Puerto Viejo
20. december 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 28 °C
Dies ist eine kleine Geschichte meines Versuchs, etwas Cooles zu schaffen und wie es dann nicht geklappt hat.
Als Fabiola vor einigen Jahren mit ihrem damaligen Freund in Deutschland zu Besuch war, hatte dieser mir die folgende Idee in den Kopf gesetzt: In Costa Rica kann man sich den Sonnenaufgang auf der Ostseite des Landes über dem Atlantik, bzw. der Karibik angucken, um dann tagsüber das gesamte Land einmal zu durchqueren und sich den Sonnenuntergang an der Westküste über dem Pazifik anzugucken. Diese Idee hat mich jahrelang nicht losgelassen und so nahm ich mir vor, das nun, da ich in Costa Rica bin, anzugehen.
Fabiola war das zu viel Fahrerei und sie hatte Bedenken wegen dem Verkehr in der Vorweihnachtszeit, weil gleichzeitig schon Schulferien sind und so auf den ohnehin schon vollen Straßen extra viel los ist. Ich wollte es dennoch versuchen und so lieh ich mir für einen Tag einen Leihwagen am Flughafen von San José aus. Mit der Unterstützung von Fabiola hatte ich noch versucht, ein Motorrad auszuleihen, doch die waren entweder zu teuer oder alle schon ausgebucht.
Die etwa 250 km bis in das kleine touristische Örtchen Puerto Viejo führten mich zunächst über eine Passstraße aus der Hauptstadt des Landes hinaus. Die Strecke durch die Berge war wirklich schön zu fahren, auf beiden Seiten der Straße wurde das dichte Grün der hohen Bäume und exotischen Pflanzen nur von dem ein oder anderen Fluss unterbrochen, die sich schmal durch breite steinige Flussbetten gruben. Es folgte ein Stück recht gerade, gut ausgebaute vierspurige Straße, die eher langweilig durch den ein oder anderen kleinen Ort und größere Stadt hindurchführte. Gezeichnet von sämtlichen Fast-Food-Restaurant-Ketten und großen Werbetafeln – mal wieder sehr US-amerikanisch, wie ich finde. Auf den letzten 100 km änderte sich die Landschaft stark. Es war sehr flach und die Berge und Städte wichen riesigen weitläufigen Bananenplantagen auf beiden Seiten der Straße.
Im schönen AirBnB angekommen, genoss ich nachmittags noch etwas Sonne und das lauwarme Karibikwasser am Strand, direkt hinter dem Haus. Abends lief ich am Strand in das Zentrum des Örtchens, fand ein karibisches Restaurant mit guten Rice&Beans-Gerichten mit Shrimps in Kokosnuss. Dazu schaute ich mir das Finale der Playoffs an ind fieberte für Saprissa mit. Die erste Halbzeit im Restaurant, die zweite in einer Bar um die Ecke. Hier war es so voll, dass die Leute bis auf der Straße standen. Die Stimmung war geladen und wurde ein sehr spannendes Spiel mit richtig guten Toren, das Saprissa am Ende leider verlor - zur Freude der meisten anwesenden, denn hier unterstütze man den anderen Verein.
Ich ging zurück zur Unterkunft und zeitig ins Bett, denn am nächsten Morgen wollte ich mir ja den Sonnenaufgang anschauen. In der Nacht lief dann irgendwas schief... das Haus war sehr Luftig und es wurde doch recht kühl, so nahe am Meet. Ich wachte mehrfach schweißgebadet auf mit einem sehr rauen und entzündeten Rachen... Den Sonnenaufgang sah ich zwar am Strand, leider war aber eine lange Landzunge davor und so sah ich die Sonne nicht über dem Meer, das war schon mal ungünstig, aber halb so wild. Schlimmer war mein Hals und mein angeschlagener Zustand. Die Rückfahrt nach San José war dementsprechend nur okay und ich war froh, ohne viel Stau durchzukommen.
Fabiola sammelte mich beim Autoverleih ein und wir fuhren in den Norden des Landes, wo wir im Haus der Oma Weihnachten mit einem Teil ihrer Familie verbringen wollten. Ich schlief die gesamten 3,5 Stunden Fahrzeit durch und verpasste so alles, was es auf dem Weg zu sehen gab. Angekommen ging ich direkt ins Bett und wollte auch zum Sonnenuntergang nicht mehr an den Strand... Das wären nochmal etwa 45 Minuten Fahrt in eine Richtung gewesen und mir war es wichtiger, mich zu schonen, schnell gesund zu werden, um dann Weihnachten genießen zu können. Leider hatte ich trotzdem noch zwei Nächte mit erhöhter Temperatur zu käpfen und mein Hals erholte sich nur langsam, was mir jeglichen spaß am trinken, essen und reden nahm.
Tja, man kann nicht alles haben... doof gelaufen, so bleibt dieser Traum von der Amerikaüberquerung an einem Tag vorerst offen, aber nicht abgeschrieben. Wenn ich mal wieder nach Costa Rica komme, nehme ich das ganz bestimmt nochmal in Angriff.Læs mere










RejsendeSo hast du einen guten Grund nach Costa Rica zurück zu kommen. 😃 man sollte sich immer etwas für das nächste Mal aufheben 😊
LKuppersGenau 😃
Rejsende
😅