• Der beschwerliche Weg zum Lac de Mélo

    September 29, 2025 in France ⋅ ☁️ 15 °C

    Weil wir die Berge noch nicht ganz verlassen wollen, hat uns Manu für heute noch ein ganz besonderes Schmankerl als Wanderung ausgesucht.
    Knapp 9 km zum Lac de Mélo und Lac de Capitello sollten es werden, zwei schöne Bergseen in traumhafter Umgebung…
    Am Ende wurde es ein schöner Bergsee in traumhafter Umgebung und eine 16 km lange Wanderung plus fast 10 km Radtour 🥵.
    Aber der Reihe nach:
    Unsere Recherche im Vorfeld ergab, dass die Route aufgrund von schweren Überschwemmungen und Erdrutschen im November 2023 nicht mehr wie angegeben möglich ist und mit dem Auto nicht mehr bis zum eigentlichen Startpunkt kommt. Wir fahren also erst mal bis zu dem Parkplatz, wo schon zahlreiche andere Wanderer und Kletterer in den Shuttlebus steigen, der die Menschen noch bis zum letztmöglichen befahrbaren Punkt bringen soll. Die Massen und die Busoption mit langen Wartezeiten schrecken uns zunächst so ab, dass wir bereits umkehren und die Wanderung vergessen wollen, als wir uns doch umentscheiden und statt des Shuttels die Räder nehmen, um die restliche befahrbare Strecke zu überbrücken.
    Also sitzen wir wenig später auf den Rädern und strampeln fast 5 km immer weiter bergauf bis wir endlich bei der kleinen Hütte kurz vor der eingestürzten Brücke ankommen. Hier schließen wir die Räder ab und müssen nun zu Fuß weiter, als erstes irgendwie den Fluss Restonica überqueren. Wir hüpfen über einige günstig liegenden Steine über das Wasser und kraxeln die Böschung hinauf und gelangen so auf die eigentliche Straße, die uns weiter hinauf führt. Erst denken wir noch, wieso in den zwei Jahren nicht wenigstens eine provisorische Brücke errichtet wurde. Als wir jedoch weiter der Straße folgen, stehen wir nun immer wieder vor einem neuen Abgrund, da die Straße immer wieder und in weiten Teilen wortwörtlich weggespült wurde. Und so marschieren wir weiter und weiter immer bergauf, klettern zwischendurch um die kaputte Straße herum und meine Laune verschlechtert sich zusehends. Angesichts der schon strapazierten Beine durch die Radtour und des scheinbar nicht näher kommenden eigentlichen Startpunktes der Wanderung, habe ich Bedenken ob die Zeit und vor allem meine Kräfte ausreichen werden. Manu lässt sich aber davon nicht beirren und peitscht mich immer weiter 🥵🥲. Und so schaffen wir es tatsächlich irgendwann, den Wanderweg zu erreichen und ich schleppe mich auch noch die 3,5 km bis zum Lac de Mélo. Wie zu erwarten war, ist der See wirklich traumhaft schön und auch wenn hier oben ein eisiger Wind weht, genießen wir den Augenblick und die schöne Aussicht.
    Klar ist aber auch, ein weiterer Aufstieg zum zweiten Bergsee kommt heute nicht mehr in Frage, Manu hat die letzten Meter nun auch mit den Kräften zu kämpfen gehabt und der lange Marsch nach unten steht uns am Ende ja auch noch bevor. Und so treten wir nach ein paar leckeren Weintrauben zur Stärkung den Rückweg an und können die schöne Aussicht nun noch nochmal etwas mehr genießen 😌.
    Nach gut 5h kommen wir stolz und glücklich bei den Rädern an und können uns die hart erkämpften letzten Kilometer erholsam den Berg herunterrollen lassen und cool an den ewig auf den Shuttle wartenden Leuten vorbeirauschen 😎.

    Am Bus angekommen werfen wir die Rucksäcke in den Bus, ziehen die Wanderschuhe aus und tuckern gemütlich und begleitet von süßen Kälbern und Ferkeln noch 2h durch die langsam in der Abenddämmerung verschwindende Landschaft bis nach Porto. Die kleine Ortschaft am
    Meer wollen wir uns morgen anschauen, bevor wir den Westen der Insel weiter in Richtung Süden erkunden und noch ein wenig Strandurlaub und etwas für den Teint machen wollen 🤩.
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