2 Stunden Alptraum
December 30, 2025 in Kenya ⋅ ☁️ 30 °C
Eins vorneweg: Finger weg von diesem Camp!
Sentrim Tsavo Ost
Wir waren vor drei Jahren schon einmal hier – und damals war es richtig schön: nette Zelte, toller Service, ein Wasserloch mit Elefanten und vielen anderen Tieren direkt vor dem Restaurant und hervorragendes Essen. Entsprechend groß war unsere Vorfreude, hier erneut zwei Nächte zu verbringen.
Doch schon bei der Ankunft begann die Enttäuschung. Der Empfang war kühl und unpersönlich, ganz anders als in den Tagen zuvor. Unser Zelt war noch nicht fertig – ebenfalls ein Novum für uns. Das störte uns zunächst nicht weiter, wir wollten ohnehin erst an die Bar und anschließend essen gehen.
Dort traf uns der erste Schlag: Die ehemals wunderschöne Feuerstelle mit Blick auf das Wasserloch war verschwunden. Stattdessen blickt man nun auf einen grünen Wellblechzaun und eine Baustelle. Der gesamte Essensbereich wirkte schmutzig, ungepflegt und heruntergekommen. Ich wollte mich nicht einmal mit meiner bereits völlig verdreckten Hose irgendwo hinsetzen. Unsere gute Laune war dahin – doch es sollte noch schlimmer kommen.
Vorsorglich hatte ich einen Tisch am Rand des Restaurants reserviert, um wenigstens beim Essen einen schönen Ausblick zu haben. Wir setzten uns dann doch irgendwo hin, bestellten ein Bier – und dann begann das Chaos. Zunächst kam eine Gruppe von etwa zehn Personen ins Restaurant, kurz darauf weitere zehn. Bei nur 25 Zelten im Camp war sofort klar: Hier stimmt etwas nicht. Wenige Minuten später schnorrte uns ein offensichtlich nicht nüchterner Angestellter nach einer Zigarette an – und dann strömten nochmals 15-20 Personen herein. Manche Gäste mussten mit ihren Tellern irgendwo draußen nach einer Sitzgelegenheit suchen…
Als wir zu unserem reservierten Tisch wollten, saßen dort bereits andere Gäste. Auf Nachfrage beim Kellner kam nur ein lapidares: „Ja, das ist jetzt blöd, dann müsst ihr halt warten.“
Ich ging daraufhin zur Rezeption, um mich über die Gesamtsituation zu beschweren. Die Reaktion: ein schlichtes „Sorry“.
Anschließend wurden ich zu unserem Zelt geführt: ein Doppelbett und ein 1,60 m langes Bett für Finn – der etwa 1,75 m groß ist. Das war dann endgültig zu viel! Ich neige zugegebenermaßen dazu, mich schnell zu echauffieren, Stefan ist sonst die Ruhe selbst – aber auch bei ihm war an diesem Punkt Schluss.
Ich kontaktierte unseren Organisator (es ist bereits unsere dritte Safari mit seinem Unternehmen) zunächst schriftlich, dann telefonisch, und schilderte ihm die Situation. Zunächst meinte er, er wisse nicht, was er tun könne, da alles bereits bezahlt und nicht stornierbar sei. Wir machten jedoch klar, dass wir unter keinen Umständen dort bleiben würden – koste es, was es wolle. Das Geld war uns in diesem Moment völlig egal.
Wenige Minuten später rief er zurück und bot uns einen Umzug in eine Lodge an. Ich habe sie kurz online angesehen – normalerweise mag ich in solche Lodges nicht mehr, aber alles war besser als dieses Camp. Die Reise kostet uns nun 800 Euro mehr, aber immerhin konnten wir dort weg!!!
Die Erklärung für die Menschenmassen: Es handelt sich um Tagesgäste ohne Übernachtung im Park, die morgens vom Strand hierher fahren, im Camp essen und anschließend wieder ans Meer zurückfahren – eine Strecke von rund fünf Stunden einfach! Eine komplett irre Klientel. Wer macht so etwas bitte?! 🤦🏼♀️🤦🏼♀️🤦🏼♀️ An dieser Stelle schweige ich besser! 😀
Wir sind schließlich mit Pauken und Trompeten abgereist – nachdem ich auch noch die zwei Biere bezahlen musste! 🤬
Währenddessen hatte unser Organisator Kontakt mit dem Manager in Nairobi aufgenommen. Dessen Aussage: Es sei unser Problem, wenn wir nicht bleiben wollten. Schließlich werde auf der Baustelle ja gerade nicht gearbeitet, und ein neues Bett hätte man uns „organisiert“. Fassungslosigkeit beschreibt es nur unzureichend.
Damit ist die Sache für uns noch nicht erledigt. Wir werden eine offizielle Beschwerde einreichen und warten die Reaktion ab. Andernfalls werden wir dieses Camp auf allen Online-Plattformen und Bewertungsportalen entsprechend zerlegen.
*Unf&@•ingfassbar!Read more























Traveler😱 OMG….. das hört sich so live nach Afrika an. Manchmal stößt man auf solche Situationen, wir haben es in unseren 4 Jahren ein paar Mal ähnlich erlebt.
TravelerIch weiß gar nicht, wer mich mehr ankotzt: der geldgeile Manager, die Angestellten dort oder die Touris, die sich so was antun und dementsprechend auftreten.
TravelerÖrks, man kann in diesem Land echt alles erleben (unseres von heute kommt noch…). Aber irgendwie wäre das genau die Befürchtung in diesem Nationalpark gewesen, man hört ihn so oft im Zusammenhang mit Strandurlauben 😳
TravelerIch habe das tatsächlich noch nicht gehört, wir waren vor drei Jahren hier und es war echt toll… Aber ich persönlich bin ja überzeugt davon, dass viele Leute in den letzten Jahren immer bekloppter geworden sind und diese Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Also ja, den Tsavo würde ich niemandem mehr empfehlen, außer denen, die auch gern am Ballermann oder in der DomRep in großen und vogelwilden Hotelanlagen absteigen… Die sind hier richtig. Den Tieren würde ich empfehlen, sich in den hinteren Teil des Gebietes zu verziehen, da haben sie wenigsten ihre Ruhe und dann kommen irgendwann auch wieder weniger Leute hier her. 😀
TravelerJa, die Folgen der Pandemie und Instagram & Co. sind fürs Reisen nicht gut, da hat sich in den letzten Jahren etwa ungutes zusammengemischt. Wenn wir ab und zu bei Lidl einkaufen, nehmen wir uns immer gerne aus Interesse deren Reiseprospekte mit. Dort findet man für Kenia-Angebote immer die Tagessafaris nach Tsavo Ost. Daher war das für uns schon von vorneherein ein No-go...
TravelerAh! Ok, das wusste ich nicht. Aber wie vorhin schon geschrieben, wir hatten heute einen krassen Löwentag und waren zum Teil komplett alleine mit ihnen! Ich bin versöhnt..