• Adventskessel

    30. november 2025, Venezuela ⋅ 🌬 27 °C

    Erster Advent in der Karibik. Draußen 28 Grad und drinnen keine Spur von Zimt, Tannenduft oder Kerzenschein. Und weil die Heimreise ansteht, galt heute das große Resteverwertungsprinzip: Alles, was nicht mit in den Koffer kann, bekommt Asyl im Adventskessel.

    Aktenlage: aufgetaute Doradefilets als letzte Reserven aus dem Tiefkühlfrieden und Gambas als fluchtbereite Begleitung. Daraus wurde nach drei Stunden Schnippelarbeit ein sehr eindeutiges Ergebnis: sieben bis acht Kilo Mega-Fischsuppe. Das ist weniger „kleine Mahlzeit“ und mehr „Versorgungslage für mehrere Tage“, aber genau darum geht es ja: Reste weg, Stimmung rein; fertig ist die Caldo Caribe.

    Rezept und Vorgehen, so wie ich es heute gemacht habe:
    1. Basis ansetzen: Zwiebeln und Knoblauch fein hacken und in etwas Öl im großen Topf glasig anschwitzen.
    2. Gemüse dazu: Karotten in Scheiben, Paprika gewürfelt, Tomaten klein schneiden. Alles mit anschwitzen, bis es richtig duftet.
    3. Flüssigkeit und Aroma: Mit Wasser auffüllen und einen ordentlichen Schuss Weißwein dazu. Dann Zitronensaft dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
    4. Köcheln lassen: Das Ganze 20 bis 30 Minuten leise köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist und der Sud nach „jetzt wird’s ernst“ schmeckt.
    5. Fisch und Gambas zum Schluss: Doradefilets in Stücke schneiden und erst in den letzten Minuten dazugeben, damit sie saftig bleiben. Gambas ebenfalls am Ende hinein, bis sie gar sind.
    6. Finale: Petersilie hacken und kurz vor Schluss unterrühren. Abschmecken, eventuell noch etwas Zitrone oder Wein nachlegen, je nachdem ob es mehr frisch oder mehr rund sein soll.

    Damit ist der Advent hier offiziell eröffnet: nicht mit Weihnachtsmarkt, sondern mit Karibiktemperatur, Küchenchaos und einem Topf, der sehr klar sagt: Heimreise hin oder her, gegessen wird vorher ordentlich.
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