• 07:17 – Heimkehr

    September 20, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 26 °C

    Es gibt so ein Ding, das Sven und ich seit Beginn unserer Beziehung haben: die Zahlen 07:17 oder 17:07. Immer wieder tauchen sie auf, fast wie ein stilles Zeichen. Die 7 ist unser Monat. Der, in dem wir zusammengekommen sind und geheiratet haben. Die 17 unser gemeinsamer Geburtstag. Ich im Mai, er im Juli. So sitzen wir heute Morgen im Auto, starten die Heimfahrt und sagen gleichzeitig: 07:17 Uhr. Ein Lächeln, ein leiser Zauber.

    Die Fahrt verläuft angenehm, fast unspektakulär. Kilometer für Kilometer zieht vorbei, doch je näher wir dem Zuhause kommen, desto ungeduldiger werde ich. Auf den letzten hundert Kilometern ist es immer so, als könne ich die Haustür schon spüren und die Sehnsucht macht die Minuten schwerer.

    Dann erzählt mir Sven, zwischen meiner Freude wie lange es noch dauert, dass wir direkt zu Kaufland fahren. Ich flehe: „Nein, nein, nein.“ Aber er bleibt unbeirrbar. Meine Überredungskünste prallen ab wie Tropfen am Fenster. Also füge ich mich – ja, wir müssen einkaufen. Zumindest habe ich am Morgen schon das Bett frisch bezogen. Eine erledigte Aufgabe von hundert.

    ZZ Top läuft im Auto, wir wippen im Takt, lachen, lassen die letzten Kilometer vergehen. Dann, mitten im Tunnel, stirbt der Turbo wieder mal ab. Wir schleichen mit 32 km/h durch die Röhre, Gott sei Dank fährt vor uns ein Lkw, der kaum schneller ist. Kaum draußen, ein schneller Reset und der Motor nimmt wieder Fahrt auf. Ich atme auf und hoffe still, dass uns das Auto noch heil nach Hause bringt.

    Und während wir weiterrollen, fällt mein Blick hinaus: die Hügel Tschechiens, sanft und grün, als würden sie uns leise willkommen heißen. Ein vertrautes Land, das die Rückkehr ein Stück leichter macht.

    Wir passieren die Grenzkontrolle über den Rastplatz. Alles läuft freundlich, unkompliziert. Niemand schickt mich zurück, wie es zuvor noch Sven frecherweise angedeutet hat. Stattdessen ein kurzer Blick, ein Nicken, ein „Weiterfahren“.

    Der Einkauf geht dann relativ fix. Jeder von uns zieht in eine andere Richtung, füllt den Wagen mit den Dingen, die wir brauchen. An der Kasse stapeln sich die Taschen und als alles im Auto verstaut ist, hole ich uns noch schnell zwei halbe Hendl am Stand und dazu Krautsalat. Danach geht es endlich ins traute Heim. Oh Gott, wie sehr ich mich freue.🥰

    Wir öffnen die Tür zu unserer Wohnung, sauber und leicht gekühlt. Draußen ist der Rasen gewachsen, drinnen springen die Jungs vor Freude, zurück in ihrem Revier. Der Einkauf verschwindet im Kühlschrank und in den Schränken, die Mägen sind gefüllt und Sven zaubert uns Kaffee und Cappuccino. Wir sitzen auf unserer Terrasse, blicken auf das, was geblüht ist, was sich verändert hat.

    In diesem Moment wird mir klar: so viele wundervolle Orte wir auch gesehen haben, dieses Zuhause bleibt unvergleichlich. Heimkommen ist jedes Mal ein Geschenk.

    Danke fürs Mitlesen – und bis bald. 🌿
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