• Blue Mountain Camping

    Feb 11–14 in Australia ⋅ ☀️ 31 °C

    Die Blue Mountains sind ein Sandstein-Plateau und Gebirge, etwa 100 km westlich von Sydney. Das Besondere an diesem Gebirge, es steigt nicht aus einer Ebene auf, sondern gräbt sich von einem Plateau zu vielen Richtungen in die Tiefe – ähnlich wie bei einem Canyon. Aus den hier wachsenden Eukalyptus-Wäldern verdunsten Eukalyptusöle in die Luft, welche der Region ihren typisch blauen, leicht nebligen Schimmer und Namen verleihen.

    Die Nachtfahrt beendeten wir etwas eine halbe Stunde vor dem zentralen Örtchen Katoomba, weil die Geschäfte noch nicht geöffnet hatten und wir noch einkaufen wollten. Holly und Axel schliefen ein paar Stündchen im Auto, ich auf einer Picknickbank in der Nähe. Als wir aufwachten, sahen wir, dass wir von Kakadus belagert waren, die ziemlich aufdringlich Essbares von uns verlangten – in der Vergangenheit war diese Strategie offensichtlich erfolgreich gewesen. Putzige Papageien, die durch ausdrucksreiche Körpersprache und witzige Schnabel- und Fußgesten ganz schön clever rüberkommen.

    Um 8 Uhr morgens deckten wir uns beim ALDI mit Vorräten ein, dann fuhren wir zum Old Ford Reserve Campingplatz. Dieser ist einer von mehreren kostenlosen Campingplätzen in der Region. Holly war hier schon gewesen, diesmal allerdings besser ausgerüstet und vorbereitet. Es gibt lediglich eine Toilette – mit Papier dankenswerterweise, dafür kein fließendes Wasser oder Strom. Weil wir früh da waren, hatten wir eine gute Auswahl an Campingplätzen mit Feuerstelle und Picknicktisch im Schatten der großen Eukalyptusbäume. Wir entschieden uns für einen direkt neben dem Megalong Creek, der an einer Seite den Campingplatz eingrenzt.

    Richtig schön entspannend waren die drei Tage und Nächte, die wir hier verbrachten. Im flachen Bach konnte man sich jederzeit herrlich erfrischend abkühlen, wir lagen in der Sonne, im Schatten unter unserer Plane, die wir zwischen den Bäumen und über den Zelten aufspannten, oder in meiner Hängematte. Einfach den Geräuschen des Waldes lauschend oder Musik hörend entschleunigten wir uns von den vielen, vielen Kilometern des Road Trips. Wir hatten uns schon auf das Sternegucken gefreut, das ging gut, allerdings nur in der ersten, klarsten der drei Nächte.

    Über der Glut des Lagerfeuers kochten wir Wasser für Kaffee oder Nudeln auf. Am zweiten Tag fuhren wir kurz zurück in den Ort, um Grillgut zu besorgen und den Echo Point Lookout bei der Felsformation der Three Sisters, eine der bekannten Sehenswürdigkeiten hier, zu sehen.

    Den zweiten Tag verbrachten wir einfach nur am Campingplatz. Als ich so in der Hängematte lag landete ein herabfallendes Eukalyptusblatt direkt auf meinem bauch. Ich rupfte es in kleine Stücke und roch daean. Der Geruch war zunächst so intensiev, dass ich kurz zusammenzuckte - reiner, natürlicher Eukalyptus, ganz ohne die chemische Beinoten, wie man sie zum Beispiel von Süßigkeiten kennt. In der letzten Nacht hörten wir ein Rascheln hinter uns ins der Dunkelheit. Es war einen Gewöhnlichen Ringbeutler, der auf einen Baum kletterte. Mit der Taschenlampe erhaschten wir einen kurzen Blick auf das niedliche Tier, bevor es höher in den Baum kletterte. Etwas später hörten wir einen dumpfen Aufschlag auf dem Boden, als das Tier wieder vom Baum herab sprang und zurück in den Wald verschwand.

    Am Abreisetag hielten wir auf dem Weg nach Sydney bei den Wentworth Falls. Das ist ein dreistufiger Wasserfall mit einer Gesamthöhe von etwa 180 Metern. Der Bushwalk führt zunächst vom Plateau in die Schlucht hinab. An einer flachen Stelle durchquert man den Wasserfall und geht dann durch natürliche oder teils in den Fels geschlagene Wege entlang. Innerhalb der Felsen geht man ein Stück weiter, bis sich beim Fletchers Lookout der Blick auf einen Teil des Wasserfalls eröffnet, an dem er 100 Meter tief hinabstürzt. Der Panoramablick in das Jamison Valley bis hin zum Mount Solitary erinnert an die fliegenden Berge aus Avatar, da der blaue Nebel der Berge und die Gischt des Wassers die Sicht auf die gegenüberliegenden Berge, oft mit großen Felsüberhängen, mal mehr, mal weniger ermöglichen. Einfach nur beeindruckend!
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