• Home for the last night

    June 5 in Morocco ⋅ ☀️ 25 °C

    Das Riad ist wirklich wunderschön – aber keine vier Minuten nach dem Aussteigen aus dem Auto hatte mich Marrakesch schon auf die Palme gebracht.

    Wir sind mit dem Navi zu einem Parkplatz gefahren, den es offenbar gar nicht gab. Als wir wenden und wieder zurückfahren wollten, sprach uns ein freundlicher junger Mann an und fragte, wohin wir wollten. Dann meinte er, wir könnten das Auto dort stehen lassen, wo wir gerade waren, um unser Gepäck auszuladen.

    Während er ein wenig herumorganisierte, erklärten wir ihm, dass Stefan gar nicht parken würde, sondern nur auslädt und Finn und ich allein zum Riad gehen. Kaum ausgesprochen, tauchte plötzlich ein zweiter Mann auf. Der schnappte sich direkt zwei unserer vier Koffer, Finn nahm einen, ich den anderen sowie noch zwei Taschen. Der erste junge Mann trug übrigens nichts, sondern lief einfach vorneweg.

    Nach vielleicht 150 Metern standen wir bereits vor dem Riad. Der Kerl hatte sogar schon geklingelt. Kaum waren wir angekommen, verlangte er Geld. Dass ich noch sämtliche Taschen und Koffer in den Händen hatte, interessierte ihn überhaupt nicht.

    Ich wollte beiden jeweils 10 Dirham geben – etwa ein Euro. Daraufhin fing er an zu meckern und erklärte, das sei viel zu wenig. Also kramte ich, mittlerweile ziemlich genervt, zwei 20-Dirham-Scheine aus meiner Tasche. Aber auch das reichte ihm nicht. Stattdessen zeigte er auf meinen 100-Dirham-Schein und begann ernsthaft zu diskutieren!

    Irgendwann habe ich ihm die beiden Zwanziger in die Hand gedrückt und mit einem deutlichen „So, Schluss jetzt – Abflug!“ signalisiert, dass die Vorstellung beendet ist. Daraufhin zogen beide fluchend ab.
    Vermutlich habe ich jetzt den Fluch Allahs an der Backe.
    Mal ehrlich: Geht’s eigentlich noch?!
    Und das Schlimmste ist, dass ich mich seit Stunden darüber ärgere, überhaupt irgendetwas gegeben zu haben.
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