Bisonpech
April 9 in Poland ⋅ ☁️ 2 °C
09.04.2026
Früher Morgen. 7:00 Uhr. Etwa Null Grad. Radfahren hält warm. Weiß ich inzwischen. Also treten. Links. Rechts. Links. Rechts. Diesmal ohne Hänger. Ohne Weitwinkel.
Nur das Tele. Nordwestlich von Białowieża ist Marschland. Dort will ich hin. Kein Frühnebel. Leider. Dichte Bewölkung. Auch nicht besser. Kein Lichtspektakel heute.
Ich verlangsame. Halte an. Vor mir die Aussichtsplattform. Pogorzelce Wieża Widokowa. Oben spüre ich den Wind deutlich. Böig, aber auszuhalten.
Ich lausche. Neben dem Wind: Vögel. Zwitschern. Rufe. Die Merlin-App meint: Bekassine. Dann höre ich es auch. Dieses meckernde Geräusch im Balzflug. Die Himmelsziege.
Noch nie gehört. Noch nie gesehen. Ich freue mich.
Zwei Stunden später: Immer wieder gehört. Noch immer nicht gesehen. Der Wind hilft nicht. Und dass ich nur auf einem Ohr höre, auch nicht. Ich versuche es mit dem Audiorekorder. Aus welcher Richtung kommt das Meckern? Ich gehe über die Plattform. Alle Ebenen. Lege mich sogar auf den Boden. Ich sehe Vögel. Oft zu weit weg. Aber keine Bekassine.
Dann: Bisons.
Ganz weit weg. Kaum zu erkennen. Un-fotografierbar. Ich mache trotzdem ein Foto. Als Beweis. Aber zum Wegwerfen. Zwei Stück. Wirklich. Ich versuche näher ranzukommen.
Radle los. Um es kurz zu machen: Nö. Keine Bisons mehr. Nicht einmal Spuren.
Gegen Mittag bin ich zurück im Camp. Unterkühlt. Und hungrig. Sehr hungrig. Ich mache Feuer. In Alter Bushcrafter-Manier: mit Feuerstahl und Messer. Der Zunder ist schlecht.
Der Wind auch. Spiritus. Ein paar Spritzer. Das geht. Kurz. Am Ende doch das Feuerzeug. Ich bin eben ein Kind des 20. Jahrhunderts. Auf dem Feuer: eine polnische Wurst. Und die Polenta von gestern. Die Hälfte esse ich. Der Rest ist für morgen.
10.04.2026
07:30 Uhr. Wieder auf dem Rad. Diesmal mit Hänger. Verdammt kalt. Ich hoffe auf Sonne. Die Jacke liegt bei Pflaume. Fehler Nummer 1. Das große Tele auch. Fehler Nummer 2.
Heute Slow-Fotografie mit Weitwinkel. Ich trete trotzdem schneller. Die Landschaft zieht vorbei.
Eine Brücke. Ich halte. Der Verschluss klackt.
Ein Stück weiter: wieder ein Turm. Ich gehe hoch. Auf halber Höhe sehe ich sie. Bisons!
So nah war ich noch nie dran. Und ich habe kein Tele dabei. Nur das kleine. 200 mm. Reicht für nichts. Ich schraube es trotzdem drauf. Sie verschwinden zwischen Büschen.
Ich warte. Sie kommen wieder raus. Etwas näher. Wieder zwei. Dieselben? Wahrscheinlich nicht. Ganz andere Richtung.
Mann. Hätte ich doch nur…
Ich bleibe stehen. Beobachte. Dann lass ich es. Bringt heute nichts. Morgen erwische ich euch besser. Ich fahre weiter. Das Wetter bleibt mau. Aber ich habe noch einen Spot im Kopf.
Ein alter Bahnhof. Zaristische Eisenbahnromantik. Restaurant in alten Waggons. Man kann dort essen. Sogar schlafen. Ich bleibe draußen. Mache Fotos.Read more







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travel.fragmentsNaja ... Ich hatte falsch entschieden ... Immer alles mitnehmen braucht Platz und ist schwer ... Ich hatte einfach gedacht, dass ich das Tele nicht brauchen würde ... Wiegt es doch zusammen mit der Kamera in etwa fünf Kilo