Sachen gibt es, die gibt es gar nicht!
September 9, 2014 in China ⋅ ☁️ 29 °C
Zunächst bin ich euch noch den Beweis schuldig, dass ich nun im Besitz eines chinesischen Führerscheins bin. Auch ist die Hummel nun offiziell in China zugelassen. Der TÜV für das Moped sah folgendermaßen aus:
1. Test ob alle Lampen leuchten und
2. einmal Motor laufen lassen – das war alles.
Die darauffolgenden Tage steckten dann voller Überraschungen. Zunächst lassen sie uns an den Mautstellen nicht auf die Highways, obwohl das Gesetz uns dies erlaubt. Aber nein, wir haben ein Zweirad und Zweiräder dürfen nicht. Das ist die allgemeine Aussage. Das hatte zur Folge, dass es manchmal etwas laut und rabiat an den Mautstellen wurde. Im letzten Moment ist die Polizei dann aber immer zur Seite gesprungen. Jetzt haben wir uns angewöhnt immer einfach durchzufahren, auch wenn abgewunken wird. Wir winken dann freundlich zurück.
Dann dürfen wir teilweise nicht an die Tankstellen. Schaffen wir es doch, dann ist es schon vorgekommen, dass uns kein Sprit aus der Zapfsäule gegeben wurde, sondern wir über einen Teekessel betanken mussten. Für uns absolut unverständlich, aber so ist es. Zweiräder dürfen in China aufgrund der Explosionsgefahr bei Alutanks nicht an der Zapfsäule betankt werden. Hier darauf zu verweisen, dass wir Plastiktanks haben und demzufolge keine Gefahr besteht ist sinnlos, weil, wie kommunizieren? Je weiter wir in den Osten kommen, scheint dies aber unproblematischer zu werden.
Vor zwei Tagen hatte ich dann auch auf dem Hotelparkplatz den bereits überfälligen Ölwechsel gemacht. Nachdem ich das Öl abgelassen habe, kam die Info, dass wir so schnell wie möglich aus dem Hotel ausziehen müssen, da dieses nicht sicher sei. In der Stadt hatte es wohl schon in der vergangenen Woche Unruhen gegeben, so dass für uns ein neues Hotel organisiert wurde. Das war dann kurzzeitig nicht lustig. In 10min Moped wieder zusammenschrauben, Sachen packen, wieder Motorradsachen an und im Konvoi durch die Stadt zum nächsten Hotel. Der Vollständigkeit halber, unser ursprüngliches Hotel stand am nächsten Tag auch noch.
Aber unabhängig, davon ist China unbeschreiblich ... groß. Wir sind jetzt in drei Tagen knapp 1.500km immer geradeaus gefahren. Die Herausforderung hier war, einfach nur nicht einzuschlafen.
Heute haben wir dann die Flaming Mountains und die Gaochang Ruinen, die ehemalige Hauptstadt der Uiguren, besucht. Die Bilder sprechen für sich. Ist einfach eine andere Welt, aber wunderschön.
Morgen geht es dann in die Oasenstadt Dunhang mitten in der Wüste. Wir werden versuchen, schon gegen Mittag anzukommen, damit noch Zeit zum Sachen packen und Getränke kaufen bleibt. Ich werde versuchen dann noch am Abend in die Wüste zu laufen, dort dann mein Zelt aufbauen und die Nacht nicht im 5-Sterne Hotel, sondern unter Millionen Sternen, zu verbringen. Nach unserem Rasttag in Dunhang geht es noch 6 Tage weiter Richtung Osten nach Xian und ab dort nur noch Richtung Süden.
Alle Motorräder fahren weiter tadellos. Die 1200er Adventures haben zwar bereits ihren Spritzschutz am Hinterrad verloren, eine Benzinpumpe war defekt und viele der Reifen verlieren über Nacht einiges an Luft, aber davon abgesehen laufen die BMWs ohne Wenn und Aber.
Der nächste Eintrag dann aus Xian mit Grüßen von der Terrakotta Armee.Read more














