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  • Day 228

    Pulau Perhentian Kecil

    September 22, 2022 in Malaysia ⋅ ⛅ 30 °C

    Von Penang geht es heute mit dem Bus einmal quer über die malayische Halbinsel bis nach Besut, wo die Boote auf die beiden Inseln Pulau Perhentian Kecil und Besar abfahren. Da der Bus leider doch länger als die angedachten 6h braucht, bekommen wir das letzte Boot nicht mehr und bleiben noch eine Nacht in einer (wortwörtlich und optisch) billigen Unterkunft, bevor wir dann am nächsten Morgen das erste Boot nehmen. Mit uns steigen zahlreiche andere malaysische Wochenend- und ein paar ausländische Touristen ein und nach knapp 40 Minuten Fahrt über das Meer werden wir nach und nach an den jeweiligen Stränden abgeladen. Wir haben uns für die kleinere der beiden Inseln, Pulau Perhentian Kecil und den dort liegenden sog. Long Beach entschieden, der besonders bei Backpackern und „jüngeren“ Leuten 😅 beliebt ist, während es auf der etwas größeren Insel Pulau Perhentian Besar mehrere Resorts und Hotelanlagen gibt.

    Das Wort „Perhentian“ bedeutet „Haltepunkt“ und bezieht sich auf die traditionelle Rolle der Insel als Mittelpunkt zwischen Bangkok und Malaysia.

    Wir sind bereits bei der Ankunft von dem türkis-blauen, super klaren Wasser begeistert und freuen uns auf ein paar entspannte Tage hier. Wir haben im Vorhinein schon nach einer passenden Unterkunft gesucht und waren zum Teil über die doch sehr hohen Preise für recht einfache Hütten mit mittelmäßigen Bewertungen erstaunt. Zum Glück haben wir noch in einem Reisebericht von einer der vielen hier ansässigen Tauchschulen gelesen, die auch ganz einfache Hütten für ~ 11 € am Tag anbieten. Dort angekommen, können wir diese auch gleich beziehen und ja, einfacher geht es kaum noch 🤣. Ein Bett (ohne Bettdecke oder -tuch), ein Ventilator, ein Licht und eine Steckdose. Allerdings gibt es Strom nur von 18:00 bis 10:00 Uhr, die Toiletten- und Duschhäuschen sind ebenso einfach gehalten, die Toilettenspülung besteht aus einem Wassereimer mit Kelle und die Dusche hat nur kaltes Wasser (also die perfekte Vorbereitung auf die Rückkehr nach Deutschland 🙈) - bei um die 30 Grad aber durchaus ertragbar.
    Wir haben aber sowieso vor, den Tag über draußen zu verbringen, von daher sind wir froh, diese preisgünstige Option gefunden zu haben.

    Nach dem ersten Ankommen, werfen wir uns auch gleich in unsere Badesachen und verbringen den restlichen Tag am Long Beach und planen die nächsten Tage.
    Es gibt auf der kleinen Insel noch zahlreiche kleinere Strände, die man entweder mit dem Wassertaxi oder zu Fuß nach kleineren und größeren Wanderungen durch den Dschungel erreichen kann.
    Am nächsten Tag nehmen wir daher zuerst den Rundweg über den südlichen Teil der Insel in Angriff. Der Start der Wanderung ist denkbar bescheiden und führt nach einem Müllhaufen durch anscheinend schon lange nicht mehr begangenes Terrain. Ein Weg ist kaum auszumachen und wir schlagen uns durch den zugewachsenen Dschungel, vorbei an einem umgekippten Strommast, kriechen unter der weiterführenden Stromleitung hindurch und hoffen, dass sie nicht mehr aktiv ist ⚡️. Es geht mal wieder bergauf und -ab bis wir nach einer guten Stunde im Fishing Village ankommen. Hier steht eine riesige, in der Sonne silbern leuchtende Moschee, ansonsten gibt es zahlreiche Essenstände und leider auch noch mehr Müll 😞. Wir sind froh, dass wir hier keine Unterkunft genommen haben und halten uns nicht lange dort auf, sondern gehen auf den nun deutlich besser werdenden Weg weiter an der Küste entlang bis zum Keranji Beach.
    Und hier erwartet uns nun wirklich ein kleines Paradies. Eine wunderschöne Bucht, glasklares Wasser und nur ein paar wenige Hütten und ein kleines dazugehöriges Restaurant befinden sich hier 😍😍. Wir freuen uns so sehr auf die Abkühlung, dass wir in schnell aus unseren Wandersachen geschlüpft sind und ins Meer hüpfen. Im Vergleich zu dem warmen Badewannenwasser am Long Beach ist es hier auch wirklich erfrischend 😅.
    Wir verbringen mehrere Stunden hier, gönnen uns noch einen frischen Fruchtsaft, sonnen uns und genießen die Einsamkeit. Neben uns sind nur ein paar Gäste der kleinen Holzhütten hier und die kleinen Boote fahren zum Glück alle vorbei 😍.
    Aber leider ist es irgendwann Zeit die restlichen Kilometer bis zu uns zurück zu starten, um vor Einbruch der Dunkelheit aus dem Dschungel rauszukommen.
    Wir kommen auf dem Weg noch an zahlreichen verlassenen, vermutlich ehemaligen Touristenunterkünften vorbei, die aus irgendwelchen Gründen aufgegeben wurden. Wir rätseln etwas darüber, ob hier alles stehen und liegen gelassen wurde, als die Corona-Pandemie begann und damit keine Touristen mehr kamen oder das hier alles schon länger vor sich hin gammelt. In jedem Fall liegt auch hier entsprechend jede Menge Schrott von Matratzen, irgendwelchen Motoren bis Geschirr und sonstigem Kleinstmüll neben den Holzhütten herum und erzeugt kein sonderlich schönes Bild.
    Als wir nach einer guten Stunde an unserem Long Beach ankommen, freuen wir uns riesig über die kalte Dusche, frische Klamotten und ein leckeres Abendessen am Strand; das allgegenwärtige Müllproblem beschäftigt uns aber weiter.

    Am nächsten Tag sehe ich dann erst mal, dass es nicht so schlau war, ohne unser Moskitospray in den Dschungel gegangen zu sein, meine Beine sind heute eine einzige juckende Hügellandschaft 😭.

    Da es schon morgens regnet und den ganzen Tag so bleiben soll, setzen wir uns in ein überdachtes Café mit halbwegs funktionierendem WLAN und verbringen den kompletten Tag damit, die letzten knapp 3 Monate durchzuplanen. Die letzten Wochen und Tage haben wir schon viele Ideen gesammelt, verworfen, neu gedacht und wieder verworfen, sodass wir nun endlich in Ruhe entscheiden wollen, wo es noch hingehen soll.
    Und so haben wir an diesem Tag auch tatsächlich alles entschieden, gebucht, notiert und am Ende darauf angestoßen, dass nun noch ein paar richtig krasse und tolle Erlebnisse auf uns zukommen werden 😍🍾🤩, auch wenn es sich etwas komisch anfühlt, das Rückflugticket nach München nun bereits in der Tasche zu haben 🥲.

    Den nächsten Tag ist das Wetter wieder schön und wir nehmen uns die Wanderwege auf der nördlichen Seite der Insel vor, die zwar insgesamt deutlich besser zu laufen, die sich dort befindlichen Strände aber eher eine Enttäuschung sind. Auch wenn hier kein Mensch ist und nur an einem Stück eine heruntergekommene Unterkunft steht, liegt hier nun überall traurig der vom Meer angespülte internationale Müll herum und lädt nicht weiter zum Verweilen ein. Eigentlich müsste man immer ein paar Müllsäcke dabei haben, um auf dem Weg so viel wie möglich einzusammeln 😟. Allerdings wüssten wir auch nicht, wo wir diese dann hier entsorgen sollten..

    Auf dem Weg raschelt es immer wieder im
    Gebüsch und zahlreiche große und kleine Warane, die wir mittlerweile richtig toll finden, kreuzen unseren Weg. Bis wir dann an einem Strand ein von vermutlich einem dieser Tiere gefundenes Fressen entdecken: ein ausgebuddeltes Schildkrötennest mit den aufgebrochenen Eiern 😭.
    Das ist aber nun mal auch der Lauf der Dinge.
    Da es uns hier im nördlichen Teil insgesamt nicht so gut gefällt und wir noch ein paar Kilometer laufen möchten, beschließen wir, wieder zurück zu der wunderschönen Bucht im südlichen Teil der Insel zu laufen und dort den Tag zu verbringen 🤩. Und nach einer guten weiteren Stunde Marsch durch den Dschungel liegen wir wieder in dieser Oase in der Sonne und erfrischen uns ein weiteres Mal in diesem wunderschönen Meer.

    Als wir einen Tag später eigentlich mit einem
    Boot auf eine weitere, etwas entferntere und einsame Insel wollen, ist dies aufgrund des Wellengangs nicht möglich. Kurzer Hand entscheiden wir uns stattdessen eine Schnorcheltour zu machen und werden es nicht bereuen.
    Mit vier anderen Touristen geht es mit einem kleinen Boot raus an insgesamt sechs verschiedene Spots, an denen man so lange schnorcheln kann, wie man will. Leider haben wir aufgrund der kurzfristigen Entscheidung keine Möglichkeit mehr gehabt, uns um eine wasserdichte Hülle für die Handys zu kümmern und müssen die wunderschönen Bilder daher in unseren Köpfen abspeichern.
    Da war zu erst die riesige Schildkröte, die von der Tiefe des Meeres langsam sichtbar wurde und ganz kurz die Oberfläche streifte, bevor sie wieder für eine gefühlte Ewigkeit zum Meeresgrund glitt. An ihr dran hingen oben und unten kleine Fische, die mit ihr zusammen und von ihr zu leben scheinen.
    Dann ging es an einen Spot, der vor einiger Zeit ein wunderschönes Korallenriff gewesen sein muss, das heute leider nicht mehr lebt. Aber unendlich viele wahnsinnig schöne, bunte, lustig geformte, leuchtende, große und kleine Fische schwimmen hier mit uns 🤩🤩. Ich habe mich sofort in den Papageifisch verliebt, der mit seinen Neonfarben total irre aussieht und dazu ein sehr lustiges Gesicht hat. Ich hätte ihm Stunden zuschauen können.
    Ein weiterer Spot war die Shark Bay und während wir noch dachten, hier schwimmen vermutlich ein paar Mini-Haie herum, sehen wir auf einmal ein doch gar nicht so kleines Exemplar unter uns 😱. Angst muss man vor ihnen nicht haben, aber beeindruckend sehen sie allemal aus.
    Nach einer kleinen Stärkung in dem Fishing Village, das wir von unserer Wanderung schon kennen, geht es zum Erholen und Abschluss noch auf die größere Insel Pulau Perhentian Besar und dort zum Turtle Beach. Auch hier gibt es nichts außer wunderschönem Sandstrand, Palmen und ein kleines Schildkrötengehege, in dem die Eier ohne Gefahr ausgebrütet werden können.
    Die Tour war wirklich toll und so eine bunte vielfältige Unterwasserwelt haben wir noch nicht gesehen und werden die Bilder sicher in unseren Köpfen abspeichern 😍❤️.

    Und dann war auch schon unser letzter Tag hier angebrochen, den wir gemütlich angehen und nach einem Frühstück noch einmal am Turtle Beach verbringen und uns auf die Weiterreise vorbereiten. Denn nun heißt es, zurück aufs Festland und ab nach Thailand.
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