Per SunExpress nach Karaöz
April 24 in Turkey ⋅ ☁️ 19 °C
Nachdem wir den letzten Arbeitstag hinter uns gebracht, die letzten Sachen in den viel zu schweren Rucksack gepackt haben und wir mit dem
persönlichen Shuttleservice maximal bequem (vielen Dank nochmal!) zum Flughafen München gebracht wurden, geben wir unser Gepäck auf und haben noch genug Zeit für ein kleines Mittagessen im Airbräu. Der Flughafen wirkt insgesamt eher leer und wir können nach der Stärkung ohne anzustehen und warten durch die Sicherheitskontrolle und finden uns kurz darauf schon in unserem
Flieger wieder und heben ab in Richtung Antalya.
Nach ca. 3h relativ ruhigem Flug und einigen schönen Aussichten sehen wir dann die ersten funkelnden Lichter von Izmir unter uns, als es dann langsam aber sicher immer tiefer geht und wir sicher in Antalya landen.
Nach einer einfachen und unspektakulären Passkontrolle warten wir noch eine ganze Weile auf unsere Rucksäcke und können dann endlich den Flughafen verlassen. Wir heben noch schnell etwas Bargeld ab, wobei wir gleich einen blöden Fehler machen und ziemlich viele Gebühren zahlen, aber jetzt wissen wir wenigstens für die Zukunft auch, wie man es nicht macht. Und dann lächelt uns draußen Soner an, der Host unserer Unterkunft in Karaöz, der uns zu später Stunde abholt und die knapp 2h zur Unterkunft fährt. Hier soll unser Einstieg in den Lykischen Weg starten, allerdings entscheiden wir noch auf der Fahrt, dass es sicherlich besser ist, wenn wir erst am Sonntag mit dem Wandern beginnen. Es ist mittlerweile 2:00 Uhr nachts, als wir im Bett liegen und bevor wir die erste und nicht ganz kurze Etappe in Angriff nehmen, wollen wir uns lieber richtig ausschlafen.
Am nächsten Morgen wachen wir von einem lautstark krähenden Hahn auf und werden mit einem bunten und reichhaltigen Frühstück verwöhnt.
Da das Wetter wie angekündigt erst am Nachmittag richtig schön wird und der Ort hier nicht all zu viel zu bieten hat, entscheiden wir uns nun doch dazu, heute wenigstens ein paar Kilometer entlang der Küste auf zu wandern. So können wir uns schon mal ein bisschen warm laufen und haben morgen eine nicht ganz so lange Tour vor uns. Also spazieren wir noch kurz zum Supermarkt im Ort, kaufen etwas Gemüse und Brot und packen noch die Gaskartusche, die uns Soner vor unsere Ankunft besorgt hat, ein und dann geht es pünktlich um 12 Uhr bei langsam aufreißendem Himmel los.
Übrigens: Der Lykische Weg ist ein Fernwanderweg an der türkischen Mittelmeerküste und verläuft über 509 km von Fethiye nach Antalya. Er gilt als einer der schönsten Wanderwege der Welt, führt durch antike Stätten Lykiens, Pinienwälder und über Küstenklippen. Die Strecke ist in rund 26 Etappen unterteilt und bietet mittelschwere bis anspruchsvolle Wanderungen. Wir haben uns die neun letzten Etappen bis nach Antalya ausgesucht, die durch spektakuläre und wilde Küstenlandschaften geprägt und durch das Taurusgebirge führt.Read more
Etappe 1 - Karaöz ➡️ 11,3km später
April 25 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C
Die ersten Kilometer verlaufen über breite Wege durch schönen Pinienwald immer entlang der Südküste von Antalya bis wir nach einigen Kilometern bereits die avisierte Piratenbucht erreichen. Hier ist allerdings ein buntes Treiben mit einheimischen Wochenendbesuchern und wir entscheiden uns daher doch noch ein bisschen weiter zu gehen. Die schweren Rucksäcke tragen sich noch ganz gut und so kommen wir nach 8 km am Kap Taşlık mit dem berühmten Leuchtturm von Gelidonya an.
Der Leuchtturm liegt innerhalb des Küsten-Nationalparks Beydağları und thront hoch über dem Meeresspiegel. Von dort bietet sich ein Panoramablick auf die kleinen Inseln Beş Adalar. Diese Inseln waren im Laufe der Geschichte Schauplatz zahlreicher Schiffsunglücke. Archäologische Ausgrabungen in der Region legten die Überreste mehrerer antiker Schiffswracks frei.
Auch gegen diesen potentiellen Schlafplatz entscheiden wir uns, da sich hier noch zu viele Tagesausflügler tummeln. Leider war die letzte mögliche Wasserstelle vor dem Leuchtturm nicht mehr vorhanden, sodass wir die letzten Wasserreserven streng rationieren müssen. Die nächste Wasserstelle wird es erst morgen nach gut 7 km geben. Wir begeben uns also auf den ersten richtigen Anstieg der Tour, in der Hoffnung am Pass eine günstige Schlafgelegenheit zu finden. Doch aufgrund der hier oben sehr steinigen Gegend und schnell steil abfallenden Hängen, bleibt uns nichts anderes übrig, als noch ein Stückchen weiter zu gehen. Mit jedem Meter bergab wird der Untergrund zum Glück wieder besser und so finden wir nach gut 11 km einen richtigen Zeltplatz. Unser 2-Personen-Zelt 😅🫣 ist vielleicht ein kleines bisschen zu groß, mit etwas Hilfe von Steinen lässt es sich aber gut aufbauen und festzurren.
Aufgrund der Wasserknappheit müssen wir uns schweren Herzens von der Idee des Abendessens mit Couscous verabschieden und begnügen uns mit Tomaten-Gurken-Salat mit Brot 🥖. Dazu gibt es noch eine kleine Portion Magnesium und dann liegen wir auch schon ziemlich fertig gegen 19 Uhr in unsere Zelt. ⛺️ 💤
Das war ein guter Start und erfolgreicher erster Test der eigenen Kräfte 💪.Read more
Etappe 2 - 15 km ➡️ Adrasan
April 26 in Turkey ⋅ ⛅ 22 °C
Nach unserer ersten teilweise nicht ganz so guten Nacht im Motel Grünwald wachen wir noch leicht gerädert gegen 6:30 Uhr auf und merken direkt, wie warm die Luft jetzt schon ist. Anders als erwartet wurde es nachts überhaupt nicht kalt und lange Schlafkleidung war nicht nötig.
Aufgrund des immer noch bestehenden Wassermangels, gab es auch zum Frühstück nur einen kleinen Tomaten-Gurken-Salat und eine Portion Magnesium.
Entsprechend schnell haben wir anschließend alles zusammengepackt und sind kurz vor 8 Uhr gestartet.
Eine ähnliche Steigung wie gestern erwartet uns heute und kurz darauf soll dann endlich eine Wasserquelle sein. Also steigen wir Schritt für Schritt den Berg hinauf und genießen trotz der Anstrengung und der immer wärmer werden Luft die schönen Aussicht auf das Meer und die vor der Küste liegende Insel Suluada. Dann geht es wieder durch den Wald und als wir oben auf dem Pass ankommen, haben wir auch die letzten Tropfen Wasser verschlungen. Jetzt heißt es noch zwei Kilometer entspannt bergab laufen und dann sehen wir endlich das aus einem Schlauch sprudelnde Wasser 💦. Die Freude ist unermesslich und sind kurz davor uns direkt unter der Schlauch zu legen 😅. Stattdessen stillen wir uns dann doch ganz zivilisiert über die Trinkflaschen den Durst mit dem wundervoll kühlem Wasser. Nach einer kurze Pause und nachdem wir alle Flaschen und die Trinkblase wieder aufgefüllt haben, setzen wir uns die nun wieder deutlich schwereren Rucksäcke auf und stapfen so die letzten Kilometer bis an den Strand von Adrasan. Dort angekommen, sind wir von dem nicht ganz so schönen Strand überrascht, die zahlreichen Restaurants an der Promenade sind zum großen Teil noch geschlossen oder in Vorbereitung für die baldige Öffnung. Wir setzen uns in eines, das sich relativ am Anfang des Strandes befindet und in dem nichts los ist. Wir bekommen schnell eiskalte Fanta und ein paar leckere Köfte mit Fritten und Gemüse. Das macht uns schon sehr glücklich und wir entspannen ein wenig auf der hübsche Terrasse.
Dann muss es aber noch ein letztes Mal für heute weitergehen, mit einem kurzen Abstecher zum Supermarkt, wo wir uns noch ein wenig Gemüse für den Abend kaufen. Nach weiteren 3 km sind wir aus dem Örtchen wieder hinaus-, drei mal über einen kleinen Fluss gelaufen und kommen am Ende auf einer schönen Wiesenterrasse fast direkt am Wasser an. Hier bleiben wir, waschen uns und die getragenen Klamotten in dem erfrischenden Fluss und legen uns dann noch gemütlich in die Sonne. Als die Sonne hinter den Wolken verschwindet, bauen wir schnell das Zelt auf und während wir später dem Muezzin bei seinem Gebetsrufen zuhören, kochen wir uns Couscous mit Gemüse und Nüssen. Satt und happy kriechen wir anschließend in unser Zelt und quatschen uns langsam in den Schlaf 😴 💤.Read more
Etappe 3 - Adrasan ➡️ Çıralı
April 27 in Turkey ⋅ ⛅ 24 °C
Nach einer ruhigen und deutlich besseren Nacht im Motel Grünwald wache ich schon kurz nach 6 Uhr auf und beschließe, da ich nicht mehr schlafen kann, schon mal das Wasser aus dem Fluss abzukochen. In unserem kleinen Wanderführer steht zwar nicht, dass die Quelle nicht safe wäre. Ganz sicher ist uns die Lage des Flusses nur knapp oberhalb der Ortschaft dann aber trotzdem nicht. Also werden unsere Becher gefüllt, gekocht und in die Trinkflaschen und -blase gefüllt. Als Manu auch langsam wach wird, gibt es heute auch mal ein richtiges Wanderfrühstück mit Nescafé und Porridge mit Apfel und Kiwi. Wie gut das doch tut 😅. Wir bauen das Zelt ab, packen alles zusammen und sind um kurz vor 9:00 Uhr startbereit.
Heute steht eine eher unspektakuläre Wanderung an, zumindest was die landschaftlichen Reize angeht. Zuerst geht es 6 km bergauf, zum Teil auch mit sehr steilen Passagen und über Stock und Stein durch den Wald. Zwar tut der Schatten an dem schon wieder recht warmen Vormittag gut, viel zu sehen gibt es außer ein paar interessanten Baumformationen aber nicht. Oben angekommen, machen wir auf einer schönen Wiesenfläche eine Pause und werden immerhin mit ein bisschen Aussicht auf den schneebedeckten Gipfel des Tahtalı Dağı belohnt. Einen Powerriegel später geht es wieder in den Wald hinein und stetig bergab, allerdings auch wieder über Stock und Stein und auf teilweise so engen Wegen, dass wir ständig irgendwo mit unseren Rucksäcken hängenbleiben und das ein oder andere Fluchen zu hören ist. Die Füße brennen immer mehr, die Knie ziepen hier und da und so ziehen sich die 7 km bergab mit dem Gepäck auf dem Rücken ganz schön in die Länge und beanspruchen dann auch unsere letzten Kraftreserven. Ein Highlight gab es aber immerhin: zwei nette Schildkröten kreuzten unseren Weg (laut ChatGPT sind das vielleicht griechische Landschilkröten - das passt auch zu dem Nachfolgenden 😉).
Als wir endlich im Tal ankommen, zwängen wir uns noch ein mal durch ein Loch im Zaun, der die antike Stadt Olympos umschließt und die als Sehenswürdigkeit besichtigt werden kann. Der Name der antiken Hafenstadt, die im 2. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet wurde, leitet sich von dem Berg Olympos ab, dem heutigen Tahtalı Dağı, den wir in der Ferne gesehen haben. Von der einst wohl so bedeutenden Stadt des Lykischen Bundes faszinieren uns die Ruinen dann doch am meisten durch ihre malerische Lage an einem Bachlauf in Strandnähe.
Bevor wir aber an den Strand können, müssen wir den Bachlauf auch noch irgendwie überwinden. Da er nirgends flach genug ist, um trocken an das andere Ufer zu kommen, geht Manu direkt in seinen leichten und hoffentlich schnell trocknenden Schuhen durch, ich ziehe dann doch lieber die dicken Wanderschuhe aus und wate barfuß durch das erfrischende Nass.
Jetzt sind es noch ein paar hundert Meter am ganz schönen Strand mit einem wunderschönen und glasklaren Meer entlang, bis wir uns erschöpft in einem der vielen Lokale des Ortes niederlassen. Es gibt wieder typisch türkische Küche mit einigen Softdrinks und wir sind einfach nur happy, die Strapaze für heute geschafft zu haben. Wir haben hier auch eine Unterkunft gebucht, da eine richtige Dusche und auch ein bequemes Bett heute wirklich von Nöten sind 😅🫣. Nach dem einchecken machen wir uns direkt auf dem Weg zum Strand, springen in das doch noch recht kalte Meer und liegen, solange die Sonne noch da ist, entspannt auf unseren Liegen. Ansonsten passiert außer einem kleinen Einkauf, bei dem wir uns Bulgur und trinken kaufen und einem ausgiebigen Abendessen nicht mehr viel. Morgen steht bereits die nächste nicht ganz einfache 17 km Wanderung mit über 1.100 Höhenmetern an 🥾🥵. We will see…Read more
Etappe 4 - Çıralı ➡️ Beycik
April 28 in Turkey ⋅ ⛅ 21 °C
Am nächsten Morgen müssen wir erst mal die Muskeln wieder etwas weich bekommen und schälen uns entsprechend schwerfällig aus dem bequemen Bett des kleinen Bungalows mit hübschem Zitronenbaum vor der Tür. Die Unterkunft war nichts besonderes und eigentlich zu teuer, aber dafür gab es ein wirklich reichhaltiges und sehr vielfältiges Frühstück, das uns noch den Tag über gute Dienste erweisen wird.
Als ich noch schnell zum Supermarkt laufe um Wasser zu kaufen, komme ich nicht umhin, noch einmal schnell am Strand vorbei zu schauen und Tschüss zu sagen 👋.
Und dann heißt es wieder Rucksäcke aufbuckeln und losmarschieren. Die ersten Kilometer verlaufen entspannt und ohne große Anstrengung bis aus dem Dorf hinaus und zum Eingang in den Beydağları Küsten-Nationalpark. Hier zahlen wir 2€ pro Person Eintritt und dürfen dafür ein sehr seltenes und jahrtausendealtes Naturphänomen, die „Ewigen Flammen von Chimaera“ (türkisch: Yanartaş, „brennender Stein“) beobachten.
Aus dem felsigen Boden eines Berghangs schlagen in zwei getrennten Arealen an mehreren Stellen Flammen heraus – die „ewigen Feuer der feuerspeienden Chimaira“, die dem Ort ihren antiken Namen gab.
Seit tausenden Jahren treten dort Methan- und andere Gase aus Felsspalten aus und entzünden sich selbst. Überlieferungen zufolge sollen die Flammen noch in der Antike weithin übers Meer geleuchtet und Seefahrern bei der Orientierung geholfen haben. Heute sind 250 Meter oberhalb der Küste, rund 2 km vom Meer entfernt, auf einer kleinen Lichtung in dichtem Waldgebiet nur noch vereinzelt geringe Flammen zu sehen. Hin und wieder erreichen sie eine Höhe von 50 cm, manchmal sind sie tagsüber kaum noch wahrnehmbar. Die Höhe der Flammen ändert sich auch durch den jeweiligen Luftdruck.
Das Feuer entsteht durch Verbrennung von Gasen, die aus Rissen, Spalten und kleineren Öffnungen eines felsigen Abhangs austreten. Die Zusammensetzung lässt sich nicht eindeutig bestimmen – offenbar wechselt sie ebenso wie Menge und Austrittsstellen in den vergangenen Jahrhunderten. Heute ist der Hauptanteil Methan mit knapp 60 Prozent, Stickstoff ist zu etwa 30 Prozent und Sauerstoff zu etwa 10 Prozent enthalten.
Wir können die Flammen an den verschiedenen Stellen sehr gut sehen und zum Teil auch leicht riechen. Es ist auf jeden Fall eine Besonderheit, die wir auch noch nirgends gesehen haben.
Mit der Besichtigung der Ewigen Flammen beginnt auch unser erster größerer Anstieg für heute und hat auch nicht zu viel versprochen. Über kleine Serpentinen in den Felshängen geht es steil bergauf und wir freuen uns sehr, als wir oben angekommen von einer kleinen miauenden Katze empfangen werden. 🐈
Anschließend geht es etwas erholsamer leicht bergab, bis wir den rauschenden Fluss Ulupınar Cay erreichen, den es zu überqueren gilt. Nach einer kurzen Suche finden wir am Fluss zum Glück die dicken Baumstämme, über die wir ohne große Schwierigkeiten und vor allem mit trockenen Füßen den Fluss überwinden. Dennoch ist es mit dem schweren Rucksack aber auch immer eine etwas wackelige Angelegenheit 😅.
Von nun an geht es stetig aber nicht zu stark bergauf bis zum Dorf Ulupınar, wo wir unsere Wasserreserven an einer Quelle auffüllen können, um dann mit wieder deutlich schwererem Gepäck die weitere Route in Angriff nehmen. Wir kommen an zahlreichen Fischrestaurants vorbei, die um unsere Gunst buhlen, aber Hunger verspüren wir im
Moment wirklich nicht. Auch wenn Ulupınar bekannt für seine Forellenzuchtbetriebe und Flussrestaurants ist, bei denen Besucher frische Forellen (in der Regel Regenbogenforellen) angeln und direkt vor Ort zubereitet genießen können. Daher laufen wir unbeirrt weiter bis wir durch eine Unterführung unter der Hauptstraße zwischen Antalya und Fetihiye hindurch laufen und dann schier endlose Stufen nach oben steigen müssen 🥵. Nun geht es in der glühenden Mittagssonne über einige anstrengende Kilometer, die sich auf den Schotterpisten trotz der Steigung aber immerhin zügig bewältigen lassen. Als es dann endlich auf einem ähnlich guten Untergrund, aber im Schatten weitergeht, treffen wir auf eine weitere Schildkröte, die sich unbeirrt durch die felsig, grasige Umgebung ihren Weg bahnt.
Und dann werden wir so langsam ungeduldig, wann denn diese Tour endlich zu Ende geht, als uns die letzte Steigung auch heute wieder alles abverlangt. Wir müssen nochmal richtig kraxeln, was uns auf leicht wackeligen Beinen und mit dem schweren Rucksack immer schwerer fällt. Aber dann kommen wir nach knapp 20 km und 1.351 Höhenmetern auf dem Bergrücken kurz vor Beycik an, wo wir einen traumhaften Zeltplatz finden und nicht lange überlegen.
Die Rucksäcke sind schnell abgeschnallt, die Schuhe ausgezogen und dann wird erstmal eingeschlagen 🙌🏽 und uns umarmt 🫂. Das war auf jeden Fall eine harte Nummer.
Nachdem das Zelt steht, gibt es noch eine gute Portion Bulgur mit Gemüse und Brot und eine traumhafte Aussicht auf das Taurus Gebirge, als uns noch eine freundliche Hirtin, die ihre Ziegen mit wilden Rufen an unserem Zelt vorbei schleust gute Nacht sagt 😍💤.Read more
Etappe 5 - Beycik ➡️ Yaylakuzdere
April 29 in Turkey ⋅ ☀️ 19 °C
Nach einer durchwachsenen Nacht, die auch das erste mal etwas kälter war als bisher, wachen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf dem Zelt auf. Sobald die Sonne es über die Bäume schafft und unseren Zeltplatz erreicht, krieche ich hinaus und genieße einen warmen Nescafé im wärmenden Licht.
Wir kommen nur langsam in Fahrt, frühstücken Nudelsuppe und etwas Bulgur von gestern und brauchen die letzten Wasserreste auf, bevor wir alles zusammenpacken und bereit für die 5. Etappe sind. Auch heute erwartet uns wieder eine anstrengende Route, die aber immerhin ein wenig kürzer ausfallen soll. Außerdem soll es eine der schöneren Etappen sein. Zuerst geht es aber noch in die kleine Ortschaft Beycik hinein, Wasser und Proviant für den Tag kaufen.
Dann stehen erstmal gute 6 km lang stetiger Aufstieg mit knapp über 1.000 Höhenmetern und einigen sehr steilen Passagen auf dem Programm. Danach soll es ähnlich wieder das ganze herunter gehen. Das erste Stück ist eine gute Schotterpiste, auf der wir in der schon brennenden Vormittagssonne einige Kilometer zügig hinter uns bringen können. Doch dann geht es in Richtung eines ausgeschilderten Cafés im Nirgendwo wieder auf schmalen Waldwegen über Stock und Stein weiter hinauf, aber immer wieder mit sehr schönen Aussichten auf die unter uns liegende Landschaft bis ans Meer, von wo wir kommen.
Als wir es bis zum Tahtalı Pass geschafft haben, stellen wir unsere Rucksäcke ab und laufen ein Stückchen querfeldein in Richtung Gipfel des Tahtali Dağı, um dort noch ein paar Schnappschüsse der umliegenden Bergansichten zu machen. Den Gipfel selbst sparen wir uns aber, da er erstens die meiste Zeit in den Wolken hängt und der Berg selbst nicht besonders toll aussieht. Eine schöne Aussicht hatten wir auch so 🤗.
Kleiner Funfact: Der Gipfel des Tahtali Dağı auf 2.366 m wurde, obwohl der Berg im Nationalpark liegt, an ein Investorenkonsortium verpachtet, das eine Seilbahn („vom Meer in die Berge“) errichtet hat. Alle Proteste dagegen blieben ungehört und so ist die Seilbahn seit 2007 in Betrieb und bringt Touristinnen und Touristen in 10 Minuten von der Talstation auf den Gipfel (plus Restaurant und Aussichtsterrasse).
Zum Glück sind wir lieber alleine unterwegs und sparen uns also das „Spektakel“ 😅.
Zurück auf dem eigentlichen Weg, hieß es dann wieder volles Gewicht auf die Gelenke und mal mehr mal weniger schnell den Weg auf der anderen Weite wieder bergab. Das Panorama blieb wunderschön, die Wege waren ein einziges Wirrwarr und wir mussten gut aufpassen, die richtige Richtung nicht zu verlieren. Wir kommen noch an einigen sprudelnden Bachläufen vorbei, müssen auch immer wieder die Beine bei kurzen Pausen erholen, bevor wir dann nach doch gar nicht so kurzen 16,6 km in dem wir ausgestorbenen Örtchen Yaylakuzdere landen. Hier gibt es nur ein paar Häuser, die meistens eher heruntergekommen und unbewohnt aussehen, sicher sind wir uns dessen aber nicht. Es gibt dann noch eine für die Ortschaft doch etwas überdimensionierte Moschee und eine einzige Unterkunft inkl. einfachem Restaurant.
Da wir bis dorthin keinen schönen Platz für unser Zelt finden, wollen wir dort nach einem Zimmer bzw. Platz für das Zelt fragen. Dort angekommen erschrecken uns dann erstmal ein paar Kofferberge, die offensichtlich für Tageswanderer mit dem Auto hergefahren wurden und noch auf die Gäste warten. Entsprechend gibt es auch kein freies Zimmer mehr für uns, dafür aber eine schöne Wiese hinter dem Haus. Wir freuen uns, die Etappe geschafft zu haben, bauen alles auf, machen uns in der leider nur eiskalten Dusche frisch und warten geduldig und hungrig auf das angekündigte Abendessen mit frischem Fisch.
So langsam trudeln dann auch die anderen Gäste ein, die die entspannte Ruhe hier ganz schön aufwirbeln .
Dann ist endlich Essenszeit und wir bekommen frischen Tomaten-Gurken-Salat mit Minze, eine heiße Gemüsesuppe mit Brot und dann die angepriesene Regenbogenforelle mit Reis. Alles ist wirklich sehr lecker und wärmt uns in den etwas kühler werdenden Abendstunden schön von innen. Anschließend verkrümeln wir uns ins Zelt und hoffen, dass die anderen Gäste nicht noch auf die Idee kommen, sich hier einen feucht fröhlichen Abend auf der Terrasse über unserem Zelt zu machen 😅🫣.Read more
Etappe 6 - Yaylakuzdere ➡️ Göynük Yaylasi
April 30 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C
Heute starten wir etwas genervt in den Tag.
Zum einen gab es zwar keinen feucht fröhlichen Abend mehr auf der Terrasse, dafür aber noch ein lautstarkes Beisammensitzen am Lagerfeuer direkt neben unserem Zelt. Nach einer höflichen Bitte gegen 22 Uhr, es für diesen Abend gut sein zu lassen, weil wir im Zelt nebenan wirklich gerne schlafen würden, wurde durch die Truppe noch eine halbe Stunde herausgeschlagen, dann sind sie aber auch auf die Minute pünktlich um halb elf verschwunden. Ok, immerhin.
Die Nacht war dann insgesamt so lala, immerhin weckten uns aber wieder warme Sonnenstrahlen im Zelt und wir genossen noch die Ruhe, bevor die anderen Gäste erwachen. Wir sind die ersten beim Frühstück, das heute etwas spartanisch ausfällt. Es gibt neben Cafe und Tee etwas Brot mit abgepackter Marmelade, Butter und Honig, dazu eine aufgeschnittene Tomate, Gurkenscheiben und eine Hand voll Oliven. Das war schon mal besser, aber natürlich verputzen wir das auch und sitzen anschließend bei schon 17 Grad Celsius in der Sonne und warten darauf, dass die noch nassen Kleider trocknen. Als wir alles zusammengepackt haben und bezahlen, wurden wir von der Berechnung des Frühstücks auch noch überrascht. Während der nette, aber offensichtlich sehr geschäftstüchtige Besitzer am Vortag alle Preise einzeln aufgezählt hat, vergaß er womöglich zu erwähnen, dass das Frühstück nicht (wie bisher immer) in der Übernachtung inklusive ist. Dieser Umstand, die dazu mickrige Portion, die eiskalte Dusche, die „nach 10 Minuten schon warm wird“, aber nie warm wurde und die nervigen anderen Gäste erweckten bei uns ein Gefühl der Abzocke und wir verabschiedeten uns nur noch schnell und wollten weg von da.
Entsprechend launisch beginnt die 6. Etappe, die uns zunächst ohne große Anstrengung 6 km bis in die nächste Ortschaft Gedelme führt, die wir nach nur gut 80 Minuten erreichen. Den einfach gehbaren Weg nutzen wir, um unserem Ärger Luft zu machen und setzen uns dann auch wieder gut gelaunt in eine nette Hütte, wo wir eine kleine Zwischenmahlzeit mit frischen O-Saft, Hähnchen Köfte und Salat bekommen. Nun sind wir dann auch ausreichend versorgt für die noch anstehenden fast 14 km.
Die Route führt uns heute relativ abwechslungsreich immer mal wieder einige Höhenmetern hinauf und hinab, dazwischen gibt es auch immer wieder erholsame Ebenen, sodass wir richtig gut voran kommen. Nur das Wetter schlägt so langsam um, es ziehen immer wieder dunkle Wolken durch, insgesamt bleibt es aber heute zum Glück noch stabil und überwiegend sonnig. Das soll sich aber ab Samstag nochmal verschlimmern, aber warten wir es mal ab.
Ein paar schöne Aussichten und Stellen erreichen wir aber auch bei nebeliger Sicht noch und kommen dann bei unserem Ziel an. Ein Ort ist das eigentlich nicht, es gibt im Grunde nur zwei Grundstücke, eines davon bietet Bungalows und ein kleines Restaurant an, hat aber leider seine Tore für uns verschlossen und sieht gerade nicht bewirtschaftet aus. Das zweite, ein paar Meter weiter, ist das Café Exolikya. Eine Blechhütte mit ganz schön hergerichtetem Aussenbereich und sich noch im Bau befindliche Bungalows, die mit dieser Aussicht sicher traumhaft werden. Der nette Herr im Café bringt und erstmal eine kaltes Erfrischungsgetränk, das wir in den gerade aus den Wolken kommenden Sonnenstrahlen bei wundervoller Aussicht genießen. Als Manu sich im Quellwasser etwas das Gesicht wäscht und wir noch überlegen, wo wir heute unter Zelt aufschlagen, macht uns der freundliche Mensch drauf aufmerksam, dass wir unter den Bungalows ohne Probleme das Zelt aufbauen können, so wären wir auch bei möglichem Regen geschützt. Außerdem gäbe es auch heiße Duschen. Und das alles umsonst!!
Ok, das mit den Duschen haben wir schon mal gehört, aber als wir dieses Träumchen aus Holz inkl. Panoramafenster und die dazugehörigen Solarzellen entdecken, können wir unser Glück kaum fassen. Beim Café haben wir schon über das Panoramic WC geschmunzelt, die Duschen sind aber der absolute Wahnsinn. Schnell bauen wir das Zelt auf und gehen bei bester Aussicht in eine wirklich heiße, herrliche Dusche und feiern das Leben. So was findet man auch nicht alle Tage. Als wir irgendwann schweren Herzens die schönen Holzkabinen verlassen, sitzen wir noch eine Weile unter unserem Unterstand, essen Tütensuppe und schreiben Reiseberichte 😅.
Morgen geht es dann wieder in die Zivilisation bis in den Küstenort Göynük. Hoffen wir mal, dass das Wetter hält.Read more
Etappe 7 - Göynük Yaylasi ➡️ Göynük
May 1 in Turkey ⋅ ⛅ 20 °C
Der heutige Tag beginnt wie der gestrige geendet ist: mit toller Aussicht und warmen Sonnenstrahlen☀️, die uns aus dem Zelt lockt. So richtig gut schlafen wir aufgrund der immer mehr werdenden Wehwehchen gerade nicht im Zelt, aber immerhin hatten und haben wir unsere Ruhe. Das ist schon mal viel wert.
Nach etwas Nescafé und Porridge packen wir gemütlich zusammen, machen noch ein schönes Abschiedsbild vom Café und den tollen Duschen und starten dann in die 7. Etappe.
Heute soll es wieder einer der schöneren Wege sein, der uns zunächst stetig und teilweise sehr steil und rutschig bergab bis zu einem Seitenarm des Gönük Canyon führt. Dort beginnt dann eine recht spannende Kletterpartie über mehrere Hundert Meter durch das felsige Flusstal, immer mit dem Ziel, trockene Füße zu behalten. Drei Mal müssen wir dabei den nun erreichten Hauptarm des Flusses überqueren, was uns nur an einer Stelle etwas mehr herausfordert. Hier liegt ein tiefes Wasserbecken vor uns, in dem nur ein relativ dünner Baumstamm als Überquerungshilfe liegt, sowie ein an der Seite liegender großer, glatter Felsen, an dem man sich theoretisch ein wenig beim balancieren abstützen kann. Wäre da nicht der dicke Rucksack, der es zumindest Manu mit dem noch quer darauf gepackten Zelt unmöglich macht, sich am Felsen vorbei zu schieben. Also will er das Gepäck einfach rüberwerfen und dann frei davon über den Baumstamm gehen. Gute Idee, die Wanderstöcke und Trinkflaschen sind schnell rübergeworfen, als er aber seinen Rucksack mit vollem Schwung auf die andere Seite wirft, wird er vom Gewicht so mitgerissen, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als nun im Style von Takeshi's Castle und wie ein flinkes Wiesel mit drei schnellen und reflexartigen Schritten über den Baumstamm zu rennen. Und er schafft es tatsächlich trocken ans andere Ufer, sodass wir ungläubig und lautstark über dieses gelungene Kunststück lachen können. Das hätte ich wirklich zu gerne aufgenommen 🤣. Anschließend schiebe ich mich noch an dem Felsen entlang über den Baumstamm, sodass wir das Schlimmste dieser Passage auch geschafft haben und um eine abenteuerliche Erfahrung reicher sind 🤩.
Anschließen, als alle Flussüberquerungen trockenen Fußes bezwungen sind, geht es schweißtreibend und in Serpentinen durch den Wald wieder hinauf. Und ab jetzt merken wir auch, dass wir den 7. Tag in Folge wandern. Die Luft ist für heute raus und als wir oben ankommen, sind wir heilfroh, dass das die letzte größere Steigung für heute war. Die Wolken hängen in den Bergen und versprechen weiterhin keine veränderte Wetterlage, für den Moment ist es aber noch trocken. Ab nun heißt es über 1.000 Höhenmeter wieder hinunterkommen, aber auch das stellt sich heute vor allem an den sehr steilen und rutschigen Stellen als richtige Qual heraus, so dass wir wenig reden, sondern nur noch funktionieren. Und dann endlich, nach über 12 km, kommen wir an dem unteren Teil des Göynük Canyon an, mit smaragdgrünen Wasserbecken, aber auch einigen Touristen, die aus der Ortschaft Göynük hierher fahren, um eine der vielen angebotenen Outdooraktivitäten wie Zipline oder Jeep fahren betreiben. Wir machen hier eine kurze Essenspause und laufen dann nur noch den letzten Kilometer bis zum Eingang des Parks. Die restlichen drei Kilometer an der viel befahrenen Straße bis in den Ort sparen wir uns und lassen uns direkt mit einem Taxi zu dem am Morgen bereits gebuchten Hotel fahren. Fix und fertig checken wir in das „5-Sterne“-Hotel ein, das genau wie alle anderen Hotels hier, ein Riesen All-inklusive-Bunker ist. Im Prinzip besteht die ganze Ortschaft nur aus diesen Hotelanlagen und unzähligen Touristenläden. Unseres ist in Form eines Kreuzfahrtschiffes gebaut 😅. Aber das alles ist uns für heute egal, wir freuen uns neben der Dusche vor allem auf ein bequemes Bett und hoffentlich richtig guten Schlaf.
Danach müssen wir dann vermutlich nochmal umplanen, da ab morgen, Samstag, erstmal viel Regen angesagt ist, am Sonntag noch gepaart mit Gewitter und einem deutlichen Temperaturabfall…und ausgerechnet jetzt liegen die drei letzten Etappen vor uns, die keine Unterkünfte oder Ortschaften mehr zwischendurch bieten und daher nur das Wildcampen zulassen. Dazu kommt, dass die Wege bei Regen zum Teil nicht oder nur unter sehr erschwerten und gefährlichen Bedingungen begehbar sein sollen. Nachdem wir uns auch mit anderen Wanderern ausgetauscht haben, wird es morgen auf jeden Fall für uns erst mal nicht weitergehen. Einen Tag Pause brauchen wir aber sowieso. Von daher planen wir einfach von Tag zu Tag und werden sehen, wie sich das Wetter entwickelt. 🤗🤷🏽♀️.Read more
Wetter aussitzen in Konyaaltı
May 2 in Turkey ⋅ 🌧 18 °C
Nach einer Nacht in dem schon etwas in die Jahre gekommenen 5-Sterne-Hotel, entscheiden wir uns dafür, etwas weiter in Richtung Antalya zu fahren und uns dort ein Hotel zu suchen, da Göynük selbst außer vielen weiteren solchen Hotelbunkern nicht wirklich viel zu bieten hat.
Mit dem Bus für knapp 5€ fahren wir eine Stunde weiter Richtung Norden bis in den Vorort Konyaaltı und beziehen unser kleines Apartment unweit vom Meer. Pünktlich zur unseren Ankunft beginnt es dann auch wie angekündigt zu regnen und hört bis zum Abend auch nicht mehr auf. Wir setzen uns in einen schönen Irish Pub und gehen ansonsten früh schlafen, ein wenig Schlaf müssen wir doch noch nachholen.
Am nächsten Morgen sind wir dann auch relativ früh wach und nutzen die noch sonnige Stunden am Morgen für einen ausgiebigen Spaziergang an der Strandpromenade, wo schon einige wenige Menschen fleißig joggen und Rad fahren. Wir finden ein nettes Frühstückslokal und starten ganz gemütlich und lecker in den Tag. Anschließend wird es immer bewölkter und windig und wir spazieren noch durch eine nicht sehr einladenden Mall, bevor es uns wieder zurück in unser Viertel in den nächsten, noch hübscheren Irish Pub zieht, um erneut den Regen auszusitzen.
Spätestens jetzt haben wir uns auch schweren Herzens gegen eine Weiterführung der Wanderung entschieden. Nach diesen Regenfällen wird der Weg viel zu rutschig, matschig und damit gefährlich sein. Das Ganze gepaart mit ständig wechselndem Wetter und dabei zelten zu müssen, macht für uns keinen Sinn, etwas Spaß soll das Ganze schließlich auch machen.
Und so verbringen wir noch zwei weitere gemütliche Tage mit am Strand liegen solange die Sonne es zulässt und gegen die T-Shirtbräune ankämpfen 👙🩳☀️, lecker essen, düsen mit Sharing-Rollern durch die Gegend und genießen das Leben.Read more
Kaleiçi - Altstadt von Antalya
May 5 in Turkey ⋅ ☀️ 22 °C
Der letzte Tag in Antalya zeigt sich nochmal von seiner schönsten Seite und wir starten daher mit einem kleinen Sportprogramm in den Morgen. Manu geht an der Strandpromenade eine Runde joggen, während ich mangels Laufschuhen in das 17 Grad kalte Meer steige und einige Bahnen ziehe. Irgendwann wird einem dann schon warm, hoffe ich 😅🥶 und freue mich auf das anschließende Aufwärmen in der Sonne und eine heiße Dusche.
Nach einem kleinen Frühstück bei uns im Apartment machen wir uns fertig und suchen uns einen Sharing-Roller, um damit die knapp 20 Minuten bis nach Kaleiçi, der Altstadt von Antayla zu fahren. Wir starten unsere kleine Sightseeingtour am östlichen Rand der Altstadt vor dem Hadrianstor, dem einzig erhalten gebliebenen Einfahrtstor zur antiken Stadt und zum Hafen. Wir lassen uns durch die kleinen Gassen treiben und schlendern ohne bestimmten Plan innerhalb der Stadtmauer umher, bis wir unterhalb der Klippen den malerischen, historischen Hafen erreichen, der heute als Yachthafen dient, Ausgangspunkt für Bootsfahrten ist, aber auch zahlreiche kleine Fischerboote beherbergt.
Das Meer ist auch hier wunderbar türkisfarben und klar und wir genießen die schönen Aussichten auf die umliegenden zum Teil noch schneebedeckten Berggipfel und den langen Strand, an dem wir heute Morgen noch lagen. Anschließend geht es über zahlreiche Stufen wieder hinauf in den westlichen Teil der Altstadt, vorbei am Yivli-Minarett, dem Wahrzeichen der Stadt und weiter durch die Gassen mit einem Basar und zahlreichen Boutiquen, Souvenirgeschäften, Cafés und Restaurants. In einer ruhigen Seitengasse finden wir ein nettes Lokal, wo wir uns draußen in die Sonne setzen und mit türkischen Meze und einem Aperol Spritz eine kleine Mittagspause machen. Bevor wir uns dann wieder auf die Suche nach einem Roller für die Rückfahrt machen, gibt es noch ein leckeres Eis zum Abschluss und wir verabschieden uns aus der hübschen Altstadt und dem bunte Treiben rund herum.
Zurück in unserem Viertel nutzen wir den immer noch herrlich sonnigen und heute auch weniger windigen und damit deutlich wärmeren Tag für ein weiteres Sonnenbad, springen sogar noch mal ins Meer und verbringen ansonsten einen gemütlichen Abend und packen unsere Backpacks, bevor es morgen früh weiter nach Istanbul geht.Read more
Zum Abschluss: Istanbul ❤️
May 6 in Turkey ⋅ ☀️ 19 °C
Am Mittwochmorgen heißt es dann früh aufstehen und ab zum Flughafen. Lange habe ich schon den Wunsch, Istanbul zu besuchen, jetzt endlich ist es soweit und ich freue mich wahnsinnig.
Am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen angekommen geht es erstmal gefühlt tausend Stationen mit der Metro bis nach Kadıköy, um dann auf die Fähre umzusteigen und auf die europäische Seite nach Karaköy zu fahren, wo unser hübsches Apartment im 6. Stock und mit Blick auf das Goldene Horn auf uns wartet.
Wir machen uns schnell frisch und laufen dann
erstmal durch das angesagte Hafenviertel, in dem sich hippe Cafés neben traditionellen Bäckereien und familiengeführten Geschäften finden. In den mit Straßenkunst verzierten Gebäuden aus der osmanischen Zeit haben sich junge Modedesigner mit ihren Ateliers und Boutiquen angesiedelt.
Wir stärken uns in einem der zahlreichen Lokale und spazieren anschließend weiter, bergauf und bergab durch die belebten Gassen des Viertels, bis wir uns für eine Kneipe entscheiden, in der wir das Champions League Halbfinale Rückspiel des FC Bayern gegen Paris Saint Germain schauen, das die Bayern verdient verlieren. Nach dem Spiel (und ein paar Guinness später), lassen wir uns mit dem Taxi zur Unterkunft bringen und freuen uns aufs Bett.
Am nächsten Morgen wachen wir mit leichten Kopfschmerzen und starkem Hunger auf, sodass wir beidem entgegenwirken, indem wir uns schnell frisch und auf den Weg nach draußen machen. Manu hat im Vorfeld ein kleines Lokal bei uns um die Ecke ausfindig gemacht, wo wir leckere Hausmannskost bekommen. Nach Hühnersuppe, gefüllter Paprika und Hühnchen mit Reis geht es uns direkt besser und wir machen uns auf den Weg zur Galata Brücke. Sie führt uns über das goldene Horn und ist mit Geschäften und Restaurant auf der unteren Ebene sowie zahlreichen Anglern und Straßenverkäufern auf der oberen Ebene vielbesucht und sehr wuselig. Ein Blick von der Brücke in das unter uns durchfließende Wasser enthüllt dazu eine Unmenge an Quallen, die wie eine Plage in den Wellen hin und her getrieben werden.
Nun geht es weiter zum Gewürzbasar, einer großen und schönen Halle, in der natürlich Gewürze, aber auch viel Tee und typisch türkische Süßigkeiten angepriesen werden. Wir üben uns darin, die zum Teil recht aufdringlichen Verkäufer zu ignorieren und verlassen die Halle auch direkt wieder am anderen Ende. Allerdings finden wir uns dort nur in einem weiteren unendlichen Geflecht aus Gassen wieder, die mit kleinen Geschäften vollgepackt sind und in denen wirklich alles angeboten wird. Das geht so weiter, bis wir am sogenannten Großen Basar ankommen und uns fragen, was das dann das alles bis hierher bitte war.
Der Große Basar ist einer der größten der Welt und erstreckt sich über 31.000 m² und beherbergt rund 4.000 Geschäfte mit den verschiedensten Angeboten. Der gesamte Basar war ursprünglich aus Holz gebaut. Nach mehreren schweren Bränden ließ Sultan Mustafa III. die Gebäude teilweise aus Stein wiederaufbauen. Wie bei Basaren üblich, sind die Geschäfte im Großen Basar nach Branchen sortiert, was häufig auch an den Straßennamen zu erkennen ist. Man verliert sich im Gewusel und den endlosen Geschäften und Gängen - alle bieten auch hier lautstark ihre Waren an und wollen einen in ihr Geschäft ziehen. Das löst bei uns allerdings genau das Gegenteil aus und wir verlieren schnell die Lust, uns in den Läden etwas länger umzuschauen und treten wieder den Rückzug an. Wir sind froh als wir aus den Menschenmassen raus kommen und auf einem etwas größeren Platz im Freien wieder etwas mehr Ruhe haben.
Nun führt uns der weitere Weg wieder steil bergab bis hinunter bis kurz vor die Küste des Marmarameers. In einer Seitenstraße stoppen wir an einem Barber Shop, in dem Manu nicht nur einen neuen Haarschnitt, sondern eine komplette Rundumversorgung mit Nasen-, Ohren- und sonstiger Gesichtshaarentfernung erhält. Ganz schmerzfrei scheint seinem Gesichtsausdruck nach das Ganze nicht zu sein, aber wer schön sein will, muss leiden. Dafür gibt es noch eine erholsame Gesichtsmaske im Anschluss, bevor es dann frisch gestriegelt nach gut einer Stunde (!!) weitergeht. Allerdings merken wir jetzt langsam, dass wir schon einige tausend Schritte gelaufen sind und machen uns daher langsam auf den Weg in Richtung Apartment und lassen den Abend früh enden.
Am nächsten Morgen machen wir uns dafür schon früh auf den Weg in Richtung Hagia Sophia und Blaue Moschee, um möglichst den großen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Schon von Weitem sehen wir die blaue Kuppel und die hohen Minarette, leider bald darauf auch das Schild, dass ein Einlass für Nichtbetende erst ab 14:30 Uhr möglich ist. Zugleich soll der Eintritt in die Hagia Sophia fast 30 € pro Person kosten, was uns für ein religiöses Haus und auch aufgrund der bereits langen Schlange am Eingang dann doch zu viel ist. Von außen ist die Moschee leider in Baugerüste gehüllt und so spazieren wir etwas enttäuscht durch den hübschen Gülhane Park, bis wir zu einem Aussichtspunkt am Bosporus kommen. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf unser Viertel, mit dem herausstechenden Galataturm, die Bosporus Brücke und weiter auf die asiatische Seite der Stadt. Nach einigen Schnappschüssen lassen wir uns langsam wieder in Richtung Karaköy treiben und spazieren durch weitere schöne Gassen des Viertels mit vielen kleinen Boutiquen, zahlreichen Vintage Läden und kleinen Cafés. Hier ist es deutlich angenehmer entlangzugehen und sich in Ruhe umzuschauen, ohne ständig angequatscht zu werden. Aber dennoch brauchen wir auch heute nochmal eine kleine Mittagspause, stärken uns kurz und legen dann für eine kurze Weile die Beine in unserem Apartment hoch.
Kurz vor Sonnenuntergang geht es dann aber zum Abschluss noch auf eine Bootsrundfahrt über den Bosporus und das goldene Horn. Auch wenn sie am Ende länger dauert als erwartet und wir erst um Mitternacht im Bett liegen, war es ein richtig schöner und gemütlicher Abschluss für uns.
Nach nur gut 3 h Schlaf klingelt dann leider schon wieder der Wecker und wir lassen uns zu dieser unschönen Uhrzeit mit einem Taxi zum Flughafen fahren. Hier müssen wir leider noch den Versuch des Taxifahrers abwehren, uns über den Tisch zu ziehen, indem er behauptet, dass die bisher immer funktionierende App auf einmal irgendwie die gebuchte Fahrt mit entsprechenden Preis nicht mehr anzeigt. Den dann aufgerufenen fast doppelt so hohen Preis weigern wir uns aber zu zahlen und bestehen auf den ursprünglichen Betrag. Noch eine ganze Weile sind wir sehr verärgert darüber, sodass wir uns dann nach der Aufgabe des Gepäcks und dem Boarding auch wieder sehr auf zu Hause freuen. Manchmal scheint es dann doch so, als würden zum ende hin solche dinge passieren, damit man nicht zu traurig über das Ende des Urlaubs ist … 😉Read more
Lykischer Weg & Istanbul - ein Rückblick
May 8 in Turkey ⋅ ☁️ 23 °C
Der Urlaub und unsere erste Reise in die Türkei ist nun vorbei und wir schauen gerne noch mal zurück auf diese tollen zwei Wochen.
Die Route:
Kinsau 🚗 München 🛫 Antalya 🚕 Karaöz 🥾🥾🥾🥾🥾🥾🥾 Göynük 🚐 Antalya 🛫 Istanbul 🛫 München 🚗 Kinsau
Unsere Highlights:
- Die Etappen des Wanderwegs Lykischer Weg, die wir gegangen sind, waren sehr abwechslungsreich von der Anstrengung aber auch bzgl. der Landschaften. Es war toll, mitten in diesen Umgebungen unser Zelt aufzuschlagen und die Ruhe zu genießen.
- Obwohl unsere Backpacks wirklich ganz schön schwer und wir uns anfangs ernsthafte Sorgen machten, ob wir damit die Etappen überhaupt schaffen, habe wir es besser als erwartet geschafft und wir spürten jeden Tag die gesteigerte Kraft. Das war cool 😎.
- Das Duschen mit einer Aussicht war ein einzigartiges Erlebnis 😍🤩.
- Das morgendliche Baden und Schwimmen am Strand von Antalya im eiskalten Wasser war erfrischend und ein Gefühl von Freiheit.
Genervt hat:
- Die großen Wandergruppen, von denen wir aber zum Glück nur wenige getroffen haben.
- Nach nicht ganz so guten Nächten um fünf Uhr morgens durch die Rufe des Muezzin zum Gebet geweckt zu werden.
Das wahnsinnige Gewusel im Basar - aber das gehört halt dazu.
- Leider hatten wir immer mal wieder das Gefühl, dass man als Tourist zu gerne abgezockt wird oder es zumindest versucht wird.
- Heftige Eintrittspreise für Ausländer bei manchen Sehenswürdigkeiten.
Insgesamt hat uns der Trip super gefallen, die Menschen waren zum größten Teil sehr zuvorkommend, freundlich und hilfsbereit und der kleine Teil des Landes, den wir gesehen haben, war traumhaft schön. Wir werden die Reise sicherlich gut in Erinnerung behalten und wer weiß, vielleicht gehen wir auch irgendwann noch den Rest des Lykischen Weges. ❤️Read more
























































































































































































