Joined April 2021 Message
  • Day301

    Gipfel und andere Pleiten :-(

    January 31 in Mexico ⋅ ☀️ 19 °C

    Nachdem wir uns mit unserem Autokäufer Louis angefreundet haben, verbringen wir ein paar Tage zusammen in Puebla. Eine Bastion des Katholizismus. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ist die alte Kolonialstadt einen Besuch wert. Denn es gibt neben den 1000 feudalen Kolonialgebäuden, auch noch 70 prunkvolle Kirchen, die man besichtigen kann. Ein Stadtspaziergang ist recht malerisch, jedoch auch an einem ausgedehnten Vormittag erledigt. (Wenn man keinen Kirchenkoller bekommen möchte.)
    Am nächsten Tag treffen wir Ekaterina aus Russland. Sie bereitet sich vor einen Vulkan zu besteigen, dessen Gipfel 4300 m hoch ist. Spontan, naiv und völlig unvorbereitet beschließen, Kai, Louis und ich uns ihr anzuschließen. Es ist ein Himmelfahrtskommando. Die Höhenkrankheit trifft, sowohl Kai, als auch mich, hart. Hinzu kommt die überhaupt nicht ausreichende Ausrüstung von uns Dreien. Nur Ekaterina ist bestens ausgestattet. Zuvor haben wir noch über sie und ihren großen Rucksack gewitzelt, und sie gefragt, ob sie den Mount Everest besteigen will. Nun versorgt sie uns notdürftig mit warmer Kleidung, Tabletten gegen die Höhenkrankheit und Wasser und Snacks. Wir alle haben nur Sommerklamotten und Turnschuhe an. Echte Wanderschuhe wären sehr hilfreich gewesen, so ist es für mich kaum zu schaffen, die steile Bergwand auf zwei Füßen hoch zu kommen. Teilweise mit Handreichungen und mit meinen Händen und Füssen überwinde ich die vermeintlich steilste Stelle. Das Atmen fällt schwer und alle 5 Meter muss ich Pausen machen, da ich sonst das Gefühl habe ohnmächtig zu werden. Noch immer eine Stunde vom Gipfel entfernt, gebe ich auf, nachdem ich feststellen muss, dass es noch steiler wird. Die anderen versuchen ihr Geschick, Zurück muss ich also nun alleine. Ich gebe zu teilweise auf allen Vieren und auf dem Hosenboden rutschend, überwinde ich die extrem steilen Stellen. Nach 7 Stunden bin ich wieder dort, wo wir angefangen haben. Kai kommt kurze Zeit nach mir unten an, er war ebenfalls nicht auf dem Gipfel. Zu steil, zu sehr aus der Puste, zu schwindelig. Louis und Ekaterina schaffen es. Wow!
    Völlig erschöpft wollen wir zurück ins Hostel fahren. Die Karre springt nicht an. Es wird dunkel. Zum Glück finden wir jemanden der uns Starthilfe für die leere Batterie gibt, so dass wir wenigstens hier wegkommen. Mittlerweile ist es spät. Kai sitzt am Steuer. Übermüdet wie er ist, fährt er über eine rote Ampel und saust sehr knapp an einem Fußgänger vorbei. Glück auf der einen Seite, denn er hat ihn nicht berührt, Pech auf der anderen Seite, denn hinter uns war direkt ein Polizist auf einem Motorrad. Er hält uns sofort an. Er ist sehr grantig und will einfach nicht einsehen, dass wir den Motor vom Auto anlassen müssen, da das Auto sonst nicht mehr anspringt. Er glaubt uns kein Wort und verdächtigt uns sogar abhauen zu wollen, was seine Grantigkeit noch verschärft. Also macht Kai den Motor aus, wohlwissend, dass das Auto gleich nicht mehr anspringen wird. Der Cop will Kai für 10 Tage im Haft nehmen, und das Auto beschlagnahmen, was für einen "Verkehrsdelikt" ohne wirklichen Schaden eine unangemessen hohe Strafe ist. Es ist mal wieder ein klarer Machtmissbrauch, und es ist auch klar, dass er Schmiergeld haben will und es eine teure Angelegenheit wird, Kai hier wieder raus zu kaufen. Der Cop versucht das Auto zu starten, was natürlich nicht anspringt. Ein bisschen Genugtuung empfinde ich, als das Auto nicht anspringt. Aber gut! Die Situation ist weiterhin beschissen. Letztendlich können wir den wütenden, korrupten Bullen auf umgerechnet 150 € runter hamdeln, was für ihn ziemlich genau ein halber Monatslohn ist. Angeblich will dieses korrupte Bullens**** noch Starthilfe geben und fährt los um ein Überbrückungskabel zu besorgen. Er kommt natürlich nicht wieder zurück. Mittlerweile ist es mitten in der Nacht und wir stehen bedröppelt und hilflos am Straßenrand. Aber zum Glück gibt es auch richtig hilfsbereite Mexikaner und wir bekommen in dieser Nacht noch Hilfe.
    Was für ein Tag! Trümmertours war wieder unterwegs. We survive. Das ist das wichtigste! Und am nächsten Tag, hatten wir eine gute Story zu erzählen, was uns alle wieder zum Lachen gebracht hat.
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    Traveler

    Es ist doch schön wenn nicht alles klappt den ist doch wieder was los

    2/9/22Reply
     
  • Day297

    Heimreisevorbereitungen in Mexiko

    January 27 in Mexico ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir verlassen also Belize nach nur 2 Wochen und streuern unser letztes Reiseland (bevor es zurück nach Deutschland geht) an: Mexiko. Von dort aus ist es am einfachsten den Hund nach Deutschland zu immigrieren und auch das Auto zu verkaufen. Einen potenziellen Autokäufer aus der Schweiz haben wir auch schon und mit diesem treffen wir uns in der Hauptstadt bzw. im zentralen Mexiko. Insgesamt brauchen wir 4 Tage und einen Grenzübergang um zu unserem Treffpunkt zu gelangen. Zwischendurch fängt das Auto an Mucken zu machen, und zu qualmen. Wir sind locker 20.000 Kilometer mit dem Auto gefahren und es war sehr treu, aber der bevorstehende Abschied scheint Diego (so haben wir ihn genannt) überhaupt nicht zu passen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das wir ihn kurz vor Verkauf nochmals in der Werkstatt reparieren lassen müssen. Wir treffen Louis, unseren potenzielle Autokäufer in der vereinbarten Stadt und durch Zufall bewohnt er das gleiche Hostel wie wir. Naja, der Zufall ist eigentlich kein so großer Zufall, wenn man so will, denn Louis hat, genauso wie wir, einen Straßenhund in Mexiko adoptiert. Und deswegen ist er, genauso wie wir, auf die wenigen Hostels in Mexiko angewiesen, die Hunde erlauben. Und deswegen, benötigt er, genauso wie wir damals, ein Auto um sich mit seinem Hund in Mexiko fortbewegen zu können, da Hunde nicht in öffentlichen Transportmitteln mitgenommen werden können. So kommt es, wie es kommen muss. Er will das Auto kaufen, zahlt es an, die Hunde freunden sich an und die dazugehörigen Menschen auch. Das Auto dürfen wir noch bis zu unserer Abreise weiter fahren. Im Großen und Ganzen gut gelaufen, würde ich sagen. Dann bereisen wir noch ein bisschen das zentrale Mexiko, denn das haben wir noch nicht gesehen, bevor es zurück nach Deutschland geht.Read more

  • Day293

    So viel Meeresgetiers

    January 23 in Belize ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach Dschungel folgt nun wieder das Meer. Wieder eine karibische Insel. Nur dieses Mal ist es die intakteste marine Natur, die ich jemals auf all meinen Reisen gesehen habe. Belize ist eben menschenleer und so hatte die Natur Jahrtausende Zeit sich zu entfalten wie es ihr gefällt, ohne vom Homo Sapiens vermüllt, ausgebeutet und ausgerottet zu werden. Gerade im empfindlichen Ökosystem der Riffe macht sich das deutlich bemerkbar. Das Riff vor der belizianischen Küste ist das zweitgrößte der Welt. Wir hatten das Vergnügen bereits an der Küste von Honduras und waren dort auch schon überwältigt von der wunderbaren Unterwasserwelt. Aber Belize setzt dem ganzen noch die Krone auf. Obwohl wir "nur" schnorcheln waren haben wir soviel Meerestiere und Korallen gesehen, wie noch nie zuvor. Es ist auch nicht so, dass hin und wieder ein Meeresbewohner vorbei schwimmt und man dann voller Aufregung hinter her schnorchelt und versucht noch einen Blick zu erhaschen. Das Meer ist voll mit ihnen. Sämtliche Spezien an Tieren von denen ich zumeist noch nicht einmal den Namen weiß. Deswegen zähle ich einfach mal nur die auf die ich bestimmen konnte:
    Gefleckter Adlerrochen
    Kugelfische
    Stachelrochen
    Ammenhaie
    Seepferdchen
    Hummer
    Seekühe
    Muränen
    Tarpine
    Grüne Meeresschildkröten
    Barracudas
    Riesenkrabben
    Die vielen weiteren Fischarten spare ich mir an dieser Stelle.
    Gewohnt haben wir in einem Hostel, wo der Boden einfach aus Sand und Muschelkalk bestand. Die Insel an sich ist zwar touristisch erschlossen, aber scheinbar noch nicht so lange, so dass es dort noch nicht zu einer völligen Verbauung geführt hat. Es leben dort auch hauptsächlich Einheimische, die dort ihren alltäglichen Tätigkeiten, wie z. B. fischen, nachgehen. Ein bisschen ähnlich wie auf Little Corn Island in Nicaragua. Denn auch hier haben die Bewohner der Insel eine afrikanische Abstammung und sprechen das gleiche kreolische Kauderwelsch-Englisch. Mit dem einzigen Unterschied, dass Englisch, oder was auch immer das für eine Sprache sein soll, hier im Land Belize die offizielle Amtssprache ist. Belize hebt sich aber nicht nur wegen der englischen Sprache und den hauptsächlich afrikanisch stämmigen Bewohnern von den anderen zentralamerikanischen Ländern ab, sondern es ist auch tatsächlich eine komplett andere Kultur. Anderes Essen, andere Musik die hier läuft, und einfach auch ein ganz anderer Lifestyle, mit viel Tanz und Trommeln. Auch das sonst in ganz Zentralamerika ziemlich weit verbreitete Kokain, ist hier eher nicht so üblich. Die Leute kiffen ganz klischeemäßig lieber, was wesentlich sympathischer ist. Ich finde die Leute hier wesentlich entspannter und irgendwie auch ehrlicher im Umgang. Wobei ich in einigen Gesprächen mit den Locals, doch auch gemerkt habe, dass es zwischen ihnen und mir eine gewaltige Kluft in unserer Kultur gibt, und wir deswegen Missverständnisse hatten und der jeweils andere das Verhalten oder die Kommunikationsart seines Gegenübers überhaupt nicht einschätzen konnte. Irgendwie war das eine seltsame Erfahrung, da ich das mit anderen englischsprachigen Menschen nie so deutlich hatte. Allerdings waren die meisten davon ja auch Europäer, US-Amerikaner oder Australier oder sonstige Menschen aus Industriestaaten. In allen anderen Ländern dieser Welt, sprechen die Menschen halt meistens kein Englisch, (es sei denn sie arbeiten in der Tourismusbranche) so dass man nicht so in Kontakt kommt und man keinen ausgiebigen Austausch haben kann. Hier ist es die 1. Landessprache, so dass man wirklich eine gute Chance hat, die Kultur der Einheimischen tiefer kennen zu lernen, wo dies sonst Sprachbarrieren verhindert haben.
    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube Belize hat mir von allen von uns bereisten Ländern in Zentralamerika am besten gefallen. Allein schon wegen der unangetasteten Natur, und wegen den lässigen Belizianern. Trotzdessen sind wir relativ schnell wieder raus aus dem Land, denn einen richtig dicken Wermutstropfen hat das Land. Es ist wahnsinnig teuer! Schweizer Preise würde ich sagen. Oder wo bezahlt man sonst z. B. für ein kleines Stück Käse 16 Dollar?! Für ein Bier 7 Dollar?! Wir konnten uns das nicht allzu lange leisten und sind deswegen leider wieder raus.
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  • Day291

    Auf den Spuren des Jaguars

    January 21 in Belize ⋅ 🌧 24 °C

    Während wir unsere eigentliche Base im German Corner von Belize haben, gehen wir an zwei Tagen im Dschungel wandern. Mit dabei sind Oli, welcher zwar wegen seinen Auswanderungsplänen eigentlich ganz andere Dinge vorhat bzw. vorhaben sollte, und Cameron, welcher noch nie in einem Dschungel war. Wir wandern in einem riesigen länderübergreifenden Nationalpark herum, wo immer wieder Jaguare gesichtet werden. Wir haben also noch nicht aufgegeben, tatsächlich einen anzutreffen, obwohl die Wahrscheinlichkeit schwindend gering ist und das obwohl das Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary zum ersten Jaguarreservat der Welt erklärt wurde. Heute leben in dem wichtigen biologischen Korridor schätzungsweise 40 bis 50 Jaguare. Ich nehme es vorweg: wir haben keinen Jaguar gesehen, obwohl wir sehr tief in den Dschungel eingedrungen sind und mit voller Aufmerksamkeit und geschärften Sinnen gewandert sind. Es war auch ohne viele Tiere zu sehen, eine sehr intensive Erfahrung. Grund hierfür war glaube ich die feste Fokussierung auf unsere Umwelt und dem Leben darin. Völlig verhaftet im JETZT! Und natürlich das riesige, niemals von Menschenhand angetastete Urwaldgebiet. Am Ende unserer herausfordernden Wanderung, die mit diversen Kletterpartien gespickt war, und Nola sogar Steilwände rauf oder runter getragen werden musste, sind wir sogar mit einem Wasserfall und einem natürlichen Pool belohnt worden. Es war sehr, sehr schön, bis auf..... - aber irgendwas ist ja immer - .... die obligatorischen unzähligen stechenden Insekten die ebenfalls dort anzutreffen sind. Dieses Mal gab's als Andenken Beine voller kleiner Blutbläschen die ca. eine Woche voll gejuckt haben. Es ist wohl einfach part of the game.Read more

  • Day289

    Deutsche im Dschungel von Belize

    January 19 in Belize ⋅ ⛅ 26 °C

    Euphorisch sind wir in Belize eingereist und so geht's auch direkt weiter. Der menschenscheue Zustand ist tatsächlich wieder einer kommunikativen, aufgeschlossenen Phase gewichen. Ich glaube es liegt an mehreren Gegebenheiten, die gerade sehr passend über uns gekommen sind:
    1. Das Land ist so menschenleer, dass man sich geradezu freut, jemandem zu begegnen.
    2. Wenn diejenigen auch noch allesamt Deutsche sind, die hier in Belize leben, bzw. sich gerade ein Leben aufbauen und somit nicht das 08/15 Gespräch zwischen Reisenden stattfindet, was man schon hundertfach geführt hat. Und dann kann man sogar in der eigenen Muttersprache reden.
    3. Man selber richtig gut drauf ist, da man es nun in dieses vielversprechende, extravagante Land geschafft hat, wo man eigentlich schon drauf eingestellt war, es nicht bereisen zu können.
    Durch Zufall sind wir also in der "German Corner" am Rande des mittelamerikanischen Urwalds gelandet. Unser deutscher Backpacker-Host Roy ist ziemlich nett, und erzählt gerne seine Geschichte, wie es ihn vor 20 Jahren in dieses leere, unbekannte Land verschlagen hat. Davon wiederum profitiert Oli sehr, Expat-Frischling aus Berlin, welcher sich gerade einen Tag vor unserer Ankunft, ein Stück Land in Belize gekauft hat und dort ebenfalls ein Hostel eröffnen möchte. Er kann dort von den bereits gemachten Erfahrungen der weiteren deutschen Expats lernen, die dort einen Hauptteil der kleinen Gemeinde bilden. Wir lernen in unserer 5 tägigen Zeit mit Oli auf jeden Fall ziemlich viel über das Auswandern und das Aufziehen eines Hostels, da wir uns in der Zeit sehr intensiv miteinander beschäftigt haben. Unsere Auswanderungsträume stachelt das natürlich auch an.... Vielleicht Belize?! *** Hm.... ***
    Neben den Deutschen die hier ihr Business haben (Hostel, Restaurant, Bar) gibt es da aber auch noch die Mennoniten. Das sind ebenfalls deutsche Auswanderer, allerdings wandern die Anhänger der strengen Glaubensgemeinschaft seit fast 500 Jahren durch die Welt - immer weiter getrieben von ihren Prinzipien, die sich mit dem Leben in vielen Gesellschaften nicht vereinen ließen. Sie sprechen ein hart und alt klingendes Hochdeutsch. Die Mennoniten-Kolonien leben in einer streng religiösen Parallelwelt. Musik gilt als Versuchung, nur die Kutsche ist ein "gottgefälliges Gefährt" und selbst Witze sind tabu. Alles Moderne wird abgelehnt. Man trifft sie schon in der Öffentlichkeit, jedoch nur, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit am Straßenrand verkaufen (in dem Zusammenhang hatte ich einen kurzen Kontakt mit ihnen). Ansonsten leben sie sehr zurückgezogen und friedlich in ihrer eigenen, von "weltlichen Sünden" abgewandten Welt. Man könnte die Gruppierung vielleicht am ehesten mit den Amish people in den USA vergleichen. Ich bin selbst auch immer wieder überrascht, auf welche Menschen man wo in der Welt triff!
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  • Day288

    Belize lässt uns doch rein!

    January 18 in Belize ⋅ ⛅ 25 °C

    Nun haben uns bereits einige Reisende erzählt, dass es, trotz anderer Angaben auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes, einfach ist nach Belize rein zukommen. Die Auflagen seien mehr oder weniger, die gleichen wie in den anderen zentralamerikanischen Ländern und die Informationen des Auswärtigen Amtes irreführend. Kai ist überglücklich, denn für ihn ist Belize das Land auf das er sich am meisten gefreut hat und schon seit vielen Jahren auf seiner "Bucket-Liste" steht. Ich muss zugeben, ich kannte vorher noch nicht einmal die genaue geographische Lage, des kleinsten Landes von Zentralamerika. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat afrikanische Vorfahren, sprich sie sind Garifuna oder Kreolen. Amtssprache hier ist, zu unserer großen Freude, Englisch, denn es gehörte zur Kolonie Britisch-Honduras und ist seit 1981 Mitglied des Commonwealth of Nations. Das scheint uns aber auch nicht vor korrupten Grenzbeamten zu schützen. Es ist und bleibt der wirklich ätzendste Teil bei der Reise. Als Gringo, auch als europäischer Gringo, wird man einfach in jeder sich bietenden Situation von vielen Einheimischen schamlos über den Tisch gezogen. Diesmal musste ich allerdings richtig tief in die Tasche greifen, denn angeblich waren die Dokumente von Nola nicht vollständig, aber für 200 extra Dollar würde er uns rein lassen :-( Egal! Nun sind wir drin und der erste Eindruck ist überwältigend. Es ist nämlich nicht nur das kleinste, sondern auch das am wenigsten besiedelste Land Zentralamerikas. Wir fahren die ersten 100 km rein ins Land und es gibt nichts, außer Dschungel, Dschungel, Dschungel. Weit und breit keine Menschenseele, kein Haus und kein anderes Zeichen menschlicher Besiedlung. Wir sind im Jungle-Fever!Read more

  • Day286

    Venezianisches Flair betrifft uns nicht

    January 16 in Guatemala ⋅ 🌧 23 °C

    Das Inselstädtchen Flores ist mit seinen pastellfarbenen Häusern und den Kopfsteinpflasterstraßen, die sich von der zentralen Plaza zum Wasser des Sees hinabziehen, tatsächlich irgendwie ganz hübsch anzusehen und verleihen dem ganzen Inselchen ein venezianisches Flair. Um die Insel zu umrunden, braucht man nur etwa 15 bis 20 Minuten. Restaurants und Hotels sind vorherrschend angesiedelt und es herrscht die typische gemächliche Insel-Atmosphäre. Viel zu tun gibt es für uns hier eigentlich nicht, da es keinerlei Natur gibt, durch die wir uns durch schlagen könnten. Auch Nola darf hier nicht, wie sonst üblich für sie, frei rumlaufen. Es gäbe ein Nachtleben, Kirchen und ein Museum, aber da denken wir noch nicht einmal dran, davon irgend etwas aufzusuchen. Aus dem Fenster meines Zimmers beobachte ich zufällig, dass draußen eine katholische Prozession stattfindet, aber selbst das kann mich nicht heraus locken. Wir verzichten auf alle gesellschaftlichen Aktivitäten und jegliche Kommunikation mit anderen Menschen. Okay, mit einer österreichischen Touristin auf einem (Ayuasca-)Selbstfindungstrip habe ich einen Smalltalk gehalten, aber das war auch eher, weil es sich aufgrund der Tischanordnung kaum vermeiden ließ. Wir bevorzugen es, unsere Zeit mal wieder einfach alleine zu vergammeln. Dafür ist das Hostel in dem wir abgestiegen sind, sehr geschmackvoll und liebevoll eingerichtet, so dass das tagelange Rumhängen im Hostelzimmer, auch noch richtig gemütlich ist. Im unteren Bereich des Hostels tobt die Party, während wir uns im oberen Bereich des Hostels "verstecken" und kaum aus unserem Zimmer gekrochen kommen- außer um dreimal täglich unten Essen zu bestellen und dann schnell wieder zurück ins Zimmer zu gehen, und dort zu essen. Warum das so ist, kann ich nicht mal genau beantworten. Irgendwie einfach keinen Bock auf Menschen! Die französischen Tramper, die wir von Tikal bis nach Flores mitgenommen haben, waren schon wieder mehr als genug soziale Interaktion. Dieser menschenscheue, oder auch fast schon misanthropische Zustand verstärkt sich die letzten Wochen immer mehr und langsam fange ich an mir ernsthaft Gedanken zu machen, warum das eigentlich so ist. Ich bin der Kultur und dem Sozialem überdrüssig. Ich will eigentlich die ganze Zeit nur in die Natur! Da fühle ich mich einfach am wohlsten zur Zeit.Read more

  • Day285

    Die alte Welt der Mayas

    January 15 in Guatemala ⋅ ☀️ 21 °C

    Eigentlich kennt es jeder, denn es ist die bedeutsamste Ruinenstätte der alten Mayas in ganz Mittelamerika. Fast hätten wir diese Attraktion ausgelassen, und das wäre wirklich verdammt schade gewesen. Obwohl ich, wie ihr wahrscheinlich schon mehrfach lesen konntet, ein unkultivierter Verschmäher von archäologischen Ausgrabungen bin, hat es Tikal geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Die Maya-Stätte liegt hochdramatisch und mindestens genauso romantisch im dichten Dschungel im nördlichen Guatemala. Tikal erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 65 Quadratkilometern inmitten dieses Dschungels. Wie viele Strukturen dort verborgen liegen, weiß niemand so genau. Es sind Tausende, so viel ist sicher.Tikal ist aber nicht nur allein wegen seiner Größe und seiner Lage legendär, sondern es ist auch ein besonderer Zauber bei den Pyramiden selbst zu suchen. Die Mayapyramide Tempel 1 ist nicht umsonst die meistfotografierte und stilprägender als alle anderen. Die Rede ist vom Tempel des Großen Jaguars. Der Große Platz von Tikal mit der Nordakropolis, Tempel der Masken und dem Jaguar Tempel sind so wohl das großartigste, was man in der Mayawelt zu sehen bekommt- selbst wenn man ansonsten nicht so viel Interesse daran hegt. Ich habe jedenfalls nichts Beeindruckenderes gesehen und ich war, auf etlichen Ausgrabungen. All dies zusammen lässt erahnen, in was für einer Welt die Mayas gelebt haben, welche spirituellen Kräfte sie angetrieben haben und welches Wissen sie entwickelten, um zu so einer Hochkultur aufzublühen.
    Hinzu kommt, wie bereits erwähnt, die einmalige Lage dieser Mayapyramiden, welche inmitten des größten zusammenhängenden Regenwaldgebiet Mittelamerikas liegen. Über 22.000 Hektar Dschungel sind so geschützt. Aus dem Blätterdach diesen grünen Teppichs ragen die Spitzen der Pyramiden (siehe Bild unten). Es ist ein absolut einmaliges Spektakel und wird zumindest Star Wars Fans bekannt vorkommen. In "Die Rückkehr der Jedi Ritter" halten Luke Skywalker und Freunde von hier Ausschau nach den bösen Imperialen. Die Szene spielt angeblich bei den Ewoks auf dem Waldmond Endor, gedreht wurde sie in in der alten Maya Metropole. Neben den Maya Bauten, ist es einfach diese unfassbar gewaltige Natur um einen herum, was einem dann endgültig die Sprache verschlägt. Zwar gibt es ausgetretene Weg durch den Dschungel, und ab und an begegnet man auch einem anderen Touristen, das ändert nichts daran, dass es immer noch wilder Dschungel ist. Wir konnten direkt im Nationalpark campen, was das Naturerlebnis noch weiter verstärkt hat. Besonders in der Nacht kriegt man als Stadtkind schon mal Gänsehaut, wenn man merkt das der Dschungel niemals schläft und es vor Leben darin nur so wimmelt. Unzählige Säugetiere, Insekten, Vögel und Pflanzen tummeln sich hier und noch ganz viele sind unentdeckt. Außer den "üblichen Verdächtigen", wie Papageien, Tukane, Brüll- und Klammeraffen, Ameisenbären, Truthähne und Schlangen haben wir auch nix gesehen ;-) Aber der König des Dschungels will und will sich uns einfach nicht zeigen. Aber wir bleiben weiter auf der Jagd noch einmal einen Jaguar zu Gesicht zu bekommen, auch wenn alle sagen, dass es nahezu ausgeschlossen ist, einen zu sehen. Das werden wir ja noch sehen (oder auch nicht)!
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  • Day283

    Zurück in Guatemala

    January 13 in Guatemala ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir haben hin- und her überlegt, aber dann für uns beschlossen, Honduras nicht weiter zu bereisen. Irgendwie schade, aber die mutmaßlichen Nachteile überwiegen doch irgendwie. Ständig wurden wir- auch von den Einheimischen selbst- gewarnt, dass es gefährlich sei, hier oder dahin zu fahren. Zudem haben uns die wenigen Orte, sprich die beiden Inseln, nicht wirklich gefallen, obwohl sie zu den beiden Highlights des Landes gehören sollen. Wahrscheinlich haben wir Honduras keine richtige Chance gegeben sich in seiner unentdeckten, wilden Schönheit zu zeigen, aber die überschäumende Abenteuerlust, wie sie am Anfang der Reise vorhanden war, ist einem Gefühl von "es soll möglichst bequem und einfach sein" gewichen. Deswegen ändern wir den Plan und fahren zurück nach Guatemala. Um genau zu sein in den Norden von Guatemala, wo z.B. das Touristenpflichtprogramm Tikal auf uns wartet, denn das hatten wir beim letzten Besuch tatsächlich ausgelassen. Es schien uns damals so programmgemäß dahin zu fahren, aber nun hat es bei uns ungemein an Popularität gewonnen. Vamos!Read more

  • Day266

    Scuba duba do..... ch nicht!

    December 27, 2021 in Honduras ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir sind nun auf der Insel Utila, der unbestrittene Tourismussuperstar von Honduras. Es heißt es ist der weltweit beste Ort um zu Tauchen und weltweit der günstigste um dies hier zu lernen. Sowohl Kai als auch ich sind voll heiß drauf und buchen deswegen direkt ein Appartement für einen ganzen Monat, mit dem unbedingten Willen hier so richtig tauchen zu lernen. Obwohl die sehr beliebte Insel wegen Sylvester picke packe voll mit Tauch-und Apres-Tauch-Party-Touristen ist und es eigentlich kein einziges freies Bett mehr gibt, haben wir so ein verdammtes Glück und ergattern trotzdem dieses ganze Appartement, was mit 250 Dollar für einen Monat auch noch voll günstig ist. Außerdem finde ich es richtig gut, meine eigene, voll ausgestattete Küche zu haben, um endlich mal wieder was eigenes zu kochen. Die Vorfreude ist groß auf das Kommende. Wir melden uns direkt am nächsten Tag bei der Tauschschule an und beginnen den Open-Water Padi, was soviel bedeutet, dass man erstmal "nur" bis 18m runter darf. Die Theorie ist nicht allzu schwer und nach 3 Tagen geht's dann erstmalig mit Tauchgerätschaft ins vielversprechende karibische Meer. Ich merke direkt, das wird nix bei mir. Kurz vor einer Panikattacke breche ich alles ab. Eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, es am nächsten Tag in einer 1:1 Sitzung mit meinem deutschen Tauchlehrer Chris noch einmal zu probieren, aber ich kann mich nicht mehr überwinden. Die Angst vor einer Panikattacke unter Wasser lähmt mich, es überhaupt noch einmal zu probieren. Die Euphorie ist bei mir der unüberwindbaren Angst gewichen und deswegen habe ich so schnell aufgegeben. Kai hingegen schafft den Tauchschein zwar, wird aber direkt im Anschluss sehr krank. Er bekommt Fieber und kämpft mit heftigen Problemen mit seinen Ohren. Eigentlich beinhaltet der Tauchkurs auch noch zwei kostenlose Tauchgänge. Aber er wird diese auch nachdem er wieder fit ist immer weiter aufschieben und bis zum Ende unserer Abreise nicht mehr in Anspruch nehmen. Tja! So doof kann's laufen. Der gesamte Plan, Tauchlehrer und Tauchlehrerin auf einer karibischen Insel zu werden ist hinüber. Nun müssen wir wohl doch zurück ins trostlose Deutschland in den Lock-Down und bei Regen hoffen, dass wir keine Depressionen bekommen. Ich gebe zu, dass das nun auch etwas übertrieben ist..... Tauchlehrer/In wollte keiner von uns beiden werden.
    So jetzt sind wir nun mit unserem (Nicht-)Talent einen Monat auf der Tauch- und Partyinsel Utila eingebucht und wissen nicht allzu viel mit uns anzufangen. Das Tauch- und Feierpublikum auf der Insel ist jung, häufig amerikanischer Herkunft und tauch-besessen. Kontakte knüpfen fällt deswegen schwer, da es eigentlich gar keine thematischen Überschneidungen gibt. Wir erkunden deswegen in unserem gemieteten Golfcart (davon fahren hier unzählige rum) alleine die Insel, aber die hat neben der grandiosen Unterwasserwelt für Taucher nicht allzu viel anderes zu bieten. Es gibt kaum Strand, keine richtigen Wanderwege und tagsüber ist es viel zu heiß um spazieren zu gehen. Dafür gibt es gefühlt 50 Tauchshops und 50 Bars. Das war's. Alle Backpacker, die hier sind, lieben die Insel und niemand wird müde, dies immer wieder zu betonen und zu feiern. Jeden Tag trifft man auf der Insel Leute, die, nachdem sie hier ihre Tauchausbildung gemacht hatten und in ihre Heimat zurückgekehrt waren, dort alles verkauften und ohne Rückflugticket nach Utila zurückkehrten. Kai und ich geben uns schon auch immer wieder Auswandererträumen hin, aber Utila soll es bei uns irgendwie nicht werden. Wir sind hier in eine doch etwas langatmige Lethargie verfallen. Nachdem Kai für sich selbst auch definitiv beschlossen hat, seine eigentlich bereits bezahlten Tauchgänge verfallen zu lassen, hält uns hier auch nichts mehr. Naja, außer das wir das ebenfalls bereits gezahlte Appartement zwei Wochen verfrüht abgeben, aber irgendwie war dieser gesamte Plan rund ums Tauchen lernen ein recht kostspieliger Misserfolg. Trial and error, würde ich sagen. Weiter geht's beim raus finden, was Spaß macht und was eben doch nicht....
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