Zu Fuß unterwegs (4) - Phugtal Monastery
4 luglio 2023, India ⋅ ⛅ 4 °C
Ich laufe fröhlich den einsamen Pfad entlang und glaube daran, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Zumal ist vor mir ja der Amerikaner, den ich in homestay in Padum kennengelernt habe, hier zusammen mit einem Mönch langgelaufen. Er ist kein Trekkingexperte. Muss also für mich passen.
Kurz vor meinem Ziel - also nach 2 Stunden - wird der Pfad schlechter. Zudem sehe ich die Mönche auf der anderen Seite des Flusses laufen. Ich frage mich ob ich hier wirklich richtig bin. Nachdem ich drei kleinere "Landslides" (Erdrutsche ?) überwunden habe und am vierten angstvoll gescheitert bin, reicht es mir. Es leuchtet mir ein... Ich muss zurück und auf die andere Seite des Flusses. Zurück nach Cha? Oh nein, bitte nicht! 😅
Jetzt wo ich weiß, dass dies nicht der reguläre Pfad ist, wirken die Hindernisse auf dem Weg - die ich vorher selbstverständlich überwunden habe - viel gefährlicher.
Nach einiger Zeit schaue ich vom Pfad aus nach unten wo die staubige Straße wieder beginnt. Ich sehe drei Starßenarbeiter. Einen erkenne ich vom Hinweg: er: "you are back?", ich: "Yes, I had to come back because the path is blocked." Er:" You have to go on the other side, this way is dangerous 😅".
Ja, danke, das habe ich jetzt auch bemerkt. Sie winken mich zum Essen runter. Ich antworte, dass ich keine Zeit habe und laufe weiter - es ist bereits Nachmittag. Ich beschließe es trotzdem noch heute bis nach Phugtal zu schaffen. Zurück nach Cha wäre...mmm naja ... nur die Notlösung 🫣😅.
Nach ein paar Minuten hupt es und ich erkenne den einen Straßenarbeiter im Auto wieder. Ich klettere hinunter auf die sandige befahrbare Straße und bin dankbar, dass ich nicht den ganzen Weg wieder zurück laufen muss. Er kommt aus Dheli, hat ein 9 Monate altes Baby und ist Muslim. Er fragt nach einem Selfie und ich verhandle, dass er mich dafür bis zur Brücke fährt 😄. Hier treffe ich auf einen Jeep und bekomme eine Mitfahrgelegenheit für einen weiteren Kilometer. Ich spare mindestens 8 km. Danach muss ich nochmal 2 Stunden laufen. Diesmal ist der Pfad einfach, mir kommen Menschen entgegen und es läuft sich viel gelassener. Von hier aus schaue ich auf die andere Seite und sehe die vielen weiteren Stellen an denen mein vorheriger Pfad regelrecht zerstört ist. Ich pausieren und bin froh jetzt auf dieser Seite zu sein und nicht aus Ehrgeiz heraus den schwierigen Pfad weitergegangen zu sein. Der weitere Abschnitt wäre noch gefährlicher geworden. Irgendwann will man dann aus Angst wahrscheinlich weder vor noch zurück. Ich male mir aus was hätte passieren können und bin dankbar für die innere Stimme, die mir heute gutmütig gesonnene Natur und meine Schutzengel.
Erleichtert und etwas erschöpft komme ich in Phugtal an. Ein Mönch sitzt vor dem Guesthouse und ich setze mich zu ihm. Wir tauschen ein paar Blicke und atmen gemeinsam. Er kann hellsehen und fragt ob ich aus Deutschland komme 😄. Ich bekomme Mittagessen und ein tolles Zimmer mit echtem Klo und fließendes Wasser - welch Luxus! Ich realisieren das ich mich schon mehrere Tage nicht richtig waschen konnte. Ein paar komische Stiche finde ich auch an meinem Körper... Als ich mich wasche fallen drei kleine schwarze hüpfende Tierchen von mir ab 😅.
5€ am Tag inkl. Vollverpflegung in einer angenehmen Atmosphäre. Ich freue mich wirklich jetzt hier zu sein und bin erleichtert. Am selben Abend bekomme ich noch ein Energieschub und laufe einen Pfad oberhalb des Klosters entlang. Welch ein faszinierender Ausblick - Berge und Täler in der Abendsonne ! Glücksgefühle am Leben zu sein, erfüllen mein Herz. Passend ist auch der Spruch, den ich im Guesthouse auf einem gemalten Bild lese: "Because you are alive everything is possible!" 🧡☺️🧡
In der Unterkunft treffe ich auf Jose, einen Franzosen, der mit einem Guide unterwegs ist und wir tauschen spannende Infos über Zanskar aus. Am Morgen gehen wir gemeinsam ins Kloster in der Hoffnung die Mönchgesänge zu erleben. Aber das findet hier nicht statt. Auch die besagte heilige Höhle die vom Guru Padmasambava als Einsiedlerei genutzt wurde, dient heute eher als Lagerort für Holz und Co. Mm, schade! Der Guide erzählt mir, dass die Tradition dieses Klosters nicht sehr bekannt für Meditation ist (es gibt verschiedene buddhistische Traditionen und Praktiken).
Hier fühlt es sich alles sehr locker, etwas touristisch und offen an. Dennoch das Felsenkloster und die umliegende Landschaft sind beeindruckend. Ich frage mich nur wo wohl die "echten" Mönche - Tantriker - zu finden sind. Wahrscheinlich irgendwo in den Bergen in solitude..
Wir gehen zurück und essen Frühstück. Es gibt Honig und Marmelade 😋. Dann geht es für Jose weiter. Ich bleibe ein paar Tage hier und will die umliegende Natur erkunden, über Brücken laufen, auf die Anhöhungen klettern und die besondere natürliche Atmosphäre hier für die innere Einkehr nutzen. Auf den von hier aus 10-stündigen Trek in ein abgelegenes Dorf, verzichte ich jetzt lieber ✌️😉.
Danach möchte ich auf direkten Weg per Anhalter zurück nach Padum und zu meiner muslimischen Gastfamilie ☺️🫶. Der Vater hat mir schließlich den gemeinsamen Ausflug nach Dzongkhul - ein wirkliches Meditationskloster - versprochen. Meinen buddhischen Namen habe ich übrigens von genau dieser Tradition erhalten, wie ich nun erfahren habe. Es ist also ein "Muss", diesen Ort noch zu besuchen 🧡☺️✨🫶🌍🌺🕉️✌️.Leggi altro





















