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  • Day3

    Abendessen und Schlummertrunk

    August 17 in Austria ⋅ ⛅ 22 °C

    Villach hat eine eigene Brauerei, und im Brauhaus konnte ich zwei feine Bierspezialitäten probieren: ein Märzenbier (untergährig mit mildem Geschmack) und ein Naturtrübes. Dazu gab's bei mir einen gemischten Grillteller mit Pommes und überraschend viel Gemüse, und Martina bestellte Rindsfilet mit Serviettenknödel an einer Eierschwammerl-Sosse.

    Anschliessend gingen wir in die Havanna-Bar. Auweia! Es war schlimm, sehr schlimm, so schlimm, dass es schon fast wieder lustig war: Wir bestellten zwei Cocktails, was für den jungen Burschen im Service schon eine ziemliche Herausforderung schien. Dann beobachteten wir, wie er hinter der Bar das Rezeptbuch aufschlug, um die Mixtur nachzulesen.

    Inzwischen war die Chefin hinzu gekommen. Mit vorwurfsvollem Ton fuhr sie ihn an, während sie zusammen die Cocktails mixten, und dann lästerte sie vor den Gästen über ihren Lehrling, dass wir uns am liebsten unter dem Tisch verkrochen hätten.

    Kaum war der erste Cocktail fertig, befahl sie ihm, diesen sofort – jetzt sofort! – zu servieren. Dies liess uns zweifeln, ob dieser Drache von Chefin als Lehrmeisterin taugt.

    Als er dann auch den zweiten Cocktail serviert hatte, baten wir ihn, doch bitte etwas kubanische Musik laufen zu lassen. Er schien uns nicht zu verstehen, fragte, was für Musik? Ich sagte Salsa, worauf er zurück zur Bar ging.

    Es dauerte noch zwei weitere Lieder, bis der amerikanische Bumm-Bumm-Sound verstummte, aber dann... – seufz – erklangen irgend welche drittklassigen Coverversionen halbwegs bekannter Lieder aus der Karibik und Lateinamerika, aber bis zuletzt kein einziges Salsa-Lied. Aber immerhin, so konnten wir auf dem Computer-Bildschirm drüben hinter der Bar lesen, hiess die Playlist "Salsa loco de Cuba".
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