• Rossini al Sabor Margarita

    7 dicembre 2025, Venezuela ⋅ 🌬 29 °C

    Heute war einer dieser Inselmomente, die nach Aufbruch schmecken und irgendwie passt das perfekt, weil wir morgen zurück nach Europa reisen, um den Jahreswechsel mit der Familie zu erleben. In der Nähe von Pampatar direkt gegenüber vom Rattan Plaza war ich zur kleinen Vorab-Runde einer neuen italienischen Trattoria eingeladen: Rossini. Offiziell eröffnet wird am kommenden Donnerstag und der Gastgeber ist Adrian, ein Freund aus Rumänien, der viele Jahre in Deutschland gelebt hat. Jetzt wagt er den Sprung in die Gastronomie, ein Feld, das für ihn komplett neu ist. Genau das macht es spannend: keine Routine, kein altes Drehbuch, sondern eine klare Idee und viel Energie.

    Sein Konzept klingt erst mal einfach und genau darin liegt die Herausforderung: höchste Qualität mit importierten Produkten aus Italien und trotzdem Preise, die man auf Margarita nicht sofort als Luxusnummer abstempelt. Dazu eine Lage, die kaum besser sein könnte. Rund um Playa El Ángel und Playa Moreno pulsiert das wohlhabendste Stück der Insel und wer hier überzeugt, hat eine echte Chance, sich einen Namen zu machen.

    Auf den Tisch kam zuerst etwas, das sofort gute Laune macht: eine Pinsa, die bereits zeigt, wohin die Reise geht. Viele werfen Pizza und Pinsa in einen Topf, dabei sind es zwei ziemlich verschiedene Welten. Klassischer Pizzateig basiert meist auf Weizenmehl und wird je nach Stil kürzer oder länger geführt, er bleibt aber oft etwas kompakter. Pinsa-Teig dagegen ist in der Regel deutlich stärker hydriert und wird sehr lange fermentiert, oft mit einer Mehlmischung aus Weizen und Reis und teils auch Soja. Das Ergebnis ist leichter und luftiger, außen knusprig und innen weich, häufig in ovaler Form und insgesamt weniger „brotig“. Genau dieses luftige Konzept will Adrian bei Rossini spielen.

    Die „Pinsa-Pizza a la Rossini“ heute war jedenfalls ein Volltreffer: belegt mit frischem Serrano-Schinken und italienischer Salami, dazu ein Pesto, das nicht nur nach Basilikum riecht, sondern richtig nach Italien schmeckt. Salzig, würzig, aromatisch und mit dieser frischen Kräuternote, die alles zusammenzieht. Das war nicht einfach „ganz lecker“, das war gefährlich lecker, weil man automatisch das nächste Stück nimmt.

    Danach Pasta, perfekt auf den Punkt, so wie es sein soll: bissfest und nicht weichgekocht. Dazu eine kräftige Hackfleischsauce, rund und sauber abgeschmeckt, ohne zu überladen. Und wer es anders braucht, bekommt es auf Wunsch sogar vegan, ohne dass es sich wie eine Notlösung anfühlt. Genau diese Mischung aus Qualität und Flexibilität hat heute richtig überzeugt.

    Unterm Strich war das eine Neueröffnungs-Generalprobe, die sich wie ein fertiger Betrieb angefühlt hat. Wenn Rossini dieses Niveau hält und die Pinsa genauso konsequent umsetzt, wird das hier in der Gegend sehr gut funktionieren. Wir drücken Adrian die Daumen und wünschen ihm einen starken Start als Gastronom auf Margarita, viele volle Tische und genau die Art von Publikum, das Qualität erkennt und wiederkommt.
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