Unterirdisch gut
August 6 in Spain ⋅ ☀️ 33 °C
Mallorcas schönste Geheimnisse liegen nicht immer am Meer – manchmal verbergen sie sich tief unter der Erde. Bei unserem Besuch der Cuevas de Gènova steigen wir hinab in eine faszinierende Welt aus Stalaktiten, Stalagmiten und bizarren Kalkformationen, die Tropfen für Tropfen über Hunderttausende von Jahren entstanden sind. Die Höhle gehört zu den nur fünf öffentlich zugänglichen Tropfsteinhöhlen der Insel: Cuevas de Gènova, Cuevas del Drach, Cuevas dels Hams, Cuevas d’Artà und Cuevas de Campanet. Tatsächlich gibt es auf Mallorca mehr als 5.200 bekannte Höhlen – die allermeisten befinden sich jedoch in Privatbesitz und bleiben der Öffentlichkeit verborgen.
Entdeckt wurden die Cuevas de Gènova im Jahr 1916 eher zufällig bei Brunnenarbeiten. Für Besucher geöffnet wurden sie allerdings erst in den 1930er-Jahren – auf Initiative der Amerikanerin Natasha Rambova. Die außergewöhnliche Frau war weit mehr als nur Schauspielerin: Als Kostüm- und Bühnenbildnerin prägte sie das frühe Hollywood, war mit Stummfilmstar Rudolph Valentino verheiratet und entwickelte später eine große Leidenschaft für Kunst, Geschichte und Archäologie. Während ihrer Zeit auf Mallorca erkannte sie das touristische Potenzial der Höhle und setzte sich dafür ein, dieses Naturwunder für Besucher zugänglich zu machen.
Schon nach den ersten Metern verändert sich die Atmosphäre. Es wird angenehm kühl, das Licht setzt die Kalkgebilde eindrucksvoll in Szene, und hinter jeder Biegung eröffnet sich ein neuer Anblick. Mal wachsen hauchdünne „Steinvorhänge“ von der Decke, mal ragen meterhohe Stalagmiten wie Skulpturen aus dem Boden. Erstaunlich ist vor allem die Dimension der Zeit: Was hier zu sehen ist, wächst oft nur wenige Zentimeter in tausend Jahren. Plötzlich wirken selbst lange Urlaubsplanungen ziemlich hektisch.
Nach diesem Ausflug steht für uns fest: Mallorca begeistert nicht nur mit Buchten, Bergen und Stränden. Wer sich auch einmal unter die Oberfläche wagt, entdeckt eine völlig andere, stille und fast mystische Seite der Insel.Read more



























