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  • Day312

    Shopping im Hippieland

    February 11 in Mexico ⋅ ☀️ 18 °C

    Auf dem Weg gen Süden zu unseren Freundinnen, machen wir einen zweitägigen Stop in Tepoztlán. Die schön gelegene Stadt hat ein gut erhaltenes historisches Zentrum, das von hohen, zerklüfteten Bergen umgeben ist. Vor 1200 Jahren soll hier Quetzalcóatl, der mächtige Schlangengott der Azteken, geboren worden sein (glaubt man einer mesoamerikanischen Legende), daher ist Tepoztlán ein bedeutendendes Náhuatl-Zentrum und zudem ein Mekka von Esoterikern und Hippies, die glauben, dass diese Gegend eine kreative Energie besitzt. Man könnte hier wieder nach seinem spirituellen Selbst suchen, oder aber sich dem grenzenlosen Shopping-Konsum von selbstgemachten, bunten Kleidern und Kunsthandwerk hingeben. Ich entscheide mich für letzteres, da dies meiner Seele gerade mehr Glück zu bescheren verspricht. Nach knapp einem Jahr mit einer handvoll Klamotten im Rucksack, die mindestens jede Woche einmal im zentralamerikanischen Waschstil durchgewaschen werden, d.h. weiße, bunte, feine Wäsche, Wolle und Handtücher wird alles auf 60 Grad zusammen durch geschleudert- sieht man aus, als wenn man seine Mode aus einem DRK-Kleidercontainer zusammen gestellt hätte. Ich freue mich über meine neuen, hübschen Klamotten, wohlwissend, dass diese maximal eine Lebensdauer von 1-2 Monaten haben, da die Qualität der Sachen leider unterirdisch ist. Aber für den Moment sehen sie ganz bezaubernd aus und sie erfreuen mich. Was nicht so erfreulich ist, ist, dass mein Rucksack, der gerade so schön leer war, wieder aus allen Nähten quillt, und ich diesen bald ohne Auto durch die Gegend schleppen muss. Aber wie bereits erwähnt wird das gekaufte Glück sowieso nur von kurzer Lebensdauer sein. Da mache ich mir gar keine Sorgen.Read more

  • Day311

    Es kehrt Heimweh ein

    February 10 in Mexico ⋅ ⛅ 18 °C

    Der Plan war die Wüste in Zentralmexiko zu bereisen und Peyote (mescalinhaltige Kakteen) zu finden und zu trippen und halluzinierend den Sonnenuntergang und den Nachthimmel in der Wüste zu bestaunen. Ich weiß nicht, ob ich froh bin oder traurig bin, dass wir diesen Plan nicht umgesetzt haben. Mescalin kenne ich als Substanz noch nicht, und vielleicht ist es besser dies erstmal mit Menschen zu machen die Erfahrung mit dem gesamten Prozess haben. Wie auch immer, wir haben es aber aus einem anderen Grund nicht gemacht, nämlich sind zwei Freundinnen aus Köln gerade an den Stränden von Oaxaca im Süden von Mexiko. Und wir haben beschlossen sie dort zu treffen, obwohl wir die Ecke Mexiko's bereits intensiv bereist haben. Wir lassen die Wüste und ihre Versuchungen also sausen und fahren ca. 8 Tage mit dem Auto nach Süd-Mexiko. Auf dem Weg machen wir natürlich einige Stops, da ununterbrochen Auto fahren auch doof ist. Aber auf weiteren Besuch aus der Heimat freue ich mich schon sehr, da ist der weite Weg fast ein Katzensprung.
    Der erste Stop ist ein Schwarzwald-Idyll mit Fichten und Kiefern. Wir campen wild und es ist so erholsam in der Natur zu nächtigen. Es ist bereits der zweite Ort in Mexiko, der mich an den Schwarzwald erinnert und damit auch irgendwie an Deutschland. Ich muss zugeben, ich habe langsam Heimweh. Ich vermisse neben den gängigen Klischees, wie Freunde, Familie, usw. auch noch ganz andere Dinge, die ich vorher nicht erahnt hätte, dass ich sie vermissen werde:
    Ich vermisse die vier Jahreszeiten. Sogar den Winter, wo man sich zurückzieht, es sich in seinem Zuhause heimelig macht.
    Ich vermisse, meine eigene Küche, in der ich Essen kochen kann, was mir schmeckt und ich meinen Freunden auftischen kann.
    Ich vermisse eine Routine in meinen Alltag. Morgens aufstehen und die alltäglichen, wiederkehrenden Dinge des Lebens mit einer Leichtigkeit erledigen können, da man weiß, was wie läuft.
    Ich vermisse es in der deutschen Sprache Unterhaltungen führen zu können, da man sich viel besser ausgedrückt bekommt und somit ganz andere Gespräche führt.
    Und ich vermisse, meine erfüllende (und auch stressige) Arbeit. Allem voran meine Kollegen und die Klienten und die lustigen oder auch skurrilen Situation, die man gemeinsam hat.
    Es wird nun doch langsam Zeit zurück nach Hause zu kommen. Aber irgendwie hat der geistige Heimweg jetzt hier schon begonnen.
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  • Day307

    Schlafen im Dorm

    February 6 in Mexico ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir sind wieder in den wunderschönen, aber doch sehr kalten Bergen der Sierra Madre gelandet. Was wir hier eigentlich machen wollten, ist in Wasserfällen baden, Höhlen besichtigen, und wandern gehen. Ich mache es kurz: wir haben unser bestes gegeben, aber die Umstände waren irgendwie ganz anders als vorgestellt und wir haben verdammt viel Zeit im Hostel verbracht. Somit möchte ich dieses Kapitel dem Thema widmen, was jeder Reisende kennt, keiner gerne macht, aber jeder trotzdem irgendwie mal drin landet: Der Dorm - (in deutscher Sprache: das Mehrbettzimmer mit Stockbetten). Der Dorm ist unbeliebt, aber trotzdem immer voll, weil es nunmal die günstigste Variante ist unterzukommen. Und manchmal auch die einzige Option. Der Dorm ist ein Sammelsurium von Individualisten, die letztendlich doch alle die gleichen Gespräche führen. Auch wir haben dort hin und wieder drin geschlafen. Hier in den Bergen sogar 4 Nächte hintereinander in einem 12-Bett-Zimmer. Es gibt kein Entkommen, vor den vielzähligen Spezien, zu denen die die Mitschlafenden dann plötzlich mutieren. Da gibt es die Tütenraschler, Baumsäger, Hygieneverweigerer, Türknaller, Bettenwechsler, Klimaanlagenfanatiker, Deckendiebe, Partymonster und Quasselstrippen. Sobald man einen Dorm betritt, trifft man mindestens einen dieser Spezies an, meist aber mehrere oder sogar Mischformen in einer Person vereint. Meine Toleranz diesen Spezien gegenüber sinkt in der Regel mit jeder weiteren angebrochenen und schlaflosen Stunde. Bis ich es endlich schaffe trotzdem einzuschlafen, ist es oft schon Morgengrauen. Doch seit neustem ist eine weitere Spezies hinzugekommen, die es früher definitiv noch nicht gab, die aber unangefochten die Königsdisziplin im Dorm darstellt.
    Die "Ich-lass-meinen-Wecker-einfach-durchklingeln-Spezie". Damit ist dann auch das Schlafen in den frühen Morgenstunden pasé. Denn meistens beginnt der Handywecker zwischen 5.00 Uhr -7.00 Uhr morgens und hört nicht mehr auf, bis wirklich alle wach und zähneknirschend aufgestanden sind. Und selbst danach klingelt er munter weiter, oft bis zur Mittagszeit. Nun könnte man sich zurecht fragen, warum der Besitzer den Handywecker nach dem eigenen Erwachen nicht ausmacht. Die Antwort ist so unglaublich wie simpel. Der Handybesitzer ist meist gar nicht mehr im Zimmer, sondern z. B. auf einer Wanderung, oder auf dem Markt. Da die meisten Menschen eine unglaubliche Rücksicht auf Privateigentum nehmen, traut sich auch nur in den seltensten Fällen Irgendjemand fremdes an die Sachen des verschollenen Handybesitzers um dem nervtötenden Geklingel ein Ende zu bereiten. Alleine hören die Dinger jedenfalls nicht auf. Und so gewinnt in der Regel der Wecker den Kampf und alle stehen genervt auf. Nachdem dieses Phänomen nun wirklich mehrfach vorgekommen ist, bin ich wieder großer Fan vom Wild-campen geworden. Vogelgezwitscher und Affengebrüll fangen zwar genauso früh an, machen beim Aufstehen aber eine wesentlich bessere Laune.
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  • Day304

    Besuch aus Köln

    February 3 in Mexico ⋅ ☀️ 20 °C

    Das Auto fahren wir erstmals nach Mexiko City und lassen es dort ein weiteres Mal reparieren. Dieses Mal ist's die Lichtmaschine. Sollten wir froh sein, dass bei uns jetzt noch nacheinander alles kaputt geht und wir die Teile auswechseln müssen, oder wäre es besser gewesen, dass dies alles passiert, wenn das Auto bereits im Besitz von Louis übergegangen wäre? Es ist sowieso hypothetisch und irgendwie beides blöd!
    Aber langsam glaube ich, dass es für jede Negativerfahrung als Ausgleich immer eine Positiverfahrung folgt. So wie Tag und Nacht!
    Und genau deswegen passiert es ganz unverhofft, dass unsere Freundin Nicole aus Köln in Mexiko City landet, als wir gerade vor Ort sind. Wir freuen uns sehr, mal ein vertrautes Gesicht von einer Freundin zu sehen. Sie möchte zwar nur eine Nacht bleiben und dann weiter fliegen, an die südlichen Strände von Oaxaca, aber egal. Wir holen sie vom Flughafen ab. Die gemeinsame Übernachtung im Hostel platzt, wegen Problemen mit dem Hund, aber wenigstens waren wir zusammen Essen. Am nächsten Tag fahren wir Nicole wieder zum Flughafen. Schade, dass sie so schnell abhauen will, denn sie könnte ein ehrenvolles Mitglied bei Trümmertours sein. Denn sie hat ihren Weiterflug für den falschen Monat gebucht! Auwei! Wir sind schon auf dem Weg raus aus Mexiko City und unterwegs zu der Sonnenpyramide von Teotihuacán, als sie anruft. Wir drehen um, sammeln sie am Flughafen ein und freuen uns auch ein bisschen über die neue, geschenkte gemeinsame Zeit. Dann fahren wir eben gemeinsam zur Sonnenpyramide der Azteken. Es ist wie immer: touristisch, heiß und ohne Schatten, Souvenirverkäufer säumen den endlosen Weg zu der drittgrößten Pyramide der Welt. Nicole ist genauso begeistert wie ich **Ironie off** Später fahren wir noch gemeinsam nach Mexiko City und bewundern dort einige prächtige Bauwerke, sowie einen Platz wo ziemlich attraktive Tänzer in Azteken-Kostümen einen stampfenden, energiereichen Tanz aufführen. Wir erhalten dort auch eine traditionelle aztekische Reinigung mit Räucherwaren, was Nicole richtig taugt. Am späteren Abend besuchen wir dann noch einen weiteren Platz. Neben seiner Zwielichtigkeit ist er bekannt für die zahlreichen Mariachi-Bands die herzzerreißende Balladen schmettern, sobald man sie durch ein paar Pesos, wie eine Juke-Box angeschmissen hat. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen und lasse zwei Klischee-Mexikaner einen richtig schnulzigen Song für uns singen. Gekleidet sind sie in silbern bestickte Anzügen. Auch weiß gekleidete son jarocho-Gruppen aus Veracruz und norteño-Combos, die Volksmusik aus dem Norden des Landes zum Besten geben, streifen auf dem Platz umher. Ich finde es äußerst amüsant, meine beiden Begleiter sind glaube ich mäßig überzeugt. Es ist auf jeden Fall volles Kulturprogramm gewesen. Ich glaube Nicole wünscht sich an den Strand auf ihr Surfbrett. Ich bin mir sicher, dass sie spätestens, von Strand, Meer und hübschen Surfern träumt, nachdem wir alle zusammen in dem für sie eher unangenehmen "Garagenzimmer" abgestiegen sind und vor fett triefendes Streetfood gefuttert haben.
    Am nächsten Tag haben wir sie dann nochmals zum Flughafen gebracht und sie ist an die Küste nach Puerto Escondido geflogen.
    Wir verlassen Mexiko City ebenfalls. Jedoch hält mich auf der Fahrt aus der Stadt raus, mal wieder einer unserer Lieblingsmenschen an: ein Polizist auf einem Motorrad! Diesmal gab es definitiv keinen Verkehrsdelikt, der geahndet werden könnte. Deswegen denkt er sich kurzerhand einen aus. Er teilt mir mit, dass ausländische Fahrzeuge nicht an einem Samstag in Mexiko City rumfahren dürfen. Da ich ja sowieso keine Chance habe, diesem Irrsinn zu entkommen, biete ich ihm reflexartig umgerechnet 100 Pesos Schmiergeld an, jedoch lehnt er diese ab. Die im Anschluss angebotenen 20 € (500 Pesos) nimmt er dann jedoch an und wir dürfen weiter fahren. Das ganze ist so absurd, dass ich die halbe Autofahrt darüber immer wieder in Gelächter ausbrechen muss. Was anderes fällt mir dazu nicht mehr ein.
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  • Day301

    Gipfel und andere Pleiten :-(

    January 31 in Mexico ⋅ ☀️ 19 °C

    Nachdem wir uns mit unserem Autokäufer Louis angefreundet haben, verbringen wir ein paar Tage zusammen in Puebla. Eine Bastion des Katholizismus. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ist die alte Kolonialstadt einen Besuch wert. Denn es gibt neben den 1000 feudalen Kolonialgebäuden, auch noch 70 prunkvolle Kirchen, die man besichtigen kann. Ein Stadtspaziergang ist recht malerisch, jedoch auch an einem ausgedehnten Vormittag erledigt. (Wenn man keinen Kirchenkoller bekommen möchte.)
    Am nächsten Tag treffen wir Ekaterina aus Russland. Sie bereitet sich vor einen Vulkan zu besteigen, dessen Gipfel 4300 m hoch ist. Spontan, naiv und völlig unvorbereitet beschließen, Kai, Louis und ich uns ihr anzuschließen. Es ist ein Himmelfahrtskommando. Die Höhenkrankheit trifft, sowohl Kai, als auch mich, hart. Hinzu kommt die überhaupt nicht ausreichende Ausrüstung von uns Dreien. Nur Ekaterina ist bestens ausgestattet. Zuvor haben wir noch über sie und ihren großen Rucksack gewitzelt, und sie gefragt, ob sie den Mount Everest besteigen will. Nun versorgt sie uns notdürftig mit warmer Kleidung, Tabletten gegen die Höhenkrankheit und Wasser und Snacks. Wir alle haben nur Sommerklamotten und Turnschuhe an. Echte Wanderschuhe wären sehr hilfreich gewesen, so ist es für mich kaum zu schaffen, die steile Bergwand auf zwei Füßen hoch zu kommen. Teilweise mit Handreichungen und mit meinen Händen und Füssen überwinde ich die vermeintlich steilste Stelle. Das Atmen fällt schwer und alle 5 Meter muss ich Pausen machen, da ich sonst das Gefühl habe ohnmächtig zu werden. Noch immer eine Stunde vom Gipfel entfernt, gebe ich auf, nachdem ich feststellen muss, dass es noch steiler wird. Die anderen versuchen ihr Geschick, Zurück muss ich also nun alleine. Ich gebe zu teilweise auf allen Vieren und auf dem Hosenboden rutschend, überwinde ich die extrem steilen Stellen. Nach 7 Stunden bin ich wieder dort, wo wir angefangen haben. Kai kommt kurze Zeit nach mir unten an, er war ebenfalls nicht auf dem Gipfel. Zu steil, zu sehr aus der Puste, zu schwindelig. Louis und Ekaterina schaffen es. Wow!
    Völlig erschöpft wollen wir zurück ins Hostel fahren. Die Karre springt nicht an. Es wird dunkel. Zum Glück finden wir jemanden der uns Starthilfe für die leere Batterie gibt, so dass wir wenigstens hier wegkommen. Mittlerweile ist es spät. Kai sitzt am Steuer. Übermüdet wie er ist, fährt er über eine rote Ampel und saust sehr knapp an einem Fußgänger vorbei. Glück auf der einen Seite, denn er hat ihn nicht berührt, Pech auf der anderen Seite, denn hinter uns war direkt ein Polizist auf einem Motorrad. Er hält uns sofort an. Er ist sehr grantig und will einfach nicht einsehen, dass wir den Motor vom Auto anlassen müssen, da das Auto sonst nicht mehr anspringt. Er glaubt uns kein Wort und verdächtigt uns sogar abhauen zu wollen, was seine Grantigkeit noch verschärft. Also macht Kai den Motor aus, wohlwissend, dass das Auto gleich nicht mehr anspringen wird. Der Cop will Kai für 10 Tage im Haft nehmen, und das Auto beschlagnahmen, was für einen "Verkehrsdelikt" ohne wirklichen Schaden eine unangemessen hohe Strafe ist. Es ist mal wieder ein klarer Machtmissbrauch, und es ist auch klar, dass er Schmiergeld haben will und es eine teure Angelegenheit wird, Kai hier wieder raus zu kaufen. Der Cop versucht das Auto zu starten, was natürlich nicht anspringt. Ein bisschen Genugtuung empfinde ich, als das Auto nicht anspringt. Aber gut! Die Situation ist weiterhin beschissen. Letztendlich können wir den wütenden, korrupten Bullen auf umgerechnet 150 € runter hamdeln, was für ihn ziemlich genau ein halber Monatslohn ist. Angeblich will dieses korrupte Bullens**** noch Starthilfe geben und fährt los um ein Überbrückungskabel zu besorgen. Er kommt natürlich nicht wieder zurück. Mittlerweile ist es mitten in der Nacht und wir stehen bedröppelt und hilflos am Straßenrand. Aber zum Glück gibt es auch richtig hilfsbereite Mexikaner und wir bekommen in dieser Nacht noch Hilfe.
    Was für ein Tag! Trümmertours war wieder unterwegs. We survive. Das ist das wichtigste! Und am nächsten Tag, hatten wir eine gute Story zu erzählen, was uns alle wieder zum Lachen gebracht hat.
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    Traveler

    Es ist doch schön wenn nicht alles klappt den ist doch wieder was los

    2/9/22Reply
     
  • Day297

    Heimreisevorbereitungen in Mexiko

    January 27 in Mexico ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir verlassen also Belize nach nur 2 Wochen und streuern unser letztes Reiseland (bevor es zurück nach Deutschland geht) an: Mexiko. Von dort aus ist es am einfachsten den Hund nach Deutschland zu immigrieren und auch das Auto zu verkaufen. Einen potenziellen Autokäufer aus der Schweiz haben wir auch schon und mit diesem treffen wir uns in der Hauptstadt bzw. im zentralen Mexiko. Insgesamt brauchen wir 4 Tage und einen Grenzübergang um zu unserem Treffpunkt zu gelangen. Zwischendurch fängt das Auto an Mucken zu machen, und zu qualmen. Wir sind locker 20.000 Kilometer mit dem Auto gefahren und es war sehr treu, aber der bevorstehende Abschied scheint Diego (so haben wir ihn genannt) überhaupt nicht zu passen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als das wir ihn kurz vor Verkauf nochmals in der Werkstatt reparieren lassen müssen. Wir treffen Louis, unseren potenzielle Autokäufer in der vereinbarten Stadt und durch Zufall bewohnt er das gleiche Hostel wie wir. Naja, der Zufall ist eigentlich kein so großer Zufall, wenn man so will, denn Louis hat, genauso wie wir, einen Straßenhund in Mexiko adoptiert. Und deswegen ist er, genauso wie wir, auf die wenigen Hostels in Mexiko angewiesen, die Hunde erlauben. Und deswegen, benötigt er, genauso wie wir damals, ein Auto um sich mit seinem Hund in Mexiko fortbewegen zu können, da Hunde nicht in öffentlichen Transportmitteln mitgenommen werden können. So kommt es, wie es kommen muss. Er will das Auto kaufen, zahlt es an, die Hunde freunden sich an und die dazugehörigen Menschen auch. Das Auto dürfen wir noch bis zu unserer Abreise weiter fahren. Im Großen und Ganzen gut gelaufen, würde ich sagen. Dann bereisen wir noch ein bisschen das zentrale Mexiko, denn das haben wir noch nicht gesehen, bevor es zurück nach Deutschland geht.Read more

  • Day293

    So viel Meeresgetiers

    January 23 in Belize ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach Dschungel folgt nun wieder das Meer. Wieder eine karibische Insel. Nur dieses Mal ist es die intakteste marine Natur, die ich jemals auf all meinen Reisen gesehen habe. Belize ist eben menschenleer und so hatte die Natur Jahrtausende Zeit sich zu entfalten wie es ihr gefällt, ohne vom Homo Sapiens vermüllt, ausgebeutet und ausgerottet zu werden. Gerade im empfindlichen Ökosystem der Riffe macht sich das deutlich bemerkbar. Das Riff vor der belizianischen Küste ist das zweitgrößte der Welt. Wir hatten das Vergnügen bereits an der Küste von Honduras und waren dort auch schon überwältigt von der wunderbaren Unterwasserwelt. Aber Belize setzt dem ganzen noch die Krone auf. Obwohl wir "nur" schnorcheln waren haben wir soviel Meerestiere und Korallen gesehen, wie noch nie zuvor. Es ist auch nicht so, dass hin und wieder ein Meeresbewohner vorbei schwimmt und man dann voller Aufregung hinter her schnorchelt und versucht noch einen Blick zu erhaschen. Das Meer ist voll mit ihnen. Sämtliche Spezien an Tieren von denen ich zumeist noch nicht einmal den Namen weiß. Deswegen zähle ich einfach mal nur die auf die ich bestimmen konnte:
    Gefleckter Adlerrochen
    Kugelfische
    Stachelrochen
    Ammenhaie
    Seepferdchen
    Hummer
    Seekühe
    Muränen
    Tarpine
    Grüne Meeresschildkröten
    Barracudas
    Riesenkrabben
    Die vielen weiteren Fischarten spare ich mir an dieser Stelle.
    Gewohnt haben wir in einem Hostel, wo der Boden einfach aus Sand und Muschelkalk bestand. Die Insel an sich ist zwar touristisch erschlossen, aber scheinbar noch nicht so lange, so dass es dort noch nicht zu einer völligen Verbauung geführt hat. Es leben dort auch hauptsächlich Einheimische, die dort ihren alltäglichen Tätigkeiten, wie z. B. fischen, nachgehen. Ein bisschen ähnlich wie auf Little Corn Island in Nicaragua. Denn auch hier haben die Bewohner der Insel eine afrikanische Abstammung und sprechen das gleiche kreolische Kauderwelsch-Englisch. Mit dem einzigen Unterschied, dass Englisch, oder was auch immer das für eine Sprache sein soll, hier im Land Belize die offizielle Amtssprache ist. Belize hebt sich aber nicht nur wegen der englischen Sprache und den hauptsächlich afrikanisch stämmigen Bewohnern von den anderen zentralamerikanischen Ländern ab, sondern es ist auch tatsächlich eine komplett andere Kultur. Anderes Essen, andere Musik die hier läuft, und einfach auch ein ganz anderer Lifestyle, mit viel Tanz und Trommeln. Auch das sonst in ganz Zentralamerika ziemlich weit verbreitete Kokain, ist hier eher nicht so üblich. Die Leute kiffen ganz klischeemäßig lieber, was wesentlich sympathischer ist. Ich finde die Leute hier wesentlich entspannter und irgendwie auch ehrlicher im Umgang. Wobei ich in einigen Gesprächen mit den Locals, doch auch gemerkt habe, dass es zwischen ihnen und mir eine gewaltige Kluft in unserer Kultur gibt, und wir deswegen Missverständnisse hatten und der jeweils andere das Verhalten oder die Kommunikationsart seines Gegenübers überhaupt nicht einschätzen konnte. Irgendwie war das eine seltsame Erfahrung, da ich das mit anderen englischsprachigen Menschen nie so deutlich hatte. Allerdings waren die meisten davon ja auch Europäer, US-Amerikaner oder Australier oder sonstige Menschen aus Industriestaaten. In allen anderen Ländern dieser Welt, sprechen die Menschen halt meistens kein Englisch, (es sei denn sie arbeiten in der Tourismusbranche) so dass man nicht so in Kontakt kommt und man keinen ausgiebigen Austausch haben kann. Hier ist es die 1. Landessprache, so dass man wirklich eine gute Chance hat, die Kultur der Einheimischen tiefer kennen zu lernen, wo dies sonst Sprachbarrieren verhindert haben.
    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich glaube Belize hat mir von allen von uns bereisten Ländern in Zentralamerika am besten gefallen. Allein schon wegen der unangetasteten Natur, und wegen den lässigen Belizianern. Trotzdessen sind wir relativ schnell wieder raus aus dem Land, denn einen richtig dicken Wermutstropfen hat das Land. Es ist wahnsinnig teuer! Schweizer Preise würde ich sagen. Oder wo bezahlt man sonst z. B. für ein kleines Stück Käse 16 Dollar?! Für ein Bier 7 Dollar?! Wir konnten uns das nicht allzu lange leisten und sind deswegen leider wieder raus.
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  • Day291

    Auf den Spuren des Jaguars

    January 21 in Belize ⋅ 🌧 24 °C

    Während wir unsere eigentliche Base im German Corner von Belize haben, gehen wir an zwei Tagen im Dschungel wandern. Mit dabei sind Oli, welcher zwar wegen seinen Auswanderungsplänen eigentlich ganz andere Dinge vorhat bzw. vorhaben sollte, und Cameron, welcher noch nie in einem Dschungel war. Wir wandern in einem riesigen länderübergreifenden Nationalpark herum, wo immer wieder Jaguare gesichtet werden. Wir haben also noch nicht aufgegeben, tatsächlich einen anzutreffen, obwohl die Wahrscheinlichkeit schwindend gering ist und das obwohl das Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary zum ersten Jaguarreservat der Welt erklärt wurde. Heute leben in dem wichtigen biologischen Korridor schätzungsweise 40 bis 50 Jaguare. Ich nehme es vorweg: wir haben keinen Jaguar gesehen, obwohl wir sehr tief in den Dschungel eingedrungen sind und mit voller Aufmerksamkeit und geschärften Sinnen gewandert sind. Es war auch ohne viele Tiere zu sehen, eine sehr intensive Erfahrung. Grund hierfür war glaube ich die feste Fokussierung auf unsere Umwelt und dem Leben darin. Völlig verhaftet im JETZT! Und natürlich das riesige, niemals von Menschenhand angetastete Urwaldgebiet. Am Ende unserer herausfordernden Wanderung, die mit diversen Kletterpartien gespickt war, und Nola sogar Steilwände rauf oder runter getragen werden musste, sind wir sogar mit einem Wasserfall und einem natürlichen Pool belohnt worden. Es war sehr, sehr schön, bis auf..... - aber irgendwas ist ja immer - .... die obligatorischen unzähligen stechenden Insekten die ebenfalls dort anzutreffen sind. Dieses Mal gab's als Andenken Beine voller kleiner Blutbläschen die ca. eine Woche voll gejuckt haben. Es ist wohl einfach part of the game.Read more

  • Day289

    Deutsche im Dschungel von Belize

    January 19 in Belize ⋅ ⛅ 26 °C

    Euphorisch sind wir in Belize eingereist und so geht's auch direkt weiter. Der menschenscheue Zustand ist tatsächlich wieder einer kommunikativen, aufgeschlossenen Phase gewichen. Ich glaube es liegt an mehreren Gegebenheiten, die gerade sehr passend über uns gekommen sind:
    1. Das Land ist so menschenleer, dass man sich geradezu freut, jemandem zu begegnen.
    2. Wenn diejenigen auch noch allesamt Deutsche sind, die hier in Belize leben, bzw. sich gerade ein Leben aufbauen und somit nicht das 08/15 Gespräch zwischen Reisenden stattfindet, was man schon hundertfach geführt hat. Und dann kann man sogar in der eigenen Muttersprache reden.
    3. Man selber richtig gut drauf ist, da man es nun in dieses vielversprechende, extravagante Land geschafft hat, wo man eigentlich schon drauf eingestellt war, es nicht bereisen zu können.
    Durch Zufall sind wir also in der "German Corner" am Rande des mittelamerikanischen Urwalds gelandet. Unser deutscher Backpacker-Host Roy ist ziemlich nett, und erzählt gerne seine Geschichte, wie es ihn vor 20 Jahren in dieses leere, unbekannte Land verschlagen hat. Davon wiederum profitiert Oli sehr, Expat-Frischling aus Berlin, welcher sich gerade einen Tag vor unserer Ankunft, ein Stück Land in Belize gekauft hat und dort ebenfalls ein Hostel eröffnen möchte. Er kann dort von den bereits gemachten Erfahrungen der weiteren deutschen Expats lernen, die dort einen Hauptteil der kleinen Gemeinde bilden. Wir lernen in unserer 5 tägigen Zeit mit Oli auf jeden Fall ziemlich viel über das Auswandern und das Aufziehen eines Hostels, da wir uns in der Zeit sehr intensiv miteinander beschäftigt haben. Unsere Auswanderungsträume stachelt das natürlich auch an.... Vielleicht Belize?! *** Hm.... ***
    Neben den Deutschen die hier ihr Business haben (Hostel, Restaurant, Bar) gibt es da aber auch noch die Mennoniten. Das sind ebenfalls deutsche Auswanderer, allerdings wandern die Anhänger der strengen Glaubensgemeinschaft seit fast 500 Jahren durch die Welt - immer weiter getrieben von ihren Prinzipien, die sich mit dem Leben in vielen Gesellschaften nicht vereinen ließen. Sie sprechen ein hart und alt klingendes Hochdeutsch. Die Mennoniten-Kolonien leben in einer streng religiösen Parallelwelt. Musik gilt als Versuchung, nur die Kutsche ist ein "gottgefälliges Gefährt" und selbst Witze sind tabu. Alles Moderne wird abgelehnt. Man trifft sie schon in der Öffentlichkeit, jedoch nur, wenn sie die Früchte ihrer Arbeit am Straßenrand verkaufen (in dem Zusammenhang hatte ich einen kurzen Kontakt mit ihnen). Ansonsten leben sie sehr zurückgezogen und friedlich in ihrer eigenen, von "weltlichen Sünden" abgewandten Welt. Man könnte die Gruppierung vielleicht am ehesten mit den Amish people in den USA vergleichen. Ich bin selbst auch immer wieder überrascht, auf welche Menschen man wo in der Welt triff!
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  • Day288

    Belize lässt uns doch rein!

    January 18 in Belize ⋅ ⛅ 25 °C

    Nun haben uns bereits einige Reisende erzählt, dass es, trotz anderer Angaben auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes, einfach ist nach Belize rein zukommen. Die Auflagen seien mehr oder weniger, die gleichen wie in den anderen zentralamerikanischen Ländern und die Informationen des Auswärtigen Amtes irreführend. Kai ist überglücklich, denn für ihn ist Belize das Land auf das er sich am meisten gefreut hat und schon seit vielen Jahren auf seiner "Bucket-Liste" steht. Ich muss zugeben, ich kannte vorher noch nicht einmal die genaue geographische Lage, des kleinsten Landes von Zentralamerika. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat afrikanische Vorfahren, sprich sie sind Garifuna oder Kreolen. Amtssprache hier ist, zu unserer großen Freude, Englisch, denn es gehörte zur Kolonie Britisch-Honduras und ist seit 1981 Mitglied des Commonwealth of Nations. Das scheint uns aber auch nicht vor korrupten Grenzbeamten zu schützen. Es ist und bleibt der wirklich ätzendste Teil bei der Reise. Als Gringo, auch als europäischer Gringo, wird man einfach in jeder sich bietenden Situation von vielen Einheimischen schamlos über den Tisch gezogen. Diesmal musste ich allerdings richtig tief in die Tasche greifen, denn angeblich waren die Dokumente von Nola nicht vollständig, aber für 200 extra Dollar würde er uns rein lassen :-( Egal! Nun sind wir drin und der erste Eindruck ist überwältigend. Es ist nämlich nicht nur das kleinste, sondern auch das am wenigsten besiedelste Land Zentralamerikas. Wir fahren die ersten 100 km rein ins Land und es gibt nichts, außer Dschungel, Dschungel, Dschungel. Weit und breit keine Menschenseele, kein Haus und kein anderes Zeichen menschlicher Besiedlung. Wir sind im Jungle-Fever!Read more

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