• Etappe 7 - Göynük Yaylasi ➡️ Göynük

    May 1 in Turkey ⋅ ⛅ 20 °C

    Der heutige Tag beginnt wie der gestrige geendet ist: mit toller Aussicht und warmen Sonnenstrahlen☀️, die uns aus dem Zelt lockt. So richtig gut schlafen wir aufgrund der immer mehr werdenden Wehwehchen gerade nicht im Zelt, aber immerhin hatten und haben wir unsere Ruhe. Das ist schon mal viel wert.
    Nach etwas Nescafé und Porridge packen wir gemütlich zusammen, machen noch ein schönes Abschiedsbild vom Café und den tollen Duschen und starten dann in die 7. Etappe.
    Heute soll es wieder einer der schöneren Wege sein, der uns zunächst stetig und teilweise sehr steil und rutschig bergab bis zu einem Seitenarm des Gönük Canyon führt. Dort beginnt dann eine recht spannende Kletterpartie über mehrere Hundert Meter durch das felsige Flusstal, immer mit dem Ziel, trockene Füße zu behalten. Drei Mal müssen wir dabei den nun erreichten Hauptarm des Flusses überqueren, was uns nur an einer Stelle etwas mehr herausfordert. Hier liegt ein tiefes Wasserbecken vor uns, in dem nur ein relativ dünner Baumstamm als Überquerungshilfe liegt, sowie ein an der Seite liegender großer, glatter Felsen, an dem man sich theoretisch ein wenig beim balancieren abstützen kann. Wäre da nicht der dicke Rucksack, der es zumindest Manu mit dem noch quer darauf gepackten Zelt unmöglich macht, sich am Felsen vorbei zu schieben. Also will er das Gepäck einfach rüberwerfen und dann frei davon über den Baumstamm gehen. Gute Idee, die Wanderstöcke und Trinkflaschen sind schnell rübergeworfen, als er aber seinen Rucksack mit vollem Schwung auf die andere Seite wirft, wird er vom Gewicht so mitgerissen, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als nun im Style von Takeshi's Castle und wie ein flinkes Wiesel mit drei schnellen und reflexartigen Schritten über den Baumstamm zu rennen. Und er schafft es tatsächlich trocken ans andere Ufer, sodass wir ungläubig und lautstark über dieses gelungene Kunststück lachen können. Das hätte ich wirklich zu gerne aufgenommen 🤣. Anschließend schiebe ich mich noch an dem Felsen entlang über den Baumstamm, sodass wir das Schlimmste dieser Passage auch geschafft haben und um eine abenteuerliche Erfahrung reicher sind 🤩.
    Anschließen, als alle Flussüberquerungen trockenen Fußes bezwungen sind, geht es schweißtreibend und in Serpentinen durch den Wald wieder hinauf. Und ab jetzt merken wir auch, dass wir den 7. Tag in Folge wandern. Die Luft ist für heute raus und als wir oben ankommen, sind wir heilfroh, dass das die letzte größere Steigung für heute war. Die Wolken hängen in den Bergen und versprechen weiterhin keine veränderte Wetterlage, für den Moment ist es aber noch trocken. Ab nun heißt es über 1.000 Höhenmeter wieder hinunterkommen, aber auch das stellt sich heute vor allem an den sehr steilen und rutschigen Stellen als richtige Qual heraus, so dass wir wenig reden, sondern nur noch funktionieren. Und dann endlich, nach über 12 km, kommen wir an dem unteren Teil des Göynük Canyon an, mit smaragdgrünen Wasserbecken, aber auch einigen Touristen, die aus der Ortschaft Göynük hierher fahren, um eine der vielen angebotenen Outdooraktivitäten wie Zipline oder Jeep fahren betreiben. Wir machen hier eine kurze Essenspause und laufen dann nur noch den letzten Kilometer bis zum Eingang des Parks. Die restlichen drei Kilometer an der viel befahrenen Straße bis in den Ort sparen wir uns und lassen uns direkt mit einem Taxi zu dem am Morgen bereits gebuchten Hotel fahren. Fix und fertig checken wir in das „5-Sterne“-Hotel ein, das genau wie alle anderen Hotels hier, ein Riesen All-inklusive-Bunker ist. Im Prinzip besteht die ganze Ortschaft nur aus diesen Hotelanlagen und unzähligen Touristenläden. Unseres ist in Form eines Kreuzfahrtschiffes gebaut 😅. Aber das alles ist uns für heute egal, wir freuen uns neben der Dusche vor allem auf ein bequemes Bett und hoffentlich richtig guten Schlaf.
    Danach müssen wir dann vermutlich nochmal umplanen, da ab morgen, Samstag, erstmal viel Regen angesagt ist, am Sonntag noch gepaart mit Gewitter und einem deutlichen Temperaturabfall…und ausgerechnet jetzt liegen die drei letzten Etappen vor uns, die keine Unterkünfte oder Ortschaften mehr zwischendurch bieten und daher nur das Wildcampen zulassen. Dazu kommt, dass die Wege bei Regen zum Teil nicht oder nur unter sehr erschwerten und gefährlichen Bedingungen begehbar sein sollen. Nachdem wir uns auch mit anderen Wanderern ausgetauscht haben, wird es morgen auf jeden Fall für uns erst mal nicht weitergehen. Einen Tag Pause brauchen wir aber sowieso. Von daher planen wir einfach von Tag zu Tag und werden sehen, wie sich das Wetter entwickelt. 🤗🤷🏽‍♀️.
    Read more