orthodoxe Ostern
April 14 in Poland ⋅ ☁️ 14 °C
14.04.2026 – 15:00 Uhr
Ich sitze an der Narew. Genauer: Wizna. Exakt: Wizna Port. Naja. Port. Ein ziemlich großes Wort für das, was es ist.
Doch was war seitdem?
orthodoxer Karfreitag
Die Bisonsafari war anstrengend. Viele neue Eindrücke. Viele Informationen. Danach war ich einfach nur platt. Ein paar Takte kürzertreten war angesagt.
Im Laufe des Tages trudeln ein paar Gäste auf dem Campingplatz ein. Ein Wohnwagen mit Vater und Tochter. Zwei Jungs mit Auto und Zelt. Ein Pärchen mit einem Hochdachkombi.
Winken. Nicken. „Dobre“. Inzwischen fühlt sich dieses „Dobre“ nicht mehr fremd an. Wird langsam normal.
Am Waschhaus treffe ich das Pärchen wieder. Beide zeigen auf Pflaume und wollen mehr wissen. Mit einem Hauch von Besitzerstolz zeige ich ihnen alles. Sie freuen sich über meinen Trangia, auf dem gerade Wasser heiß wird.
Dann führen sie mich zu ihrem Berlingo. Matratze im Heck. Kühlbox auf dem Beifahrersitz. Heizung auf dem Dach. So einfach kann Campen sein. Erst neu angeschafft. Wollen über Ostern dem Großstadtstress entkommen. Leben in Warschau. Er kommt aus dem Großraum Warschau. Sie von hier und studiert dort. Psychologie. Er ist Administrator. Nächstes Jahr wollen sie mit dem Gefährt nach Marokko. Mal schauen, wie weit sie kommen – aber Marokko ist ihr Traum. Wir verquatschen uns ein wenig. Es wird schon dunkel.
Ich verabschiede mich und hau mich aufs Ohr. Wollte eigentlich noch alles herrichten für morgen. Noch einmal zu den Bekassinen. Egal. Bin sowieso zu müde.
orthodoxer Ostersonntag
Alles ruht noch, da bin ich schon wach. Ich kann mich zu gar nichts aufraffen und bleibe einfach liegen. Ist ja Sonntag.
Und ich bin weit weg von allem. Von Verantwortung. Von Terminen. Von Verpflichtungen. Heute wird ein Scheißdrauf-Tag. Gerade beschlossen!
Naja – ganz ohne geht es nicht. Ich bereite alles vor für meine Abfahrt am Montag. Spätestens Dienstag.
orthodoxer Ostermontag
Gleiches Spiel wie am Freitag. 04:05 Uhr – zwitscherts. 04:38 Uhr – ich merke, dass ich los muss. 05:58 Uhr – ich stehe am Tor. Nur Przemek (eigentlich Przemysław) hat etwas Verspätung. Wir fahren los. Ähnliche Richtung.
Przemek – so heißt er wirklich, gesprochen „Psche-mek“ – ist zuversichtlich und gut gelaunt. Er erzählt von früher. Vor der Wende hat er Mikrochips konstruiert. Für Flugzeuge und so. Dann kam die Wende. Kurz darauf war die Firma weg. Er hat lange gebraucht, um sich neu zu orientieren. Seit Ende der 90er ist er selbstständig als Guide. Mehr als dreißig Jahre Erfahrung. Er stammt aus einer Försterfamilie. Seit Generationen.
Er kennt hier jeden Winkel.
Seine Zuversicht springt auf mich über. Drei Stunden später springt sie wieder zurück. Wir haben alles Mögliche gesehen. Nur keine Wölfe. Es ist inzwischen nach neun. Ich deute ihm, dass es für mich reicht. Dass wir zurückfahren können. Wir verabschieden uns. Ich habe mich gut mit Przemek verstanden.
Den Platz hier hat er mir übrigens empfohlen. Ein Neffe seiner Frau betreibt ihn.
30 Złoty pro Tag.
Passt.Read more










Scheißdrauftag… das solltest du dir angewöhnen, bzw. sollte auch mir sngewöhnen 🫣😉🥰 [Dagmar]
travel.fragmentsjepp ... die Dinger sind wichtig!