Erinnerung
Mar 16–18 in Argentina ⋅ ☁️ 24 °C
Als wir im Oktober 2024 von Bolivien kommend über Salta nach Uruguay gefahren sind, haben wir eine besonders schöne Strecke durch kalten Regenwald befahren. Leider kann ich mich nicht daran erinnern - kalter Regenwald? Da war doch trockene Wüste mit schönen Sandsteinformationen ... . Wir beschließen, den Weg - jetzt in umgekehrter Richtung - noch einmal zu nehmen, müssen aber erst einmal zu dieser Straße hinfahren.
Am Eingang zum Cañon del Indio übernachten wir und wandern am nächsten Morgen in die Schlucht hinein. Dort begegnen wir Manuela und Martin. Nach so vielen einzigartigen Menschen, die wir bisher getroffen haben, wieder ein Paar, mit dem wir uns auf Anhieb gut verstehen. Für die kurze Schluchtenwanderung brauchen wir Stunden, weil wir beim Erzählen stehen bleiben.
Unser weiterer Weg führt uns nach Londres. Dort stoßen wir für uns überraschend auf eine für den Süden des Kontinents bedeutende Inkastätte: El Shincal de Quimivil. Das riesige Reich der Inka war in 4 "Provinzen" aufgeteilt, El Shincal war ein politisches und kulturelles Zentrum des südlichen Regierungsbereichs. Wie die Inka ihr Reich (von Kolumbien über Ecuador und Peru bis ca. in die Mitte Argentiniens und Chiles) ohne Pferde - also zu Fuß - regieren konnten, bleibt mir ein Rätsel. Ähnlich den Römern, die ihre Vorherrschaft u.a. gegen Karthago, die Parther und germanische Stämme behaupteten, mussten die Inkas gegen die indigene Urbevölkerung Krieg führen, um die Provinzen an ihr Reich angegliedert zu halten. Eine bemerkenswerte Leistung!
Nach einer Nacht voller Wetterleuchten an den Überresten einer Gauchohütte liegt ein langer Fahrtag vor uns: Erst serpentinenreich durch trockene Kakteenlandschaft aufwärts, dann durch kalten Regenwald ebenfalls kurvenreich wieder abwärts. Einen Stellplatz zum Übernachten verlassen wir fluchtartig wegen der stechenden Insektenlage. Also weiter: Doch wir werden ausgebremst! An einer Polizeistation wird unser Feuerlöscher bemängelt. Erst heißt es, er wäre leer - ich schlage vor, ihn zu benutzen, um zu sehen, dass dem nicht so ist. Dann entdecken die Beamten, dass die Halterung das Haltbarkeitsdatum weggerubbelt hat und behaupten, er wäre abgelaufen. Die Spielchen kennen wir inzwischen und weigern uns zu zahlen. Es dauert zwar eine Zeit, doch schließlich sehen die Männer, dass bei uns nichts zu holen ist und lassen uns ziehen.
Und dann erreichen wir sie, die Regenwaldstrecke, an die ich mich nicht erinnern konnte: Ach ja! Doch, stimmt, ... damals hat es nicht geregnet.Read more



















TravelerWie fast immer:Abenteuer pur!