Every day new friends
20. februar, Cypern ⋅ ☁️ 16 °C
Polis - Neo Chorio
wilder Campspot (neben Aphrodite Camping)
33 km
Werner war heute schon ziemlich früh im Supermarkt nebenan. Die Kassiererin plauderte mit ihm eine ganze Weile, erzählte vom Karneval, auf den sie sich so freut. Am Wochenende wird ausgelassen gefeiert, und Montag ist hier Green Monday, wo die Zyprioten zum Picknick in die Natur ziehen. Der Supermarkt schließt dann schon um 13 Uhr. Wo wir her sind und ob wir zum Karneval noch hier sind wollte sie natürlich noch wissen.
Um zehn Uhr verließen wir das Apartment und radelten los. Viele Möglichkeiten gibt es nicht für uns. Entweder an der Küste entlang zu unserem Campspots oder östlich Richtung Grenzübergang nach Nordzypern. Und zurück nach Paphos wollten wir noch nicht.
Wie radelten nach Osten. Eine Picknick Area am Wasser war sehr einladend. Der Strand ist ein Paradies für Steinesammler. Ich bückte mich und fand sofort versteinerte Gräser, eingeschlossen in eine kleine flache Scheibe. Wir rollten weiter, das Gebirge kam immer näher. Bevor die Piste unglaublich steil wird, kehrten wir um.
In Polis fanden wir einen ruhigen Park und Werner kochte Kaffee. Dann besorgten wir Wasser und kurbelten zu unserem gestern ausgesuchten wilden Zeltplatz. Erstmal hielten wir wieder am Eingang zum Aphroditebad.
Zwei waschechte Zyprioten sprachen uns an, Fahrer für ein Reiseunternehmen aus Paphos. Ihre Gäste schauten sich gerade die Sehenswürdigkeiten an. Die beiden strahlten einfach nur Zufriedenheit und Lebensfreude aus. Einer trank Orangensaft von Früchten aus seinem Garten. Davon bleibt er gesund, meinte er lachend. Sie lieben ihre Arbeit, denn täglich finden sie neue Freunde aus der ganzen Welt. Und sie lieben das Leben auf Zypern, entspannt und ohne Hektik. Nur die vielen Touristen, die im Sommer kommen, machen ihnen Sorgen. Der Wasserverbrauch ist dann unglaublich hoch, weil die Ausländer zu oft und lange duschen. Für die Zyprioten selbst würden die Wasservorräte immer reichen. Doch manchmal sind im Herbst die Speicherbecken fast leer. Dass wir wild zelten wollen, fanden sie toll. Sie erklärten mir gleich noch, wo in der Nähe eine öffentliche Toilette ist. Einer war mal in Brüssel und enttäuscht, dass die Leute immer nur weg geschaut haben. Hier sehen sich die Menschen in die Augen, reden miteinander und sind zu jeden Ausländer freundlich. Drei junge Wanderer setzten sich in unsere Nähe. "You are Polish?" fragte der eine Fahrer sofort. "Deutsch" kam zurück und kein Wort mehr.
Die Reisegruppe war wieder da, nette junge Leute aus Indien. Die beiden Fahrer verabschiedeten sich lachend, natürlich konnten sie auch ein paar Worte in unserer Sprache. Wir rollten die letzten Meter zu unserem Zeltplatz und stellten unsere Stoffhütte auf. In der Hoffnung, dass der Wetterbericht recht behält.
Jetzt liegen wir im Zelt und lauschen der Brandung. Und einem Vogel, der uns unermüdlich ein Ständchen bringt.Læs mere











Dann mal gute Nacht! [V]