Punta Arenas
Dec 8–12, 2025 in Chile ⋅ ☁️ 14 °C
Wir durchstreifen Punta Arenas an der Magellanstraße und erkunden nahezu jeden Winkel. Im Norden der Stadt gibt es ein Museum detailgetreu nachgebauter, historischer Schiffe in Originalgröße. Die Nao Victoria, mit der Magellan im Jahr 1519 zu seiner dreijährigen Weltumseglung startete und in deren Verlauf er den nach ihm benannten Wasserweg durch die Inselwelt nördlich von Kap Horn entdeckte, wirkt wie eine Nussschale mit ihren nur 28 Metern Länge. Da ist die Beagle, auf der Charles Darwin als Wissenschaftler in den 1830er Jahren mitsegelte, schon deutlich größer und komfortabler. Immerhin gab es an Bord 2 Plumpsklos. (Der letzte Satz sagt wahrscheinlich eher etwas über Jörg und mein Gefühl zu "Komfort" aus.)
Wie jemand überhaupt länger als einen Tag in einer Art segelbarem Ruderboot in den rauhen und eiskalten südlichen Gewässern überleben kann, ist uns beim Anblick des Rettungsbootes von Shakleton ein Rätsel. Nachdem sein Schiff Esperanca 1915 vom Packeis zerquetscht worden war und sich die Mannschaft unter unsäglichen Bedingungen bis Elefant-Island, einer Felsinsel im Südpolarmeer, durchgeschlagen hatte, segelte Shakleton mit diesem 6,85 Meter kurzen Bötchen und weiteren 5 Männern los, um Hilfe zu holen. Die Rettung gelang!
Eine beeindruckende Leistung!
Das schlossähnliche Gebäude der Familie Mendoza- (Besitzer der ehemaligen Schaf-Estanzia, die Ihr aus dem vorherigen Blogeintrag kennt) ist leider noch bis 2026 geschlossen, dafür können wir uns den Prunk dort nach dem Besuch des Friedhofs gut vorstellen: 2 Mausoleen der Familie, eins in barocker Ausführung, das andere in elegantem schlicht-schwarzem Marmor, stehen in Kontrast zu den eher ärmlichen Gräbern der "Deutschen Kranken Kasse" (sic).
Und dann gibt es da noch das Museum Salesiano ... eine Ansammlung: Ausgestopfte Tiere, katholische Devotionalien, Überreste von Dingen der Indigenen, Fotos, Karten, eine entomologische Sammlung, ein Herbarium, ... . Alles ungeordnet mit nur spärlichen spanischsprachigen, selten englischen Erklärungen. Eins hat dieses Konglomerat an Sachen jedoch geschafft: Ich weiß jetzt, dass es insgesamt 5 indigene Gruppen gab, die je 2 Namen haben, den, den sie sich selber und den, den andere indigene Gruppen oder die Eroberer ihnen gaben. Heutzutage leben nur noch wenige Nachkommen der Ureinwohner ... umgekommen durch eingeschleppte Krankheiten oder umgebracht durch die Gier der Neuankömmlinge, die ihnen ihr Land und damit die Lebensgrundlage nahmen. Und: Es gab ein Kopfgeld auf jeden ermordeten Eingeborenen.
Als letztes unternehmen wir noch eine kleine, unspektakuläre Wanderung im Reserva Nacional Magallanes.Read more

























Traveler
Ich hätte so viel Zivilisation dort jetzt gar nicht mehr erwartet