Regresamos del paráiso
9. december 2025, Holland ⋅ 🌧 12 °C
Wir machen uns heute auf den Heimweg von der Insel Margarita und hoppen diesmal über Caracas und Curacao nach Amsterdam. Die Route klingt komplizierter als sie ist, denn erstaunlicherweise läuft für uns alles wie am Schnürchen, während um uns herum die meisten Reisepläne in Richtung Europa zu kollabieren scheinen. Wegen den geopolitischen Spannungen rund um Venezuela fallen derzeit viele internationale Flüge aus und einige Airlines wie Turkish Airlines oder Iberia verschieben ihre Verbindungen gleich mehrfach. Man hört an den Gates Geschichten von Passagieren, die schon zum zweiten oder dritten Mal umgebucht wurden, während wir hoffen, dass unser kleines Reiseglück weiterhin Bestand haben wird.
Europa ist von Südamerika aktuell fast abgekoppelt, keine ankommenden Maschinen, keine Rückflüge, außer man setzt auf eine venezolanische Airline. Estellar und Laser fliegen ungerührt weiter, als wäre nichts und bringen die Reisenden zuverlässig von Kontinent zu Kontinent. Unser Laser-Airlines Flug gehört auch zu denen, die funktionieren. Ein kleines Geschenk zur Weihnachtszeit in Tagen wackeliger Flugpläne.
Der Flughafen von Caracas überrascht uns positiv. Außen wurde er komplett renoviert und wirkt fast futuristisch. Innen, im internationalen Terminal, wurden die Bereiche Security, Immigration und Anti-Drogenkontrolle komplett neu gestaltet. Alles ist hell, klar strukturiert und entspricht endlich internationalen Standards. Für uns ungewohnt rauschen wir in einem Tempo hindurch, das man an manch anderem Flughafen gern als Premium-Service verkaufen würde. Das Personal ist entspannt, freundlich und wirkt fast so, als wäre heute ein Feiertag ohne Gäste.
Geschlafen haben wir übrigens in einer kleinen Pension unweit vom Flughafen. Sauber, ruhig und mit einer Küche, wie man sie sich unterwegs nur wünschen kann. Nichtmal ein Shuttle brauchten wir, in weniger als einer halben Stunde ist man zu Fuß da. Voll ausgestattet, sogar mit einigen Lebensmitteln in den Schränken. Da direkt nebenan ein Supermarkt lag, haben wir gestern Abend noch eingekauft und uns heute Morgen ein richtig gutes Frühstück gegönnt. Alles unkompliziert, nah, angenehm und erstaunlich günstig. In Fußreichweite zu den Terminals, was die Rückkehr zum Terminal zusätzlich erleichterte.
So beginnt für uns die Rückreise mit einer fast unverschämten Portion Gelassenheit, während sich überall kleine Reise-Dramen abspielen; wir haben noch das Inselglück im Gepäck!
Nach Caracas - am nächsten Morgen - landen wir zur Mittagszeit in Curacao, kaum, dass wir in Caracas richtig abgehoben hatten. Elias schaut sich um und grinst breit, als hätte jemand heimlich die Welt auf HD umgestellt:
Erste Feststellung: endlich wieder Klopapier auf dem Klo. Zweite Feststellung: das Wasser kommt aus dem Hahn mit einer Kraft, die auf Margarita glatt als Naturereignis gelten würde. Und dann die Krönung, der Moment, in dem Elias kurz sprachlos wird: ein Dyson-Händeföhn. Ein Gerät, das deine Hände nicht einfach trocknet, sondern dich für drei Sekunden daran zweifeln lässt, ob du nicht vielleicht doch in einem futuristischen Spa stehst.. Und wir merken plötzlich, wie relativ Komfort ist. Zwischen einfachem Inselleben und Technikluxus liegen manchmal nur 35 Flugminuten. Von hieraus geht es weiter nach Amsterdam; Caribe hoy - Europa mañana!
Adiós, Margarita, Perla del Caribe - Volveremos pronto!Læs mere












