Zu Fuß unterwegs (3) - Dorf Cha
July 2, 2023 in India ⋅ ☀️ 9 °C
Ok. Enmu ist mittlerweile zu einem Straßenarbeiter Camp mutiert und ich denke nicht einmal daran hier halt zu machen. Ich trampe heute zwei Mal um mir die staubige Straße zu sparen und lande schließlich im Dorf Cha. Meine letzte Mitfahrgelegenheit fragt, ob ich Tee trinken möchte und ich nehme das Angebot gerne an. Schwupps finde ich mich auf dem Boden sitzend zusammen mit vielen anderen Dorfleuten wieder, denn auch hier wurde geheiratet... Heute ist der letzte Tag und alle EinwohnerInnen kommen zum Essen. Ich bekomme Tee, Kekse und Ladakhi Tsampa Suppe und bin glücklich nach der doch anstrengenden und sonnigen Reise im kühlen Haus versorgt zu werden. Das Dorf sprudelt eine angenehme Atmosphäre aus und ich frage meinen Platznachbarn ob ich hier irgendwo eine Nacht schlafen kann.
Ich wasche meine Haare mit dem kalten Quellwasser. Am nächsten Tag bin ich krank. Ich bleibe also länger hier... Mein eifriger Gastgeber ist extrem besorgt und will mir ständig etwas zu Essen bringen. Ich bleibe den ganzen Tag im Bett. In unterschiedlichen Abständen kommen Mutter, Sohn Nummer 9, der Schwiegersohn und einmal auch eine fremde Frau in mein Zimmer. Diejenigen die Englisch sprechen fragen ob ich etwas essen will, die anderen starren mich nur an. 😄😅. Es scheint auch Unstimmigkeiten zwischen den Parteien zu geben und man erzählt mir über die Person dieses und über diese jenes... Die gebrochene Kommunikation kostet Kraft und ich bin froh wenn ich alleine im Haus bin. Ich muss mit dem Schwiegersohn kämpfen um ihm klarzumachen das ich kein Abendbrot brauche und er sich keine Sorgen machen muss. Um 22:30 als ich schon schlafe kopft es an meiner Tür. Es ist der 9. Sohn meiner Gastgeberin. Ich: "ja?" Er: "Dinner!".🥴😓😵
Es hat sich gelohnt, den Tag über zu ruhen - ich bin wieder fit und will so schnell wie möglich aus dieser uneinigen Familienverstrickung raus und weiter nach Phugtal reisen! 😅. Ich stehe gut gelaunt auf und wasche mein Gesicht an der Pumpe draußen im Dorf, als die Mutter mich zu sich ruft. Eigentlich war ich ja mit dem Schwiegersohn zum Frühstück im Haus verabredet, ob er davon weiß, dass sie mich zu sich holt? Die Sprachbarriere macht eine klare Kommunikation unmöglich. Ich sitze in ihrem Haus und soll Momos (gefüllte Teigtaschen) essen, die im besten Fall von Vorabend sind. Ich stopfe mir 4 Stück rein und verabschiede mich danked. Der Schwiegersohn wartet ungeduldig vor dem Haus und macht mir leichte Vorwürfe warum ich nicht da bin..wir waren doch verabredet 🤯😫. Ich fühle mich von der Uneinigkeit in der Familie überfordert. Er versucht mir dies und jenes zu erklären aber mir reicht es jetzt. Zu viel Wirrwarr. Ich drücke jeder Partei 500 Rupies (6€) in die Hand und bereite meine Abreise vor. Ich will vor 10 Uhr los - wegen der Hitze. Der Schwiegersohn will trotzdem noch Roties (rundes Brot) für mich machen... Ich muss mich fast losreißen 😄😅.
Aber dann ist es geschafft und er wünscht mir eine gute Reise "Bye Joseph! Have a save journey". Mein Herz erweicht und ich freue mich. Um kurz nach zehn begebe ich mich auf den Weg und folge den Anweisungen: "Links halten und dann kommt ein Pfad den du gehen kannst h einfach den Fußspuren folgen"
... 💪😁Read more














