• Schlaflos beginnt das neue Jahr

    January 1 in Sweden ⋅ ☁️ -28 °C

    Die Suche nach dem perfekten Nachtlager gestaltete sich heute schwieriger als gedacht. Unsere Wunschliste war klar, aber anspruchsvoll: absolute Einsamkeit, fernab jeder Zivilisation, ein sternenklarer Himmel und Temperaturen, die bitteschön nicht unter -28°C fallen sollten.
    Also ließen wir Jokkmokk hinter uns und steuerten Richtung Luleå. Doch der Norden zeigte uns die kalte Schulter: Das Thermometer rutschte regelmäßig unter die -30°C-Marke und jede potenzielle Waldzufahrt war unter massiven Schneemassen begraben. Nach gut 400 Kilometern voller vergeblicher Parkplatz-Checks entschieden wir uns für die Flucht nach vorn: Ungeachtet der extremen Kälte bogen wir auf gut Glück tief in den Wald ab. Und siehe da: Jackpot! Am Ende eines Forstweges, der fast so aussah als hätte man ihn extra für uns geräumt, fanden wir unseren absoluten Traumplatz.
    Die Freude währte jedoch nur kurz. Nach einem herrlich böllerfreien Jahreswechsel passierte beim Schlafengehen das Undenkbare: Das vertraute Ticken der Dieselheizung verstummte plötzlich. Ein banger Blick aufs Thermometer bestätigte den Verdacht: fast-32°C, Tendenz fallend. Um die Heizung vor einer dauerhaften Störungssperre zu retten, hieß es: Abbruch! Nachtschicht! Um 2:00 Uhr morgens hievten wir uns aus den Federn und suchten das Weite. 165 Kilometer später, zurück am Inlandsvägen, atmeten wir auf – bei fast schon frühlingshaften -17°C.
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