Vater, Ehemann, Trainspotter, Fotograf, Leuchtturmliebhaber, Sci-Fi-Nerd, Autor, Geocacher, OMD-Devotee, Buffetfräse.
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  • Day21

    Rückflug

    July 11, 2009 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    Und schließlich fliegen wir erneut über den Atlantik Richtung Heimat. Mit Delta Air 8553 geht es um 15.30 Uhr (10. Juli) vom LAX-Terminal 2 in einer Boeing 777 los. Nach zehneinhalb Stunden landen wir um 11 Uhr am Pariser Flughafen Charles de Gaulles. 13.10 Uhr geht es dann von hier aus weiter, diesmal mit der Air France 1906 – einem Airbus A 320 – in einer Stunde und 15 Minuten bis nach Düsseldorf. Europa hat uns wieder! Und das war es dann auch. Unser zweiter gemeinsamer USA-Urlaub ist beendet.Read more

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  • Day20

    Music Box Steps

    July 10, 2009 in the United States ⋅ ☀️ 24 °C

    Erinnert sich noch jemand an diesen herrlichen Film?

    Dick und Doof in ihrem Klassiker THE MUSIC BOX aus dem Jahre 1932. Szenen aus diesem Film wurden auch in der deutschen »Dick- und Doof«-Bearbeitung im Vorspann verwendet. Ich kann mich heute noch wegschreien, wenn ich den Film sehe. Laurel und Hardy arbeiten als Spediteur und müssen ein Klavier die steile Treppe hinaufschaffen. Am Ende gipfelt natürlich wieder alles in einer großen Katastrofe. Und warum zeige ich das an dieser Stelle? Die Treppe an der Vendome Street gibt es auch heute noch! Die Freifläche links ist heute natürlich längst bebaut, es gibt jetzt ein Geländer und auch der Hauseigentümer rechts hat ein paar Dinge verändert, aber sonst erinnert die Szenerie frappierend an den Film von 1932. Auch die Verkehrsinsel mitten in der Straße und andere Details lassen sich noch bestens im Film wiedererkennen.

    Von Anfang an: Unsere Koffer sind reisefertig gepackt und im Wagen verstaut. Bis wir gegen 15 Uhr abfliegen, haben wir doch noch einige Stündchen Zeit, die wir für etwas »Reste-Sightseeing« verwenden. Zuerst fahren wir also zu den Music Box Steps (siehe oben), danach durchfahren wir noch Beverly Hills und Bel Air. Wir haben uns für einige Dollars doch glatt eine der Touristen-Nepp-Star Maps gekauft, die anzeigen, wo die ganzen Stars wohnen (sollen). Am »Monovalle Drive 100« stapeln sich die Blumenkränze der Fans vor dem (letzten) Haus von Michael Jackson. Ruhig und beschaulich schaut Stone Creek Road 801 aus, dem Haus von Leonard Nimoy.

    Sogar einen Leuchtturm schaffen wir noch im Süden der Riesenstadt. Der 1874 gebaute »Point Fermin«-Holzturm ist schon seit 1941 nicht mehr als Seezeichen aktiv und erinnert an die große Zeit des Leuchtturmbaus in den USA.

    Gegen 13 Uhr geben wir pünktlich unseren Hyundai wieder bei Budget ab, nachdem der Wagen 4.500 Kilometer auf der Uhr hat. Wir poltern mit dem Gepäck zum bereitstehenden Shuttle Bus und fahren zum Flughafen. Bald darauf sitzen wir in einer Delta-Air-Maschine, mit der es in zehneinhalb Stunden über den großen Teich bis nach Paris geht.
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  • Day19

    Norman Bates letzte Leiche

    July 9, 2009 in the United States ⋅ 25 °C

    Unser letzter richtiger Urlaubstag vor Ort. Für heute haben wir einen Besuch der Universal Studios vorgesehen. Ich bin gespannt, denn auch 1996 habe ich diesen Filmpark schon besucht und war damals nicht so begeistert. Aber es hat sich auch hier viel getan, und so lassen wir uns überraschen, was es hier mittlerweile zu sehen gibt.

    Von der Machart her ist dieser Park in etwa mit dem Movie Park in unserem heimischen Bottrop oder den Babelsberger Filmstudios zu vergleichen. Es sind also durchaus echte Filmstudios hier angesiedelt, doch nebenan läuft auch der Freizeitpark zu verschiedenen Filmthemen auf Hochtouren. Heute gibt es »nur« ein paar Schnappschüsse unseres kleinen Ausflugs zu sehen, denn wir haben natürlich nicht die ganze Kameraausrüstung mit auf die Wildwasser- und Achterbahnen genommen. Erwähnen müssten wir noch, dass wir den Park mit der Metro in nur zehn Minuten Fahrt erreichen konnten. Die Metro in LA gefällt uns immer besser!

    Bei Universal werden natürlich auch nur die von Universal produzierten Filme gezeigt, darunter viele »Props« aus den Filmen. Neben dem berühmten De Lorean aus den »Zurück in die Zukunft«-Filmen gab es auch ein Mr.-Bean-Auto zu sehen und mehrere Requisiten aus »Jurassic Park«. Spektakuläre Katastrophen bilden die Hauptkulisse für die Besucher des Parks: Kleine Naturphänomene wie Überschwemmungen werden hier genauso im Zehn-Minuten-Takt reproduziert wie Haiangriffe und Flugzeugabstürze. Spannend war das Originalhaus aus »Psycho«. Die Fotos der Flugzeugwrackteile stammen aus der 2005er-Verfilmung von »Krieg der Welten«.
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  • Day18

    Tehachapi Loop

    July 8, 2009 in the United States ⋅ 24 °C

    Unser letzter Morgen in Tehachapi. Heute steht nichts weiter an, außer unserer Rückfahrt nach Los Angeles in unsere altbekannte Travelodge. Da wir nun eigentlich nicht unter Zeidruck stehen, können wir den Vormittag auch noch für ein paar »Erledigungen« am Tehachapi Loop nutzen. Dort liegt nämlich ein Geocache, der nach Cachermaßstäben schon fast als »historisch« einzustufen ist. Der »Tehachapi Treasure« wurde im März 2001 gelegt. Schwer zu finden ist er nicht, aber man muss die Bahngleise am Loop queren. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass heutzutage beim Auslegen eines neuen Caches ein Mindestabstand von 45 Metern zu jeder Art von Gleisanlagen eingehalten werden darf – von dem Betreten »verbotener Wege« mal ganz abgesehen. Warum ausgerechnet heute Hochbetrieb am Loop herrscht, ist uns mal wieder nicht klar. Ausgerechnet an der Stelle, wo wir über die Gleise springen wollen, steht ein langer Güterzug im Streckengleis, auf dem Ausweichgleis ein Rottenkraftwagen mit Arbeitern, die sich mit den Lokführern angeregt unterhalten. Hier ist jetzt also kein Rüberkommen. Wir fahren etwas weiter und nehmen erleichtert zu Kenntnis, dass sich der Güterzug dann in Bewegung setzt und im Schneckentempo die starke Steigung in Angriff nimmt. Der Zug wird fotografiert, wir fahren zum Cache, finden ihn und nehmen noch zwei Züge auf, die direkt anschließend ebenfalls die Korkenzieherschleife bezwingen wollen. Es ist einfach ein unglaubliches Schauspiel!Read more

  • Day17

    General Sherman

    July 7, 2009 in the United States ⋅ 25 °C

    Heute klingelt mein Wecker schon um 6.30 Uhr. In Windeseile verlasse ich unser La Quinta-Hotel und brause mit dem Wagen zum Tehachapi Loop. Heute muss es doch endlich mit den Fotos klappen! Der Zufahrtsweg zum Fotofelsen ist mit etwas Vorsicht zu genießen, der Hyundai droht mehrere Male aufzusetzen. Und tatsächlich komme ich eine gute Minute zu spät... ein Zug schraubt sich bereits den Loop herab. Da eine solche Fahrt aber mehrere Minuten dauert, kann ich zumindest noch einige »Not-Motive« machen, denn die Loks befinden sich noch in der Wendel.

    Dann geht es zurück ins Hotel, wo wir erst einmal das Frühstück mitnehmen. Nach dem Packen unserer Sachen satteln wir die Pferde. Wieder geht es über die 58 nach Bakersfield, diesmal aber von dort aus in Richtung Norden zum Sequoia National Park. Hier stehen die eindrucksvollsten und größten Bäume des gesamten Erdballs. Obwohl dieses Ziel anfangs nicht auf unserer Liste steht, sehnen wir uns nach dichtem Wald – tagelang nur Wüste, das kann auf die Nerven gehen!

    Die kleine Straße in den Nationalpark windet sich durch die malerischen Wälder. Schon entlang der Zufahrtsstraße stehen Bäume, dessen Ausmaße wir uns als Nordeuropäer kaum vorstellen können. Natürlich besuchen auch wir einige der Attraktionen, wie den Tunnel Log – die »Höhle« durch einen umgestürzten Baum – oder den »General Sherman«. Obwohl nur rund 35 Meter hoch, gilt er als größter Baum der Erde. Sein Durchmesser beträgt offiziell 30 Meter, und jedes Jahr kommen auch jetzt noch vier Zentimeter hinzu. Und das, obwohl der Baum offiziell als tot gilt. Das Bild mit uns vor demBaumriesen haben übrigens nette Schweizer gemacht.

    Die Fahrt dauert nicht ganz drei Stunden, für eine Richtung wohlgemerkt. Wieder kommen wir erst am späteren Abend ins Bett in Tehachapi.
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  • Day16

    James Deans letzte Fahrt

    July 6, 2009 in the United States ⋅ ☀️ 24 °C

    Am Abend des 30. September 1955 kam James Dean an einer Straßenkreuzung zwischen Highway 41 und 46 bei Choclame, irgendwo auf halbem Wege zwischen Los Angeles und San Francisco, ums Leben, als ihm ein unsicherer Autofahrer die Vorfahrt nahm. Die Legendenbildung um dieses Ereignis hält teilweise bis heute an.Wir hatten mit James Dean schon am Griffith Observatory ganz am Beginn unseres USA-Aufenthalts zu tun. Vor allem Maikes Wunsch war es aber auch, zu jener berühmten Kreuzung zu fahren, doch das ließ sich in unsere anfängliche Routenplanung aus Zeitgründen nicht einbauen, obwohl wir gar nicht allzu weit von dieser Stelle entlang der Küste fuhren. Nun, von Tehachapi aus, ließ sich das als kleiner Tagesausflug bequem mit zwei Stunden Fahrzeit für jede Richtung machen.Doch der Tag sollte erst einmal ganz anders beginnen. Schließlich haben wir unser Quartier am berühmten Tehachapi Loop, der Eisenbahnschleife, aufgebaut, und da müssen wir morgens ja erst einmal nach dem Rechten sehen! Also machen wir uns auf zum Loop und finden diesen Dank bester Ausschilderung dann auch sofort. Auf einem kleinen Berg machen wir es uns bequem. Von hier aus bieten sich direkt zahlreiche Fotomöglichkeiten auf Güterzüge aus beiden Richtungen, so dass wir nur warten müssen. Herrlich!Nach einer Stunde des Brütens in der Sonne kam immer noch kein Zug. Statt dessen macht mir der Rottentrupp, der sich unten im Gleis die Strecke ansieht, etwas Sorgen. Die werden doch nicht die Eisenbahnlinie gesperrt haben? Schließlich hatten wir die ganze Nacht durch deutlich die Güterzüge an der Strecken hören können. Es hilft nichts – die Zeit verstreicht, und es führt zu nichts. Also machen wir uns auf den Weg nach Choclame. Über Bakersfield geht es durch recht flache, aber interessante Landschaft – dorthin, wo James Dean starb.Bei Choclame finden wir die Kreuzung sofort. Heute sind das breite Straßen, damals waren es noch schmale Kopfsteinpflasterpisten. An der »James Dean Memorial Junction« hängen auch einige Dean-Devotionalien von zahlreichen Fans aus aller Welt. Der "Ort" selbst besteht, wie so oft, nur aus drei Häusern und einem Diner. Hier gönnen wir uns erst einmal wieder einen köstlichen Erdbeershake, einen Salat und einen Hamburger. Das nahe Ende des Urlaubs vor Augen, müssen wir seufzen – nun haben wir uns endlich richtig eingelebt, da sind die drei Wochen auch bald schon um.Habe ich schon erwähnt, dass wir jede Menge Geocaches hier notiert haben? Da wir keinen strammen Zeitplan mehr haben, haben wir endlich genügend Zeit, uns genüsslich die ganzen schönen Verstecke der amerikanischen Geocacher anzusehen. Und so finden wir heute auch ganze 16 Geocaches – in Baumwurzeln, in Regentonnen, auf Bäumen, unter Steinen, an Geländern. Ein toller Tag, wie er nicht schöner sein kann.

    Dann geht es wieder gemütlich zurück, wieder über Bakersfield nach Tehachapi. In der Abenddämmerung verwandelt sich die Sonne in einen glutroten Feuerball am Himmel, die Luft ist unbeschreiblich klar, wie wir es in Europa kaum kennen. Wieder schauen wir noch einmal bei Tehachapi nach dem Rechten. Nun kommt das Abendlicht von der anderen Seite, alles sieht wieder ganz anders aus. Und wir haben Glück: Ein Zug kommt. Zwar nur ein Lokzug, bestehend aus acht (!) Lokomotiven, aber immerhin. Wir können zusehen, wie der Lokzug sich einmal um die eigene Achse dreht und sich die starke Steigung hinaufquält. Enjoy the ride!
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  • Day15

    Get your kicks on Route 66!

    July 5, 2009 in the United States ⋅ ☀️ 34 °C

    Well if you ever plan to motor west,
    Just take my way , that's the highway that's the best.
    Get your kicks on Route 66.

    Well it winds from Chicago to LA
    More than two-thousand miles all the way.
    Get your kicks on Route 66.

    Was Nat King Cole vor vielen Jahrzehnten besang (und Depeche Mode 1988 coverten), haben wir uns heute auch auf die Fahne geschrieben. Nach zwei Nächten in Kingman bin ich soweit wieder genesen, dass wir weiterfahren können. Wir haben nur noch wenige Tage Urlaub vor uns, und so planen wir die nächsten Etappen mit weit weniger Programmpunkten. Wir wollen nach Tehachapi, wo wir den Ort als Stützpunkt für zwei Tagesausflüge nehmen. Von dort aus können wir dann am 8. Juli bequem wieder zurück nach Los Angeles fahren. Für uns heißt das, dass es nun stramm Richtung Westen geht. Wir könnten die Interstate 40 nehmen, doch entscheiden wir uns auf einigen Abschnitten auch für die klassische Route 66, die größtenteils parallel verläuft. Die Straße befindet sich leider in einem eher bedauerlichen Zustand.

    Well it goes through St. Louie,
    down to Missouri,
    Oklahoma City looks oh so pretty.
    You'll see Amarillo, Gallup, New Mexico
    Flagstaff, Arizona, don't forget Winona,
    Kingman, Barstow, San Bernardino.

    Won't you get hip to this timely tip,
    And think you'll take that California trip,
    Get your kicks on Route 66,
    Get your kicks on Route 66.

    Neben der Atmosphäre der legendären alten Straße ist es nicht zuletzt auch die nahe Bahn, die die Tour für mich so interessant macht. Auch deshalb, weil ich an vielen Stellen bereits vor 13 Jahren einmal war und mich ein klein wenig auskenne. Die langen Güterzüge sieht man in der weiten Landschaft oft schon eine Viertelstunde vorher. Die diversen Geocaches, die wir hier auch finden, gab es damals natürlich aber noch nicht (Geocaching ist erst seit 2000 möglich).

    Der erste Abschnitt geht erst einmal über die I40 auf Needles zu. In Topock erreichen wir wieder Kalifornien und haben hier tatsächlich eine Art Grenzkontrolle. Der nette Mann in Uniform muss lachen, als ich auf die Frage, wo wir herkämen, mit »Germany« antworte. Nein, die Stadt in Arizona meine er und ist mit »Kingman« als Angabe sehr zufrieden. »Äuff Wieedasäähnn» schnarrt er, und wir fahren glücklich weiter.

    Hinter Needles biegen wir auf Highway 95 ab und fahren bis zum bekannten Bahnübergang bei Arrowhead Juction, dort auf die Goffs Street Richtung Westen. Hier befinden wir uns wieder auf der klassischen Route 66. Während wir mit 65 Meilen in der Stunde durch die Wüste brausen, entdecken wir vor uns auch einen Güterzug auf dem benachbarten Gleis. Besser noch, gleich zwei. Wir werden Zeuge einer fliegenden Überholung zweiter Züge und ich trete ordentlich auf das Gas, um parallel nebenher zu fahren. Wir fahren den Zügen voraus, bis wir Goffs erreichen. Hier habe ich eine gute Minute Zeit, dann senken sich die Schranken und der schnellere der beiden Züge brettert durch. Kaum ist der verschwunden, folgt der zweite auf dem anderen Gleis.

    Maike hat ein kleines Video der Zugvorbeifahrt gedreht, das hier zu sehen ist. Es dauert insgesamt dreieinhalb Minuten, bis der Zug den Bahnübergang passiert hat.

    Danby war eine alte Bahnhofsstation, an der die Dampflokomotiven früher Wasser nahmen. Heute rollen die Züge hier durch, kein Mensch ist mehr weit und breit zu sehen. Es darf gecacht werden. In diesem schnuckeligen Häuschen in der Geisterstadt Danby ist ein Cache versteckt, den wir glücklicherweise recht schnell finden.

    An einem Autowrack in der Wüste, das in den letzten Jahrzehnten offenbar auch mehrfach als Zielscheibe diente, lag der Geocache wiederum ganz offen. Die Munitionskiste mit dem Cache ist auf dem Foto in der Fahrertür gut zu sehen.

    Bei Amboy werden Schuhe und Büstenhalter mit Wünschen in diesen Baum geschmissen, damit die Sehnsüchte der Menschen erfüllt werden. Ob es klappt, wissen wir leider nicht.

    Nach längerer Fahrt erreichen wir abends dann endlich Tehachapi. Wir checken im La Quinta ein. Während wir das Zimmer belegen, höre ich schon den nächsten Güterzug und renne los. Gerade noch vor dem Schatten kann ich die folgende Aufnahme machen. Danach ging es in den Pool.
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  • Day14

    Independence Day

    July 4, 2009 in the United States ⋅ 19 °C

    Unser Aufenthalt in Kingman soll vor allem Maltes Genesung dienen. Morgens geht es ihm dann auch ganz gut, und wir frühstücken ein wenig mit dem Zeug aus dem nahen Supermarkt. Unser Motel 6 liegt direkt am Ostausgang von Kingman, unmittelbar an der Route 66. Wir sind ja in Arizona, und hier wird die Route tatsächlich auch noch als offizielle Straße angesehen, während sie nebenan in Nevada eher als eine »historische« und unter Denkmalschutz stehende Straße betrachtet wird.

    Wir beschließen, erst einmal ostwärts zu fahren und mal zu schauen, was am heutigen Nationalfeiertag überhaupt auf Amerikas Straßen so los ist. Einige Meilen weiter versuchen wir erfolglos zwei Geocaches zu heben. Auf der benachbarten Eisenbahnlinie ist absoluter Totentanz, auch wenn hier nachts richtig was los war. Erst hinter Hackberry und Valentine sieht Maike, die mich am Steuer vertreten muss, einen Zug auf uns zukommen und tritt geistesgegenwärtig auf die Bremse. Großartigerweise befindet sich neben uns ein absolut akzeptabler Fotopunkt, so dass der heutige Tag gleich mit einem hübschen Eisenbahnfoto beginnen kann.

    Bald darauf erreichen wir das kleine Örtchen Seligman, das heutzutage in erster Linie vom Route-66-Tourismus lebt. In einem Diner lassen wir uns es erst einmal wieder so richtig gutgehen.

    Über die Interstate 40 fahren wir daraufhin zurück nach Kingman. Während Maike etwas döst, besuche ich den Kingman Canyon, wo ich mich auf einer Felsspitze niederlasse und meine erste (und einzige) Begegnung mit einer amerikanischen Schlange habe. Die Sonne brennt vom Himmel, und fotogene Wölkchen kreisen am Firmament. Die kreisen leider, als der erste Güterzug schließlich um die Ecke kommt, genau zwischen der Sonne und dem Zug.

    Etwas besser ist es 90 Minuten später, als der zweite Zug kommt. Der dritte Zug ist dann ganz im Schatten. Ich könnte kotzen.

    Abends entstehen ein paar Eisenbahnbilder entstehen im letzten Licht. Als wir in der Dunkelheit am Motel ankommen, dauert es nicht mehr lang, und Kingman startet sein offizielles Feuerwerk zum Unabhängigkeitstag. Die Amerikaner, mit denen wir auf der Straße stehen, schauen ganz andächtig zum Himmel. Nach einer Viertelstunde ist alles aus und wir gehen wieder zufrieden in unsere Zimmer.
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  • Day13

    Von Nevada nach Arizona

    July 3, 2009 in the United States ⋅ ⛅ 33 °C

    Nach den Anstrengungen des vergangenen Tages liegt Malte abends mit hohem Fieber im Bett. Aus den Pharmacie-Abteilungen der Supermärkte kauften wir verschiedene Halsschmerz- und Erkältungsmittel, darunter auch einige stärkere. Die Nacht überstand er ganz gut, war aber am nächsten Morgen nach der Einnahme des nächsten »Zaubertranks« einigermaßen zugedröhnt.

    Zu diesem Zeitpunkt haben wir unsere weitere Tourenplanung bereits aufgegeben. Heute wollten wir ursprünglich Kilometer machen und über das Valley of Fire bis nach Page fahren. Doch dazu sind wir nicht so recht in der Lage. Also beschließen wir, in das nur 108 Meilen entfernte Kingman an der Route 66 zu fahren und dort ein Motel gleich für zwei Nächte zu nehmen, wo Malte sich auskurieren kann. Gleichzeitig gewinnen wir etwas Zeit, weil der für diesen Urlaub zwingend vorgesehene Klamottenkauf noch gar nicht stattgefunden hat. Das Motel 6 buchen wir diesmal wieder online vor.

    Nach dem Auschecken bringen wir unsere Koffer zum Auto und fahren ein paar Meilen südlich in das Las Vegas Outlet. Dort decken wir uns mit diversen Jeans, Schuhen und T-Shirts ein. Mittags geht es dann weiter. 108 Meilen sind eigentlich nicht viel für eine Tagesetappe, doch es kam etwas, womit wir nicht gerechnet haben: Stau! Der Highway 93, eigentlich eine totlangweilige Straße durch die wüstenartige Steppe, verwandelt sich von einer funktionierenden Schnellstraße plötzlich in eine Blechschlange von vielen Kilometern Länge. Grund dafür ist die Hoover-Staumauer, mit der der Colorado River aufgestaut wird. Der Highway 93 führt direkt über die Staumauer, in deren Mitte sich auch noch die Grenze zwischen Nevada und Arizona befindet, und damit verbunden auch der Zeitzonenwechsel zwischen der Pacific Time (UTC-8) und der Mountain-Time (UTC-7).

    Für die Amis ist das alleine Grund genug, hierfür viele Kilometer Umweg auf sich zu nehmen. Außer einem netten Bild auf die Mauer und den Lake Mead gibt es hier aber nichts zu sehen. Zu allem Überfluss picken sich die Landesgrenzer auch noch einige Autos zur Ausweis- und Ladungskontrolle heraus. Der Stau beginnt lange vor dem Staudamm, führt dann ins Tal zum Fluss hinab, über die Mauer, und auf der anderen Seite wieder hoch.

    Man hat offenbar vor einigen Jahren das Problem erkannt, denn es entsteht hier eine neue Brücke über den Colorado, die künftig den Verkehr aufnehmen soll. 2006 machte die Baustelle Schlagzeilen, als hier zwei Baukräne bei heftigen Winden einstürzten. Die eigentlich für 2008 erwartete Fertigstellung des neuen »Hoover Dam Bypass« findet tatsächlich erst im Oktober 2010 statt.

    Irgendwann, sehr genervt und müde, kommen wir in Kingman an. Erst hier merken wir, dass Kingman zwei Motel 6 hat, und wir natürlich am falschen stehen. Hätten wir mal nicht reserviert, dann wäre das erste auch das »richtige« gewesen. So müssen wir nochmal durch die halbe Stadt. Wir checken ein und sehen zu, wie langsam der Himmel bewölkt. Allmählich bahnt sich ein Unwetter an. Eine unglaubliche Lichtstimmung entsteht. Nur einige hundert Meter weiter verläuft die Santa Fe-Linie, und so mobilisiert Malte noch einmal seine restlichen Kräfte und bemüht sich um ein Eisenbahnfoto.

    Nach dem Foto ist rasch das Licht weg. Wir kaufen noch kurz im Supermarkt ein, bevor ein Unwetter losbricht. In der Ferne sehen wir die Blitze an einem pechschwarzen Himmel zucken, ein unglaublich faszinierender Anblick hier in der Wüste. Wir machen es uns in unserem Zimmer gemütlich und harren der Dinge, die da kommen. Im Fernsehen werden später Sturmschäden in Phoenix gezeigt, wo unser Unwetter wohl so richtig gewütet hat. Phoenix ist 188 Meilen entfernt.
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  • Day12

    Zimmer 21141

    July 2, 2009 in the United States ⋅ ☀️ 31 °C

    Gestern abend, beim ersten Rundgang durch Las Vegas, hat Malte schon etwas gespürt und eine Ahnung gehabt. Heute morgen wird es zur traurigen Gewissheit. Ihn hat eine heftige Erkältung gepackt, die sich gewaschen hat. Die Bindehautentzündung kommt noch hinzu, klingt aber bereits wieder ab.

    Heute ist großer Las Vegas-Tag, und wir sind nun etwas hin- und hergerissen, was zu tun ist. Nur die Harten kommen in den Garten, sagen wir uns, und so geht es mit Heulauge und Rotznase auf die Piste.

    Wir haben im Excalibur genächtigt, einem der etwas älteren Hotelcasinos auf dem »Strip«. An einigen Stellen merkt man dem Haus sein Alter auch an, aber wir wollen uns mal nicht beschweren: Die Übernachtungen sind grundsätzlich sehr preiswert. Natürlich ist alles auf das spielende Publikum ausgerichtet. Für jeden Gang, egal ob auf Toilette, zum hauseigenen Schwimmbad oder zum Hotelausgang, muss man zwangsläufig immer durch das Casino gehen. Wer hier der Spielsucht verfallen ist, hat ernsthafte Probleme, das Haus wieder zu verlassen. Wir gehören allerdings nicht gerade zur Riskiogruppe, und so beschränkt sich unser Einsatz auf den Einwurf eines ganzen Dollars. That´s it!

    Unser erster Anlaufpunkt ist das berühmte Las Vegas-Zeichen, von dem wir für einen Cache auch ein Foto von uns benötigen. Der ist zu Fuß ganz schön weit weg, aber wir können mit der Excalibur-eigenen »Tram« schon einmal den ersten Kilometer weiter. Das Zeichen wird von zahllosen Touristen umstellt, die sich alle brav für ein Foto angestellt haben. Und dann machen wir uns auf eine anstrengende Tour durch die Stadt der Sünde.

    Mit dem Doppelstockbus fahren wir über den Strip bis an das andere Ende von Las Vegas, von wo aus wir uns langsam wieder zurückarbeiten wollen. Das ganze Unternehmen soll zwölf Stunden dauern.

    Das Hotelcasino »Le Mirage« hat Siegfried und Roy ein monumentales Denkmal gesetzt. Für einen Ausflug nach Venedig muss man nur gegenüber in das »Venetian« gehen. Hier befinden sich jede Menge kleiner Läden in einer schönen verwinkelten Mall. Das Ganze ist auf Venedig gemacht, und so kann man sich über die gesamte Etage auch in einer Gondolere schaukeln lassen, während eingeflogene Italiener »O sole mio« trällern.
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