• Kölschgänger
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CCAA - Köln

CCAA - Colonia Claudia Ara Agrippinensium - Köln - Kölle
Wie es war und wie es ist.
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  • Die Ulrepforte in der Südstadt

    11 maj 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 8 °C

    Kölschgänger zwischendurch
    (Dinge kurz erklärt)

    Die Ulrepforte in der Südstadt

    Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

    In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, von den Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.

    Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.
    Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden. Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben haben, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

    Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut. Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet. Im östlichen der beiden Wehrtürme sind heute die Vereinsräume der blauen Funken zu finden.

    Ein schönes Stück Köln. Dankeschön an die Gesellschaften, die sich mit viel Herz um diese historischen Gebäude kümmern.

    Bleibt neugierig

    euer Ronald
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  • Der Scheuermühlenteich

    10 maj 2020, Tyskland ⋅ ⛅ 19 °C

    Der Scheuermühlenteich

    Ein sehr humaner und gepflegter Rundweg führt am kleinen See entlang. Man sieht sumpfiges Gewässer, Biotope, Farne und einiges mehr, wenn man den Weg entlang wandert. Und man ist im rechtsrheinischen Köln. Genau gesagt befinde ich mich in Wahnheide.

    Es ist die Brutstätte einiger Vogelarten, am Teich und im Schilf. Auch ein paar recht fremdartige Vögel sieht man hinter dem Zaun, der an den Scheuermühlenteich grenzt. Dort befindet sich nämlich der militärische Sicherheitsbereich des Köln-Bonner Flughafens und die Vögel, die dort gelandet sind, sind allesamt Regierungsmaschinen der Bundesrepublik Deutschland. (Foto)

    Doch zurück zum Scheuermühlenteich. Wo kommt der her und wer pflegt ihn. Eigentlich gehört das Gelände dem Bund. Dieser hätte es aber längst "platt" gemacht, wenn der Förderverein des Bürgervereins nicht die Pflege und die Kosten übernommen hätte. So ist es den engagierten Bürgern von Porz, Lind, Wahn und Wahnheide zu verdanken, wenn wir hier heute viele Bänke und schöne Gehwege rund um den Teich finden. Ein Naherholungsgebiet mit interessanter Sicht rüber zum Flughafen. Die Tierwelt scheint dieser nämlich nicht zu stören.
    Mich auch nicht, denn Planespotting und Natur miteinander zu verbinden finde ich ganz toll. Natürlich auch für unseren Junior, der so zwischen echten und künstlichen Vögeln hin und her blicken kann.

    Die Frage kommt auf, wenn der Teich Scheuermühlenteich heißt, muss da nicht auch eine Mühle mit diesem Namen sein?
    Es gab sie zumindest. Seit 1852 wurde sie sogar mit Dampf betrieben. Im Jahre 1949 wurde diese endgültig abgerissen. Schade drum!
    Die ursprüngliche Mühle muss dort bereits im 13. Jahrhundert gestanden haben. Es gab gleich mehrere Teiche dort.
    Eigentümer war eine Weile der bekannte Freiherr Eltz zu Rübenach, dem wir ja bereits beim Artikel über Schloss Wahn begegnen konnten. Er verkaufte 1818 an den Staat Preußen die Ländereien rund um die Mühle. Diese wurde erst 1914 Eigentum Preußens.
    Auf dem Gelände drumherum entstand im frühen 19. Jahrhundert ein Exerzierplatz für die preußischen Soldaten.

    Als nach dem 2.Weltkrieg die alte Dampfmühle komplett abgerissen wurde, war es erstmal vorbei mit dem Naherholungsgebiet und das britische Militär machte sich dort breit. Das Areal war komplett für die Bevölkerung gesperrt. Erst in den 60 er Jahren sollte diese wieder Zugang erlangen. Gespeist werden die Mühlenteiche durch den Scheuerbach, der sich durch ein breites Gebiet der Wahner Heide weiter in der Scheuerbachsenke schlängelt.

    Alles in allem kann ich euch diesen Rundweg nur empfehlen, wenn ihr ein wenig Freude am Biotop beobachten habt, nicht mehr ganz so gut zu Fuß seid oder einfach rund um den See joggen wollt. Auf meiner Runde wurde ich 2 mal vom gleichen Jogger überholt. Der prustete ganz schön, ich hingegen nutzte die Zeit mit Naturfotografie.

    Euch allen einen schönen Sonntag

    Eure Elisabeth
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  • Bücherschränke

    9 maj 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 20 °C

    Jetzt habe ich letzte und vorletzte Woche geschrieben, wo ich hier in Köln gern spazieren gehe. Aber was hilft mir jetzt, falls das Wetter unangenehm ist oder ich keine Lust habe, heraus zu gehen? Kommt ja vor.
    In der Mittagspause stehe ich auf einmal vor der Antwort auf diese Frage: Bücherschränke! Da darfst du hereingucken und mitnehmen, was dir gefällt und hast ein paar schöne Stunden – umsonst. Wenn du das Buch nicht mehr haben willst, legst du es zurück in den Schrank. Und falls du beschließt, dass du das Werk unbedingt brauchst, ist es das deine. Du darfst es behalten, einfach so. So leicht kann das Leben in Köln sein. Was woanders Diebstahl wäre, ist hier genauso gedacht! Du hast nur das eine Risiko, dass du nie weißt, was da gerade so drin liegt. So ein Bücherschrank ist ein Überraschungsei.
    Und jetzt kommt es noch besser: falls du Bücher zu viel hast, die du nicht mehr brauchst, kannst du diese da auch einfach hineinlegen. Man soll nur darauf achten, dass man nur Bücher hinein gibt, die man selbst auch anfassen würde, wenn sie eben nicht von dir selbst wären. Also nichts, was dreckig oder kaputt ist. So ein Schrank es kein Altpapiercontainer. Ist doch logisch. Falls der Bücherschrank voll ist, musst du deine Bücher auch wieder mitnehmen. Ist doch auch klar, falls es regnet gehen die Bücher daneben doch kaputt.
    Jetzt ist Michael bekloppt und schreibt über Bücherschränke? Die kenne wir doch schon? Der nächste steht doch direkt die Ecke herum! Ist klar, wer einen Bücherschrank um die Ecke hat, hat sich schnell daran gewöhnt. Für sind die Bücherschränke in Köln die Errungenschaft der letzten zehn Jahre. Versuch mal eine Datei, die du bei Amazon gekauft hast, einem anderen Menschen zu geben. Geht das überhaupt, dass du da dein Eigentum anonym verschenkst? Ich kenne zumindest keinen Schrank, der im Jahr 2009 schon stand und deswegen sage ich, dass die Bücherschränke für mich die Errungenschaft des letzten Jahrzehnts sind.
    Ich stehe da ja auch immer vor, wenn ich vorbei komme und verrenke mir den Hals, um die Titel zu lesen. Ab und an nehme ich ein Buch mit. Mein Altargeschenk, das weiß ich, legt dort auch oft etwas hinein und freut sich, wenn sie etwas zum Tauschen findet. Da muss ich immer sehr aufpassen, dass ich das Buch, welches meine Königin hineingelegt hat, nicht wieder nach Hause schleppe. Ich finde solche Bücherschränke besser als die ganzen Pappkartons mit Büchern und Schrott, die man im Moment überall auf der Straße sieht. Die Straßen sehen gerade am Wochenende aus, als wenn man einen Trödelhändler vor die Türe gesetzt hätte. Bin ich da zu spießig? Mit so einem Bücherschrank weißt du sicher, wo du ein Buch finden kannst. Also, was soll das?
    Ich wollte mal wissen, wie die Schränke überhaupt dahin kommen. Eine Antwort findet man im Netz schnell. Die „Bürgerstiftung Köln“ kümmert sich darum, dass sie aufgestellt werden. Nur, so ein Schrank kostet zwischen 5.000 und 10.0000 Euro. Da muss sich erst jemand finden, der das bezahlt – das sind Leute wie du und ich. Es kann eine Nachbarschaft sein oder ein ganzes Viertel, das zusammenlegt. Die Stiftung kümmert sich um die Formalitäten, dass so ein Schrank aufgestellt werden darf und auch wird. Ja, und dann muss sich ja noch jemand darum kümmern, dass der Schrank sauber bleibt und Bücher heraus kommen, die nicht ganz das sind, was dort drin sein soll. Das ist Arbeit und da muss man dranbleiben, wie wenn man jede Woche für den Kölschgänger schreibt – nur das keiner auf „like“ drückt. Das ist Ehrenamt. So etwas macht man, weil das Herz es befiehlt.
    Die Bürgerstiftung macht übrigens noch viel mehr. Seht einfach hier nach: https://buergerstiftung-koeln.de/ . In dieser Stiftung kann man für 500 Euro Mitglied werden und mitbestimmen, was die Stiftung mit dem Geld machen soll. Gut, jetzt hat nicht jeder 500 Euro. Wenn du nur 10 Euro hast, kannst du allein auch nichts für das Viertel machen. Aber wenn du dort ein Projekt magst und denen sagst, diese 10 Euro, die möchte ich für das oder das Projekt geben, hilft das. Also, ich höre auf zu schreiben und gucke mir die Seite noch etwas an.
    Ich mache jetzt aber Werbung? Ja habe ich dann hier jemals etwas anderes getan, als über das zu schreiben, was ich spannend finde? Nein, oder? Und immerhin arbeiten sie seit mehr als 10 Jahren auch für mich, dass es mir hier in Köln gut geht. Auch in dieser Zeit. Dankeschön.

    Michael

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    Jetz han ich letzte un vürletzte Woch geschrevve, wo ich hee en Kölle gään spazeere gonn. Ävver wat hilf mir jetz, wann et Wedder uselig es ov ich kein Loss han, erus ze gonn? Kütt jo vür.
    En der Meddagspaus stonn ich op eins vür dä Antwood op die Frog: Böcherschääf! Do darfs do erenluure un metnemme, wat der gefällt un häs e paar schöne Stunde – för ömesöns. Wann do dat Boch nit mih han wells, lägs do et widder zoröck en et Schaaf. Un wann do beschlüüß, dat do dat Werk unbedingk bruchs, es et dir. Do darfs et behalde, einfach su. Esu leich kann et Levve en Kölle sin. Wat woanders Kläu wör, es hee genau esu gedaach! Do häs nor dat eine Risiko, dat do nie weiß, wat do grad esu dren litt. Su e Böcherschaaf es e Üvveraschungsei.
    Un jetz kütt et noch besser: wann do Böcher zo vill häs, die do nit mih bruchs, kanns do die do och einfach erenläge. Mer soll bloß drop aachte, dat mer nor Böcher eren gitt, die mer selvs och aanpacke dät, wann se evvens nit vun dir selvs wöre. Alsu nix, wat dreckig ov kapodd es. Su e Schaaf es keine Aldpapiercontainer. Es doch logisch. Wann et Böcherschaaf voll es, muss do ding Böcher och widder metnemme. Es doch och klor, wann et rähnt gonn Böcher donevve doch kapodd.
    Jetz hät der Mechel et Schoss erus un schriev üvver Böcherschääf? Die kenne mer doch ald? Der nöchste steiht doch de Eck eröm! Es klor, wä e Böcherschaaf öm de Eck hät, hät sich flöck dran gewennt. För mich sin de Böcherschääf en Kölle die Erungeschaff vun de letzte zehn Johre. Versök ens en Datei, die do beim Amazon gekauf häs, enem andere Minsch zo gevve. Geiht dat üvverhaup, dat do do di Eigetum anonym verschenks? Ich kenne kei Schaaf, dat em Johr 2009 ald stundt un deswäge sage ich, dat die Böcherschääf för mich die Errungeschaff vum letzte Jahrzehnt sin.
    Ich stonn do jo och luuter vür, wann ich vörbei kumme un verrenke mer der Hals, öm de Titel ze lese. Av un aan nemme ich e Boch met. Mi Altargeschenk, dat weiß ich, läg do och off jet eren un freut sich, wann et jet för zo Tuusche gefunge hät. Do muss ich dann fies oppasse, dat ich dat Boch, wat ming Künnigin erengelaht hät, nit widder heimschleife. Ich finge su en Böcherschäff besser wie de ganze Pappkartons met Böcher un Schrott, die mer em Momang üvverall op der Stroß süht. De Stroße sinn grad am Wochenengk us, wie wann er mer ene Aldräuscher vür de Dür gesetz hätt. Ben Ich do zo speeßig? Met so enem Böcherschaaf weiß do secher, wo do e Boch finge kanns. Alsu, wat soll dat?
    Ich wollt ens wesse, wie die Schääf üvverhaup dohin kumme. En Antwood fingk mer em Netz flöck. De „Bürgerstiftung Köln“ kömmert sich dröm, dat die opgestallt weede. Nor, esu e Schaaf koss zwesche 5.000 un 10.000 Euro. Do muss sich eesch einer finge, der dat berapp – dat sin Lück wie do un ich. Et kann en Nohberschaff sin ov e Veedel, dat zesammeläht. De Steftung kömmert sich öm de Formalie, dat su e Schaaf opgestellt weede darf un och weed. Jo, un dann muss sich noch einer dröm kümmere, dat et Schaaf sauber bliev un Böcher erus kumme, die nit ganz dat sin, wat do dren sin soll. Dat es Arbeid un da muss mer dranblieve, wie wann mer jede Woch för der Kölschgänger jet schriev – nor dat do keiner op „like“ däut. Dat es Ihreamp. Sujet mäht mer, weil et Hätz dat befählt.
    De Bürgersteftung mäht üvvrigens noch vill mih. Luurt einfach hee: https://buergerstiftung-koeln.de/ En dä Steftung kann mer för 500 Euro Metgleed weede un metbestemme, wat die Steftung mem Geld maache soll. God, jetz hät nit jeder 500 Euro. Wann do nor 10 Euro häs, kanns do allein och nix för et Veedel maache. Ävver wann do do e Projek mags un denne sähs, die 10 Euro, die mööch ich för dat ov dat Projek gevve, hilf dat. Alsu ich hör‘ op ze schrieve un luure mer die Sigg noch jet aan.
    Ich maache jetz ävver Reklame? Jo han ich dann hee jemols jet anderes gedon, wie üvver dat ze schrieve, wat ich spannend finge? Enä, oder? Un immerhin arbeide die zick mih wie 10 Johr och för mich, dat et mir hee en Kölle god geiht. Och en dä Zigg jetz. Dankeschön.

    Mechel
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  • Klettenbergpark und Beethovenpark

    7 maj 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 17 °C

    Klettenbergpark und Beethovenpark - Zeit für Spaziergänge
    Spaziergänge sind etwas schönes, und ich entdecke gerade in letzter Zeit immer mehr unsere vielen Parks für mich. Sie sind oftmals nicht riesig und meist auch keine “Sensation”, aber mir gefallen sie so, wie sie sind. Und ein paar Besonderheiten lassen sich ja doch immer wieder finden, man muss nur genau hinschauen.
    Anfangen möchte ich heute mit dem Klettenbergpark und dem fast gegenüber liegenden Beethovenpark. Beide kann man sich problemlos auf einem Spaziergang anschauen.
    Der Klettenbergpark
    Der Park im, wie der Name ja schon verrät, Stadtteil Klettenberg besteht bereits seit 1907 und wurde damals auf dem Gelände einer Kiesgrube in Form eines Dreiecks als Naturgarten und Höhenpark angelegt. Dass es dazu kam, verdanken wir der Tatsache, dass der Baugesellschaft, der dieses Gelände damals gehörte, hier eine Fundamentierung für die Bebauung des Geländes zu aufwendig war. So wurde das Kiesgrubengelände an die Stadt verkauft .
    10 Meter tief war die Kiesgrube, was auch erklärt, warum der Park in einem kleinen Kessel und damit deutlich tiefer liegt, als der Stadtteil Klettenberg. Verantwortlich dafür war der Gartendirektor Fritz Encke. Auf diesen Namen werden wir übrigens immer wieder treffen, wenn es um Grünflächen in Köln geht. Dies war der erste Park, den er in Köln anlegte, weitere sollten folgen.
    Encke hat hier versucht, verschiedene rheinische Landschaftsbilder der jeweiligen Regionen zu vereinen. Gut gelungen finde ich. So ziert die Mitte des Parks ein hübscher Teich mit wunderbarer Ufervegetation. Die alten Parks wurden damals weniger der Natur zuliebe angelegt, sondern um den Bürgern einen Ort der Erholung zu geben. Eigentlich hat dieser Park nur eine Größe von 7 Hektar, aber man hat damals ein kluges Wegenetz mit unasphaltierten Wegen angelegt, so schaut man immer wieder von anderen Ecken in den Park hinein, dadurch entsteht das Gefühl, der Park wäre deutlich größer.
    Während eines Spaziergangs durch den Klettenbergpark trifft man auf einen kleinen Wasserfall, auf einen Basaltsteinbruch, sowie eine Eifel-Schieferformation. Hier konnte den Kindern zum Beispiel gezeigt werden, wie der Schiefer ihrer Schreibtalel normalerweise aussieht. Beide Felsanlagen wurden extra hier angelegt, um der Jugend die heimischen Gesteine näherbringen zu können. Encke wollte also nicht nur eine Grünanlage schaffen, sondern auch die Geologie in den Vordergrund des Parks stellen. Früher gab es auch einen kleinen Brunnen oben auf der Aussichtsfläche und einen kleinen Rosengarten. Auch Spielgelegenheiten sind ausreichend vorhanden.
    Zwei Punkte gefallen mir übrigens ganz besonders. Zum einen das ausgeklügelte Wegenetz und zum zweiten die Ruhe hier, denn obwohl der Park neben der viel befahrenen Luxemburger Straße liegt, hört man fast nichts davon, ich denke, hier macht sich einfach bemerkbar, dass dieser Park tiefer liegt.
    Der Beethovenpark
    Der Beethovenpark, auf dem Gelände der ehemaligen Esserschen Kiesgrube entstanden, ist mit seinen über 40 Hektar deutlich weitläufiger und offener für weite Blicke. Den schönsten hat man vielleicht vom Trümmerberg, der am Rande deutlich herausragt und mit Bänken und einem Wetterpilz zum Rasten einlädt. Diesen Berg gibt es erst seit 1953, er entstand, wie der Name schon sagt, durch das Abladen vom Schutt der Kriegsruinen, die hier aufgetürmt wurden.
    Allerdings ist dieser Park deutlich älter. Gartenbaudirektor Fritz Encke (da ist er schon wieder), plante ihn schon 1925, sein Nachfolger Theodor Nußbaum setzte die Pläne dann 1927 um und schuf die etwa 40 Hektar große Parkanlage auf einer ehemaligen Kiesgrube. Beim Thema Kiesgruben muss ich automatisch an den Fühlinger See im Kölner Norden denken. Auch er entstand aus Kiesgruben.Vom Beethovenpark aus führt eine Brücke über den Militärring, so ist es möglich, den Spaziergang bis zum Decksteiner Weiher zu erweitern.
    Übrigens gab es hier in Sülz mal einen kleinen Zoo. Er lag am Aquarienweg. Hier lebten unter anderem drei Affen und ein Braunbär, aber das nur nebenbei (ich werde euch demnächst mehr dazu erzählen).
    Der Haupteingang an der Neuenhofer Allee führt zum dreigeteilten Schmuckgarten und einem herrlichen Pappelkranz. Spielplätze sind ebenfalls vorhanden. Wo heute nur noch Rasenflächen sind, gab es früher einmal ganz wunderbare Rosenbeete. Leider gilt auch hier: Es war einmal.
    Wege gibt es hier nicht so raffiniert angelegt wie im Klettenbergpark. Hier sind es eher lange Wege mit Querverbindungen. Macht bei dieser Größe und Art der Anlage allerdings auch Sinn. Alles ist offener und der Blick geht hier mehr in die Weite. Schon deshalb macht es Spaß, beide Parks zu besuchen, sie sind völlig unterschiedlich angelegt und Langeweile kommt nicht auf.
    Also, ab in die Natur.
    Viel Spaß wünscht euch Ronald
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  • Der Mercatorplan von Köln

    5 maj 2020, Tyskland ⋅ ⛅ 12 °C

    Der Mercatorplan von Köln

    Der Name Mercator kommt euch bekannt vor? Das ist gut möglich, denn viele werden auch das diesem Beitrag zugefügte Bild kennen. Darauf zu sehen ist ein ganz besonderer Plan. Der Mercatorplan von 1570/71.

    Kurz zur Person seines Erschaffers: Arnold (Arnoldus) Mercator wurde am 31. August 1537 in Löwen/Belgien als Sohn des Kosmografen Gerhard Mercator geboren. Den Vater erwähne ich hier deshalb, weil wir auch ihm nennenswertes zu verdanken haben, so stammt zum Beispiel die erste korrekt-länderpositionierte Europakarte von ihm, ebenso wie der Atlas. Selbst den Namen, „Atlas“, hat Mercator seiner Kartensammlung nach dem mythischen König und ersten Astrologen Atlas von Mauretanien verliehen.

    Und wie so oft traten die Söhne, Arnold war der älteste, in die Fußstapfen des Vaters.

    Bevor wir nun aber zu unserem Mercatorplan kommen, sei gesagt, dass es auch vorher schon diverse Stadtansichten gab, nur waren diese noch anderer Art. Zum Beispiel die Vogelschauansicht des „Meister der kleinen Passion“. Der wirkliche Name dieses Künstlers ist tatsächlich unbekannt, daher gab man ihm diesen. Seine Darstellung, welche sich hauptsächlich um Kirchen dreht, ist allerdings aus heutiger Sicht nicht wirklich als Stadtansicht zu verstehen, denn innerhalb der Stadtmauern hat der Künstler fast nur Kirchen abgebildet, was keinesfalls der Realität entsprach. Allerdings sollte das Gemälde auch vielmehr eine Stadt Gottes abbilden. Dieses Werk von 1411 kann man im Wallraf-Richartz-Museum bewundern, wenn es dann wieder geöffnet hat.

    Eine andere, sehr bekannte Variante stammt von Anton von Worms, vielleicht auch unter dem Namen Anton Woensam bekannt. Er schuf die „Kölner Stadtansicht von 1531“, ein riesiges Panoramabild, im Original mit einer Länge von über drei Metern, auf welchem man schon eine Vorstellung bekam, wie das Rheinpanorama mit seinen mittelalterlichen Bauwerken aussah und wirkte.

    Als Kaiser Ferdinand I. am 5. Januar 1531 im Chor des noch nicht vollendeten Kölner Domes zum römisch-deutschen Kaiser gewählt wurde, wurde ihm dieses Werk als Geschenk überreicht.

    Nun zum Mercatorplan…

    Sinn des Ganzen war es, dem Stadtrat die Kontrolle darüber zu ermöglichen, wieviel Zugewanderte, wie sich herausstellte, Flüchtlinge, in der Stadt ansässig geworden waren und einen Überblick über das Stadtbild zu bekommen. Anlass war, dass sich in der freien Reichsstadt Köln seit dem Jahre 1565 häufig Flüchtlinge protestantischen Glaubens aus den Niederlanden niederließen. Anfang Dezember 1569 wurde der Rat der Stadt von den Niederlanden gewarnt, dass keine Flüchtlinge beherbert bzw. deren wohnen in Köln gebilligt werden sollte. Ein halbes Jahr später, am 23. Juli 1570 kam dann ein Erlass des Rates. Diejenigen Fremden, die seit 1565 in der Stadt lebten, mussten belegen können, dass sie ihre einstige Heimat rechtens verlassen hatte, sprich, nicht geflohen waren.

    Den Auftrag zur Erstellung dieses Stadtplanes erhielt Arnold Mercator. Gezeichnet in einer Mischung aus Obersicht (Vogelperspektive) und hochgezeichneten Häuserfassaden wird hier eine Grundrissdarstellung der Stadt zum Rhein hin im offenen Halbkreis gezeigt.

    Dieser Plan ist übrigens der erste Kölner Stadtplan, der tatsächlich nach geometrischen Leitlinien entstand. In seiner Genauigkeit war dieser in jener Zeit ungeschlagen, sind in ihm beispielsweise 195 Straßen, oder auch 169 Örtlichkeiten inklusive 18 Pfarrbezirken verzeichnet. Selbst Überreste der römischen Stadtmauer sind zu finden.

    Des Weiteren sind auf den Außenrändern des Planes viele römische Inschriften und Detailzeichnungen abgebildet.
    Heute ist dieser Plan lediglich ein Blick in die Vergangenheit vor fast 500 Jahren. Aber gerade das macht ihn so faszinierend, oder was meint ihr?

    Bis bald, eure Ramona
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  • Der Licht- und Wasserbrunnen

    4 maj 2020, Tyskland ⋅ 🌧 12 °C

    Kölschgänger zwischendurch
    (Dinge kurz erklärt)

    Der Licht- und Wasserbrunnen

    Dieser futuristisch anmutende Brunnen wurde 1980 von Heribert Calleen entworfen. Auf sein Konto gehen allein in unserer Stadt eine Menge Kunstwerke, so beispielsweise einige Brunnenschalen im Rheinpark oder den Börsenbrunnen, über den ich vor kurzem berichtet habe. Auch am Rathaus sind einige Figuren von ihm, Agrippina beispielsweise. Im Dom die Gedenktafel zum „Weltjugendtag 2009“ ebenfalls.

    Das Ziel war es damals, den Eingangsbereich des Bürohauses mit Wasser und Licht künstlerisch zu gestalten. Dies sehe ich als absolut gelungen an, denn auf der Dürener Straße empfinde ich ihn als „Hingucker“. Ihr findet ihn vor der Hausnummer 293.

    Aber kurz zum Brunnen selbst. Unten sehen wir ein recht großzügig gestaltetes Becken, in dem das Wasser gesammelt wird. Aus diesem Becken erhebt sich eine Säule mit mehreren Schalen, über die das Wasser fließt. Oben auf der Säule sehen wir eine Halbkugel, die sogar beleuchtet werden kann, da sich in der Kugel kleine Scheinwerfer befinden.

    Irgendwie gefällt mir der Brunnen, ich kann gar nicht genau sagen warum, aber er hat was und sieht spannend aus. Was es doch so alles zu entdecken gibt.

    Bleibt neugierig und aufmerksam
    euer Ronald
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  • Der Rangierbahnhof Köln Gremberg

    3 maj 2020, Tyskland ⋅ ⛅ 14 °C

    Der Rangierbahnhof Köln Gremberg

    Ihr glaubt ja nicht, wie spannend es sein kann, wenn man mit einem kleinen Jungen dort lang fährt.
    Vor allem dann, wenn die Schranke genau vor einem runtergeht und man tatsächlich 35 Minuten dort stehen bleiben muss.

    Glaubt ihr nicht? Ist aber so! Denn auf dieser Straßenquerung gibt es keinen Tunnel, aber 13 Gleise. Auf diesen ist manchmal ganz schön was los. Sehr zur Freude unseres kleinen Jungen, der gar nicht genug bekommen kann von dem Betrieb auf dem Rangierbahnhof Gremberghoven.

    Erbaut wurde der Rangierbahnhof in der Zeit von 1917 bis 1924. Also noch in die Zeit des 1. Weltkrieges hinein. Seine letzte Modernisierung erfuhr er erst vor wenigen Jahren. Dennoch hat er immer noch etwas altertümliches an sich. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, denn durch seine 2 Seiten und dem Gebäude, durch das die Züge hindurchfahren können, wirkt es halt so. Er ist einer der neun großen Rangierbahnhöfe im Land. Ich glaube, er ist nach dem Hamburger Rangierbahnhof in Maschen sogar der Zweitgrößte.

    Gelegen ist er rechtsrheinisch, an der Eisenbahnersiedlung Gremberghoven und dem Gremberger Wäldchen. Aber auch Porz Ensen und Westhoven grenzen an das Areal. Bevor Porz 1975 zu Köln kam, gehörte die Kolonie oder Siedlung Gremberghoven ebenfalls zu Porz. Entstanden ist sie 1922 im Auftrag der Reichsbahn, eben wegen des Rangierbahnhofs und wurde zusammengesetzt aus dem Ort Köln Gremberg und dem Ort Porz Westhoven.

    Mehrere bedeutende Eisenbahnstrecken für den Güterverkehr haben Gleis- Verbindungen zum Rangierbahnhof Gremberghoven. So kommt man per Verbindung über die Südbrücke zu einem weiteren bedeutenden Bahnhof, dem Güterbahnhof Eifeltor.
    Im 1. und im 2. Weltkrieg hatte Gremberghoven natürlich eine bedeutende Funktion für die Militärtransporte. 1944 wurde er wegen Bombenschäden geschlossen. Die Siedlung Gremberghoven und der Rangierbahnhof waren beliebte Ziele für Fliegerangriffe. Einige Jahre nach Kriegsende erstrahlte er in neuem Glanz und wurde zu einem der bedeutendsten Rangierbahnhöfe Deutschlands.

    Für Trainspotter gibt es immer mal die ein oder andere interessante Lok zu entdecken. Einmal haben wir 2 Stunden zugeschaut und dabei 12 verschiedene Lokomotiven gesehen. Was zur Folge hatte, es musste eine Eisenbahn her und seitdem sieht es im Kinderzimmer aus wie auf einem Rangierbahnhof.

    Habt einen angenehmen Sonntag.

    Eure Elisabeth
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  • Spaziergang von Poll zu Deutzer Brücke

    1 maj 2020, Tyskland ⋅ 🌧 12 °C

    Ich habe ja noch viele Menschen, Ereignisse, Sagen, Legenden und Bauten, über die ich noch erzählen möchte. Aber geht es Euch auch gerade so: raus an die Luft und einfach einen Spaziergang machen? Aber wo kann man den in Köln machen und geht dabei Menschenmengen aus dem Weg?
    Auf der rechten Rheinseite laufe ich gern von der Rodenkirchener Autobahnbrücke am Rhein entlang zur Deutzer Brücke. Wenn das Wetter schlecht ist, ist man da oft fast allein und wenn nicht, ist es auch nicht so eng, dass man sich ins Gehege kommt.
    Klar, die Poller Wiesen bieten Platz. Aber meist geht es für mich immer direkt entlang der Wasserkante. Das ist ein Gefühl wie Urlaub, wenn der Wind ein wenig an dir zerrt und in den Ohren pfeift oder man hört es von den Wellen, die ans Ufer stoßen, leise plätschern.
    Wenn ich mir die Buhnen anschaue, wird mir klar, was ich zuletzt gelesen habe: der Name „Poll“ kommt vermutlich vom niederländischen „Poel“, was „Polder“ bedeutet, also Land, das angeschwemmt oder aufgeschüttet wurde. Das war hier lange Zeit kein Vergnügen, es war sumpfig und nass. Es war so schlimm, dass wir Kölner das Problem hatten, dass der Rhein immer nach Westen drückte und aus dem Bett wollte. Das wäre fatal gewesen. Stellt euch vor, der Rhein wäre aus Köln abgehauen! Der ganze Handel wäre ja zusammengebrochen, nichts mehr mit Stapelrecht und so. Das hättest du in der Pfeife rauchen können.
    Seit der Zeit um 1200 gibt es hier Dämme, die den Rhein im Bett halten sollen. Nur waren die Bauern und Fischer des alten Polls zu wenige und hatten zu wenig Geld. Folglich waren die Dämme zu niedrig und brachen, wenn das Hochwasser kam. Erst als die Kölschen um 1400 das Recht bekamen, sich darum zu kümmern, war es besser. Eine Folge davon sind übrigens die Buhnen, die man „Poller Köpfe“ nennt.
    Übrigens kann „Poll“ auch von „Boll“ kommen, was „Hügel“ bedeutet. Wenn es mit dem Rhein arg kam, sah man von Poll oft nur noch einen kleinen Hügel herausgucken: der Hügel „Auf dem Sandberg“. Und dieser liegt schon bei der Siegburger Straße, ganz weit hinten.
    Wenn man auch immer nah bei der „Alfred-Schütte-Allee“ ist, bekommt man da unten ja nicht mehr viel von der Industrie mit, die die Gegend hier rechts- und linksrheinisch geprägt hat. Klar, Schiffe fahre auf dem Rhein und das zuhauf. Aber selbst gegenüber, in Marienburg, muss man wissen, wo man hingucken muss, um noch Spuren von Industrie zu finden. Erst wenn man auf einmal an der Südbrücke steht, drängt sich das auf. Diese wurde 1910 aufgestellt, damit Güterzüge Köln umfahren und damit den Güterverkehr aus dem Hauptbahnhof holen. Das ist ja heute noch so. Direkt nach der Brücke kommt ja auch, rechts hinter dem Damm, das große Hafenbecken des Deutzer Hafens, der sich bis zur Severinsbrücke zieht.
    So alt ist der Hafen eigentlich noch nicht, wenn man bedenkt, wie lange in Köln schon Güter umgeschlagen werden. Aber dazu hat Köln über Jahrhunderte das Werthchen gegenüber benutzt, das heute der Rheinauhafen ist. Der Warenverkehr, der hier in Deutz seit dem 15. Jahrhundert über einen Treidelpfad abgewickelt wurde, hat man von Kölner Seite nie gern gesehen. Es gab ja das Stapelrecht! Dieses hat Deutz aber nicht daran gehindert, im 18. Jahrhundert einen Kran aufzustellen, um beim Laden schneller voran zu kommen… Alte Uferbefestigungen aus dieser Zeit, bevor es den Hafen gab, sieht man heute noch.
    Der Hafen war ja erst für die 40 Nachen gedacht, die die Brücke gebildet haben, die ab 1822 von Köln nach Deutz führte. Die Nachen mussten ja, wenn es Eis gab, sicher untergebracht werden. Dazu hat man einen kleinen Seitenarm des Rheins zu dem kleinen Hafenbecken im Norden ausgebaut. Erst als man im Jahr 1903 einen alten Turm abreißen konnte, den das Militär bis dahin gebraucht hatte, konnte man auch das große südliche Becken bauen. Aber das ist Industriegeschichte und da erzählen wir noch mal extra drüber.
    Oft gehe ich am kleinen Becken auf der Flussseite bis an die Spitze vom Hafen und versuche, unter der Severinsbrücke durch, das eine besondere Bild von Köln zu machen. Ehrlich, ich weiß nicht warum, aber diese Stelle hat es mir angetan. Und es geht nicht nur mir so. Man trifft dort ab und an Leute, die in der Großstadt gern mal ein Stündchen ganz allein auf Köln gucken.
    Von dort aus muss man aber ein kleines Stückchen zurück über die Drehbrücke, um weiter in Richtung Deutzer Brücke zu kommen. Und hier ist auch noch eine besondere Stelle. Also eine mit einem „Aha-Effekt“ für mich. Ich hatte vor über einem Jahr geschrieben, dass das Schokoladenmuseum wie ein Schiff aussieht. Damals habe ich überlegt, wie ich es hinbekomme, dass man das sieht. Daran bin ich gescheitert, weil ich nicht auf die Idee gekommen bin, mir das Museum mal von Deutz aus anzugucken. Tja, was soll ich sagen? Hier ist auch das Foto zu dem Beitrag aus Januar 2019…
    Was ich an der ganzen Wegstrecke schön finde ist, dass man vom Urlaub, aus der Natur, Stück für Stück wieder zurück nach Köln kommt und sich am Ende noch ein Bierchen trinken kann. Ach ja, hat ja gerade nichts auf. Gut, dann gehe zum Heumarkt und kaufe mir ein Eis beim Poldi. Auch gut.

    Michael

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    Ich han jo noch vill Minsche, Ereignisse, Sage, Legende un Baute, üvver die ich Üch noch verzälle mööch. Ävver geiht et Üch och grad esu: erus an de Luff un einfach e Gängelche maache? Ävver wo kann mer dat en Kölle maache un geiht dobei enem Minschespektakel usem Wäg?
    Op der Schäl Sick laufe ich gään vun de Rudekircher Autobahnbröck am Rhing elans noh der Düxer Bröck. Wann et Wedder schlääch es, es mer do off fass allein un wann nit, es et och nit esu eng, dat mer sich en et Gehög kütt.
    Klor, de Poller Wise beede Plaatz. Ävver miets geiht et för mich luuter tirek lans de Wasserkant. Dat es e Geföhl wie Urlaub, wann der Wind e bessche an dir ropp un en de Uhre pief ov mer hürt et vun de Welle, die an et Ofer stüsse, leis plätschere.
    Wann ich mer de Buhne esu beluure, weed mer och klor, wat ich zeletz gelese han: dä Name „Poll“ kütt – wie mer aannimmp - vum holländische „Poel“, wat „Polder“ bedügg, alsu Land, dat aangeschwemmp ov opgeschödt woodt. Dat wor hee lange Zigg kei Vergnöge, et wor sumfig un naaß. Et wor esu schlemm, dat mir Kölsche dat Problem hatte, dat der Rhing luuter noh Weste däute un usem Bedd wollt. Dat wör schlemm gewäse. Stellt Üch vür, der Rhing wör us Kölle avgehaue! Der ganze Handel wör jo zosammegebroche, nix mih met Stapelrääch un esu. Dat hätts do en der Pief rauche künne.
    Zick dä Zigg öm 1200 eröm gitt et hee Dämm, die der Rhing em Bedd halde solle. Nor wore de Buure un Fescher vum aale Poll ze winnig un hatte ze winnig Geld. Esu wore die Dämm vill zo niddrig un broche, wann e Huhwasser kom. Eesch wie die Kölsche öm 1400 et Rääch krähte, sich dodröm ze kömmere, wor et besser. En Folg dovun sin üvvrigens evvens die Buhne, die mer „Poller Köpp“ nennt.
    Üvvrigens kann „Poll“ och vun „Boll“ kumme, wat „Hüvvel“ bedügg. Wann et mem Rhing richtig ärg kom, soh mer vun Poll off nor ein klei Knüüzche vürlunke: der Hüvvel „Auf dem Sandberg“. Un dä litt ald bei der Siegburger Stroß, ganz wigg hinge.
    Wann mer och luuter noh bei der „Alfred-Schütte-Allee“ es, kritt mer do unge jo nit mih vill vun der Industrie met, die die Gägend hee rähts un links vum Rhing gepräg hät. Klor, Scheff fahre om Rhing un dat ze baschte. Ävver selvs gägegüvver, op der Marieburg, muss mer wesse, wo mer hinluure muss, öm noch Spure vun Industrie zo finge. Eesch wann mer op eins an der Südbröck steiht, drängk sich dat op. Die woodt 1910 opgestallt, domet Güterzög Kölle ömfahre un su der Güterverkehr usem Haupbahnhoff holle. Dat es jo hügg noch su. Tirek noh dä Bröck kütt jo och, rähts hingerm Damm, et große Hafebecke vum Düxer Hafe, dä sich bes noh der Vringsbröck trick.
    Esu ald es dä Hafe eigentlich och noch nit, wann mer bedenk, wie lang en Kölle ald Göder ömgeschlage weede. Ävver doför hät Kölle üvver Johrunderte et Wääthche gägeüvver benotz, dat hügg der Rheinauhafe es. Dä Wareverkehr, dä hee en Düx zick dem 15. Johrhundert üvver ene Leinfad avgeweckelt woodt, hät mer vun kölscher Sigg nie gään gesinn. Et gov jo et Stapelrääch! Dat hät Düx ävver nit dran gehindert, em 18. Johrhundert ene Kran opzestelle, öm beim Lade flöcker vüraan ze kumme… Aale Oferbefestigunge us dä Zigg, bevör et dä Hafe gov, süht mer hügg noch.
    Dä Hafe wor jo eesch för die 40 Naache gedaach, die die Bröck gebildt han, die av 1822 vun Kölle noh Düx foht. Die Naache moote jo, wann et Ies gov, secher ungergebraht weede. Doför hät mer ene kleine Siggeärm vum Rhing zo däm kleine Hafebecke em Norde usgebaut. Eesch wie mer 1903 ene aale Turm avrieße kunnt, dä der Kommiss bes dohin gebruch hatt, kunnt mer och dat große südliche Becke baue. Ävver dat es Industriehistorie un do verzälle mer noch ens extra drüvver.
    Off gonn ich am kleine Becke op der Flusssigg bes an de Spetz vum Hafe un versöke, unger der Vringsbröck durch, dat eine besondere Beld vun Kölle ze maache. Ihrlich, ich weiß nit woröm, ävver dä Plaatz hät et mer aangedon. Un et geiht nit nor mir esu. Mer triff do av un aan Lück, die en der Großstadt gään ens e Stündche ganz allein op Kölle luure.
    Vun do us muss mer dann ävver e klei Stöckelche zoröck üvver de Drihbröck, öm wigger en Richtung Düxer Bröck ze kumme. Un hee es noch en besondere Stell. Alsu ein met enem „Aha-Effek“ för mich. Ich hatt jo vör üvver enem Johr geschrevve, dat et Schokelademuseum wie e Scheff ussüht. Domols han ich üvverlaht, wie ich et hinkrige, dat mer dat süht. Do ben ich dran gescheitert, weil ich nit op die Idde gekumme ben, mer dat Museum ens vun Düx us ze beluure. Tja, wat soll ich sage? Hee es och dat Fotto zo däm Beidrag usem Januar 2019…
    Wat ich an dä ganze Wägstreck schön finge es, dat mer vum Urlaub, us der Nator, Fößche för Fößche widder zoröck noh Kölle kütt un sich am Engk noch e Bierche drinke kann. Ach jo, hät jo grad nix op. God, gonn ich nohm Heumaat un kauf mer e Ies beim Poldi. Och god.

    Mechel
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  • Der Mülheimer Hafen

    30 april 2020, Tyskland ⋅ ⛅ 13 °C

    Ein Gang oder eine Fahrt durch den Mülheimer Hafen ist spannend. Hier riecht es an jeder Ecke nach Tradition. 1914 wurde Mülheim Köln eingemeindet, das alleine ist ja schon sehr lange her, aber dieser Hafen ist bereits seit 1880 in Betrieb. Mülheim spielte schon viel früher eine spannende Rolle. 1259 verlieh Konrad von Hochstaden bekanntlich Köln das Stapelrecht. Nun mussten die Waren drei Tage in Köln zum Verkauf angeboten werden. Natürlich wurde versucht, dieses Stapelrecht zu umgehen. So wurden Schiffe in Zündorf entladen und die Ware auf dem Landweg an Köln vorbei nach Mülheim gebracht. Hier wurde die Ware wieder aufs Schiff verladen. So wurde das Stapelrecht umgangen. Natürlich war das verboten, und wer erwischt wurde, lief Gefahr seine Ware durch Enteignung zu verlieren.

    Hier, an Rheinkilometer 691,5 gibt es zwei Hafenbecken. Was wurde hier im Hafen nicht schon alles umgeschlagen. Bleierzeugnisse, Kabelrollen, Motoren und viele andere Güter. Hier gab es eine Likörbrennerei. Von all dem ist heute nicht mehr viel zu sehen. Im Jahre 2000 verschwand der Schwergutkran und beendete damit die Geschichte des Güterumschlags hier im Mülheimer Hafen.

    Heute darf man den Hafen wohl als kunterbuntes Sammelsurium bezeichnen. So gibt es hier das Bootshaus, hier kommt die Technoszene voll auf ihre Kosten. Oder der HARBOUR CLUB, eine Eventhalle für bis zu 1000 Personen an der Hafenstraße.

    Eine sehr schöne Sicht hat man von der sehr bekannten "Katzenbuckel-Fußgängerbrücke". Die 180 Meter lange Fußgängerbrücke aus Spannbeton entstand 1955 nach Plänen des Architekten Bernhard Hermkes für die Bundesgartenschau 1957 und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit, auch wenn der Aufstieg ganz schön steil verläuft für eine Brücke.

    Aber zurück zum Hafen. Dieser erfüllt auch eine sehr wichtige Aufgabe als Schutzhafen. Bei Hochwasser kann er von den Schiffen angelaufen werden. Auch für Gefahrgutschiffe bis Klasse 2 gibt es direkt im Eingangsbereich einige Tankerliegeplätze. So legen hier sehr gerne Gefahrguttransporter an, die auf ihre Entladung im Godorfer Hafen warten.

    Im Ostbecken finden wir die KSD, die Kölner Schiffswerft Deutz mit ihren Reparaturplätzen, gerade vom Schiff aus sieht dieser Bereich spannend aus. Die Firma Berninghaus erwarb dieses Gebiet im Jahre 1929, bis 1976 wurden hier Schiffe "flott" gemacht. Dann beendete der Konkurs der Firma diese lange Tradition. Der Werftstandort blieb aber erhalten und seit 1978 betreibt die KSD diese Werft. Hier werden auch die Schiffe der KD jedes Jahr wieder auf die neue Saison vorbereitet, auch die Goethe wurde hier umgebaut. Viele Schiffe, die den Niehler Hafen regelmäßig anlaufen, lassen den technischen Service hier machen. Weitere Werkstätten, sowie Boots- und Tauchunternehmen sind hier zu finden.

    Vielen ist der Hafen bestimmt noch aus anderen Gründen in Erinnerung. Zwischen 1989 und 1996 lebte die Kelly Family hier auf einem Hausboot. Zu dieser Zeit wurde der Hafen oft von Teenies bevölkert. Heute steht dieses Hausboot im Technik-Museum Speyer. Auch die Serie "Die Anrheiner" wurde hier in der Hafenstrasse rund 15 Jahre lang gedreht. Leider wurde die Kulissenstadt 2013 abgerissen. Mittlerweile sind einige Flächen des Hafens umgestaltet und werden als Naherholungsgebiet genutzt. Der Trend geht weiterhin in diese Richtung.

    Ein Spaziergang hier durch dieses Gelände ist absolut empfehlenswert, weil spannend und sicher den meisten unbekannt. Hier seht ihr ein ganz anderes Köln und taucht in eine "fremde" Welt ein. Noch schöner und wesentlich entspannter ist das ganze allerdings vom Wasser aus. Da kann ich euch eine wunderbare Schiffstour durch einige unserer Kölner Häfen empfehlen.

    Ich wünsche euch viel Spaß beim Erkunden unserer wunderbaren Stadt, bleibt neugierig,
    euer Ronald
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  • Wenn er fertig ist, geht die Welt unter

    28 april 2020, Tyskland ⋅ 🌧 18 °C

    ...so besagt es ein Kölner Sprichwort...

    Da können wir ja von Glück sprechen, dass es schon mal 632 Jahre gedauert hat, bis er überhaupt in der heutigen Form vor uns stehen konnte. Und selbst diese "Fertigstellung" im Jahre 1880 liegt nun schon knappe 140 Jahre zurück. Ja, erst seit 140 Jahren steht er so da, wie wir ihn kennen. Und von Anfang an musste er gehegt und gepflegt werden. Was hat er nicht schon alles erdulden müssen unser Koloss. 70 Treffer durch Bombenangriffe auf Köln im zweiten Weltkrieg, die ihn aber nicht in die Knie zwingen konnten. Welchem glücklichen Umstand das zu verdanken ist...tja, das weiß wohl nur der Himmel.
    Zunehmende Umwelteinflüsse, wie damals noch durch Dampfloks, Kohleheizungen und Fabrikschornsteine produzierten Ruß. Was auch der Grund für seine Farbe ist. Reinigen? Fehlanzeige. Zu teuer und außerdem wäre das Ergebnis - sagen wir - unerwartet. Denn unter der schmutzigen Schicht liegt kein heller Dom verborgen. Eher würde durch die vielen verschieden verbauten Gesteinsarten ein eher scheckiges Bauwerk erscheinen. Also bleibt er so. Aber das ist auch gut so, schließlich kennen und lieben wir ihn genau so.

    Dennoch sind unzählige Menschen und Dombaumeister seit Generationen damit beschäftigt, die Welt vor dem Untergang - sprich, der endgültigen Fertigstellung des Doms - zu bewahren, indem immer wieder das Gemäuer auf schadhafte Stellen untersucht und, wenn nötig, instandgesetzt wird...Skulpturen, Fialen und selbst Kreuzblumen neu erschaffen werden. Und zwar nach alter Handwerkskunst, sodass die Herstellung eines einzigen Stückes nicht selten monatelange, aber auch liebevolle Arbeit bedeutet. Und wären die neu erschaffenen Kopien der einstigen Skulpturen nicht so hell, wir würden den Unterschied nicht erkennen können.
    Diesen Menschen gebürt mein Respekt, denn sie sind es, die dafür sorgen, dass unser Dom nicht verfällt.

    Was ich an dieser Stelle aber ebenfalls erwähnen möchte, ist der Zentral-Dombau-Verein zu Köln, kurz ZDV genannt, dessen Mitglied auch ich seit gut 2 Jahren bin. Dieser Verein begeht in diesem Jahr sein 175-jähriges Jubiläum und ohne Förderer und Mitglieder dieses Vereins wäre es nicht möglich, die Arbeiten am Dom fortführen zu können, denn er trägt rund 60 % der Kosten hierfür. Davon abgesehen war auch, wie bereits erwähnt, eine durch ihn durchgeführte Lotterie im 19. Jahrhundert maßgeblich daran beteiligt, dass diese wunderschöne Kathedrale vollendet werden konnte.

    All diesen Menschen, seien es diejenigen, die tagtäglich mit der Erhaltung des Doms beschäftigt sind, oder jenen, die den Dombauverein unterstützen, und sei es auch nur mit einem kleinen Beitrag...von ganzem Herzen DANKE.
    Möge es Euch immer geben.

    Bis bald,
    Eure Ramona
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  • Der Bickendorfer Ziehharmonikaspieler

    27 april 2020, Tyskland ⋅ ⛅ 16 °C

    Kölschgänger zwischendurch
    (Dinge kurz erklärt)
    Treuer Husar – Der Bickendorfer Ziehharmonikaspieler
    Heute hat es mich nach Bickendorf gezogen, denn ich möchte euch einen kleinen, aber schönen Brunnen vorstellen. Bereits 1928 wurde er hier erbaut. Der Bildhauer war Willy Meller. Auch der Mechternbrunnen in Ehrenfeld stammt von ihm. Das Material war im Original einmal grüner Kunststein. Jetzt ist es Muschelkalk, denn 1979 wurde von Siegfried Dunkel ein Abguss des Originals erstellt.
    Aber schauen wir uns diesen Stockbrunnen etwas genauer an. Unten besteht er aus einem halbhohen, viereckigen Trog, in diesem Becken soll das Wasser aufgefangen werden. An zwei Seiten ist eine (leider) sehr niedrige Bank angefügt. Von vorne ist ein weiteres kleines, flaches, halbrundes Becken vorgelagert. Aus dem Trog ragt ein Pfeiler empor und an diesem ist ein Laufrohr, aus dem das Wasser fließen soll. Seitlich ist eine kleine Plakette mit dem Laufrohr verbunden, darauf ist folgendes zu lesen:
    „Errichtet 1928 v.d. G.A.G. f. Wohnungsbau, Köln.“
    Der Clou an diesem Brunnen ist dann oben auf dem Pfeiler zu finden. Denn dort sitzt ein Treuer Husar mit einer Ziehharmonika.
    Um es einmal kurz zu erklären. In der Zeit von 1913-1925 wurden hier die Wohnsiedlungen Bickendorf I und II errichtet. Dann, im Jahre 1928 stiftete die GAG diesen Brunnen und ließ ihn hier an der Nahtstelle der beiden Siedlungen aufstellen.
    Der Quetschebüggelspieler soll symbolisch den lebenslustigen Bickendorfer darstellen. Dieser Brunnen gehört einfach zur Ortsgeschichte und hier ist ein kleiner, aber sehr hübscher Platz geschaffen. Beschaulich und angenehm. Seit Dezember 1992 ist dieser Brunnen auch denkmalgeschützt. Gut so. Mir gefällt dieser kleine Brunnen gut und er passt prima hierhin.
    Adresse: Am Rosengarten 52-58 (50827 Bickendorf)
    bleibt neugierig und aufmerksam

    euer Ronald
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  • Der Lido am Rhein

    26 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 15 °C

    Der Lido am Rhein
    Kennt noch einer von euch Lesern die legendäre Marie Hollstein? Auch gern andersrum Hollsteins Marie oder Strandbads Marie genannt?
    Dieses ehemalige Porzer Original verstarb 2002 und war bis 1996 die Betreiberin der Gaststätte "Strandbads Marie", im heutigen Kölner Stadtteil Porz-Langel.
    Die Gaststätte wurde vor einigen Jahren umbenannt in "Strandbad" und wurde nach längerer Zeit der Schließung von zwei Männern betrieben.
    Doch zurück zu Strandbads Marie. Diese eröffnete jedes Jahr den Porzer Straßenkarneval mit ihrer dicken Trumm. Ihr zu Ehren wurde 2004 in Porz am Fastelovendsplätzchen, neben der Kirche St. Josef ein Denkmal errichtet. (Fotos)
    Doch was war das mit dem Lido?
    Bis ins 20. Jahrhundert konnte man im Rhein schwimmen. Dieser war sehr sauber und bot tatsächlich reichlich Möglichkeiten, um eine Flussbadeanstalt zu errichten. So kam es zum Strandbad Langel, welches auch als Lido vom Rhein bezeichnet wurde. Das Strandbad wurde bereits im August 1911 eröffnet. Sieben Jahre vor Strandbads Maries Geburt.
    Auch meine Großmutter hat im Rhein geplanscht. (Foto) Es war das modernste, oder sollte ich sagen mondänste, Strandbad am Rhein. Seine Eröffnung hatte mehr als 6000 Besucher angezogen. Damals wurde von Männern noch im Badeanzug gebadet und von Frauen im Badekleid. Leider vernichtete ein Feuer im März 1914 das Strandbad, welches zum größten Teil in Holzbauweise errichtet worden war. Seine Wiedereröffnung war nicht mehr ganz so pompös. Doch es wurde trotzdem erneut ein behelfsmäßiger Badebetrieb dort errichtet. Ein Neubau des 105 m langen Gebäudes mit Restauration erfolgte mit der Zeit ebenfalls. Natürlich nicht immer zu Jedermanns Freude, denn manch einer befürchtete auch Sodom und Gomorrha. So gab es natürlich auch Gerüchte. Aber diese wurden, wie soll ich es nennen, schnell ausradiert? Anstand und Sitte blieben also gewahrt und das Strandbad konnte eine Weile seinen Zweck erfüllen.
    Heute ist es längst Schnee von gestern, aber dennoch ein schöner Teil unserer Kölner Geschichte. Denn Langel bei Porz gehört seit 1975 zu Köln. Es gibt übrigens zwei Langel in Köln. Dieses rechtsrheinische und das andere, auf der linken Rheinseite bei Merkenich. Von dort kann man mit der Fähre so schön über den Rhein nach Hitdorf fahren. Kann ich euch auch nur empfehlen. Ein Kölsch oder einen Kaffee am Hitdorfer Krancafe ist schon was feines.
    Hach ja, wir Kölsche, für alles benutzen wir unsere Ausdrücke. So kam es auch zum Langeler Lido, wie zur Rodenkirchener Riviera.
    Heute nun ist das Gasthaus Strandbad sich selbst überlassen und "Dauerhaft geschlossen!" Es sei denn, bis 2021 findet sich ein neuer Pächter. Aber das ist eine Geschichte für sich, die mit Landschafts - und Naturschutz zu tun hat. Wobei die Natur sehr lebendig ist, im Auenwald, am Rundweg, den Kiesbänken und dem feinen Sandstrand dort am alten Strandbad. Man erkennt die neue gewollte Wildnis. Strandbads Marie würde sich im Grabe umdrehen, wenn sie ihr einst von ihr gepflegtes Gelände sehen würde. Doch hat nun mal jede Medaille 2 Seiten.
    Solltet ihr also einmal nach Köln-Langel rechtsrheinisch kommen, werft einen Blick auf diese historische Stätte, solange sie uns noch als "Lost Place" bleibt. Schaut auch auf die Friedenseiche (Foto) oder den Fronhof im nahen Ortskern. Ein sehr idyllisches Fleckchen Köln.
    Und nicht zu vergessen.... Auf "Strandbads Marie" . Das Original vom Langeler Lido.

    Einen schönen Sonntag wünscht euch Elisabeth
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  • Friedenswald

    25 april 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 18 °C

    „Und dann hat Konrad Adenauer, als er Kanzler war, die Botschafter eines jeden Landes, zu dem wir diplomatische Beziehungen haben, zu sich einbestellt und gebeten, dass jeder ihm einen Samen eines Baumes gibt, der in dem Land wächst, aus der er kommt.“
    Ich wollte einen kleinen Spaziergang durch den Forstbotanischen Garten gemacht haben. Aber der ist gerade geschlossen. Also gehe ich nebenan in den „Friedenswald“. Man muss dazusagen, dass der Name „Friedenswald“ falsch ist. Es ist ein Park und kein Wald. Einen Friedenspark haben wir aber schon an der Südbrücke.
    Der Friedenswald ist von 1979 bis 1989 auf Ackerland angelegt worden und tatsächlich stehen dort Bäume von über 140 unterschiedlichen Ländern. Er ist ein Kind des Kalten Krieges, der von 1947 bis 1991 ging, und der Wunsch nach Frieden wuchs. Wir wissen ja noch alle, als wir aufrüsteten, weil wir fast täglich auf Raketen aus dem Ostblock gewartet haben – die nie gekommen sind. Der Krieg blieb kalt.
    Als ich losgehe, muss ich direkt schmunzeln: „Ehem. Deutsche Demokratische Republik, Winterlinde“ steht auf dem Schild. Es ist echt schwer, so einen Park politisch aktuell zu halten, so schnell, wie die Welt sich dreht.
    Der westliche Teil gefällt mir gut. Europäische Bäume sind in Inseln zusammengefasst, die so stehen, dass ich viele kleine Lichtungen auftun. Man kann ein Sonnenbad nehmen oder sich mit der Freundin treffen und liegt dabei ein bisschen so, dass man nicht direkt gesehen wird.
    Nach den europäischen Ländern kommen Bäume der afrikanischen Länder und das Gelände öffnet sich. Man findet sich auf einmal in einer hügeligen Landschaft mit großen weiten Wiesen wieder, die mit Wegen durchzogen sind. Ist klar, wo wir auf flachem Land Hügel herbekommen? Kriegsschutt – passt ja auch. Aber die afrikanischen Bäume haben es mir angetan. Ich wusste ja nicht, dass es in Nigeria Haselbäume gibt, Roteichen in Gabun, dass Ruanda Zierkirschen hat und – jetzt kommt es - dass herrliche Himalaya-Birken im Kongo stehen. Birken sind für mich skandinavische Bäume. Jetzt stehen die auch im Kongo? Und diese tragen den Himalaya im Namen? Kann es sein, dass die Bäume im Kongo den kölschen Winter nicht aushalten – also damals ausgehalten haben – und sie für den Kongo lediglich einen schönen Baum dorthin gestellt haben? Schon allein, weil ich so darüber nachdenken kann, hat sich der Ausflug gelohnt. Aber schön ist die Birke. Schämen muss sich der Kongo für sie nicht.
    Irgendwann muss ich eine Pause machen. Das Teil hat 4,5 Kilometer Wege und ich laufe viel auf der Wiese herum. Als ich so nach einer Stelle für eine Rast suche, finde ich „meinen“ Platz – ein wunderschöner Baum mit einer Bank darunter. Nein, ich sage nicht, wo diese ist. Wer da ist, sieht sie bestimmt. Aber ein Tipp: von dort aus sieht man den großen Spielplatz mit feinem Quarzsand. Respekt. Hier hätte ich früher auch gern getobt.
    Der Satz am Anfang kommt von einem feinen älteren Herrn, der mich dort anspricht, weil ich ein Foto nach dem anderen mache. Wir kommen über seine spannende Vergangenheit, die Geschichte des Park und am Ende natürlich auch über Konrad Adenauer ins Gespräch. Nur, Konrad Adenauer war 1967 tot, wie will er die Samen von Bäumen organisiert haben, die in einem Park stehen, den es erst seit 1981 gibt?
    Hier finde ich, dass das gut sein kann. Konrad Adenauer hat doch den ganzen Grüngürtel geplant und er hat oft weit in die Zukunft gedacht, wie man an Projekten wie der Messe sieht. Der Park mit seinen 26 Hektar, ist der Teil des Grüngürtels, der erst ganz am Ende fertig geworden ist. Also, ich glaube diesem Mann, dass sie den Samen aus der Schatulle von Konrad Adenauer genommen haben – Und wenn nur der geistige Samen aufgegangen ist.

    Michael

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    „Un dann hätt der Konrad Adenauer, wie hä Kanzler gewoode wor, de Botschafter vun alle Länder, met denne mer diplomatische Beziehunge zo han, bei sich enbestallt un se jeder noh enem Same vun enem Baum gefrog, dä en däm Land wähß, wo hä herkütt.“
    Ich wollt e klei Gängelche durch der Forsbotanische Gaade gemaht han. Ävver dä es grad zo. Alsu gonn ich nevvenaan en der „Friedenswald“. Mer muss dobeisage, dat dä Name „Friedenswald“ verkeht es. Et es ene Park un keine Wald. Ene Friedenspark han mer ävver ald an der Südbröck.
    Der Friedenswald es vun 1979 bes 1981 op Buureland aangelaht woode un tatsächlich stonn do Bäum vun üvver 140 ungerscheedliche Länder. Hä es e Kind vum Kaale Kreeg, dä vun 1947 bes 1991 ging un der Wunsch noh Fridde wohß. Mer wesse jo noch all, wie mer am opröste wore, weil mer fass däglich op Rakete usem Ossblock gewaadt han – die nie gekumme sin. Dä Kreeg blevv kald.
    Wie ich lossgonn, muss ich tirek griemele: „Ehem. Deutsche Demokratische Republik, Winterlinde“ steiht op däm Schild. Et es ech schwer, su ene Park politisch aktuell ze halde, esu flöck, wie die Welt sich driht.
    Der wessliche Deil gefällt mer god. Europäische Bäum sin en Insele zesammegefass, die esu stonn, dat sich vill kleine Lichtunge opdun. Mer kann e Sonnebadd nemme ov sich mem Fisternöllche treffe un litt dobei e bessche su, dat mer nit luuter tirek gesinn weed.
    Noh de europäische Länder kumme Bäum vun afrikanische Länder un et Terrain deit sich op. Mer fingk sich op eins en ener hüvvelige Landschaff met große wigge Wise widder, die met Wäge durchtrocke sin. Es klor, wo mer om platte Land Hüvvele herkrige? Kreegsschutt – pass jo och. Ävver die afrikanische Bäum han et mir aangedon. Ich woss jo nit, dat et en Nigeria Haselbäum gitt, Rudeiche en Gabun, dat Ruanda Zierkeesche hät un – jetz kütt et -, dat staatse Himalaya-Birke em Kongo stonn. Birke sin för mich skandinavische Bäum. Jetz stonn die och em Kongo? Un die drage der Himalaya em Name? Kann et sin, dat die Bäum em Kongo der kölsche Winter nit ushalde - also dozomol nit usgehalde han - un se för der Kongo nor ene schöne Baum dohin gestallt han? Schon allein, weil ich do esu drüvver simeleere kann, hät sich dä Usflog för mich geluhnt. Ävver staats es die Birk. Schamme muss mer sich em Kongo för se nit.
    Un esu gonn ich wigger noh de andere Kontinente: en Judasboch us Afghanistan, ene Schneiball us Birma, die schöne Blodboch us Australie, en Schmucktann us Chile, för minge Fründ Jeffe us Brasilie en Jeffrey-Kiefer un noch vill mih. Alsu, dat muss mer sich selvs beluure. Ich kumme usem Staune nit erus. Un usserdäm, su kann mer die Dag och en Weltreis aantredde…
    Irgendwann muss ich en Paus maache. Dat Deil hät 4,5 Killometer Wäge un ich laufe jo vill op der Wis eröm. Wie ich noh ner Stell för en Rass söke, finge ich „ming“ Plaatz - ene wunderschöne Baum met ener Bank drunger. Enä, ich sage nit, wo die es. Wer do es, süht die bestemmp. Ävver ene Tipp: vun do us sinn ich op dä große Spillplatz met fingem Quarzsand. Respek. Hee hätt ich fröhter och gään getob.
    Dä Satz am Aanfang kütt vun enem finge äldere Häär, dä mich do aansprich, wie ich ei Fotto nohm andere maache. Mer kumme üvver sing spannende Vergangeheit, de Historie vum Park un am Engk natörlich och üvver der Konrad Adenauer en et Schwaade. Nor, dä Konrad Adenauer wor 1967 dud, wie well hä die Same vun Bäum organiseet han, die in enem Park stonn, dä et eesch zick 1981 gitt?
    Hee finge ich, dat dat god sin kann. Der Konrad Adenauer hät doch der ganze Gröngöödel geplant un hä hät off wigg en de Zokunf gedaach, wie mer an Projekte wie der Mess süht. Dä Park met singe 26 Hektar, es dä Deil vum Göödel, dä eesch ganz am Engk fäädig gewoode es. Alsu, ich gläuve däm Mann, dat die die Same us ener Schatull vum Konrad Adenauer genomme han. – Un wann hee nor der geistige Same opgegange es.

    Mechel
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  • Der Geusenfriedhof

    24 april 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 18 °C

    Der Geusenfriedhof - Ein längst vergessener Ort?

    Der Geusenfriedhof 1584 angelegt, ist die älteste evangelische Begräbnisstätte des Rheinlands. Heute befindet er sich inmitten des dicht besiedelten Wohngebiets Köln-Lindenthal. Damals jedoch lag er außerhalb der Stadttore und bot damit, nach geltendem Recht, die einzige Möglichkeit für die reformierte Gemeinde, ein Begräbnis zu erhalten. Seit 1981 steht der Friedhof unter Denkmalschutz.

    Der Begriff Geusen (gueux) ist auf den französisch-sprachigen Raum zurückzuführen und bedeutet so viel wie Bettler. Bezeichnet wurden mit diesem Ausdruck die aus den Niederlanden kommenden
    protestantischen Freiheitskämpfer, die als Glaubensflüchtlinge während des Achtzigjährigen Krieges (1568 bis 1648) nach Köln kamen. Doch auch hier waren zur damaligen Zeit die Anhänger der Reformation wenig willkommen. In der freien Reichsstadt Köln, die Anfang des 16. Jahrhunderts definitiv im katholischen Lager verblieben war, wurden die „Artfremden“ verhört, verfolgt oder verhaftet. Ein protestantischer Gottesdienst oder gar eine Bestattung auf einem katholischen Friedhof innerhalb der schützenden Stadtmauern? – nicht nur unvorstellbar, sondern streng verboten! Allenfalls eine Verbrennung auf dem Elendsfriedhof, neben Selbstmördern, Ehrlosen und Hingerichteten kam in Frage.

    Umso skurriler die Entstehung des Geusenfriedhofes. Denn 67 Jahre nach der Publizierung der 95 Luther-Thesen wurde das Grundstück vor dem Weyertor ausgerechnet von einer katholischen Adligen, Ursula von Gohr zu Kaldenbroek, gespendet. Sie schaffte damit die erste und einzige Möglichkeit für die reformierte und lutherische Gemeinde, ihre Angehörigen auf einem christlichen Friedhof beizusetzen.

    Offiziell genutzt wurde die Grabstätte bis 1829. Anschließend war es den protestantischen Toten gestattet, auch auf dem Kölner Melaten Friedhof beigesetzt zu werden, was dazu führte, dass 1875 die letzte Beerdigung auf dem Geusenfriedhof stattfinden sollte.

    Heute ist das kleine Areal mit den halbverfallenen Gräbern ein idealer Ort für neugierige Spurensucher, die die Vergangenheit der Stadt fernab von Museen entdecken wollen. Die zahlreichen Grabplatten erhalten dabei nicht nur Lebensdaten der Verstorbenen, sondern sind auch mit kunsthistorisch wertvollen Darstellungen verziert. Familienwappen, alte Berufsbezeichnungen, Bildmetaphern des Todes, sowie Bibelinschriften prägen diese Grabplatten, Stelen, Säulen und Obelisken. Sie erzählen ausführliche Geschichten.

    Vielen Dank an den Bertuch Verlag Weimar sowie an Julia Meyer für die Unterstützung.

    Kleiner Tipp, da der Eingang nicht so leicht zu finden ist: Zugang über den Parkplatz am Evangelischen Klinikum Weyertal. Haltet euch nach rechts, dann den Zaun entlang gehen. Nach ein paar Schritten findet ihr dann das kleine Eingangstörchen.

    Bleibt neugierig und aufmerksam

    euer Ronald
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  • Per sempre - Für immer

    21 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 16 °C

    Per sempre – Für immer

    Wie viele sich das wohl schon gewünscht und erhofft haben, als sie das kleine Schlüsselchen gemeinsam in den Rhein geworfen haben…denn schließlich steckt ja hinter einem solchen Tun in der Regel der Gedanke, den Rest seines Lebens gemeinsam verbringen zu wollen.

    Ihr wisst sicher längst, wovon die Rede ist. Genau, von den abertausenden Liebesschlössern, die seit einigen Jahren am Geländer der Hohenzollernbrücke von Paaren angebracht werden. Auch ich selbst bin einer dieser hoffnungslos romantischen Fälle. In allen Farben und Formen hängen sie da. Ob nun graviert oder selbst beschriftet, in Herzform oder einer anderen, größere und kleinere…und jedes einzelne trägt seine Geschichte. Und ob der Wunsch nach „für immer“ wirklich bei jedem Schloss in Erfüllung geht? Wer weiß das schon. Ich wünsche es jedem und dennoch zählt für mich schon der Gedanke des Wunsches danach und die Hoffnung darauf. Denn dass man das Leben nicht planen kann und auch nicht sollte, bekommen wir gerade in dieser Zeit mehr als deutlich vor Augen geführt.

    Woher aber kommt das eigentlich, dass Menschen ihre Liebe zueinander auf diese Weise zum Ausdruck bringen? Man vermutet, dass der Ursprung in Italien liegt. Demnach sollen Studenten, nach bestandenem Abschluss an der Sanitätsakademie San Giorgio in Florenz die Vorhängeschlösser ihrer Schränke an einem Gitter der Ponte Vecchio, die den Arno überspannt, gehangen haben. Das klingt nun noch nicht so wirklich romantisch oder? Allerdings haben sich dieses wohl verliebte Paare in Rom abgeschaut und an der Milvischen Brücke fortgeführt. Sie befestigten ihr Schloss an der Brücke und warfen dann gemeinsam den kleinen Schlüssel in den Tiber...dort wird dieser Brauch übrigens mit den Worten „per sempre“ vollendet.

    Wann dieser seinen Anfang nahm, kann ich leider nicht genau sagen. Auf der Liebesbrücke in Vrnjacka Banja (Serbien) zum Beispiel, sollen Paare dieser Tradition bereits seit dem ersten Weltkrieg folgen. In Pécs (Ungarn) besteht diese seit Beginn der 80er Jahre. Dort sorgte sogar die Stadtverwaltung eigens dafür, dass genügend Platz für die vielen Schlösser geschaffen wurde.

    In Deutschland begannen erste Paare im Sommer 2008 damit, die ersten Liebesschlösser an der Hohenzollernbrücke anzubringen. Andere Städte folgten und dieser Brauch scheint auch nicht aufzuhalten zu sein.

    Obwohl… inzwischen ist es in vielen Städten bei Strafe verboten, diese Liebesschlösser an Brücken anzubringen. Zum einen wegen der Optik, zum anderen wegen der Gefahr von Rostschäden. Aus diesem Grund hieß es auch vor etwa zwei Jahren, all die Schlösser müssten von der Hohenzollernbrücke entfernt werden, weil die Deutsche Bahn den Korrosionsschutz erneuern müsse. Durch die Vibration der vielen Züge würden die vielen tausend Schlösser am Geländer reiben und somit Schäden verursachen. Jedes einzelne Schloss hätte dazu geknackt und entsorgt werden müssen.
    Zu diesem Zeitpunkt lag die Zahl der Schlösser bereits bei geschätzten 150.000!! mit einem Gewicht von 40 bis 45 Tonnen. Die Deutsche Bahn setzte zum Entfernen einen Zeitraum von drei Jahren an.

    Kurz darauf widerrief sie aber das Vorhaben, da nun doch keine dringende Notwendigkeit für die Arbeiten bestünde. Die Schlösser durften bleiben. Vorerst. Was mich persönlich sehr freut, denn ich glaube, viele viele Menschen wären traurig, wenn ihr Schloss nicht mehr da wäre. Einige von euch doch sicher auch oder? Hoffen wir, dass die Liebesschlösser noch für lange Zeit ihren Platz an der Hohenzollernbrücke behalten dürfen.

    Bis bald, eure Ramona
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  • Der Fischreiterbrunnen in Zollstock

    20 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 15 °C

    Kölschgänger zwischendurch
    (Dinge kurz erklärt)

    Der Fischreiterbrunnen in Zollstock

    Ich bin mal wieder auf Brunnenjagd. Das mache ich ja sehr gerne, erstens liest man kaum einmal etwas über sie, zweitens haben wir hier in Köln sehr viele alte Brunnen, welche eine Erwähnung wert sind. So auch dieser hier in Zollstock auf dem Theophanoplatz. Übrigens ein hübscher kleiner Platz in einer ruhigen Wohngegend. Geprägt durch einen Spielplatz und am Südrand des Platzes eben durch den Fischreiterbrunnen.

    Dieser wurde 1913 von Georg Grasegger gestaltet und von Anno Walk gebaut. Über Grasegger werde ich sicher auch einmal schreiben, denn in Köln finden sich viele seiner Werke. Der Fastnachtsbrunnen am Gülichplatz, Kentaur und Najadae am Rautenstrauchkanal oder der Adler am Friedenspark, um nur einige zu nennen.

    Aber zurück zum Fischreiterbrunnen. Hergestellt wurde er aus Sandstein, unten besteht er aus einer quadratischen Brunnenschale, in welcher das Wasser aufgefangen wird. In der Mitte steht ein Brunnenstock. Dieser wird im oberen Bereich zu einem großen Fisch. Auf ihm sitzt (oder reitet) ein Junge. Unten im Brunnenstock sehen wir vier Wasserrohre, aus denen das kühle Nass fließen soll. Am Rand des Beckens steht der Stifter in Stein gemeißelt. Dies ist allerdings kaum mehr lesbar. Der Brunnen wurde von der Rheinisch-Westfälischen Bank für Grundbesitz gestiftet.

    Gottseidank steht unter Denkmalschutz, und das ist gut so. Obwohl der Fischreiterbrunnen recht einfach gehalten und natürlich auch optisch in die Jahre gekommen ist, was man ihm wirklich ansieht, gefällt er mir gut. Denn gerade dieses „in die Jahre gekommen“ macht den Charme aus und verleiht dem Platz etwas Beruhigendes.

    Ja, dieser Brunnen gehört hier hin, das passt. Ein schöner Eyecatcher der in dieses Veedel passt.

    Bleibt neugierig und aufmerksam
    euer Ronald
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  • Der Frankenforstbach

    19 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 16 °C

    Der Frankenforstbach

    Frankenforstbach? Wie jetzt? Ich denke ich geh gerade am Eggerbach im Mielenforst bei Dellbrück spazieren. Wobei auf den Schildern steht doch auch Frankenforstbach.
    Aber es stimmt, hier im Mielenforst ist er der Eggerbach, der später zum Bruchbach wird, aber der auch schon mal Kemperbach genannt wird. Als Vürfelser Bach fließt er in Lustheide bei Refrath. Entsprungen ist er unterhalb von Bensberg bei Hundsiefen, gehört also anfangs zu Bergisch Gladbach. In Dellbrück wird er dann im Penningsfeld zum Kölner. Seine Gesamtlänge beträgt 9700 Meter bevor er bei Merheim in den Flehbach mündet und dort als Faulbach weiterfließt. Doch bevor er Richtung Merheim weiterplätschert, gibt es zwischen der Siedlung Dellbrück Oberiddelsfeld eine Holzbrücke, die die Siedlung mit den Rapsfeldern des Mielenforster Kirchwegs verbindet. Ein Asphaltweg zum radeln, laufen und Inliner fahren. Doch ich streife lieber durch den Wald, wo es natürlich auch noch Wege gibt. Vorbei an entwurzelten Bäumen, Unterholz und Hügeln. Wie eine kleine Berg - und Tallandschaft bietet sich das Gelände dort dem Betrachter an.

    Es ist wahrlich ein schönes Naherholungsgebiet im rechtsrheinischen Köln. Hinter dem Hofgut Mielenforst fließt er an der Feuchtwiese entlang. In dieser tummeln sich oft Fischreiher. Ein kleines Stück des Bachlaufs ist auch abgesperrt, so hat die Natur Zeit genug, sich zu entfalten.
    Gerade im Frühjahr ist es im Mielenforst besonders schön. Wenn man dort an der Feuchtwiese spazieren geht, wirft man automatisch immer mal wieder einen Blick auf Gut Mielenforst. Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Artikel über "Das Grab im Mielenforst". Wenn nicht, lest ihn doch einfach noch einmal. Das Gut stammt aus dem 12. Jahrhundert und hat einen imposanten Turm aus dem Jahre 1885.

    Ich habe euch ein paar schöne Frühlingsfotos aus dem Mielenforst "mitgebracht". Darauf seht ihr auch das alte Hofgut Mielenforst.

    Habt einen schönen Sonntag.

    Eure Elisabeth
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  • Sankt Antonius Krankenhaus

    18 april 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 17 °C

    „Erzähl doch mal über das Sankt Antonius in Bayenthal. Die machen so eine gute Arbeit.“ Da verlasse ich mich mal auf die Aussage, weil ich selbst noch nicht hin musste. „Da bekomme ich Probleme“, dachte ich. Ein Krankenhaus! Was willst du da schreiben? Aber, denkste, kein Teil ist in Köln ohne Geschichte.
    Dabei gibt es Bayenthal noch gar nicht so lange. Hier standen lange Zeit genau drei Häuschen von Bauern. Der Name „Bayenthal“ kommt zwar aus dem Römischen „baia“, was so viel bedeutet wie „Bucht“ oder „Hafen“ – die Römer hatten hier einen Flottenstützpunkt. Aber los ging es hier, als Köln im Jahr 1830 das Stapelrecht verliert. Holz kam ja den Rhein herab aus dem Süddeutschen. Als auf einmal der Zwang entfällt, in Köln selbst anzulegen, ist diese Stelle vorteilhafter, weil man Holz viel besser anlanden kann. Deswegen baut Bernhard Boisserée 1834 hier ein Dampfsägewerk. Danach kommt mit der Industrialisierung 1856 die Maschinenfabrik von Gustav Mevissen. Diese allein gibt 1500 Menschen Arbeit. Seit 1870 gibt es dann sogar eine Brauerei. Häuser werden auch gebaut, damit die Leute wohnen können. Was soll ich sagen? Das Viertel wächst schnell. Aber das allein erklärt ja nicht das Krankenhaus, zu dem ich hin möchte.
    Für mich geschieht am 1. Oktober 1885 etwas Wichtiges: Das Gesetz zur Unfallversicherung tritt in Kraft, zu dem Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahr 1881 geraten hat. Und in Bayenthal häufen sich Menschen, die arbeiten. Die Fehler machen und Unfälle haben. Und die haben jetzt ein Recht auf Krankenbehandlung oder, wenn es schlimm kommt, auf eine Invalidenrente. Ein Krankenhaus in diesem Viertel ist sinnvoll. Die Cellitinnen, die ja in der Krankenpflege zuhause sind, setzen sich hier ein. Ob nun das Gesetz wichtig dazu war, kann ich nicht sagen. Die Quellen, die ich habe, schweigen sich hierzu aus. Aber ein Krankenhaus, das auf Unfälle spezialisiert ist? Das liegt doch auf der Hand.
    Der Architekt Peter Gärtner baut das Haus im Stil des damals modernen Historismus - heute, finde ich, hat es etwas von einem Spukschloss. Am 23. Juni 1909 können die Cellitinnen loslegen. 150 Betten haben sie zur Verfügung – und Arbeit kommt aus der Industrie wirklich genug.
    Im Ersten Weltkrieg ist das Krankenhaus ein Lazarett. Die Soldaten kommen direkt von der Front hierhin, vor allem, wenn sie komplizierte Brüche haben. Ich glaube, da haben die Cellitinnen beim Maschinenbau und der Holzindustrie ordentlich Erfahrung sammeln können, wie man das behandelt.
    Im Zweiten Weltkrieg gibt es ein kleines Wunder. Das Sankt Antonius Krankenhaus bleibt stehen! Zu einem so großen Bau im Kölner Süden, kann man nichts anderes sagen, als dass es ein Wunder ist, dass er mit nur kleinen Schäden den Krieg übersteht. So ist das Krankenhaus bald bei den Leuten im Viertel sehr beliebt. Dies ändert auch die Ausrichtung, die das Krankenhaus im Viertel hat. Nach dem Krieg wird aus dem Unfallkrankenhaus ein Versorgungskrankenhaus für 100.000 Menschen.
    Da sind 150 Betten natürlich viel zu wenig. 1972 wird der große Südflügel angebaut, mit dem in den 80’er Jahren dann 315 Betten zur Verfügung stehen. Auch im Jahr 2000 muss man mit der Zeit gehen und das Krankenhaus wechselt von den Cellitinnen, die das Haus immer betrieben haben, in eine Stiftung der Cellitinnen und heißt jetzt „Sankt Antonius Krankenhaus Köln GmbH“. Kurz danach wird es saniert und bekommt eine große interdisziplinäre Intensivstation und wird 2010 ein Lehrkrankenhaus unserer Universität. Und jetzt ratet mal, was wir hier gerade schon wieder verdammt gut brauchen können!
    Aber bei all diesen Erzählungen über alte Steine, darf man nicht vergessen, dass das Krankenhaus nur das Werkzeug für die Menschen ist, die hier – und nicht nur hier – für uns da sind. Da sind in Zeiten, in denen sie selbst nicht sicher sein können, dass sie gesund von der Arbeit kommen. Dankeschön.

    Michael

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    „Verzäll doch ens üvver et Zint Antonius en Bayedal. Die maache esu en gode Arbeid.“ Do verlooße ich mich ens op dat Wood, weil ich selvs noch nit hin moot. „Do küss do en de Bredouile“, daach ich. E Krankehuus! Wat wells do do schrieve? Ävver, am Aasch e Trötche, kei Deil es en Kölle ohne Historie.
    Dobei gitt et Bayedal noch gar nit esu lang. Hee stundte lange Zigg genau drei Hüüscher vun Buure. Der Name „Bayedal“ kütt zwor usem Römische „baia“, wat esu vill bedügg wie „Buch“ ov „Hafe“ - de Römer hatte hee ene Flottestötzponk. Ävver loss gingk et hee, wie Kölle em Johr 1830 et Stapelrääch verliert. Holz kom jo der Rhing erav usem Süddeutsche. Wie op eimol dä Zwang fott es, en Kölle selvs aanzeläge, es hee die Stell besser, weil mer Holz vill leichter an Land bränge kann. Deswäge baut der Bernhard Boisserée 1834 hee e Damfsägewerk. Donoh kütt met der Industrialisierung 1856 de Maschinefabrik vum Gustav Mevissen. Die allein gitt 1500 Minsche Arbeid. Zick 1870 gitt et dann sugar en Bräues. Hüüser weede och gebaut, domet de Lück wonne künne. Wat soll ich sage? Et Veedel wähß flöck. Ävver dat allein verklört jo all nit dat Spidol, noh däm ich hin mööch.
    För mich passeet am 1. Oktober 1885 jet Wichtiges: Et Gesetz för de Unfallversecherung tridd en Kraff, zo däm dä Reichskanzler Otto vun Bismarck em Johr 1881 gerode hät. Un en Bayedal knubbele sich Minsche, die arbeide, die Fähler maache un Unfäll han. Un die han jetz e Rääch op Krankebehandlung ov, wann et ärg kütt, op en Invaliderent. E Krankehuus en däm Veedel hät Senn. De Cellitinne, die jo en der Krankefläg zo Hus sin, setze sich hee en. Ov no dat Gesetz wichtig doför wor, kann ich nit sage. Die Quelle, die ich han, sage do nix drüvver. Ävver e Krankehuus, dat op Unfäll spezialiseet es? Do kann mer doch dran föhle, oder?
    Dä Architek Pitter Gärtner baut dat Huus em Stil vum domols moderne Historismus. Hügg, finge ich, hät et jet vun enem Spokschloss. Am 23. Juni 1909 künne de Celletinne lossläge. 150 Bedder han se zor Verfögung – un Arbeid kütt us der Industrie ech genog.
    Em Eeschte Weltkreeg es dat Krankehuus e Lazarett. De Zaldate kumme met Verletzunge tirek vun der Front heehin, vür allem, wann se komplizeete Bröch han. Ich gläuve, do han de Cellitinne beim Maschinebau un en der Holzindustrie ööntlich Lihr sammele künne, wie mer dat behandelt.
    Em Zweite Weltkreeg gitt et e klei Wunder. Et Zint Antonius Krankehuus bliev stonn! För su ene große Bau em Süde vun Kölle, kann mer et nit anders sage, wie dat dat e Wunder es, dat hä nor met klei Mankementcher der Kreeg üvversteiht. Esu es dat Krankehuus baal bei de Lück em Veedel god geledde. Dat ändert och die Roll, die dat et em Veedel spillt. Nohm Kreeg weed us däm Unfalkrankehuus e Versorgungskrankehuus för 100.000 Minsche.
    Do sin 150 Bedder natörlich vill ze winnig. 1972 weed dä große Südflögel aangebaut, met däm en de 80’er Johre dann 315 Bedder zor Verfögung stonn. Och em Johr 2000 muss mer met der Zigg gonn un dat Spidol wähßelt vun de Cellitinne, die dat Huus bes dohin luuter bedrevve han, en en Stiftung vun de Cellitinne un heiß jetz „Sankt Antonius Krankenhaus Köln GmbH“. Koot donoh weed et üvverhollt un kritt en große Intensivstation, en dä vile ungerscheedliche Abteilunge zesamme arbeide un weed 2010 e Lihrkrankehuus vun unser Universität. Un jetz rodt ens, wat mer hee grad ald widder verdammp god bruche künne!
    Ävver bei all däm Verzäll üvver aal Stein, darf mer nit vergesse, dat dat Krankehuus nor et Werkzeug för die Minsche es, die hee – un nit nor hee - för uns do sin. Do sin, en ener Zigg, en dä och sei selver nit secher sin künne, dat se heil vun der Arbeid kumme. Dankeschön.

    Mechel
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  • Handels- und Schifffahrtbrunnen Mülheim

    16 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 17 °C

    Der Handels- und Schifffahrtbrunnen in Mülheim
    Heute möchte ich euch etwas über einen Brunnen erzählen, der mittlerweile gar keiner mehr ist, der nicht mal mehr vollständig ist und in Mülheim, da wo er steht, kaum Beachtung findet. Und trotz all dieser „Mängel“ ist er für mich ein Thema, denn er hat eine ereignisreiche Geschichte zu erzählen.
    Die damals aus zwei Brunnen bestehende Anlage wurde um 1912 von Hans Wildermann geschaffen und in Stein und Bronze gefertigt. Errichtet wurden sie als Andenken an die Ursprünge der ehemals selbständigen Stadt Mülheim als Fischerort. Sie wurden auf Anregung des Mülheimer Verschönerungsvereins und der Firma Felten und Guilleaume aufgestellt.
    Schon 1912 waren die beiden Brunnen auf einer Düsseldorfer Städte-Ausstellung zu sehen, bevor sie dann in Mülheim heimisch wurden. Der Handelsbrunnen am Nordende des Clevischen Rings und der Schifffahrtbrunnen am Südende. Dann aber brauchte man Platz für die neue Mülheimer Brücke, denn die alte Schiffsbrücke sollte einer festen Brücke Platz machen, und so musste der Schifffahrtbrunnen abgebaut werden und kam in ein Depot.
    Sein Glück, denn der Handelsbrunnen wurde während des zweiten Weltkriegs zerstört. Dies blieb dem zweiten Teil der Anlage gottseidank erspart. Bis auf die bekrönenden Figuren waren beide Brunnen in Gestaltung und Aufbau gleich, so dass wir uns auch den zerstörten Brunnen gut vorstellen können. Beim erhaltenen Schifffahrtbrunnen trägt die Frauengestalt einen Anker, der die Fischerei symbolisiert. Rechts und links der Frau sind je ein Pferd mit Reiter dargestellt. Die Männer halten je eine große Muschel hoch, die sie mit ihren Köpfen abstützen. Ehemals als Brunnen angelegt, plätscherte das Wasser von den Muschelschalen herunter.
    Der leider zerstörte Handelsbrunnen zeigte eine männliche Figur, die sich auf eine Drahtrolle lehnt. Die Pferdeleiber gehen in Fischleiber über. Auf den Pferden sitzen muskulöse Männer, die je eine große Muschel über dem Kopf tragen. Das Wasser fiel aus den Muscheln in die Becken.
    Der damalige Vorsitzende der Mülheimer Bürgervereinigung Bernhard Kempkes entdeckte 1978 die Überreste des Brunnenpaares in einem Kölner Depot und brachte diesen Teil des Brunnens zurück nach Mülheim.
    Wir finden den erhaltenen Brunnen am Wiener Platz, in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und zur Stadthalle.
    Übrigens, vor einigen Jahren wurden die beiden Schalen gestohlen, der Schaden war beträchtlich. Dank Bürgervereinigung und einiger anderer Helfer hat man es geschafft, eine Lösung zu finden und so konnten im August 2014 neue Schalen angebracht werden. Herzlichen Dank für euren Einsatz.
    Seit 1982 haben die Jecken der Stammtischgesellschaft "Nie gehässig" die Patenschaft des Schifffahrtbrunnen am Wiener Platz übernommen.
    Am Brunnen finden befinden sich einige kleine Plaketten, die auf den Einsatz der Gruppen hinweisen.
    Auf diesen steht folgendes:
    Plakette 1: Restaurierung der Schalen durch die Bürgervereinigung Köln-Mülheim 1951 e.V. im August 2014
    Plakette 2: Patenschaft Stammtischgesellschaft „Nie gehässig“, Köln Mülheim, gegr. 1928 e.V.
    Plakette 3: Figuren des Mülheimer Schiffahrtbrunnens
    Eine wechselvolle und spannende Geschichte verbirgt sich also hinter diesem Brunnen, und der vielfache Einsatz der Mülheimer zeigt deutlich, wie wichtig ihnen der ehemalige Brunnen ist.
    So stehe ich hier am Rande des Wiener Platzes und wieder einmal berichte ich über ein Stück Kölner /Mülheimer Geschichte, denkmalgeschützt dazu, die man kaum unwürdiger in die Ecke hätte schieben können.
    Dieser EX-Brunnen müsste eigentlich irgendwo am Rhein stehen, denn er erzählt von erfolgreichen Mülheimer Zeiten, als Fischfang und Schifffahrt hier von Bedeutung waren.
    Liebe Stadtverantwortlichen, besinnt euch und findet endlich einen würdigen Platz für dieses Stück Mülheimer Geschichte. Hier gibt es einige schöne Brunnen und Denkmäler und einen wunderbaren Park dazu und ihr habt hier bewiesen, dass ihr es besser könnt. Worauf wartet ihr also.
    Bleibt neugierig und aufmerksam

    euer Ronald
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  • Ein besonderer Ort

    14 april 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 8 °C

    Jeder von uns hat im Laufe seines Lebens mit der Kirche zu tun. Sei es bei der Kommunion oder Konfirmation, bei Hochzeiten oder aber auch bei traurigen Anlässen. Die allererste Erfahrung mit der Institution Kirche aber machen die meisten von uns bereits bei der Taufe, das allerdings ist weit außerhalb unseres Erinnerungsvermögens, da wir in der Regel als Baby bereits getauft werden.

    Ganz nebenbei möchte ich hier erwähnen, dass es auch möglich ist, sein Kind, oder aber, falls noch nicht geschehen und der Wunsch vorhanden ist, auch sich selbst im Kölner Dom taufen zu lassen und zwar in der Sakramentskapelle, allerdings nicht während der Advents- oder Fastenzeit.
    Da wir gerade beim Kölner Dom sind...hier findet sich der älteste Taufort, den es in ganz Köln gibt. Das Baptisterium. Eingeweiht wurde die Ausstellung dieses Taufortes, der sich angrenzend an neue Räumlichkeiten befindet, am 03. April 2016.

    Aber gehen wir etwas zurück in der Geschichte. Entdeckt wurde dieser besondere Ort bereits 1866 und das zufällig bei Grabungen, danach gesucht hatte man gar nicht. Nach der Bauart zu urteilen, waren die Archäologen der Meinung, dieses Taufbecken wäre im 6. Jahrhundert entstanden. Dass das Christentum schon früh in Köln vertreten war, zeigt ja die Geschichte dieser Stadt und dieser Taufort ist das älteste Zeugnis dieser Zeit, das Archäologen gefunden haben. Was die Tradition an sich betrifft, gibt es aber wohl Hinweise, dass diese selbst noch viel älter ist, als der Taufort an sich.

    Der damalige Dombaumeister, Richard Voigtel, hatte die Bedeutung dieses Fundes erkannt und es konservieren lassen, indem er eine geschlossene Ziegelummauerung rund um das mitten im Baptisterium gelegene Taufbecken errichten ließ. Noch heute sind die erhaltenen Ziegelsteine zu sehen.
    Die Planskizze mit den Maßen, die Voigtel anlegte, existiert noch heute, zu finden ist diese im Dombauarchiv.

    Bald jedoch geriet das restliche Baptisterium wieder in Vergessenheit...bis 1926 die Gruft der Domherren (beim Domherrenfriedhof am Ostchor des Domes, ich hatte darüber berichtet) angelegt wurde. Und zwar in unmittelbarer Nähe des mit diesem Ziegelbau geschützten Taufbeckens. Und so stand jetzt die zweite von drei Grabungsphasen an. Diesmal durch die städtische Bodendenkmalpflege, welche damals durch die römische Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums vertreten wurde.
    Das, was Voigtel seinerzeit dokumentiert hatte, wurde überprüft und ergänzt...und für weitere Jahrzehnte passierte...gar nichts.

    Kommen wir in die 1960er Jahre und die dritte Grabungsphase, diesmal unter Dombaumeister Willy Weyres. Wieder wurde aufgedeckt und begutachtet, was in den ersten beiden Grabungen zu Tage kam. Einige neue, aber nur kleine Fundstücke, wie Keramikfragmente, wurden entdeckt. Im damaligen Kölner Domblatt wurde dieses Wissen schnell veröffentlicht. Die östliche Wand des Schutzbaus um das Taufbecken wurde entfernt, und man konnte den Raum nun betreten. Egal, welcher Abschnitt der Grabungen es war, was muss das für ein Gefühl gewesen sein, vor diesem Zeugnis frühchristlicher Zeit zu stehen. Heute kann man das Taufbecken, welches nur einen kleinen Teil des Baptisteriums darstellt, von der Straße aus in einem großen Vorraum ausgestellt, betrachten.

    Direkt vor diesem Fenster findet ihr übrigens den 1973 erschaffenen Dionysosbrunnen. Darauf zu sehen ist der Gott des Weines, der es sich augenscheinlich gut gehen läßt. Etwas verloren wirkt dieser Brunnen da ja schon, wo er steht, "Im Domhof". Und ich finde, er hat etwas trotziges im Blick. Als wollte er sagen "die Alten (und damit sind die vielen vielen Reliquien und Überbleibsel alter Zeit gemeint) werden nie vergessen sein". Ich finde, er hat recht. Denn was wäre Köln ohne all die wunderbaren "Alten".
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  • Lysolphturm – typisch kölsche Geschichte

    9 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 19 °C

    Lysolphturm – Eine typisch kölsche Geschichte
    Letztens war ich mal wieder in der Innenstadt unterwegs, genauer gesagt, vom Bahnhof in Richtung Appellhofplatz, ich wollte mir den Lysolphturm mal genauer ansehen. Daran vorbeigelaufen bin ich schon unzählige Male, aber ich habe mir ehrlich gesagt diese „Verkehrsinsel“ noch nie genauer angesehen. Wird also Zeit. Irgendwie ist das ja ein eher ungünstiger Standort, um sich diesen „Rest-Turm“ anzusehen.
    Tja, wie schon so oft in unserer Stadt, kaum fängt man an zu buddeln, schon stößt man auf die Römer. So auch 1964. Auf einmal war Köln um ein Stück Stadtmauer reicher, ein ca. 30 Meter langes und 5 Meter hohes Mauerstück und dazu das Halbrund eines Wehrturmes. Dä. Und auch typisch Köln, fast hätte man ihn abgetragen und irgendwo in die „Karpaten“ gesetzt, schließlich stand das Teil im Weg und in den 60ern wollte man neues und nicht noch mehr von dem alten Kram.
    Zum Glück setzten sich die Denkmalschützer durch. Naja, teilweise. Die Mauern wurden ein Stück weit abgetragen, jetzt hat er noch eine Höhe von 3,90 Meter. Irgendwie musste ja doch wieder rumgepfuscht werden. Immerhin kamen wir so zu einer Verkehrsinsel. Galgenhumor.
    Aber zum Turm selbst. Einst war er ein Teil der römischen Stadtbefestigung. Lysolphturm heißt er, benannt schlicht und einfach nach der Familie Lysolph, die sollen nämlich im Mittelalter in diesem Turm gewohnt haben. Er gehörte damals zur etwa 7,20 hohen römischen Stadtmauer wie etwa 20 andere Türme auch. Der Durchmesser beträgt 9,20 Meter. Tja, heute wohnt hier natürlich niemand mehr, aber als ich mir die Insel angesehen habe war ich schon ein wenig erschrocken. Zugemüllt war die Ecke und starker Uringeruch trotz nicht so schöner Witterung. Schade, dass viele Menschen so respektlos mit unserem Stadterbe umgehen. Und irgendwie ist es dann ja doch ähnlich wie 1964, als man den „alten Kram“ auch nicht so recht zu schätzen wusste. Vielleicht haben wir auch einfach zu viel davon, bei zu großen Mengen sinkt ja bekanntlich der Wert.
    Aber egal, ich bin trotzdem froh über dieses Stück Geschichte und in dieser Umgebung und der typisch kölschen Art der Verbauung könnte es kaum kontrastreicher sein, hier mitten auf dieser kleinen Verkehrsinsel.
    Teilen erwünscht, erzählt jedem in der Stadt von Kölschgänger, teilt, liked und helft uns damit, unsere Geschichten weiter zu verbreiten. Wir wären euch sehr dankbar.
    Euch eine gute Zeit, bleibt neugierig und aufmerksam,

    euer Ronald
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  • Kein Stein ist je vergessen

    7 april 2020, Tyskland ⋅ ⛅ 16 °C

    Kein Stein ist je vergessen

    Kommt ihr wieder mit auf einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit? Nachdem ich euch vor kurzem über die mittelalterliche Stadtmauer erzählt habe, möchte ich heute weiter zurückgehen. Sehr viel weiter, um genau zu sein, spielt heute unsere CCAA - Colonia Claudia Ara Agrippinensium wieder eine Rolle. Denn auch diese wurde schon von einer Mauer geschützt, die zwischen dem ersten und dritten Jahrhundert erbaut wurde.
    In dieser Stadtmauer gab es neun Tore, wovon sich eins im Norden, drei im Westen, im Süden zwei und nochmal drei zum Rhein, also auf der östlichen Seite befanden. Heute geht es um das Nordtor. Dieses war eines der größten Tore, welche jeweils aus 3 Bögen und Torbauten bestanden. Diese Art Tor stand je am südlichen, westlichen und am Nordende des Cardo Maximus (Hauptstraße von Norden nach Süden) und Decumanus Maximus (Ost-West-Achse, heutige Schildergasse).

    Aber zurück zum Nordtor...

    Wenn wir heute die Stufen zur Domplatte hochgehen, mit dem Anblick der Westfassade mit ihren beiden Türmen vor uns, und dann nach links sehen, stehen wir vor einem kleinen Tor. Irgendwie wirkt dieses ziemlich verlassen da und man fragt sich, ob das da wirklich früher auch gestanden hat. Was ich an dieser Stelle sehr beeindruckend finde: da, wo heute Mc Donalds ist, von wo aus man ja auch den Blick auf den Kölner Dom genießen kann, war man zu jener Zeit schon gar nicht mehr in Köln. Heute kaum vorstellbar. Im Gegenteil, hatte man das Tor passiert, hatte man Köln, oder wie es seinerzeit hieß, Colonia Claudia Ara Agrippinensium, verlassen und befand sich auf einer Fernstraße.

    Dieser verlassene kleine Bogen, der heute durchaus noch (oder wieder) eine Attraktion darstellt, ist allerdings nur ein kleiner Teil eines einst mächtigen Stadttores. Es handelt sich hierbei um den östlichen der beiden Fußgängerdurchgänge. Als im Jahre 1892 die Domdechanei abgebrochen wurde, hat man diesen wiedergefunden. Erst knappe 80 Jahre später, 1971, wurde er dort, wo er heute steht, wieder aufgebaut.

    Nun zu der Frage, stand der damals auch da? Ja, zumindest in etwa. Wenn man von der Straße Unter Fettenhennen her die Tiefgarage unter der Domplatte betritt, finden sich dort die noch vorhandenen Reste des Fundamentes des Nordtores. Es lässt sich so das ganze Nordtor (ungefähr) abzeichnen.
    Das Tor, was aus zwei dieser schmalen, kleinen Bögen für Fußgänger und einer großen Durchfahrt, die dagegen 5,60 m breit und ca. 8,60 m hoch war, bestand, soll zwei Geschosse gehabt haben. Darauf schließt man, weil die Durchfahrt ein Fallgitter besaß, dessen Spuren sich auf unserem kleinen Tor finden lassen sollen. Ich bin selbst neugierig geworden und gespannt, ob jene Spuren da für mich als Laien sichtbar sind.

    Insgesamt betrug die Torbreite ca. 30 m, die Höhe etwa 24,50 m und die Tiefe 11,57 m.

    Manchmal würde ich mir wünschen, für einen kurzen Moment in die Vergangenheit reisen zu können, um diese Bauwerke mit eigenen Augen sehen zu können.

    Jetzt gibt es aber noch eine Besonderheit dieses Stadttores. Das Mittelteil...der Hauptbogen. Auch den kennen viele von euch. Woher? Aus dem Römisch-Germanischen Museum. Dort steht dieser Teil jenes einst so prachtvollen Tores. Noch gut zu erkennen die Inschrift: CCAA...
    Dieses Tor stand für die Strahlkraft des römischen Kölns.

    Als ich vor längerem schon dieses Museum besuchte, fielen mir allerdings die nicht mehr lesbaren Zeichen unter dem Namen der Stadt auf. Ich fand heraus, dass dort die Worte "Valeriana Galliena" gestanden haben müssen, nach den Kaisern Valerian und Gallienus, die Mitte des 3. Jahrhunderts ihre Namen dort unter dem Städtenamen verewigt hatten. Man geht davon aus, dass ein gewisser Postumus, seines Zeichens Gegenkaiser (ihr erinnert euch an Ronalds Beitrag über diesen Gegenkaiser?) die Inschrift hat entfernen lassen.

    Wieder kommt ein kleines Puzzlestück des großen Ganzen hinzu. In Form eines Tores, welches noch heute fasziniert...

    Bis bald, eure Ramona
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  • Diana mit springender Antilope

    6 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 18 °C

    Diana mit springender Antilope

    Diese Plastik, gestaltet vom Bildhauer Fritz Behn findet ihr auf einem Wiesenstück am Sachsenring, dem längsten Abschnitt der Kölner Ringe.
    Aber warum Diana? Wer ist das? Eine ehemalige Freundin oder Liebschaft Behns? Nein, die Dame kommt aus der römischen Mythologie. Sie ist dort die Göttin der Jagd und die Beschützerin der Frauen und Mädchen.

    Hergestellt wurde diese Plastik im Jahre 1916, wir sehen Diana und eine Antilope auf einem Sockel in Bewegung dargestellt. Die Antilope im Sprung und auch Diana berührt kaum den Boden. Das Ganze ist stimmig und hübsch anzusehen.

    Aber diese Plastik hat auch eine kleine Geschichte hier in Köln zu erzählen. Erstmal stand sie im Rheinpark und später auch am Theodor-Heuss-Ring (damals Deutscher Ring). Seit dem 12.12.1979 steht sie nun am Sachsenring.

    Auch wurde sie leider an ihrem heutigen Standort im Februar 2015 durch Vandalismus beschädigt. Ihr wurde das rechte Vorderbein abgebrochen. Die Beamten der Innenstadtwache haben sicher nicht schlecht gestaunt, als ein Mann vor ihnen stand und sagte „Ich möchte das Bein einer Antilope abgeben“. Er hätte dieses auf dem Weg zur Arbeit gefunden.

    Das Kunstwerk hatte bereits mächtig gelitten, Farbschmierereien und Rostfraß hatten ihre Spuren hinterlassen. Nun, nach dem „Beinbruch“ ging es für 5 Monate zur Restauration. Jagdpause.

    Von Behn gibt es in unserer Stadt weitere Kunstwerke. So steht im Südpark die Plastik eines Panthers, hergestellt etwa 1920, im Rheinpark finden wir von ihm eine Plastik namens „Die Stehende“ und im Kölner Zoo noch eine weitere Plastik. Diesmal ein Mädchen mit Panther, Antilope war wohl aus.

    Nun, Behn war einer der bekanntesten und sicher besten seines Fachs im 20. Jahrhundert, und deshalb wollte ich gerne auf diese Plastik(en) aufmerksam machen, die bei uns leider kaum wahrgenommen werden und zumindest bei der „Diana“ habe ich das Gefühl, sie steht halt irgendwo in der Gegend rum und wird, trotz ihrer Größe leicht übersehen. Schade eigentlich.

    Bleibt neugierig und aufmerksam
    euer Ronald
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  • Die Flehbachaue

    5 april 2020, Tyskland ⋅ ☀️ 15 °C

    Die Flehbachaue

    Köln hat im rechtsrheinischen eine Auenlandschaft, die mich vor einigen Jahren zu dem Krimi "Der Tote aus den Flehbachauen" inspiriert hat. Damals wusste ich noch nicht, dass ich einmal für Kölschgänger schreiben würde. So bin ich nun wieder in den Auen von Köln - Brück unterwegs, damit ihr liebe Leser, diese einmal kennenlernen könnt.

    Der Flehbach, der diese Auen bildet, entspringt am Tütberg im Königsforst. Auf einer Länge von 17 Kilometern fließt er aus dem Gebiet von Bergisch Gladbach nach Köln - Mülheim, wo er in den Rhein mündet. Allerdings trägt er dort nicht mehr den Namen Flehbach, sondern Faulbach. Ihr erinnert euch vielleicht an meinen Beitrag über das Kreuzwasser. In Merheim wird er gemeinsam mit dem Bruchbach zum Faulbach.

    Doch zurück zur Flehbachaue in Brück. Es ist ein sehr beliebtes Naherholungsgebiet, inklusive Bouleplatz, Spielplatz, Grillanlage, Ententeich, der zur Zeit merkwürdigerweise nicht eine einzige Ente hat. Ein Insektenhotel, Auenwiesen, Hundefreilauffläche und Wanderwege. Alles gelegen nah der Flehbach Arena, wo der hiesige Fußballverein seine Heimat hat. Sitzt man am Teich, sieht man dort oft Alexandersittiche, die im Winter sogar auf der Eisfläche des Teichs landen. Am späten Abend, also in der Dämmerung fliegen dort Fledermäuse.

    Die Auenwiesen werden bei Hochwasser überflutet. Dies ist dem Ökosystem und dem Hochwasserschutz dienlich.

    Noch eine weitere Besonderheit findet man dort, nämlich einen Sandfang inklusive Krebssperre.
    Die Krebssperre soll die heimischen Arten im Oberlauf des Flehbachs vor den fremden Arten schützen. Interessant und auch spannend zu wissen.
    Der Sandfang ist ähnlich wie das, was ich letztes Wochenende von den Römern und ihrer Wasserleitung berichtet habe. Hier in den Flehbachauen wurde am Hochwasserrückhaltebecken ein Sandfang errichtet, der Sand und andere Sedimente abfängt. Dadurch wird eine Verschlammung verhindert. Der Bachlauf bleibt klar.

    In den Auen leben natürlich auch viele Vögel, Insekten, Frösche und Libellen. Mit den Kindern macht es darum vor allem im Sommer Spaß, dort die Natur zu erkunden.

    Habt einen schönen Sonntag und bleibt gesund.

    Eure Elisabeth
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  • Leonhard Tietz und der Kaufhof

    3 april 2020, Tyskland ⋅ ☁️ 8 °C

    Der Kaufhof. Zwei Herzen schlagen da in meiner Brust.
    Einmal sehe ich den großen Konzern mit seinen Millionen-Umsätzen und einem Management, welches sich so aufführt, wie man es von Managern eben gewohnt ist. Das ärgert mich – und eigentlich möchte ich jetzt nicht über die Lage im Moment schreiben. Aber irgendwie muss ich mal etwas schreiben. Der Kaufhof ist doch auch ein gutes Stück Köln.
    Ein echter Imi ist er. Der alte Chef, der den Konzern gegründet hat, Leonhard Tietz, war ein versierter Kaufmann und damit, wenn ich mir die Historie von Köln so betrachte, genau hier richtig. Nur, geboren wird er 1849 nicht hier, sondern in Polen, genauer in Międzychód. Das kann man in Köln nicht aussprechen, darum sagen wir dazu „Birnbaum“, wie in ganz Deutschland. Birnbaum liegt, wenn man von Berlin direkt nach Polen fährt, 80 Kilometer vor Posen. Posen kennt man vielleicht und wenn nicht, ist es in einer Karte schnell gefunden.
    Von dort aus geht Leonhard Tietz 1879 nach Stralsund und macht ein kleines Geschäft für Garn-, Knopf-, Posamentier- und Wollwaren auf. Jetzt musste ich nachgucken, was „Posamentierwaren“ sind. Das sind Borten und Zierbänder und solche Sachen. Aber ich glaube, zumindest unsere Leserinnen wissen das.
    Mit diesem Handel hat Leonhard Tietz großen Erfolg. Er macht mit seinen Festpreisen und dem Verkauf nur gegen Bargeld viel richtig. Zudem kauft er in großen Mengen ein, so kann er die Ware günstig abgeben. Schnell kann er mehr Handlungen aufmachen und 1885 sogar eine eigene Fabrik für diese Dinge. Das Sagen haben immer Mitglieder aus der Familie. – Nur sein Bruder Oskar, der will seinen eigenen Laden haben. Der Onkel der Zwei, Hermann Tietz, hilft Oskar. Dafür bekommt das Geschäft auch den Namen des Onkel: Hertie. Kennt man auch, oder?
    Leonhard Tietz wird aber auch darauf aufmerksam, dass im Westen die Musik spielt. Hier kommt die Industrie auf und wo Industrie ist, findet man Leute, die Geld haben. 1889 macht er eine Filiale in Elberfeld auf. Elberfeld wird bald zum Haupthaus und zum Familiensitz.
    Dabei hält er es immer gleich: zunächst eröffnet er ein kleines Geschäft, für das er nur wenig Personal braucht. Und wenn es läuft, macht er der das Geschäft rasch größer und größer. Das finde ich jetzt schlau. Klein anfangen, gucken, ob man gebraucht wird und dann nachlegen.
    So läuft es auch in Köln: zunächst ein kleines Geschäft in der Blindgasse in Köln. Die Gasse gibt es seit kurz nach dem Krieg nicht mehr, sie lag aber gegenüber der Straße „An St. Agatha“ auf der anderen Seite der Cäcilienstraße. Das Geschäft braucht nur wenige Tage und ist ausverkauft… 1895 zieht Tietz in die Hohestraße um und hat dort ein modernes Gebäude mit vier Etagen, in dem er auch Porzellan, Küchenausstattung, Pelzwaren, Parfum und Spielzeug verkauft. Kein Geschäft für einfache Leute.
    18 Filialen in Deutschland, sechs Filialen in Belgien, 40.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, 5.500 Menschen in Lohn und Brot, das sind Zahlen aus dem Jahr 1914. Tja, und am 8. April 1914 hat der große Bau im Jugendstil im Bild, den wir alle hier so gut kennen und der mit uns durch das Leben geht, den ersten Tag. Den 8. April, den haben wir nächste Woche. Dann haben wir den Kaufhof an dieser Stelle seit 106 Jahren. „Alles War vum Tietze Leienad“, das singt Willi Ostermann schon in einem seiner Lieder, als Leonhard Tietz am 15. November 1914, im Ersten Weltkrieg, stirbt.
    Und auch wenn die Filialen in Belgien durch den Krieg verloren sind, der Gründer begraben ist, lässt sich das Unternehmen nicht aufhalten. Hundert Jahre später gibt es 104 Warenhäuser, 17 Sportfilialen, 1,4 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche und 34.000 die dort arbeiten.
    Aber es ist egal, dass wir hier von einem Konzern sprechen. Wir Kölsche sehen doch den Prachtbau in der Schildergasse mit seinen großen Lichthof, der diese Ecke prägt. Wir sehen die Stofftiere in der Weihnachtszeit im Schaufenster und die Verkäuferin, die uns mit kölschen Akzent berät, weil sie Hochdeutsch sprechen soll, wenn jemand „Kaufhof“ sagt. Und eben diese Verkäuferin hängt doch mit dem Herzen am Kaufhof und kann im Moment vielleicht die Zeilen hier nicht zu Ende lesen, weil sie sich ein Tränchen verdrückt. Sie bangt seit Jahren um ihre Stelle und hat schon viel ausgehalten, um auch morgen wieder arbeiten gehen zu dürfen.
    Was ist mir an dieser Stelle die schlechte Presse egal. Ich hoffe, dass wir auch unseren Enkelchen noch den „Kaufhof“ zeigen können und nicht zum „El Corte Inglés“ gehen.
    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Kaufhof.

    Michael

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    Der Kaufhof. Zwei Hätze schlage do en minger Bross.
    Eimol sinn ich dä große Konzään met singe Millione-Ömsätz un enem Management, dat sich su opföht, wie mer et vun Manager evvens gewennt es. Dat fuchs mich – un eigentlich mööch ich jetz nit üvver die Lag em Momang schrieve. Ävver irgendwie muss ich ens jet schrieve. Der Kaufhof es jo doch e god Stöck Kölle.
    Ene echte Imi es hä. Der aale Baas, dä dä Konzään gegründt hät, der Leienad Tietz, wor ene verseete Kaufmann un domet, wann ich mir de kölsche Historie vun Kölle esu beluure, genau hee richtig. Nor, gebore weed hä 1849 nit hee, sondern en Pole, genau en Międzychód. Dat kann mer en Kölle nit usspreche, dröm sage mer doför „Birnbaum“, wie en ganz Deutschland. Birnbaum litt, wann mer vun Berlin tirek noh Pole fäht, 80 Killometer vür Posen. Posen kennt mer villleich un wann nit, es et en ener Kaat flöck gefunge.
    Vun do us geiht dä Leienad Tietz 1879 noh Stralsund un mäht e klein Geschäff för Gaan-, Knopp-, Posamentier- un Wollware op. Jetz moot ich nohluure, wat „Posamentierware“ sin. Dat sin Boote un Volants un su ne Krom. Ävver ich gläuve, zomindes uns Leserinne wesse dat.
    Met däm Handel hät der Leienad Tietz ene gode Erfolg. Hä mäht met singe Fasspriese un dem Verkauf nor gäge Bargeld vill richtig. Zodäm käuf hä och große Menge en, su kann hä die Ware günstig avgevve. Flöck kann hä mih Handlunge opmaache un 1885 esugar en eige Fabrik för die Saache. Et Sage han luuter Metgleeder us der Famillich. - Nor singe Broder Oskar, dä wollt singe eige Lade han. Der Ohm vun dä Zwei, dä Herrmann Tietz, hilf dem Oskar. Doför kritt dat Geschäff und der Name vum Ohm: Hertie. Kennt mer och, oder?
    Der Leienad Tietz kritt ävver och de Nas dran, dat em Weste de Musik spillt. Hee kütt de Industrie op un wo Industrie es, fingk mer Lück, die jet an de Föß han. 1889 mäht hä en Nevvestell en Elberfeld op. Elberfeld weed baal de Haupstell un der Setz vun der Famillich.
    Dobei mäht hä luuter et Gliche: zonächs mäht hä ene kleine Lade op, för dä hä nor winnig Lück bruch. Un wann et läuf, mäht hä dä Lade flöck größer un größer. Dat finge ich jetz gewetz. Klein aanfange, luure, ov mer gebruch weed un dann nohläge.
    Su läuf dat och en Kölle: zonöchs e klei Geschäff en der Blindgass en Kölle. Die Gass gitt et zick koot nohm Kreeg nit mih, se log ävver gägeüvver vun dä Stroß „An St. Agatha“ op der ander Sigg vun der Cäcilliestroß. Dat Geschäff bruch nor e paar Dag un es usverkauf... 1895 trick der Tietz en de Huhstroß öm un hät do ene moderne Bau üvver veer Etage, en däm hä och Posteling, Köchesaache, Pelzware, Parfum un Spillzeug verkäuf. Kei Geschäff för einfache Lück.
    18 Filiale en Deutschland, sechs Filiale en Belgie, 40.000 Quadratmeter Verkaufsfläch, 5.500 Minsche en Luhn un Brud, dat sin Zahle vun 1914. Tja, un am 8. April 1914 hät dä große Bau em Jugendstil om Beld, dä mir all hee su god kenne un dä met uns durch et Levve geiht, der eeschte Dag. Der 8. April, dä han mer nächste Woch. Dann han mer der Kaufhof an dä Stell zick 106 Johr. „Alles War vum Tietze Leienad“, dat singk der Willi Ostermann ald en einem vun singe Leeder, wie der Leienad Tietz am 15. November 1914, em Eeschte Weltkreeg, stirv.
    Un och wann de Filiale en Belgie durch der Kreeg verlore sin un der Baas sich de Radiescher vun unge beluurt, lööt sich dat Ungernemme nit ophalde. Hundert Johr späder gitt et 104 Warehüüser, 17 Nevvestelle för Sport, 1,4 Millione Quadratmeter Verkaufsfläch un 34.000 Minsche die do arbeide.
    Ävver et es egal, dat mer hee vun enem Konzään spreche. Mir Kölsche sinn doch dä Praachbau en der Schildergass met singem große Leechhoff, dä die Eck präg. Mer sinn de Stoffdiercher en der Weihnachtszigg em Schaufinster un die Verkäuferin, die uns nor mem kölsche Akzent beröd, weil et Hudeutsch spreche soll, wann einer „Kaufhof“ säht. Un evvens die Verkäuferin hängk doch miets och mem Hätze am Kaufhof un kann em Momang villleich die Zeile hee nit zo Eng lese, weil se sich ald e Trönche verdröck. Se bangk zick Johre öm ehr Pössche un hät ald vill erdrage, öm och morge widder arbeide gonn ze dürfe.
    Wat es et mir an dä Stell egal, wat Schläächtes en der Zeidung steiht. Ich hoffe, dat mer och uns Enkelcher noch der „Kaufhof“ zeige künne un nit nohm „El Corte Inglés“ gonn.
    Hätzliche Glöckwunsch zum Gebootsdag, Kaufhof.

    Mechel
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