• Graue Wolken, bunte Fische, Inselfeeling

    December 6, 2025 on the Seychelles ⋅ ☁️ 26 °C

    Der zweite Tag auf den Seychellen beginnt anders als gedacht. Keine knallende Sonne, kein Postkartenblau – stattdessen bedeckter Himmel, ein feiner Nieselregen, der die Luft weich macht. Stört uns überhaupt nicht. Heute wartet ein kleines Abenteuer, und das funktioniert bei jedem Wetter.

    Wir gehen an Bord eines Katamarans und fahren hinaus, vorbei an Mahé, in Richtung einer kleinen vorgelagerten Insel vor Victoria. Das Meer ist ruhig, die Stimmung entspannt. Vor Ort steigen wir um – auf ein Submersible, ein kleines Tauchboot, das uns etwa zwei Meter unter die Wasseroberfläche bringt. Durch große Scheiben schauen wir direkt ins Riff.

    Für uns als Taucher ist das natürlich eher die gemütliche Variante – wir kennen andere Tiefen, andere Farben. Aber trotzdem: Es ist süß, fast meditativ, hier langsam durch das Wasser zu gleiten und die kleinen bunten Rifffische zu beobachten. Gleichzeitig wird auch hier sichtbar, was man leider an vielen Orten der Welt sieht: Korallenbleiche. Große Teile des Riffs sind geschädigt, manche Bereiche wirken leblos. Klimawandel ist kein abstraktes Wort – er liegt hier direkt vor unseren Augen.

    Nach dem Submersible wechseln wir die Perspektive und springen selbst ins Wasser. Schnorcheln. Wir entdecken Moränen, die vorsichtig aus ihren Felsspalten schauen, Fledermausfische, die elegant durchs Wasser gleiten, und jede Menge kleiner, bunter Riffbarsche. Nicht spektakulär – aber ein schöner, ehrlicher Blick unter die Oberfläche.

    Wir schnorcheln rüber auf die kleine Insel. Ein paar Schritte durch den Sand, keine Menschen, nur Meer, Palmen. Ja, genau so fühlt sich Seychellen an.

    Am Nachmittag geht es zurück an Bord. Beim Auslaufen aus dem Hafen von Victoria stehen wir an Deck und schauen zu, wie Mahé langsam kleiner wird. Vor uns liegt wieder offenes Meer. Kurs Norden, Richtung Äquator.
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