• Route der Fisch Tavernen

    8. februar, Cypern ⋅ ⛅ 16 °C

    Larnaka - Mari
    wilder Zeltplatz
    49 km

    Um 9 Uhr saßen wir heute endlich wieder in den Sätteln. Es war bewölkt und angenehm zu fahren. Ein Radweg führt an der Küste entlang Richtung Flughafen. Doch will man den Radweg nutzen, gilt es eine hohe Bordsteinkante zu überwinden. Der Straßenplaner war anscheinend kein Radfahrer.

    Heute ist Sonntag und nicht viel Verkehr, wir blieben auf der Straße und niemand regte sich auf. Endlich war der Bordstein abgesenkt, wir rollten auf den Radweg und gleich in eine zerschlagene Flasche. Wir hielten an, kontrollierten die Reifen und kurbelten auf der Straße weiter. War genau richtig, denn nun war der Radweg voller Fußgänger. Bisher waren die Radwege - wenn vorhanden - auf Zypern nicht der Hit. Verdreckt, ohne Auffahrt, genutzt von Joggern, kaputt. Manchmal endeten sie nach einem km im Nichts. Oder beidseitig stehen Poller und wir passten mit den Packtaschen kaum durch. Haken wir das Thema einfach ab und bleiben auf der Straße. Hier wird man von keinem Verkehrsminister zurecht gewiesen.

    Hinter dem Flughafen hatten wir Larnaka hinter uns gelassen und kamen nach Kiti. Ein netter Ort und ein bisschen britisch, fand ich. Gleich erfuhren wir von einem jungen Mann, dass ich mich nicht täuschte. Er war mit seinem kleinen Sohn an einer orthodoxen Kapelle, wo wir hielten. Der Kleine, 15 Monate alt, lief neugierig auf unsere Räder zu. Der Vater erzählte, dass sie Griechen sind und hier ein Haus von Briten gekauft haben, die Zypern verließen. Und dass hier viele Briten lebten, die beim Militär beschäftigt waren. Wir plauderten eine ganze Weile. Der Kleine kam übrigens in Griechenland zur Welt, wo die ärztliche Betreuung besser ist.

    Die Straße führte zur Küste. Und hier ging es los mit Gegenwind. Wir hielten an einer Taverne, die gut besucht war. Pork war aus, wir ließen uns zu Fisch überreden. Der war richtig gut und machte satt. Immer mehr Fisch Tavernen tauchten auf, alle waren voll. Anscheinend gehen die Zyprioten sonntags essen.

    Die Straße blieb nicht länger am Wasser, jetzt kamen Industriegebiete und lange Steigungen. So langsam brauchten wir einen Zeltplatz. Wählerisch konnten wir nicht sein. Die Straße verlief nun parallel zur Autobahn.

    Unser Zelt steht unauffällig zwischen Riesenfenchel. Und zwischen unserer wenig befahrenen Straße und der Autobahn. Es gibt bessere Plätze, aber wir sind zufrieden. Wir haben auch schon unter Autobahnbrücken gezeltet, da war es lauter. Und der Muezzin erst, da nehmen wir heute lieber die vielen Autos neben uns.
    Læs mere