• Ein Tag zu dritt

    15 gennaio, Nuova Zelanda ⋅ 🌧 18 °C

    Die Seenlandschaft um Queenstown war super sehenswert und gerne wären wir bei gutem Wetter noch ein paar Tage geblieben, auch um mehr wandern zu gehen. Doch wir haben noch was vor und wollen weiter.

    ​Ein paar Hundert Kilometer durch das Inland bis zur Küste und dann weiter in den Norden. Ungefähr 370 sollten es an diesem Tag werden. Doch unterwegs gab es einiges zu sehen und wir sollten nicht zu zweit bleiben. Nach den ersten etwa 50 km im Örtchen Makarora nahmen wir die Anhalterin Joanna aus Jena mit. Sie ist seit über zwei Monaten mit dem Rucksack per Anhalter oder zu Fuß in Neuseeland unterwegs und wollte in die gleiche Richtung, wie wir – letztendlich begleitete sie uns den ganzen restlichen Tag.

    ​Unterwegs hielten wir einige Male an und gingen ein bisschen spazieren oder kurze Strecken wandern, um tolle Orte zu sehen.

    ​Los ging es mit den Blue Pools. Das ist eine besonders klare Flussmündung mit einer Hängebrücke darüber. Silas und ich konnten es uns nicht entgehen lassen, hier ein Eisbad zu nehmen. Das blaue Gletscherwasser aus den umliegenden Bergen hat anfangs auf der Haut gebrannt, bis man sich einigermaßen daran gewöhnt hatte. Einmal bis unter die Brücke schwimmen und ein paar Steine flitschen war trotzdem drin. Joanna war das zu kalt, dafür bekamen Silas und ich ein Bild von uns, wie wir im Wasser glühen.

    ​Wir hielten danach noch an den Fantail Falls, den hohen Thunder Creek Falls und den Roaring Billy Falls, welche in einem weiten, kiesigen Tal lagen. Der Wald dahin hatte mal wieder fantastische Farn-Pflanzen in allen Größen und Formen.

    ​In Haast an der Küste fanden wir einen Foodtruck, dann ging es weiter bis zum Franz Josef Gletscher. Es gibt einige Gletscher in Neuseeland, doch viele davon sind nur per Wanderung zu erreichen. Dieser hier sollte unser erster werden. Es regnete am Nachmittag zwar wieder, aber trotzdem gingen wir vom Parkplatz zu zwei Aussichtspunkten. Die Berge um den Mount Gunn drum herum, sind die Ered Nimrais: Die sieben Leuchtfeuer, die entlang des Weißen Gebirges von Rohan nach Gondor verlaufen und entzündet wurden.

    ​Abends fanden wir das Beach Read Freedom Camping. Joanna entschied sich nicht, statt wie üblich im Wald unter ihrer Plane zu übernachten, diese heute neben unserem Camper aufzuspannen. Es regnete zwar leicht, aber da ist sie etwas extremer unterwegs als Silas und ich. Wir kochten ein einfaches Abendessen und gingen mit einem Bierchen zum Strand. Dort fanden wir die Überreste des Lagerfeuers unserer Campnachbarn und entfachten es mit reichlich Treibholz vom Strand neu.

    ​Ich bin echt froh darüber, dass wir Joanna getroffen haben und sie ein Stück mitnehmen konnten. Sie war eine echte Bereicherung für den Tag. Super interessant, spannend und inspirierend waren ihre Geschichten und unsere vielen Gespräche, die den ganzen Tag lang und abends anhielten, bis das Feuer etwas niedergebrannt war und der Regen zu viel wurde.
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