Argentinien trifft Deutschland
14. februar, Cypern ⋅ 🌙 15 °C
Paphos - Kissonerga
Hotel
11 km
Stimmte heute der Wetterbericht? Teilweise. Der angekündigte Dauerregen wurde durch Sonnenschein ersetzt. Aber die Sache mit dem Wind haute hin.
Wären wir heute in die Berge geradelt, dann bei böigem Gegenwind. Deshalb machten wir nur ein paar km in die richtige Richtung und suchten uns nochmal eine Bleibe. Auf dem Weg dorthin hielten wir an einem kleinen Café.
Wir wollten gerade starten und rieben uns die Augen. Ein Reiseradler wechselte die Straßenseite und steuerte auf unsere Räder zu. "I'm from Argentina" rief er uns zu. Über zwei Jahre ist er bereits unterwegs und radelt von Kontinent zu Kontinent. Und dass wir das deutsche Pärchen sind, dass eine Runde um Zypern dreht, hat er sich gedacht. Denn auch er war eine Nacht bei dem Warmshower Bayram in Taşucu. Bayram hatte natürlich von uns erzählt. Die drei jungen Franzosen, die wir trafen, kannte er auch. Wenn es nur wenige Straßen gibt, radelt man sich unweigerlich über den Weg.
Wer lange alleine auf Tour ist braucht dringend Kontakt zu Gleichgesinnten. Und Gabriel war so was von glücklich uns zu treffen. Im September fliegt er in seine Heimat, dann hat er ganz Europa unter die Reifen genommen. Und wird bald wieder aufbrechen. Diesmal nach Alaska. Zehn Jahre will er insgesamt unterwegs sein. Was für ein unglaubliches Abenteuer! Wenn er nach Deutschland kommt, soll er sich bei uns melden. Doch er ist schon durch unsere Heimat gekurbelt und hat einen Aufkleber von Radlern aus Köln am Rad. Zu den beiden wollen wir Kontakt aufnehmen. Wenn wir nach Argentinien kommen, können wir bei seinem Vater in Buenos Aires wohnen, der hat ein großes Haus. Gute Idee. Zum Abschied umarmt er uns herzlich.
Wir sind in einer ziemlich runtergekommenen Absteige gelandet. Die Dame an der Rezeption fühlt sich gestört, als ich ihr unsere Buchung unter die Nase hielt. Wir bekamen eine sogenannte Suite mit Meerblick, und das beste ist der Meerblick. Das Geschirr haben wir vor der Benutzung abgewaschen. Aber wir wollen nicht meckern, es geht erheblich schlechter. Wir müssen nur an Mexiko denken.
Wir können beim Rauschen der Brandung einschlafen. Vorhin waren wir auf der Steilküste und am Strand. Schilder warnen vor gefährlichen Strömungen und dass man hier nicht schwimmen soll. Ein paar Männer in Badehosen trauten sich dann doch nicht ins Wasser. Ich bade gern. Aber nicht bei diesen Wellen. Ich will schließlich morgen noch den Berg nach Polis hochfahren.Læs mere









