• Maori

    15 Januari 2023, Selandia Baru ⋅ ⛅ 16 °C

    Nachdem die Maori die Heimat ihrer polynesischen Vorfahren, Hawaiki, vor etwa 1000 Jahren hinter sich gelassen hatten, gründeten sie hier eine neue Gesellschaft, die auf dem Iwi (Stamm) basierte und Hunderte von Jahren florierte.

    Nach Angaben der Maori war Kupe der erste Seefahrer, der Neuseeland entdeckte. Er nutzte die Sterne und Meeresströmungen als Navigationshilfe und machte sich von der polynesischen Heimat Hawaiki aus mit seinem Waka Hourua (Reisekanu) auf die lange Reise durch den Pazifik. Man denkt, dass Kupe vor etwa 1000 Jahren am Hafen von Hokianga in der Region Northland an Land ging.

    Den Ort Hawaiki ist auf keiner Landkarte zu finden, aber man nimmt an, dass die Maori von einer Insel oder Inselgruppe in Polynesien im Südpazifik stammen. Der genaue Ursprungsort ist nicht bekannt, aber die Sprache und Kultur der Maori zeigt eindeutig Gemeinsamkeiten mit Bewohnern anderer polynesischer Inseln wie Cook Islands, Hawaii und Tahiti.

    Man vermutet heute, dass die Völkerwanderung der Polynesier geplant und wohl durchdacht war und auch viele der Waka Hourua nach Hawaiki zurückgekehrt sind. Moderne Nachbildungen der Waka Hourua, wie das Te Aurere haben die Reise durch den Pazifik mit Hilfe von traditionellen Navigationssystemen erfolgreich absolviert.

    Im Laufe der nächsten Jahrhunderte folgten Kupe weitere Waka Hourua, die in verschiedenen Teilen Neuseelands landeten. Heutzutage können viele Iwi (Stämme) ihre ursprüngliche Herkunft und ihren Whakapapa (Stammbaum) auf bestimmte Waka Hourua zurückverfolgen.

    Maori waren Experten im Jagen und Fischen. Wie für die meisten der Küstenbewohner war das Fischen für sie von zentraler Bedeutung. Und es spielte eine Rolle in ihrer Mythologie von Maui, dem Gott, heißt es, dass er die Nordinsel herausgefischt hat. Die Maori webten Fischernetze aus Harakeke (Flachs) und schnitzten Angelhaken aus Knochen und Steinen. Maori betrachteten Wale als Kaitiaki (Beschützer) und machten sowohl von ihrem Fleisch als auch von ihren harten Knochen als Waffen Gebrauch. Eine Tradition der Maori, die sich bis heute erhalten hat, ist es, den ersten Fang wieder ins Wasser zu werfen. Dies ist eine Geste um Tangaroa, dem Gott des Meeres, für seine Freigiebigkeit zu danken.

    Maori jagten einheimische Vögel, wie auch den Moa, den einst größten Vogel der Welt, mit einer Reihe ausgeklügelter Fallen und Schlingen. Viele verschiedene Vogelarten, darunter Kereru und Tui, wurden verspeist. Der heute ausgestorbene Huia wurde allerdings als tapu (heilig) angesehen und niemals verzehrt; auch wenn seine Federn hoch geschätzt waren und die Köpfe der Rangatira (Häuptlinge) schmückten. Pinguine und Robben wurden ebenfalls von den Maori gejagt, vor allem auf der Südinsel. Muttonbirds waren im Süden des Landes schon immer begehrt und stellen dort noch immer einen Gaumenschmaus dar. Sie wurden in großen Säcken Seetang gelagert und konnten dadurch mehrere Monate aufbewahrt werden.

    Die Maori ernährten sich von einheimischen Gemüsesorten und brachten auch Gemüse aus Polynesien mit, wie die Kumara (Süßkartoffel). Zum Pflanzen und Ernten wurden verschiedene Werkzeuge verwendet wie Bagger, Spaten und Keulen. Maori aßen auch die Wurzeln von Farnen, die sie mit hölzernen Hämmern pulverisierten. Andere Nahrungsquellen waren Beeren und Puha (ein spinatartiges Gemüse). Maori kauten auch Gum, den Harz des riesigen Kauri-Baumes. Gewebte Flachskörbe und -taschen wurden benutzt, um Essen zu transportieren, das oft in einem Pataka, einem Lagerhaus auf Stelzen, aufbewahrt wurde.

    Die Maori erfanden eine raffinierte Art des Zubereitens von Essen, das noch heute sehr beliebt und für jeden Besucher ein Muss ist! Das Hangi, oder Umu, ist ein Erdofen, der in einer Grube aufgebaut wird. Spezielle Steine werden ins Feuer hölzerner Stöcke gelegt. Darüber kommt eine Lage mit grünem Flachs, auf dem dann Fleisch und Gemüse zusammen mit weiteren Lagen Flachs geschichtet werden. Der Ofen wird von einer Matte zugedeckt. Dann kommt Wasser auf die heißen Steine, wodurch das Essen gedünstet wird. Das langsame Kochen macht das Fleisch extrem zart, wobei das Holz und der Flachs für einen sehr delikaten, geräucherten Geschmack des Essens sorgen.

    In den Zeiten vor den Europäern waren Kämpfe zwischen den Maoristämmen keine Seltenheit. Um sich vor den Attacken anderer Iwi zu schützen, bauten Maori ein so genanntes Pa (befestigtes Dorf). Diese Pa wurden häufig an strategisch günstigen Stellen errichtet, wie auf Hügeln und Graten. Die meisten Pa waren geschickt konstruiert, mit Begrenzungen und Gräben, um die Eindringlinge abzuwehren. Viele dieser historischen Pa-Stätten können noch heute im ganzen Land bestaunt werden.

    Sowohl vor als auch nach Ankunft der Europäer haben Maori bewiesen, dass sie exzellente Krieger sind. Nur die Männer kämpften und eine der wertvollsten Waffen war die Speerartige Taiaha. Noch heute machen die Maori bei Feierlichkeiten von dieser meist wunderschön geschnitzten Waffe Gebrauch und ihre Verwendung wurde zu einer höchst anspruchsvollen Form der Kunst. Eine andere fürchterliche Waffe war die Mere (Keule), schön geschnitzt und zum Teil aus Pounamu (Grünstein oder Jade). Ein Krieger mit einem vollständigen Moko (Tattoo) auf dem Gesicht, der ein Taiaha oder Mere schwingt, ist ein wahrlich furchterregender Anblick.

    Mauri steht für Lebenskraft und ist laut den Maori für das Lebensprinzip, das allen Dingen, Menschen, Tieren und Pflanzen innewohnt. Es ist der Glaube an eine belebte und beseelte Natur. Mauri ki te Mauri, bedeutet Lebenskraft zu Lebenskraft und verdient ein wenig mehr Erklärung. Die Maori glauben, dass es immer einen besonderen Austausch von Vitalität gibt, egal ob man eine Person oder einen Baum grüßt. Alles steht mit Allem in Verbindung.

    Diese Verbindung wird auch beim Hongi hergestellt, der traditionellen Begrüßung, bei der die Maori Stirn und Nasen aneinander drücken. Dabei verbinden sich die Lebenskräfte zweier Menschen miteinander. (Text nicht von mir)

    Wer mehr wissen will: https://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/mao…
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