• Die Kunst des Kintsugi

    May 31 in Japan ⋅ 🌬 28 °C

    Ich bin am Hotel angekommen, kann aber wie immer erst um 3 einchecken. Das macht aber nichts, denn ich vertrete mir die Beine und lande im Café Sunny.

    Ich bekomme ein köstliches Reisgericht mit einer Suppe dazu. Da fällt mir am Geschirr auf, dass man hier Kintsugi betreibt.

    Die traditionelle japanische Kunst Kintsugi (auch als japanische Goldreparatur bekannt), zerbrochene Keramik oder Porzellan mit Gold zu reparieren stammt bereits aus dem 15. Jahrhundert. Bei Kintsugi werden die wieder zusammengefügten Bruchstellen in der Keramik mit Lack und Gold besonders hervorgehoben. Die kostbaren Goldadern betonen die Schönheit des Unvollkommenen, Zerbrechlichen, die in der japanischen Philsophie einen ganz besonderen Wert haben.

    Kintsugi, ist also eine japanische Technik für die Reparatur von Keramiken, und das genaue Gegenteil des westlichen Umgangs mit zerbrochener Keramik. So versucht die Kintsugi-Technik auch gar nicht, die Bruchstellen zu kaschieren, sondern betont diese sogar durch die Verwendung von Goldstaub und anderen Edelmetallen wie Silber oder Platin, die in den Reparatur-Lack gemischt werden. So entstehen schmale goldene (oder silberne) Bänder, die sich wie Adern durch die Keramik ziehen und deutlich aufzeigen, wo diese einmal zu Bruch gegangen ist.
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