• Unerwartet witziger Schlafplatz

    Semalam, Portugal ⋅ ☀️ 25 °C

    Die Schlafplatzsuche gestaltet sich nicht immer ganz einfach, Anfragen bleiben unbeantwortet oder man wird im ungewissen gelassen und erhält auf Nachfrage trotzdem eine Absage. Unser heutiger Stellplatz ist nicht unsere erste Wahl, aber wir wollen nicht auf einen Camping oder Carpark, sondern etwas mit mehr Privatsphäre.

    Bereits die Kommunikation im Vorfeld ist etwas speziell. Zuerst heisst es wir können kommen wann wir wollen, hauptsache vor 22.00 Uhr, als wir mitteilen, das wir zwischen 17.00 und 18.00 Uhr ankommen werden, heisst es plötzlich, 17.30 sollen wir dort sein 🤷🏼‍♀️. Typisch schweizerisch sind wir 10 Minuten zu früh. Als wir das Eingangstor nicht auf Anhieb finden werden wir angeschnauzt, den per Whatsapp geschickten Standort anzupeilen und nicht derjenige von Park4Night... Da die beiden Standorte nur wenige Meter auseinander liegen ist das Ziel schnell gefunden und wir werden auf den Platz eingewiesen. Die Vermieterin scheint etwas im Stress zu sein. Auf der App war der Platz für 10-15 Euro ausgeschrieben, als Nadine ihr einen Zwanziger in die Hand drückt, bedankt sich die Gastgeberin und verschwindet mit dem Hinweis sie müsse nun los...

    Wir haben weder Strom noch Wasser, noch wissen wir welchen Teil des Grundstücks wir nun mitbenützen dürfen. Der Pool unterhalb des Stellplatzes sieht verlockend aus, aber wir wissen nicht so recht ob dieser bereits zur nächsten Hütte weiter unten gehört.

    Zu unserem Glück, kommt wenig später ein Herr heraufspaziert, wie sich herausstellt ein Schweizer, der in der Hütte weiter unten zu wohnen scheint. Er versichert uns wir sollen ruhig alles benutzen, auch der Pool stehe uns zur Verfügung. Wir bedanken uns für die Info. Er scheint seine Nachbarin darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass sie uns etwas gründlicher hätte einweisen sollen, denn sie kommt einen Augenblick später zurück, entschuldigt sich, versorgt uns mit Strom und versichert uns den Pool und Gartenschlauch ruhig benutzen zu dürfen. Sie müsse los und ihre Mutter abholen und sei desswegen etwas im Stress.

    Nach den ersten Verwirrungen, die unsere Gastgeberin und den Schlafplatz in einem eher schlechten Licht erscheinen liesen, hat sich nach der Aufklärung unsere Stimmung wieder aufgelockert. Das erquikende Bad im Pool, die erfrischende Openair Dusche und der leckere Apéro tun ihr übriges. Nun sind wir ready für das Abendessen im Dorf unten.

    Nach einem wiedermal sehr leckeren Tapas-Abendessen (es wird nie langweilig) spazieren wir gemütlich zu unserem Schlafplatz zurück. Schon auf dem Hinweg ist uns das grosse Feuerwehrlokal aufgefallen. Erstens weil man die ganze Wäsche der Crew aufgehängt sah und zweitens weil sie gerade einen Einsatz hatten und mit 3 Feuerwehrautos mit heulenden Sirenen los fuhren. Auf dem Rückweg klang nun laute Musik aus dem Raum oberhalb der Eingangshalle. Zuerst dachten wir es sei eine Aufnahme. Nadine erkannte das Lied sofort und blieb stehen. Das Stück spielen sie auch im MVR und als wir ein paar Sekunden dort verweilen, stellen wir fest, dass es doch tatsächlich "live" ist und die Feuerweh-Musik wohl gerade probt. Da müssen wir doch glatt ein paar Minuten zuhören und Nadine schickt mit Freude einen Video-Gruss per Whatsapp an ihre MusikkollegInnen. 😊
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