• Sydney und Abreise Australien

    Feb 14–17 in Australia ⋅ ⛅ 24 °C

    Den Leihwagen hatten wir am Vortag spontan um eine Nacht verlängert, damit wir eine entspanntere Abreise aus den Blue Mountains haben und unser Gepäck direkt zum Airbnb in Sydney fahren könnten, wo wir die letzten drei Nächte in Australien verbrachten. Das im Auto über die Zeit ziemlich auseinandergepflückte, unsortierte Gepäck, die restlichen Lebensmittel und vor allem die leicht nassen Zelte – am Morgen der Abreise hatte es leicht geregnet – in der Bahn transportieren zu müssen, wäre ziemlich unentspannt gewesen.

    Das schicke Airbnb, von Holly gefunden, war nicht weit vom Flughafen und auch günstig gelegen, um nicht allzu lange in die Innenstadt zu fahren. Es hatte eine offene Küche mit Wohnbereich, zwei Schlafzimmer und einen großen Balkon. Sehr modern, aber irgendwie etwas lieblos. Egal, die gute Energie brachten wir mit.

    Von Anfang an war es der Plan gewesen, an diesem Samstag in Sydney auszugehen und ein bisschen Party zu machen. Holly hatte schon ein gutes Event gefunden und war dabei, online Tickets zu kaufen. Vom Camping war ich zunächst dermaßen entschleunigt, dass mir irgendwie nicht so danach war. Der leckere große Nudelteller, den Holly servierte, half da auch nicht wirklich und brachte mich eher dem Bett näher als der Tanzfläche. Letztendlich wollte ich die Chance aber auch nicht auslassen und entschied mich im letzten Moment doch dazu, ein Ticket mit zu kaufen. Eine Dusche und ein bis drei Gläser Wein später ging es los. Es war eine Art underground Rave der Church of Techno – selbstverständlich habe ich dort keine Fotos oder Videos gemacht, es war aber verdammt gut. Die Tickets waren nicht so günstig, dafür durfte, beziehungsweise musste man sich Getränke selber mitbringen, denn es gab keine Bar. Beim dritten DJ des Abends war ich richtig in Fahrt, da fiel Axel und mir auf, dass Holly vielleicht ein bisschen zu viel Wein hatte, und gegen halb 4 machten wir uns auf den Rückweg. Irgendwie fand ich die Ironie hier lustig – Holly war von Anfang an hoch motiviert gewesen und stieg dafür abee sozusagen als erste an diesem Abend aus. Ich musste ein bisschen überzeugt werden und wäre dann doch gerne länger geblieben... na ja, so ist das manchmal.

    Sonntag schliefen wir entsprechend lange, na ja zumindest bis Axel und ich kurz den Leihwagen zurückbrachten und uns danach noch mal ins Bett fallen ließen. Da wir gar nicht so viel in der Stadt vorhatten, wurde direkt der ganze Tag zum Gammeln abgeschrieben, wir bestellten Pizza und gingen nicht mehr raus.

    Montag war dann das Zentrum von Sydney dran. Ich brach etwas früher auf und besuchte das örtliche Accenture-Büro. Ein sehr modernes, schönes Holzhochhaus, wo ich mich hauptsächlich nahe der minimalistischen Kaffeemaschine, die hervorragende Kaffeespezialitäten zaubern konnte, aufhielt.

    Die anderen beiden traf ich beim Opernhaus, und wir fuhren mit der Fähre auf die andere Seite der Bucht nach Manly Beach, auch um vom Wasser aus eine gute Sicht auf die Innenstadt zu bekommen. An der Strandpromenade saßen wir eine Weile in der Sonne, bis wir Joe kennenlernten und uns ziemlich gut mit ihm unterhielten.

    Später saßen wir noch im Royal Botanic Garden und schauten uns die St Mary's Cathedral an, dann war der Tag schon wieder rum und wir fuhren zurück, packten und gingen nicht all zu spät ins Bett, da Axel schon in der Nacht zum Flughafen aufbrechen musste. Mein Flieger ging etwas später, sodass ich noch entspannt mit Holly frühstücken konnte und wir zusammen zum Flughafen aufbrachen. Nachdem auch dieser Abschied gemeistert war, endete meine Zeit in Australien.

    Es waren schnelle und aufregende 3,5 Wochen voller neuer und unerwarteter Eindrücke entlang der Ostküste. Australien ist ein riesiges Land, das zum Entdecken einlädt, und ich komme bestimmt eines Tages wieder, um mehr davon zu sehen. Die Leute sind nett und hier und da ein bisschen verrückt drauf. Es gibt unzählige wunderschöne Strände. Wir sahen Unterwasserwelten, wie man es vielleicht erwartet, die aber dennoch überwältigen. Wir fanden Regenwald, schöne Flüsse und jede Menge Wasserfälle, wie ich es überhaupt nicht erwartet habe. Einzigartige Tier- und Pflanzenwelten, die es nur hier zu finden gibt. Wir haben wirklich alles geschafft, was wir uns vorgenommen hatten, und noch so vieles mehr. Über 7.300 km ist dieser Road Trip lang geworden, und ich konnte jeden einzelnen davon genießen. Ob beim leichten Wegdösen, tief schlafend, als Beifahrer vielleicht mal mit einem Bierchen in der Hand oder als Fahrer, der Axel den Linksverkehr erklärt, Musik hörend, mitsingend und besonders viel mit Axel unterhaltend. Dieser hat mich am aller meisten überrascht. Noch nie hat er so einen großen Urlaub in ein weit entferntes Land gemacht, und ich wusste vorher ja auch nicht so richtig, was ich zu erwarten habe, doch er hat meinen Optimismus noch übertroffen. Offen und neugierig, abenteuerlustig, witzig, dumm verspielt, gut gelaunt und lebensfroh. Mehr hätte ich mir nicht wünschen können, besser hätte es nicht laufen können, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sieht er auch so.
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