gebucht. Teuer ist es nicht (ca. 60C$ also 40€), aber für 6 Stunden rentiert es sich nicht finde ich (nach aktuellen Recherchen kostet eine Kabine im übrigen 145C$ - scheint also ein Winterangebot gewesen zu sein).

    An Board gibt es eine Kaffeelounge und ein Restaurant, mehrere Außendecks und eben den Aufenthaltsbereich, in dem die Sitze verschieden angeordnet sind, so dass 2 Personen oder Gruppen zusammensitzen können. Personen wie ich ohne Fahrzeug dürfen zuerst an Board und haben damit die Qual der Wahl. Weil ich meine Ruhe haben will entscheide ich mich für Reihe 1 mit Fenster in Fahrtrichtung vorne und seitlich.

    Es gibt 2 Fähren, die einen von Nova Scotia nach Neufundland bringen. Aufgrund der Eislage operiert die Fähre nach Argentia, im Südosten nur in den Sommermonaten von Juni bis September. Diese bietet sich an, wenn man in der Avalon-Region reisen möchte, wo auch St. John's liegt und der East Coast Trail. Die Fahrt nimmt 16 Stunden in Anspruch. Die zweite Fähre ist lediglich 6 Stunden unterwegs, nach Port aux Basques, im Südwesten Neufundlands und ist die bessere Option für den Gros Mourne National Park.
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  • Day54

    Ein sonniger Tag in North Sydney

    March 31 in Canada ⋅ ⛅ 12 °C

    Was macht man, wenn man gezwungenermaßen an einem Ort festhängt und sein Gepäck nicht aus den Augen lassen darf? Lesen & am Computer arbeiten.

    Die Nacht war etwas durchwachsen. Die Stuhlreihe ist nicht die bequemste mit seinen Zwischenräumen. Zumindest ist es aber schön warm, so dass ich meinen Schlafsack als Unterlage benutze und mein Inlet als Bettzeug. Das erste Mal in meinem Leben ziehe ich mir auch eine Schlafmaske aus dem Flieger über die Augen. Ich hab eine solche zwar immer im Gepäck, normalerweise stört sie mich im Gesicht jedoch mehr, als sie mir bringt. Da hier die Lampen allerdings nicht ausgeschaltet werden, hat sich das Rumtragen nun endlich ausgezahlt. Ich ziehe mir auch die Mütze meines Inlets tief ins Gesicht. Bin nur ich das, oder ist es störend, dass überall Kameras hängen?

    Als ich mich schlafen lege, sind noch etwa 10 Menschen im Raum. Eine Gruppe bestehend aus 3 Frauen und einem Mann, der Rest Trucker dem Anschein nach zu urteilen, alle Anwesenden jenseits der 50. Als ich um kurz vor 12 aufwache, ist nur noch der 4er-Trupp da. Ich nehme an, die übrigen Herren sind zurück zu ihren Trucks zum Schlafen. Zumindest ist es damit relativ still im Raum.

    Stündlich wache ich auf, um meine Schlafposition zu ändern, trotzdem bin ich um 7 Uhr relativ ausgeschlafen. Vielleicht beruht das auf der Tatsache, dass sich sämtliche Knochen in meinem Körper verschoben zu haben scheinen.

    Ich mache etwas Yoga in der Kinderspielecke, dann hole ich mir einen Kaffee bei Tim Hortens. Nicht mal 5 Minuten entfernt, aber mein Gepäck darf ich nicht hier lassen, auch nicht auf eigene Gefahr. Schließfächer gibt es nicht. Spartan Training leicht gemacht. Der kurze Spaziergang zu Tim Hortens ist ohnehin kein Problem. Der Ausflug zum 1,5 km entfernten Supermarkt ist schon etwas fordernder. Der Rucksack ist nicht der bequemste. Aber die Sonne scheint und nach dem langen sitzen ist es ein toller Spaziergang.

    Auf dem Rückweg hole ich mir Fish 'n Chips und genieße mein Abendessen mit Blick auf die Fähre.

    Im Terminal quatscht mich einer der Truckfahrer an, zeigt mir Bilder seines Hundes, seines Hauses und den lastwagenhohen Schneewänden, die vor 3 Wochen in Neufundland aufgehäuft waren - das kann ja heiter werden. Und damit meine ich nicht nur dir Schneemassen, die ich mir bei den T-Shirt-Temperaturen gerade nicht vorstellen kann. Ich verstehe auch kaum ein Wort von dem, was der Mann sagt. Was für ein Slang!

    Ich gehe dem Herrn am Abend aus dem Weg. Er würde mich sicher mit nach St. John's nehmen, das ist auch sein Ziel. Allerdings ist er mir nicht ganz geheuer und auch wenn er mir sympathischer wäre, ich kann mir nicht vorstellen, 16 Stunden Fahrt mit ihm und seinem Slang zu überleben.

    In Vorbereitung auf die bevorstehende letzte Staffel von GOT, die jetzt im April erscheint, schaue ich zwei Folgen der Staffel 5, bis wir endlich, einen Tag später als geplant, die Fähre boarden dürfen.

    Ich suche mir einen Platz am Fenster, falle müde in den großen Sitz, packe Schlafsack und Augenmaske aus und bin um 10 Uhr eingeschlafen.
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