• Etappe 6 - Yaylakuzdere ➡️ Göynük Yaylasi

    April 30 in Turkey ⋅ ⛅ 19 °C

    Heute starten wir etwas genervt in den Tag.
    Zum einen gab es zwar keinen feucht fröhlichen Abend mehr auf der Terrasse, dafür aber noch ein lautstarkes Beisammensitzen am Lagerfeuer direkt neben unserem Zelt. Nach einer höflichen Bitte gegen 22 Uhr, es für diesen Abend gut sein zu lassen, weil wir im Zelt nebenan wirklich gerne schlafen würden, wurde durch die Truppe noch eine halbe Stunde herausgeschlagen, dann sind sie aber auch auf die Minute pünktlich um halb elf verschwunden. Ok, immerhin.
    Die Nacht war dann insgesamt so lala, immerhin weckten uns aber wieder warme Sonnenstrahlen im Zelt und wir genossen noch die Ruhe, bevor die anderen Gäste erwachen. Wir sind die ersten beim Frühstück, das heute etwas spartanisch ausfällt. Es gibt neben Cafe und Tee etwas Brot mit abgepackter Marmelade, Butter und Honig, dazu eine aufgeschnittene Tomate, Gurkenscheiben und eine Hand voll Oliven. Das war schon mal besser, aber natürlich verputzen wir das auch und sitzen anschließend bei schon 17 Grad Celsius in der Sonne und warten darauf, dass die noch nassen Kleider trocknen. Als wir alles zusammengepackt haben und bezahlen, wurden wir von der Berechnung des Frühstücks auch noch überrascht. Während der nette, aber offensichtlich sehr geschäftstüchtige Besitzer am Vortag alle Preise einzeln aufgezählt hat, vergaß er womöglich zu erwähnen, dass das Frühstück nicht (wie bisher immer) in der Übernachtung inklusive ist. Dieser Umstand, die dazu mickrige Portion, die eiskalte Dusche, die „nach 10 Minuten schon warm wird“, aber nie warm wurde und die nervigen anderen Gäste erweckten bei uns ein Gefühl der Abzocke und wir verabschiedeten uns nur noch schnell und wollten weg von da.
    Entsprechend launisch beginnt die 6. Etappe, die uns zunächst ohne große Anstrengung 6 km bis in die nächste Ortschaft Gedelme führt, die wir nach nur gut 80 Minuten erreichen. Den einfach gehbaren Weg nutzen wir, um unserem Ärger Luft zu machen und setzen uns dann auch wieder gut gelaunt in eine nette Hütte, wo wir eine kleine Zwischenmahlzeit mit frischen O-Saft, Hähnchen Köfte und Salat bekommen. Nun sind wir dann auch ausreichend versorgt für die noch anstehenden fast 14 km.
    Die Route führt uns heute relativ abwechslungsreich immer mal wieder einige Höhenmetern hinauf und hinab, dazwischen gibt es auch immer wieder erholsame Ebenen, sodass wir richtig gut voran kommen. Nur das Wetter schlägt so langsam um, es ziehen immer wieder dunkle Wolken durch, insgesamt bleibt es aber heute zum Glück noch stabil und überwiegend sonnig. Das soll sich aber ab Samstag nochmal verschlimmern, aber warten wir es mal ab.
    Ein paar schöne Aussichten und Stellen erreichen wir aber auch bei nebeliger Sicht noch und kommen dann bei unserem Ziel an. Ein Ort ist das eigentlich nicht, es gibt im Grunde nur zwei Grundstücke, eines davon bietet Bungalows und ein kleines Restaurant an, hat aber leider seine Tore für uns verschlossen und sieht gerade nicht bewirtschaftet aus. Das zweite, ein paar Meter weiter, ist das Café Exolikya. Eine Blechhütte mit ganz schön hergerichtetem Aussenbereich und sich noch im Bau befindliche Bungalows, die mit dieser Aussicht sicher traumhaft werden. Der nette Herr im Café bringt und erstmal eine kaltes Erfrischungsgetränk, das wir in den gerade aus den Wolken kommenden Sonnenstrahlen bei wundervoller Aussicht genießen. Als Manu sich im Quellwasser etwas das Gesicht wäscht und wir noch überlegen, wo wir heute unter Zelt aufschlagen, macht uns der freundliche Mensch drauf aufmerksam, dass wir unter den Bungalows ohne Probleme das Zelt aufbauen können, so wären wir auch bei möglichem Regen geschützt. Außerdem gäbe es auch heiße Duschen. Und das alles umsonst!!
    Ok, das mit den Duschen haben wir schon mal gehört, aber als wir dieses Träumchen aus Holz inkl. Panoramafenster und die dazugehörigen Solarzellen entdecken, können wir unser Glück kaum fassen. Beim Café haben wir schon über das Panoramic WC geschmunzelt, die Duschen sind aber der absolute Wahnsinn. Schnell bauen wir das Zelt auf und gehen bei bester Aussicht in eine wirklich heiße, herrliche Dusche und feiern das Leben. So was findet man auch nicht alle Tage. Als wir irgendwann schweren Herzens die schönen Holzkabinen verlassen, sitzen wir noch eine Weile unter unserem Unterstand, essen Tütensuppe und schreiben Reiseberichte 😅.
    Morgen geht es dann wieder in die Zivilisation bis in den Küstenort Göynük. Hoffen wir mal, dass das Wetter hält.
    Read more