• Brandzeichen

    March 22 in Argentina ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir verlassen das Tafí-Tal gemeinsam mit Manuela und Martin nordwärts über den Abra del Infiernillo, den Pass der kleinen Hölle. Oben angekommen, sehen wir Rinder, die von Indigenen auf Pferden zusammengetrieben werden, Verkaufstände und jede Menge Menschen, alles Ureinwohner. Wir halten spontan und steigen aus: Was ist hier los? Ein Fest? Eine Viehauktion? So etwas ähnliches wie ein Almabtrieb? Oder geht es doch um Schlachtung? Die Gauchos haben offensichtlich Spaß - es wirkt wie ein Katz-und Mausspiel. Schließlich liegt eines der Rinder mit gefesselten Beinen am Boden - und brüllt vor Schmerz, denn es bekommt ein Brandzeichen aufgedrückt. Infiernillo, kleine Hölle - es gibt nicht nur das Viehparadies im Tal.

    Nachdenklich fahren wir weiter.
    Das Museum, von dessen Besuch ich mir Licht in meinem Verständnis zur Religion um Pachamama versprochen habe, ist zwar schön angelegt, vermittelt aber kein Wissen.
    Dafür zeigen die Ruinen von Quilmes, dass Menschen auch ihrer eigenen Art gegenüber grausam sein können: Um sich gegen die Inka und andere indigene Stämme zu verteidigen, errichtete das Volk der Quilmes im 11. Jahrhundert eine Festung, die etwa 5000 Menschen schützte, bis die spanischen Eroberer im Jahr 1665 ganze Arbeit leisteten und den Stamm ausrottete (Quelle: ReiseKnowHow). Der Film, der im Museum an den Ruinen in Dauerschleife läuft, heroisiert die Quilmes und zeigt, wie gut die Indigenen heute integriert sind. Welche? Die Quilmes?
    Sicher ist nur eines: Eine Biersorte heißt Quilmes.
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