• Shit happens ... aber dann so richtig!

    March 26 in Poland ⋅ ☁️ 7 °C

    Gestern war noch REHA angesagt. Was heißt das bei der Achillessehne? Genau: faul herumliegen, leichte kreisende Bewegungen, immer wieder kühlen und ein schmerzlinderndes Gel auftragen.

    Wie und warum das passiert ist – ich kann nur vermuten. Aber es war schmerzhaft.

    Umso mehr bin ich heute froh, dass ich sofort reagiert habe. Aktuell bin ich größtenteils schmerzfrei. Ich hoffe, das bleibt so.
    Das hat mich aber zurückgeworfen. Nicht nur in Tagen oder finanziell, sondern auch in Erlebnissen.

    Dafür hatte ich heute ausreichend davon. Wenn du jetzt annimmst, dass ich Wisente gesehen habe, durch den Urwald bei Białowieża geschlichen bin und auf die Verursacher der riesigen Kackhaufen aus dem letzten Bericht gestoßen bin, dann muss ich dich enttäuschen …

    Nö. Ich hatte Erlebnisse ganz anderer Art.

    Doch von Anfang an:

    Ich musste meinen Aufenthalt natürlich um einen Tag verlängern. Nochmals sechzig Euro, die nicht eingeplant waren.

    Aber gut. „Egal“, um einen großen deutschen Intellektuellen zu zitieren.

    Ich bin aufgestanden. Zeitig. Ich habe alles zusammengepackt, nachdem ich festgestellt hatte, dass ich den Fuß wieder belasten kann.
    Alles runtergetragen und wieder an seinen Platz geschlichtet. Noch einmal kontrolliert. Den Müll vor dem Haus entsorgt. Mich vom Vater des Vermieters verabschiedet. Ich bin eingestiegen, habe den Schlüssel gedreht – und zu hören war nur ein angestrengtes:

    CHOCHOCHOCHOCHO.

    Mehr nicht. Noch einmal: "chochochochooochoooo". Schluss.

    Shit. Das war mir vor drei Tagen schon einmal passiert. Ich war nach meiner Fototour einkaufen gewesen. Hatte mir auch zwei typische polnische Leckerbissen geholt – so halbfertiges Zeug mit Pilzen und Kraut. Setze mich in den Ranger, drehe den Schlüssel: "CHOCHOCHOCHOCHO". Mehrmals.

    NEIN! Nicht wirklich. Warum mir? Und warum jetzt? Ich rief den Pannendienst in Wien.
    Ich hatte ja vorgesorgt. Mir war vor der Abfahrt klar: Das Einzige, was ich technisch sicher hinbekomme, ist eine Glühbirne einzudrehen. Und das hier ist ein anderes Kaliber. Also: ÖAMTC-Schutzbrief.
    Ich erklärte der Dame am Telefon mein Problem. Sie sicherte mir unverzügliche Hilfe zu.

    Während ich wartete, kam ich auf die glorreiche Idee, es noch einmal zu versuchen. Was soll ich sagen – der Wagen sprang beim ersten Versuch an. Kein CHOCHOCHO. Er nagelte, wie er sollte. Ich rief nochmals in Wien an und bestellte den Pannendienst wieder ab. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

    Heute Morgen lief der Wagen zwar wieder. Doch dann funktionierte plötzlich der rechte Fensterheber nicht mehr. Kurz darauf leuchtete die ESP-Warnung auf –
    dafür ging der Fensterheber wieder. Hä?

    Tja. Ich stehe gerade mit Pflaume vor der Verwaltung des Nationalparks von Białowieża. Seit etwa 13:00 Uhr. Und komme keinen Millimeter mehr weiter. Der Motor ist wieder chochocho-heiser.

    Kurz bevor ich hier ankam, wurde ich – das erste Mal seit über zwanzig Jahren – ein wenig zu schnell erwischt. 100 Złoty. (Und ja: da sprang der Motor natürlich sofort wieder an.)
    Ich bin etwa zehn Kilometer von der nächsten Werkstatt entfernt. Der Mechaniker meinte, er würde morgen vorbeischauen. Wenn es das ist, was er vermutet, könnte es länger dauern. Das Teil hat er nicht lagernd.

    Na bumm. Shit happens … aber dann so richtig.
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