• Von Geistern, Tempeln und Königen

    April 24 in Benin ⋅ ☁️ 29 °C

    Wir sind in Benin, einem Teil des ehemaligen Königreichs Dahomey (1600 - 1894), einem der mächtigsten Staaten Afrikas im 18. und 19. Jahrhundert angekommen. Allein über das Königreich, die verschiedenen Herrscher und die weltweit gefürchteten Amazonen-Kriegerinnen "N'Nonmiton" könnte man hier einen ganzen Footprint füllen. Mit der Kolonalisierung verschwand dann das Königreich und wurde als "Sklavenküste" zum Zentrum des transatlantischen Sklavenhandels. Bereits während der Zeit des Königreichs waren es schon die Könige gewesen, die den Menschenhandel zu einem Geschäft machten. Die Stadt Quidah als zentralen Ort werden wir in den kommenden Tagen noch besuchen.

    Leider lassen sich die ersten Eindrücke von Benin weder beschreiben noch irgendwie in Bildern wirklich festhalten. Mehr als 50% der Einwohner leben in absoluter Armut (weniger als 1,90USD / Tag), über die Hälfte der Erwachsenen sind Analphabeten und nur 20% der Einwohner haben überhaupt Zugang zu Wasser. Das in Verbindung mit der hier allgegenwärtigen Voodoo Kultur (Voodoo gilt in Benin als Staatsreligion) schafft einen Mix, der nur schwer mit unserer westlichen Sichtweise und Denkmustern zu verstehen ist. Beim Besuch eines Voodoo Marktes sind einige aus unserer Gruppe nach nur kurzer Zeit wieder zurück in den Bus. Und auch der Besuch von Tempeln und Dörfern, wo die Reste von Tieren als Opfergaben noch überall sichtbar sind, fühlt sich eigenartig an. Wie müssen wohl die ersten Europäer geschaut haben, als sie hier an die Westküste gekommen sind? Noch heute fühlt es sich so an, als sei man in einer komplett anderen Welt.

    Wir sind jetzt noch drei weitere Tage in Benin und machen uns dann wieder auf den Rückweg über Togo nach Ghana.
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