• Am Dart River

    11–13 gen, Nuova Zelanda ⋅ 🌧 11 °C

    Der heutige Tag sollte wieder ein verregneter werden und wurde daher kurz. Morgen sprang ich schon bei Nieselregen in den eiskalten Lake Whakatipu. Um Altglas zu entsorgen und die Vorräte aufzustocken, fuhren wir nach Queenstown. Ein interessantes Örtchen – die Vororte ziehen sich entlang der Ufer des mittleren Knicks des Sees. Es gibt ein Zentrum, das sehr touristisch ist, und ein Stückchen weiter ein Industriegebiet mit großen Geschäften und einem Flughafen.

    Dann ging es weiter den blitzförmigen See am Ostufer Richtung Norden entlang. Hinter Glenorchy überquerten wir den Dart River, der den See am nördlichen Ende speist, mit zwei Brücken und gelangten über die teils überschwemmte Schotterpiste die letzten Kilometer bis zum Parkplatz am Beginn des Glacier Burn Tracks, den wir eigentlich noch ein Stückchen wandern wollten. Direkt zu Beginn führte dieser durch einen Bach, der aufgrund des konstanten Regenwetters zu einem guten Strom angeschwollen war. Hier war nicht durchzukommen. Auch die Wiesen auf der anderen Seite der kleinen Autobrücke waren überschwemmt. Dazu wurde der Regen wesentlich weniger, bzw. im 15-Minuten-Takt gab es kleine, aber intensive Schauer.

    Wir verbrachten den Nachmittag zur Abwechslung mal an den Handys im Bett des Campers liegend. Abends gingen wir 20 Minuten entlang des Flusses und hätten eigentlich auch noch eine größere Wanderung starten können, doch es war Regen angesagt, der aber ausblieb. Auch draußen vor dem Camper aufzuhalten oder zu kochen war aufgrund der vielen und wirklich sehr lästigen kleinen Sandfliegen nicht zu denken. Diese belagerten uns und bissen uns zahlreich schmerzhaft in Arme und Beine.

    Wir gingen früh ins Bett und standen am nächsten Tag wieder früh auf. Dieser sollte eigentlich noch verregnet sein, entpuppte sich aber als wirklich schön.

    Auf der wieder anderen Seite des Flusses fanden wir zwei Stellen aus „Herr der Ringe“. Zuerst Dan’s Paddock: wo Gandalf nach Isengard reitet, und ein weiteres Mal den Wald von Lothlórien. Dann gab es noch das aus etwa vier Bauernhöfen bestehende Örtchen Paradise und die Road to Paradise.

    Wir fuhren bis zum Chinamans Bluff, keinem Parkplatz, von dem mehrere Wanderwege in die Berge führen. Hier ging es nicht weiter. Wir trafen auf mehrere Wanderer, die ihre Mehrtagesreise abbrechen mussten, weil ein Erdrutsch den Weg unpassierbar gemacht hatte. Am gleichen Morgen waren sie mit einem Hubschrauber aus dem Tal dahinter evakuiert worden. Silas und ich liefen über das steinige Flussbett des Dart Rivers und ich ließ die Drohne fliegen, bis die Sandmücken zu viel wurden.

    Auf dem Rückweg nahmen wir Owen aus UK, einen der Wanderer, ein Stück des Weges mit und hielten am Diamond Lake für einen Sprung ins kalte Wasser.

    Wieder auf der anderen Seite des Flusses wollten wir die Nacht am Sylvan Campsite verbringen, von wo aus wir bei tollem Wetter den angenehmen Wanderweg zum Lake Sylvan antraten. Sieben schöne Kilometer am Nachmittag bei tollem Licht durch den Wald und zum versteckten See.

    Abends lernten wir unsere niederländischen Nachbarinnen Barbara und ihre Mutter Carola kennen. Wir saßen uns unterhaltend noch lange draußen, bis es dunkel wurde, und blieben noch etwas länger, um den tollen Sternhimmel zu betrachten. So tief in diesem Tal drin, ohne große Städte oder Lichtquellen auf viele Kilometer in der Nähe, war der funkelnde Nachthimmel traumhaft anzusehen. Wir sahen sogar ein paar Sternschnuppen.
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