San Isidro
29–30 Mac, Argentina ⋅ ⛅ 16 °C
Wir fahren über Iruya nach San Isidro. Der Weg ist das Ziel, wir lieben die Landschaft. Die beiden Orte selbst sind unspektakulär. Wir halten zum Übernachten vor dem winzigen San Isidro, denn den Ort selbst kann man nur mit dem Esel oder einem Motorrad besuchen. Es führt keine Straße hinauf. Jörg und Martin besuchen das Dort noch am Abend, ich kann auf Grund von entzündeten Stichen am Fuß nicht laufen und bleibe am Auto.
Am nächsten Morgen spricht uns ein Indigener vom Stamm der Kolla aus San Isidro an. Er begutachtet zwei Decken, die Manuela und Martin in Purmamarca erstanden haben, - "das ist Llama" - . Zu Jörg und meinem Fell bestätigt er fachmännisch: "Das ist Schaf." Er erklärt, dass er Weber sei, oben im Dorf hätte er Tischdecken und Pochos, die bestimmt billiger seien als das, was wir bezahlt haben: "4000 Pesos pro Stück!" Habe ich mich verhört? 4000 Pesos sind umgerechnet etwa 2,50 €. Ich schreibe die Zahl auf, damit es kein Missverständnis gibt, und er nickt: "Ja. 4000 Pesos!"
Nach dem Frühstück besuchen wir ihn im Dorf. Die 3 rustikalen Pochos sind schön , doch der Preis ändert sich, denn seine Ehefrau kommt hinzu: "400000 Pesos!" Das ist mehr als der Preis in Purmamarca. Wir lehnen ab, zum einen, weil der Preis zu hoch ist, zum anderen, weil wir so viel Geld gar nicht bar dabei haben. "Wie viel wir denn hätten?" 40000 Pesos, also viel zu wenig. Es wird uns ein fehlerhafter kleiner Tischläufer gezeigt: "40000Pesos!" Die Preisgestaltung erscheint uns bemerkenswert willkürlich. Wir danken und verabschieden uns.
Ich überlege, ob der Umgang mit Nullen auf eine Dyskalkulie hinweist - Null ist ja nichts - , lese aber später, dass Argentinier selbst für lateinamerikanische Verhältnisse ein schwaches mathematisches Verständnis haben. Indigene sind wegen der mangelhaften Schulbildung in den ländlichen Gebieten davon besonders betroffen.
Wie wir von der Hinfahrt wissen, liegen zwischen Iruya und San Isidro auf 6,3 Kilometer Länge 16 kleinere Flussdurchfahrten. Auf der Rückfahrt möchte ich die Querungen von allen Seiten aufnehmen. Das bedeutet, dass ich die Bachseite ohne den Wagen wechseln muss. Da ich jedoch wegen des Fußes nicht richtig auftreten kann, kommt, was kommen muss: Ich rutsche aus und lande auf meiner rechten Seite im Bachbett. Schulter, Hüfte und Knie wechseln die Farbe, aber mein Handy ist trocken geblieben.Baca lagi


















PengembaraEin Unglück kommt selten allein! Gute Besserung!!!