• Geschichte

    Mar 13–14 in Chile ⋅ ☀️ 25 °C

    Am 5. August 2010 verschüttete ein Bergsturz 33 Minenarbeiter in der Kupfermine San José. Grubenunglücke sind im unwirtlichen Wüstengebiet der westlichen Anden zu der Zeit nichts Ungewöhnliches gewesen, die Arbeit als Minero war gefährlich. Sicherheitsauflagen gab es keine oder sie wurden von den Betreibern der Minen nicht eingehalten, so dass es viele Tote gab. Selten schaffte es ein Unfall in die westlichen Medien. Doch bei diesem Unglück war es anders: Die Angehörigen der verschütteten Arbeiter errichteten ein Camp auf dem Minengelände und verlangten, selbst als nach einer Woche noch kein Lebenszeichen von den Bergmännern vorlag, dass weitere Sondierungsbohrungen unternommen werden sollten. Die aufmerksam gewordene Presse verhinderte ein Vertuschen und so wurde weiter gesucht, bis 17 Tage nach dem Bergsturz, der Bohrkopf einen Zettel ans Tageslicht brachte: "Estamos bien en el refugio los 33" (Uns 33 geht es gut im Schutzraum). Nach weiteren 52 Tagen konnten dann endlich alle Männer mit Hilfe einer Rettungskapsel zurück ans Tageslicht geholt werden. Im Zuge dieser Geschehnisse wurden die Sicherheitsbestimmungen für die Tausenden von Bergwerken verschärft: 2010 starben 45 Arbeiter bei Grubenunglücken, 2025 nur noch 6.

    Wir besuchen die stillgelegte Mine in San José: Vor Ort öffnet einer der Überlebenden die Schranke zur Aussichtsplattform über das Gelände. Die Geschehnisse werden auf Tafeln beschrieben, das kleine Museum ist geschlossen. Wie haben es die Männer geschafft, so lange unter Tage auszuhalten? Was hat ihnen Mut gemacht? Was hat die Angst und die Verzweiflung im Zaum gehalten?
    33 Männer - 33 Flaggen - für jeden Bergmann eine - wehen im Wind. Ich hätte gerne dem Überlebenden an der Schranke meine Fragen gestellt, doch die Sprachbarriere ist zu groß.
    Wir fahren weiter Richtung Paso San Francisco - überall sehen wir Minen und Bergbaufahrzeuge. Die Nacht verbringen wir am Fuß einer verlassenen Mine.
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