• Nurdane Richter
  • Nurdane Richter

Greece 8-9/25

WoMo mit Sehnsucht gepackt:
Sonne, Meer, Yoga.
Chippo 🐶, Charly 🐶, Sven 🧔🏻‍♂️& Ich 🧘🏻‍♀️
Vier Wochen Auszeit – so nötig, so schön. 🙏🏻
Wenn Du magst, begleite uns doch einfach.
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  • Trip start
    August 23, 2025

    Und manchmal ist eine Pause…

    August 23, 2025 in Czech Republic ⋅ ☁️ 15 °C

    …das Heilsamste, was wir tun können. ~Hafis

    Dieser Satz von Hafis begleitet mich in diesen Tagen besonders.

    Denn Hand aufs Herz: Wie oft sind wir im Funktionieren? Wir spüren die Zeichen, dass es zu viel wird – und doch glauben wir, keine Wahl zu haben. Weiter machen, irgendwie durchhalten. Und manchmal stimmt das sogar, die Umstände lassen einem scheinbar keine andere Wahl.

    Dieses Jahr war für mich geprägt von vielen Höhen und Tiefen. Die Reisen wegen meines Vaters, schließlich sein Verlust – eine Wunde, die noch immer nachklingt.

    Die Eröffnung meines Studios, die Freude und gleichzeitig die Unsicherheit, gefolgt vom Sommerloch. Auch die Firma meines Mannes mit all ihren Herausforderungen hat uns viel Kopf- und Herzensenergie abverlangt. Wir haben unzählige Gespräche geführt, gerechnet, geplant, gezweifelt.

    Lange dachten wir: Urlaub fällt dieses Jahr aus. Doch irgendwann kam der Moment, an dem klar war: So geht es nicht weiter. Wir brauchen eine Auszeit. Raus aus dem Hamsterrad, weg vom Dauerdenken, hinein in die Stille. Nicht nächstes Jahr, nicht irgendwann – sondern jetzt!!!!

    Denn ohne Pausen geht es einfach nicht. Ohne den Mut, mal alles still werden zu lassen, manchmal auch alles stehen zu lassen, verlieren wir den Blick für das Wesentliche.

    Eine Pause ist wie ein Neubeginn. Sie kann Dir Kraft, Klarheit und manchmal sogar neue Träume schenken.

    Und ihr?
    Wann habt ihr Euch zuletzt bewusst eine Pause genommen?
    Nicht nur ein Wochenende, das nebenbei verstreicht – sondern eine wirkliche Auszeit?

    Vielleicht ist genau jetzt auch für Euch der Moment!?
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  • Auf der Durchreise

    August 24, 2025 in Serbia ⋅ ☀️ 21 °C

    Heute Morgen wachen wir auf einer endlosen, wunderschönen Weide auf.
    Weit und offen, nur ein einzelnes Haus, umrahmt von einem Holzkoppelzaun – fast so, als wolle es sagen: „Hier ist mein Platz auf dieser Welt.“

    Von hier aus führt unser Weg weiter, von Tschechien Richtung Serbien. Dorthin, wo wir schon einmal waren und die Erinnerung uns lockt.
    Ein kurzer Halt in Ungarn: Frühstück auf einer großen Wiese, kleines Mittagsschläfchen, still und weit.

    Unterwegs kommen wir ins Gespräch. Über das, was uns trägt. Über Verbindungen, die halten – und solche, die nur vorgeben, es zu tun.
    Mir wird bewusst, wie selten Menschen heute wirklich verbindlich sind. Zusagen, die verschwimmen. Begegnungen, die flüchtig bleiben. Und doch sind es gerade die stillen, ehrlichen Verbindlichkeiten, die uns nähren: das Gefühl, dass ein Wort Gewicht hat, dass wir uns aufeinander verlassen dürfen.

    Vielleicht ist es wie mit dieser Reise: Manche Wege streifen wir nur flüchtig, andere prägen sich tief ein.
    Verbindlichkeit ist keine Last, sondern ein Geschenk, wie ich finde. Sie schafft Tiefe, Vertrauen, Nähe.

    Und so nehme ich diesen Gedanken heute mit – zwischen grenzenlosen Wiesen, offenen Straßen und dem leisen Wissen, dass echte Verbindung immer eine Entscheidung ist.

    Wie denkt ihr darüber?
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  • Das Leben der Anderen

    August 25, 2025 in Serbia ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute Morgen nehme ich unseren Übernachtungsort noch einmal anders wahr. Gestern sind wir über eine alte, antike Pflasterstraße dorthin gelangt – eine Allee, die wirkt wie ein stiller Wächter vergangener Zeiten und in mir die Neugier weckt: Wer mag hier wohl schon entlanggegangen sein? Welche Gefühle haben ihre Spuren hinterlassen?
    Stille – ein langer Feldweg zwischen zwei Erbsenfeldern, so ruhig, dass die Ruhe fast laut wird.

    Der Tag beginnt sanft: mit Kuscheleinheiten meiner Jungs und meinem liebsten Mann, der heute tatsächlich einmal etwas länger im Bett bleibt. Wir entscheiden uns für ein wenig Sport, als es zum Yoga kommt, bin wieder nur ich auf der Matte. Nach der Dusche und einem kleinen Frühstück geht die Fahrt weiter, Schritt für Schritt Richtung Griechenland.

    Doch unterwegs blinkt die gelbe Motorlampe auf. Wir nehmen einen kleinen Umweg und steuern die nächste Mercedes-Werkstatt an. Kurz vor Feierabend angekommen, schaut ein sehr freundlicher Servicemitarbeiter nach dem Wagen und erklärt, dass der Turbolader zu wenig Druck hat. Er vertröstet uns auf morgen früh um acht Uhr, verabschiedet uns mit einem Lächeln, sagt noch etwas Nettes über den Camper und wünscht uns einen schönen Abend.

    Nun stehen wir in der Nähe der Werkstatt, zwischen drei Bäumen, umgeben von endlosen Maisfeldern.

    Wir kochen uns etwas zu essen, sitzen der Sonne entgegen, atmen durch – und sind froh, zumindest einen Termin für morgen zu haben. In der Hoffnung, dass sich das Problem lösen lässt.

    Und doch begleitet mich noch immer ein Gedanke aus dem gestrigen Abend: der Film „Das Leben der Anderen.“ Mir wird einmal mehr bewusst, dass wir nicht festgelegt sind. Dass jeder Mensch die Möglichkeit trägt, sich zu verändern – zum Besseren, manchmal auch zum Schlechteren. Und dass es oft die Menschen um uns herum sind, die diese Seiten in uns hervorbringen.

    Vielleicht ist es auch genau das, was diese Reise mir spiegelt: Begegnungen und Situationen zeigen uns unsere Grenzen, manchmal ganz praktisch – wie eine blinkende Lampe. Andere wiederum schenken uns Weite – wie die Freundlichkeit eines Fremden oder die Stille eines Abends zwischen Maisfeldern.
    So wird mir bewusst: Wir dürfen wachsen. Wir dürfen neu werden – durch das Leben der anderen und durch die kleinen Prüfungen und Geschenke des eigenen Weges.

    „Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und ändere mich selbst.“
    – Rumi
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  • Jene, die wir niemals treffen

    August 26, 2025 in Serbia ⋅ ⛅ 25 °C

    Das Summen des Weckers reißt mich aus dem Schlaf. Ich glaube, ich bin in derselben Position aufgewacht, in der ich gestern eingeschlafen bin. Noch etwas müde. Sven deutet auf das Fenster zu meinen Füßen: „Schau mal.“
    Die Sonne steigt langsam über den Horizont. Eine leichte Kälte legt sich auf meine Haut und macht mir bewusst, dass sie noch nicht allzu warm ist.

    Das Aufstehen fällt uns schwer – nicht aus Müdigkeit, sondern wegen des Muskelkaters, welcher uns an den gestrigen Tag erinnert. Wir verzichten auf Sport, trinken stattdessen lauwarmes Wasser, das den Körper von innen wärmt. Eine Dusche, ein kleiner Spaziergang mit den Jungs den Berg hinab und wieder hinauf – dann sind wir bereit für den Tag.

    Um 08:09 Uhr sitzen wir bei Mercedes. Wir warten darauf, dass unser Auto wieder gesund wird, und schenken dem Moment Gelassenheit.

    Dabei denke ich wieder an ein Filmzitat:
    „Wir leben und sterben im Schatten – für jene, die uns nahestehen, und für jene, die wir niemals treffen.“

    Dieser Satz lässt mich nicht los. Wir alle hinterlassen Spuren – nicht nur in den Leben, die eng mit uns verbunden sind, sondern auch dort, wo wir es gar nicht wissen. Jeder Blick, jedes Wort, jede kleine Geste trägt Verantwortung in sich. Wir können Menschen ermutigen oder verletzen, inspirieren, Hoffnung säen oder Zweifel. Selbst die scheinbar unbedeutenden Momente schreiben sich ein – in die Welt, in andere Herzen, in die Zeit nach uns.

    Mir ist es ein Herzensanliegen, Menschen zu berühren, zu inspirieren und das Beste in ihnen zu wecken. Sicher gelingt mir das nicht immer – doch der Wunsch dahinter ist aufrichtig und echt.

    Es ist eine eigenartige Welt geworden. Ja, ich liebe das Leben, und doch spüre ich: Die Zeit ist keine leichte. Vor allem nicht für die, die nach uns kommen. Vielleicht liegt gerade darin unsere Aufgabe – Spuren zu hinterlassen, die tragen. Verantwortung zu übernehmen für das, was aus uns in die Welt fließt.
    Für jene, die uns nahe sind. Und für jene, die wir niemals treffen.

    Vielleicht bleibt am Ende nur die Frage: Welche Spuren möchte ich hinterlassen – und welche wirst du hinterlassen?
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  • Ein kurzer Bericht zum Ende des Tages

    August 26, 2025 in Serbia ⋅ ☀️ 23 °C

    Bis zum frühen Nachmittag verbringen wir die Stunden bei Mercedes. Unsere Campingstühle stehen in der Sonne – ich lasse mich von ihr küssen, während Sven lieber im Schatten verweilt. Er war noch nie der große Sonnenanbeter, und so teilen wir uns den Tag: ich mit dem Licht, er mit der Kühle.

    Zwischendurch wärmt uns köstlicher Kaffee, dazu Madeleines, die ich noch kurz vor unserer Abfahrt eingekauft hatte. Kleine, süße Trostspender inmitten des Wartens. Wir beobachten, wie die Zeit an uns vorbeizieht – eigenartig still, zwischen Autolärm und Werkstattgeräuschen.

    Gegen Nachmittag kommt der Servicemitarbeiter und bittet uns, ihn auf eine Fahrt zu begleiten. Rund 20 Kilometer, denn sie dürfen keine ausländischen Fahrzeuge selbst fahren. Also rollen wir gemeinsam über die Autobahn, während die Sonne über uns brennt.

    Das Ergebnis: der Ladedrucksensor sollte ausgetauscht werden. Nicht zwingend, aber ratsam, damit wir nicht wieder mit einer blinkenden Lampe am Straßenrand stehen. Er muss bestellt werden – vielleicht trifft er morgen ein.

    Wir fahren weiter, ein Stück hinaus, und finden einen Platz zwischen hohen Maisfeldern und Obstbäumen – ich meine, es sind Äpfel oder Pflaumen. Die Hitze des Tages hält sich noch, und für einen Moment träumen wir uns ans Meer, wo wir eigentlich heute schon sein wollten. Doch der Gedanke tröstet uns: Besser jetzt innehalten, als später erneut festzustecken.

    Der Abend klingt aus mit dem restlichen Essen von gestern und einer stillen Beobachtung der Natur. Die Maisfelder rauschen, als würden die trockenen Blätter einander Geheimnisse zuflüstern. Ein leises Gespräch der Erde, das uns begleitet, während die Sonne sich neigt.

    Drückt uns die Daumen, dass wir morgen weiterziehen können. 🙏🏻
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  • Ein Tag voller Erwartungen

    August 27, 2025 in Greece ⋅ 🌙 24 °C

    Die Augen öffnen sich heute nur schwer. Doch unten macht Charly deutlich, dass er sein Ritual nicht missen möchte. Jeden Morgen, sobald die Jungs wach sind, wird zuerst gekuschelt – ihre Spezialdecke kommt nach oben und manchmal sinken sie danach noch einmal in den Schlaf. Doch meist siegt die Ungeduld. Vor allem Charly holt sich, was er braucht, legt sich dann mit einer fast arroganten Selbstverständlichkeit wieder hin. Es empört mich jedes Mal aufs Neue – und genau diese Empörung vertreibt dann auch meine Müdigkeit.

    Währenddessen höre ich schon den Kessel. Das lauwarme Wasser erwärmt sich, und der Geruch von Gas und Flamme verbindet sich mit der frischen Morgenluft.

    Der Muskelkater ist noch immer da, doch heute wollen wir nicht erneut pausieren. Also gibt es unsere morgendliche Sporteinheit, danach die Dusche, den Shake und den Spaziergang mit den Jungs. Ein Ritual, das den Körper kräftigt und den Tag ordnet.

    Eigentlich sollten wir benachrichtigt werden, sobald das Ersatzteil da ist. Doch wir entscheiden, schon einmal Richtung Werkstatt zu fahren. Das Auto stellen wir in den Schatten, kühlen es herunter und laufen ein bis zwei Kilometer, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Als wir eine Stunde später zurückkommen, gibt es noch immer kein Ersatzteil.

    Wir hoffen. Ich spreche es leise aus, bevor ich in den Mittagsschlaf falle: „Es wäre so schön, wenn wir um zwölf Uhr losfahren könnten.“
    Und tatsächlich – um 11:47 Uhr klopft es an der Tür. Das Ersatzteil ist da, wir dürfen in die Halle fahren.

    Kurz nach 13 Uhr ist der Wagen fertig. Sven hat die Probefahrt begleitet, alle Fehler sind behoben. Wir dürfen noch Wasser tanken, bezahlen umgerechnet 141 Euro für Sensor und Einbau – und fahren los. Endlich. Voll mit Wasser, leer mit Abwasser und erfüllt von Vorfreude.

    Doch kaum 50 Kilometer weiter meldet sich die vertraute Stimme der Maschine zurück: Die orange Lampe leuchtet erneut. Penetrant, fast spöttisch, als wolle sie sagen: „Nein, ans Meer dürft ihr noch nicht.“

    Da wir nun schon zu weit gefahren sind, um zurückzukehren, suchen wir nach einer neuen Werkstatt – diesmal in Nordmazedonien, 65 Kilometer entfernt. Dort angekommen, wird das Auto erneut geprüft. Der gleiche Fehler erscheint wieder, als wolle er uns nicht loslassen. Doch wegen des morgigen Nationalfeiertags kann nichts unternommen werden – außer wir würden bleiben. Aber das wollen wir nicht.

    Der Mitarbeiter erklärt uns, dass wir weiterfahren können, nur eben mit wenig Leistung. Also versuchen wir unser Glück. Wir haben es nicht eilig, wir sind im Urlaub – und so dürfen auch die Kilometer langsamer werden.

    Über park4night finden wir einen Platz kurz hinter der griechischen Grenze, an einem Fluss. Noch zwei Stunden Fahrt. Heute also wieder kein Meer, aber doch ein Stück näher. Schritt für Schritt, Umweg für Umweg.

    Es ist wie mit einem Fluss: Wehrst du dich gegen die Strömung, wird sie dich hinabziehen und dich immer wieder irgendwohin werfen. Doch beginnst du zu vertrauen und lässt dich tragen, nimmt dich die Strömung mit, integriert dich in ihr Spiel – und bringt dich irgendwann an das richtige Ufer.
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  • So echt wie das Meer

    August 28, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Morgen beginnt mit der kleinen Erkenntnis, dass wir vielleicht noch ein Stückchen weiter hätten fahren können, um direkt am Fluss zu stehen. Doch auch so war der Platz schön – still und umgeben von der Landschaft.

    Nach unseren Ritualen, die uns wichtig geworden sind, starten wir später als sonst. Doch voller Freude stellen wir fest: nur noch zweieinhalb Stunden trennen uns vom Meer. Schon jetzt liegt der Geruch in meiner Erinnerung – salzig, frisch, kühl. Allein dieser Gedanke zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen.

    Heute führt uns der Weg durch Landschaften, die fast zu schön sind, um wahr zu sein. Orte, die wirken, als wären sie gemalt – sattes Grün, klare Linien, Sonnenstrahlen, die wie feine Pinselstriche über Felder und Häuser fallen. Perfekt, in ihrer ganz eigenen Art.

    Dennoch frage ich mich, was wir eigentlich suchen – Perfektion oder Echtheit. Vielleicht sind sie gar keine Gegensätze. Perfektion kann beruhigen, ordnen, Klarheit schenken. Echtheit hingegen trägt das Wilde, das Ungeplante, manchmal auch das Verletzliche in sich.

    Beides gehört zum Leben, wie ich finde. So wie eine Reise Momente von Struktur und gleichzeitig von Chaos kennt. Vielleicht ist es gerade die Mischung, die uns berührt: das fast Vollkommene und dann die Umwege, die Risse, die spontanen Begegnungen, die nicht geplant waren.

    Das Meer erinnert mich daran, dass auch Echtheit mehrere Gesichter hat. An der Oberfläche zeigt es sich klar, weit und still und doch gibt es unterhalb Strömungen, die unsichtbar bleiben. Manchmal sanft, manchmal gefährlich, manchmal stärker, als wir tragen können. So ist es vielleicht auch mit uns Menschen: Wir zeigen, was gesehen werden darf und verbergen, was in uns unter der Oberfläche tobt.

    Nun aber sind wir angekommen, an dem Platz, auf den wir uns so lange gefreut haben. Das Meer liegt türkisblau vor uns, klar und weit, die Wellen laut und der Wind genau richtig. Wir waren vor drei Jahren schon einmal hier und die Erinnerung hat uns nicht getäuscht. Zuerst ein kleines Essen im Beachclub, dann ohne Umwege hinein ins Meer.

    Jetzt sitzen wir hier, beobachten das Leben um uns herum. Für mich ist dieser Moment nichts anderes als perfekt und unglaublich echt.

    Vielleicht ist Echtheit das, was bleibt, wenn wir aufhören, nur die Oberfläche festzuhalten und den Mut haben, auch die Strömungen darunter zuzulassen.
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  • Wenn Wünsche leise wahr werden..

    August 29, 2025 in Greece ⋅ 🌙 26 °C

    Ein leises Geräusch weckt mich. Sven schiebt langsam die Jalousie nach oben, zieht die Gardine zu und geht hinaus. Ich bin noch im Halbschlaf, nehme nur wahr, wie die Sonne ins Fenster fällt. Liebevoll hat er den Raum abgedunkelt, weil er weiß, wie sehr ich es mag, wenn der Morgen noch ein wenig Nacht in sich trägt.

    Doch nun bin ich wach. Ich mache das Bett, lege mich wieder hin – mit einem kleinen Schalk im Nacken. Ich will ihn überraschen, wenn er von der Gassirunde zurückkommt. So warte ich, unbewegt hinter der Gardine, und lache leise, als er kurz zusammenzuckt. Diesmal nicht so sehr wie sonst – aber genug, um mir ein Schmunzeln zu entlocken.

    Später spüre ich den Drang, wieder laufen zu gehen. Seit meiner Verletzung beim Boxen hatte ich pausiert, doch jetzt ist alles verheilt und die Lust kehrt zurück. Sven warnt mich, dass der Strand anstrengender sei, aber ich denke: Wird schon.
    Nach eineinhalb Kilometern kehre ich schweißnass zurück und springe direkt ins Meer. Ein kleiner Witz meines Körpers, denke ich, weil ich sonst fast sechs Kilometer laufe und nicht so schweißgebadet bin.

    Doch das Meer fängt mich auf. Das leicht kühle Wasser legt sich wie ein Mantel um meinen Körper, wir verbinden uns, werden eins. Heute Morgen ist es stiller, die Wellen brechen sanfter. Gestern Abend war es mir zu wild, die Angst kam schnell hoch. Aber heute stimmt alles. Genau richtig.

    Der Vormittag vergeht in Leichtigkeit: ein Mittagsschläfchen, Kuscheleinheiten, noch eine kurze runde schwimmen. Dann beschließen wir, doch schon Richtung Euböa aufzubrechen.

    Gestern hatten wir mit dem Vermieter des Hauses gesprochen, das wir eigentlich erst ab Montag beziehen sollen. Weil er Montag verhindert ist, fragt er uns, ob wir nicht schon Sonntag einziehen möchten, zum gleichen Preis. Wir sagen sofort ja. Ich denke, wie sehr es genau das ist, was wir uns schon gewünscht hatten.

    Wieder einmal wird mir klar, wie sehr unsere Gedanken das Erleben formen. Was wir denken, zieht Kreise und oft schenkt uns das Leben genau das, was wir uns still erhoffen. Es ist wie ein leiser Dialog mit dem Leben: Ist das Glas halb leer oder halb voll? Vielleicht füllt es sich genau dann, wenn wir lernen, es mit Dankbarkeit und Demut in die Hand zu nehmen.

    Nach zweieinhalb Stunden Fahrt erwähne ich beiläufig, dass ich langsam Hunger bekomme. Während ich noch darüber nachdenke, was wir uns kochen könnten, fährt Sven plötzlich die nächste Abfahrt hinunter. „Was machst du?“, frage ich. „Hattest du nicht Hunger?“, antwortet er.

    Kaum sind wir von der Autobahn herunter, öffnet sich der Blick: das Meer breitet sich vor uns aus, dahinter steigen die Berge empor, stolz und klar, als wollten sie sagen: Wir sind hier. Eine stille Begrüßung. Wir fahren entlang der Promenade, an Tavernen und Beachclubs vorbei, ein kleiner Ort namens: Arkitsa. Verschlafen, süß, direkt am Meer. Wir setzen uns in eine Taverne und essen – der griechische Salat war einfach großartig.

    Danach suchen wir uns unweit des Leuchtturms eine kleine Bucht für die Nacht. Der Camper steht am Wasser, die Wellen brechen und ihr Rauschen übertönt sogar die kaum befahrene Straße. Ich blicke hinaus aufs Meer, sehe die Berge im Hintergrund und spüre nichts als Dankbarkeit.

    Manches, was wir erleben, haben wir uns still gewünscht. Manches hat uns das Leben einfach geschenkt. Vielleicht ist genau das die Kraft der Manifestation, zu vertrauen, dass Gedanken Wege finden, Wirklichkeit zu werden.
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  • Sterne 🌟 auf dem Wasser

    August 30, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 33 °C

    Welch schöner Anblick mich heute Morgen wach küsst: das Meer glänzt und die Sonne malt mit ihren Reflexionen tanzende Sterne und feine Lichtlinien auf das Wasser. Es liegt klar und ruhig vor uns, perfekt für ein paar Bahnen in der Stille. Während ich dem Spiel von Licht und Wellen nachspüre, spielt Sven noch ein wenig mit unseren Baderatten. Heute ist es Chippo, der mutiger als sonst ins Wasser geht, während Charly vorsichtiger bleibt – vielleicht erschreckt ihn etwas, vielleicht spürt er auch meine eigene Unsicherheit und spiegelt sie auf seine Weise.

    Nach der Dusche brechen wir zum Einkaufen auf. Doch hungrig einkaufen – das geht selten gut, bei uns. Immer wieder hören wir uns sagen: „Oh, darauf hätten wir auch Lust.“ Bis wir uns schließlich bremsen: nicht zu viel, nicht aus Hungerphantasien. Die wichtigsten Dinge sind besorgt, der Rest ist nur Verführung, der wir widerstehen können.

    Sven findet unweit des Ladens eine kleine Stelle direkt am Meer, wo wir frühstücken können. Ich zaubere Menemen – eine türkische Omelett-Variation, die wir beide lieben. Während Sven den Tisch deckt, brutzelt die Pfanne und wir genießen ein ausgiebiges Frühstück mit Blick auf die glitzernde Weite.

    Auch während des Essens zieht es meine Aufmerksamkeit zurück aufs Meer. Immer wieder brechen die kleinen Wellen an derselben Stelle. Ein Stein ragt dort verborgen im Wasser, zwingt sie zu brechen und flüstert still: „Umlaufe mich, umarme mich, werde eins mit mir.“ Ein poetischer Dialog, der sich in meinen Gedanken entfaltet – klar, stark, zart zugleich.

    Nach einem kleinen Budenzauber fahren wir weiter, suchen eine Wiese für die Jungs. Bald finden wir ein Feldstück, vielleicht 1.500 Quadratmeter groß, direkt am Meer. Der Ausblick lässt mich träumen. Dann das Schild: For Sale. Sofort beginne ich zu spinnen, was wir alles daraus machen könnten, wie wir dort Saisonal leben und den Rest der Zeit vermieten würden. Träumen ist ein Geschenk, das nie aufhören darf. Sven schlägt lachend vor, einfach die Telefonnummer zu fotografieren.

    Der Ort Livantes grenzt gleich an Arkitsa, beide wirken verschlafen, fern vom Tourismus. Berge im Hintergrund, das Meer davor – ein Bild, mit dem ich jeden Tag beginnen könnte. Wir stellen fest, wie sauber Griechenland inzwischen geworden ist. Früher war es der Müll, der uns an jeder Ecke traurig stimmte, heute staunen wir über die Klarheit und freuen uns, dass sich etwas verändert hat. Die Mülltonnen stehen überall und der Müll darin statt wie sonst daneben verteilt.

    Gegen 13 Uhr sind wir wieder abfahrbereit. Das Navi zeigt schon die Villa an, in die wir bald einziehen werden. Heute fahren wir aber nicht bis dorthin, aber in die Richtung. Über die Brücke nach Euböa öffnet sich uns ein herrlicher Blick auf die Küste – ein Vorgeschmack auf das, was kommt.

    Wenig später erreichen wir den Platz, den ich ausgesucht habe. Ein kleines Dörfchen und wieder mündet es direkt ins Meer. Wir parken auf einer kleinen Landzunge, halten Mittagsruhe, gehen mit den Jungs ins Wasser, kühlen uns ab, liegen in der Sonne.

    Während die Stunden still vergehen, spüre ich nur eins: Glück, Zufriedenheit, Dankbarkeit. Für alles, was uns geschenkt wird. Tag für Tag.
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  • Magie der Insel - Euböa

    August 31, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 31 °C

    Diese Insel trägt etwas Magisches in sich. Das Wasser liegt am Morgen still und klar vor uns – unbeschreiblich schön. Wir sitzen auf unseren Stühlen und beobachten, wie ein Schwarm kleiner Fische wie Delfine aus der Tiefe springt, kurz das Licht küsst und wieder verschwindet.

    Das Meer ist angenehm kühl, die Sonne hat es noch nicht ganz erwärmt. Ich schwimme ein paar Bahnen, bevor die Einheimischen nach und nach den Platz für sich einnehmen. Freundlich grüßen sie, und doch entscheiden wir, den Ort ihnen zu überlassen. Wir fahren ein Stück weiter den Strand entlang und finden einen Platz im Schatten, wo wir in Ruhe duschen, aufräumen und uns für die Weiterfahrt vorbereiten.

    Bevor wir in die Villa einziehen, folgen wir dem Tipp unseres Vermieters und fahren zu einem Aussichtspunkt. Schon der Weg dorthin ist atemberaubend – und dann dieser Blick. Berge, Meer, Himmel – so als würde alles miteinander sprechen. Wir verlieben uns in diese Insel, Schritt für Schritt.

    Da wir etwas zu früh sind, halten wir noch einmal direkt am Strand. Das Rauschen der Wellen füllt meine Ohren, während meine Gedanken in Träume wandern: ob wir uns wohl eines Tages den Wunsch erfüllen, am Meer zu leben.

    Um die Privatsphäre unseres Vermieters zu wahren, lasse ich den genauen Ort unmarkiert. Die nächsten Tage wird es ohnehin stiller von mir – weniger Worte, weniger Social Media, dafür mehr Sein.

    Vielleicht ist das die größte Kostbarkeit dieser Reise: echte Quality Time. Augenblicke, die nicht geteilt, sondern gelebt werden. Eine Übung für mich – denn im Jetzt anzukommen fällt mir manchmal schwer. Und doch sind es genau diese Momente, die mir zeigen: das Glück ist schon hier.
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  • Ein Zuhause aus Meer und Stille

    September 3, 2025 in Greece ⋅ 🌬 29 °C

    Na fehle ich Euch schon ein wenig? 😊
    Ein paar Tage war es still von mir. Zeit, Euch mitzunehmen.

    Am Sonntag, gegen 15 Uhr, rollen wir am Haus ein. Eine Stunde Übergabe mit dem Vermieter, einige Tipps, ein herzliches Gespräch mit einer Freundin die er mit dabei hatte. Eine weitere Stunde, um das Wohnmobil auszupacken – all die kleinen Dinge, die uns für die nächsten Tage begleiten sollen, wandern in Schränke, in Räume, die für die kommenden Tage unser Zuhause sein werden. Dann, um 17:14 Uhr, sitzen wir auf der Terrasse. Eine Flasche Champagner geöffnet – ein Überbleibsel unserer Hochzeit. Vom Hochzeitshotel ein Jahr später nachgereicht. 😉 Nun ist er endlich entkorkt, rosa sprudelnd im Glas. Wir stoßen an: auf das Leben, auf die Liebe, auf dieses Jetzt.

    Der Abend vergeht in Dankbarkeit. Ein paar Bahnen im Meer, das nur ein paar Schritte entfernt liegt. Türkisblau, klar, ein Hauch von Kühle, der meine Haut wie eine zarte Berührung umfängt.

    Am nächsten Tag fahren wir, dank einer Empfehlung unseres Vermieters, noch einmal in eine Werkstatt. Ein junger Mechaniker schaut sich unser Auto an, freundlich, bemüht. Viel kann er nicht ausrichten, aber er gibt uns Hinweise. Also füllen wir „Crystal“ in den Tank – eine Art Superdiesel und hoffen auf das Beste. Sven spürt, dass es hilft, besonders in den Bergen bleibt die Lampe still. Wir entscheiden, wir unterlassen weitere Versuche und entscheiden im Moment. Vielleicht haben wir auch Glück und wir kommen doch ohne weitere Vorkommnisse nach Hause.
    Wir kaufen in einem kleinen Lädchen das Nötigste, nehmen am Straßenrand noch Melonen mit und verkriechen uns wieder in unser schönes zu Hause.

    Am Dienstag schläft Sven etwas länger. Gegen 11:30 decke ich den Tisch und wecke ihn mit dem Frühstück. Später schnappen wir uns die Roller, fahren die Landzunge entlang. Der Fahrtwind im Gesicht, das Meer glitzernd an unserer Seite, die Freiheit im Bauch. Wir halten an einem Beachclub, trinken etwas mit Blick auf die Bucht, rollen weiter, verlieren uns in den Bildern der Insel. Später kehren wir noch einmal zurück – ein weiteres Getränk, ein letztes Eintauchen in die Aussicht. Abends sitzen wir wieder auf unserer Terrasse, essen Salat und der Blick aufs Meer schenkt uns eine Ruhe, die tiefer geht als jedes Gespräch.

    Heute Morgen ist es Sven, der mich weckt. 6:30 Uhr. Wir wollen den Sonnenaufgang sehen, sagt er. Doch bevor das erste Licht den Himmel färbt, rolle ich die Matte aus, atme, bewege mich, schenke mir eine Einheit Yoga. Dann fahren wir nochmal los, einkaufen, einen neuen Strand erkunden – heute bläst der Wind kräftiger, die Wellen werfen einen Mantel um mich.

    Unsere Tage im Haus fließen still dahin. Immer wieder blicken wir hinaus aufs Meer, und fast automatisch sagt einer von uns: „Wahnsinn.“ Oder: „Schau dir das bitte mal an.“ Das Haus selbst schenkt uns Stille, eine Umarmung aus Einfachheit. Fast wie zuhause – nur mit dem Meer, das Tag und Nacht seine Melodie spielt.

    Vielleicht ist es genau das, was Quality Time wirklich meint: nicht viel tun, sondern da sein. Im Blick, im Atem, im Klang der Wellen. In einem gemeinsamen Frühstück, einem Sonnenaufgang, in einem Glas Champagner bei Ankunft 😉 Kleine Momente, die uns lehren, dass Glück nicht gesucht werden muss. Es sitzt längst bei uns am Tisch.

    Bis bald 👋🏻
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  • Wenn Stille reich macht!

    September 7, 2025 in Greece ⋅ 🌬 25 °C

    Glück – so oft jagen wir ihm hinterher, als sei es etwas, das draußen auf uns wartet. Ein Ziel, ein Moment, ein Feuerwerk. Doch für mich ist Glück viel mehr als eine kurze Aufnahme des Augenblicks. Es ist keine laute Explosion, sondern eine leise, tiefe Zufriedenheit.

    Der Tag beginnt früh. Um sechs Uhr stehen wir auf, duschen, packen, räumen. Jeder verschwindet in ein Zimmer, es herrscht ein stiller Trubel – Taschen werden sortiert, Schränke geleert, Spuren beseitigt. Auch wenn wir es nicht müssten, machen wir die Wohnung gründlich sauber. Für mich gehört es zum Anstand dazu. Wir haben einen privaten Bereich von Menschen nutzen dürfen und ich empfinde tiefe Dankbarkeit dafür. Da ist es für mich selbstverständlich, ihn mindestens so zu hinterlassen, wie wir ihn vorgefunden haben.

    Zwischendurch zaubert uns Sven einen Kaffee oder eine Matcha Latte, lädt mich auf eine kurze Pause auf der Terrasse ein. Kleine Momente, die den Morgen wärmen. Gegen halb zehn sind wir fertig, gehen mit den Jungs noch einmal ins Meer, bevor wir uns ein letztes Mal auf die Terrasse setzen, den Blick schweifen lassen und diesen Ort im Herzen abspeichern.

    Gegen elf kommt der Vermieter mit seiner Familie. Ein kurzer, herzlicher Abschied und wenig später starten wir weiter – hinein ins Gebirge. Die Straße windet sich und jeder Blick öffnet neue Welten: auf der einen Seite die Berge, mächtig und klar, auf der anderen das Meer, weit und funkelnd. Nach etwa einer Stunde erreichen wir Karystos.

    Vor uns liegt ein Sandstrand, so weit, dass er sprachlos macht. Eine Sandbank zieht sich hundert Meter hinaus ins Wasser, der Blick führt bis zu einer kleinen Insel, die eine Kirche trägt. Ganz stolz, ganz allein, ganz wundervoll.

    Wir lassen uns nieder in einem Beachclub, trinken, schauen, atmen und spüren nicht nur Glück – sondern diese tiefe, innere Zufriedenheit, die bleibt.

    Zufriedenheit bedeutet nicht, dass alles perfekt sein muss. Sie wächst dort, wo wir annehmen können – die Stürme ebenso wie die stillen Sonnenaufgänge. Glück ist ein Moment, der vergeht. Zufriedenheit aber bleibt, wie ein Grundton, der das Leben trägt.

    Vielleicht ist genau das die Übung: nicht zu warten, bis etwas uns glücklich macht, sondern in der Tiefe zu erkennen, dass wir alles, was wir brauchen, längst in uns tragen.

    Denn Zufriedenheit ist das Zuhause, in dem Glück immer wieder einkehren darf.
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  • Wenn die Erde bebt und die Stille bleibt

    September 9, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 26 °C

    Manchmal sind es die unspektakulären Tage, die uns das Leben am deutlichsten fühlen lassen.

    Gestern nach dem Aufwachen verbringen wir noch eine Weile an unserem einsamen Strand, bevor wir eine Bucht weiterziehen. Dort liegt der kleine Beachclub, auch hier ist es ruhig. Das Meer ist vielleicht nicht ganz so klar wie an unserem Strand aber auch wunderbar – dafür stehen wir hier unter Pinienbäumen, deren Kronen so tief hängen, dass sie uns wie schützende Dächer umfangen. Ihr Schatten macht den Ort gemütlich, beinahe romantisch. Die Luft ist allgemein etwas kühler geworden, das Wetter angenehmer – alles lädt zum Verweilen ein.

    Später spazieren wir in den Ortskern. Zwei handgemachte Tabletts springen mir sofort ins Auge – eines für Zuhause, eines für mein Studio. Ich bin überglücklich über diesen Fund. Doch dann schlägt die griechische Siesta zu: die meisten Läden haben geschlossen. Sven meint, wir könnten am nächsten Tag wiederkommen. Ich aber denke: vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich habe schon gefunden, was mein Herz wollte.

    Ein kleines Essen darf nicht fehlen. Wir suchen nach etwas abseits des allzu Touristischen, Burger & Fast Food. Schließlich landen wir bei einem griechischen Salat und fluffigem Brot, gefüllt mit Käse. Einfach und köstlich. Danach noch kurz in den Supermarkt. Zum Glück sind wir satt, so wandern nur die wirklich nötigen Dinge in unserem Wagen. Ein Brot aus der Bakery noch und zurück geht es zu unseren einsamen Strand.

    Der Abend senkt sich langsam. Wir hören das Meer rauschen, während die Hitze des Tages nachlässt. Ich klappe den Laptop auf, arbeite ein wenig und schneide an einem Video, während Sven sich einen Film anmacht.
    Learning by doing – manchmal mühsam, manchmal komisch. Vor allem, wenn die Aufnahmen von Sven mehr von seinem Zeh, der Tischkante oder meinem Hintern zeigen, als mir lieb ist. 🙈 Er findet das witzig, ich verzweifle ein wenig – und doch lachen wir beide darüber. 😀

    Dann – plötzlich – ein Rucken. Für einen Moment scheint es, als würde Hulk, der Riese, unser Auto aus den Federn heben. 5-10 Sekunden, gefühlt doch endlos. Vier Tonnen Metall, die wackeln. Wir schrecken auf, Sven greift zur Taschenlampe, läuft ums Auto, sieht niemanden. Wir begreifen: es war ein Erdbeben. Erinnerungen steigen in mir auf, vertraut und doch erschreckend. Später lesen wir: Magnitude 5,2. In der Nacht vom 8. auf den 9. September, um 00:27 Uhr, gespürt auf ganz Euböa und bis nach Athen. Unser Vermieter meldet sich, fragt, ob es uns gut geht – auch sie wurden in der Hauptstadt aus dem Schlaf gerissen.

    Wir brauchen eine Stunde, vielleicht länger, bis die Unruhe weicht. Sitzen, lauschen dem Meer, lassen die Angst sich in Wellen auflösen. Erst gegen zwei Uhr finden wir Schlaf – mit dem stillen Gebet, am Morgen gesund und heil wieder aufzuwachen.

    So war es 🙏🏻. Der Schlaf tief, wenn auch kurz. Am Morgen schwimmen wir im klaren Wasser, wechseln wieder zu den Pinien und frühstücken. Sven gönnt sich einen Mittagsschlaf, ich arbeite noch etwas, dann lege auch ich mich in den Schatten, lausche der Musik und dem Leben um mich herum.

    Da ist er wieder – dieser tiefe Grundton: Dankbarkeit. Für den Schutz der Pinien, für das Meer, für das Leben, das uns gestern kurz erschüttert und heute wieder getragen hat. Vielleicht war es genau das, was wir brauchten, um noch deutlicher zu spüren: Wir sind getragen und am richtigen Ort. 🙏🏻
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  • Der Weg führt zurück und weiter

    September 11, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 29 °C

    Ein kleiner Auszug aus unserem gestrigen Tag.

    Eigentlich wollten wir unseren einsamen Strand schon verlassen, doch bevor wir endgültig aufbrechen, zieht es uns noch einmal in die kleinen Läden des Ortes. Dreimal gehe ich an Geschäften vorbei, dreimal bleibe ich schließlich doch stehen und jedes Mal werde ich fündig. Mit einem Lächeln im Gesicht trage ich meine Schätze heraus, glücklich über diese Entdeckungen. Vor allem ein Set scheint wie für mich gemacht zu sein, Sven sieht mich an und nickt zustimmend. 😍

    Erst gegen 13 Uhr frühstücken wir, in einem kleinen Café nahe der Promenade. Dann geht es zurück zum Auto. Wir wollen Richtung Süden der Insel, lassen uns von Google Maps führen oder vielmehr in die Irre. Sven soll links abbiegen, zögert, flucht, weil die Straße steil aussieht. „Unmöglich!“, meint er. Vielleicht hätte er diesmal doch auf Google hören sollen. Die alternative Route führt uns zwar mit atemberaubenden Blicken voran, doch die Straße ist kaum mehr als ein holpriger Weg. Nach unserer Türkeierfahrung im letzten Jahr, wo wir gefühlt dem Tod näher waren als dem Leben, kann uns hier jedoch kaum noch etwas schrecken.

    Die Fahrt ist ein Fest für die Augen. Das Meer glänzt tief türkis, weit unter uns liegen winzige Buchten, unerreichbar schön, nur zu Fuß erreichbar, wenn überhaupt. Die Steilhänge sind grün bewachsen, Palmen ragen am Straßenrand hervor, dazu unzählige Pflanzen, die ich am liebsten alle mitnehmen würde, um unser Grundstück zu schmücken. Immer wieder Olivenbäume, uralt und majestätisch. Für mich haben sie etwas Magisches, als würden sie Geschichten erzählen. Ich spüre eine tiefe Verbindung zu ihnen.

    Doch als wir unser eigentliches Ziel erreichen, zeigt sich: kein Zugang zum Strand. Also fahren wir weiter, entdecken eine einsame Bucht, doch auch hier lässt sich schlecht parken. So ziehen wir weiter, die ganze Südostküste entlang, nur um am Ende dorthin zurückzukehren, wo wir gestartet sind: zu unserem einsamen Strand bei Karystos. Es fühlt sich richtig an. Übrigens auf dem Rückweg über eine gepflasterte Straße, nämlich jene, die Sven nicht fahren wollte. 🙈

    Der Abend klingt still aus. Ich rolle noch einmal meine Yogamatte aus, atme, bewege mich und dann verschwinden wir ins „Haus“.

    Am Morgen möchte ich länger schlafen. Sven ist leise, verdunkelt den Schlafbereich und geht hinaus. So aufmerksam, so liebevoll. Doch die Jungs haben anderes im Sinn: sie jaulen so lange, bis sie zu mir ins Bett kommen dürfen, holen sich ihre Kuscheleinheit. Danach frühstücken wir ausgiebig, packen zusammen und nehmen Abschied. Danke, wundervoller Strand, für diese Tage. 🙏🏻

    Nun wenden wir uns nach Nordosten. Ein paar Tage bleiben uns noch auf dieser Insel und wir wollen sie nutzen, um weiterzuziehen, zu sehen, zu staunen.
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  • Die Sprache der Bäume

    September 12, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 27 °C

    Gestern führt uns der Weg an Orte, die kaum festzuhalten sind in ihrer Schönheit. Wir fahren hinauf in die Berge, vorbei an Windrädern und sehen von dort oben die Gegensätze, die diese Insel so einzigartig machen: das tiefe Blau des Meeres und das kräftige Grün der Berge, nah beieinander und doch so verschieden.

    Später geht es vorbei an einem Industriegebiet und durch ein Dorf, das beinahe verlassen wirkt, nur hier und da ein Haus. Von weitem schon leuchtet eine weiße Bucht und wir fragen uns, ob es wohl der Sand ist, der so hell strahlt. Der letzte Abschnitt führt über Schotter, dann steil bergab. Sven zweifelt, ob wir hier gut runterkommen. Ich winke ab: „Nicht so steil.“ Vielleicht bereue ich das beim Rückweg, doch jetzt sind wir hier und vor uns liegt eine kleine Bucht, so klar, dass sie den Atem raubt. Pounda Beach.

    Die Bäume am Strand sind bis zur Hälfte weiß gestrichen, vielleicht zum Schutz vor dem Salz. Sechs blaue Bänke stehen in gleichmäßigen Abständen, als hätten sie sich zum Gespräch verabredet. Manche Bäume sind so krumm gewachsen, dass man auf ihren Stämmen sitzen könnte. Der Strand ist bedeckt mit weißen Kieseln, die sanft ins klare Wasser führen.

    Ein Einheimischer begrüßt freundlich, erzählt, dass hier nur zwei Menschen wohnen, er selbst und ein anderer, weiter oben im Dorf. Dann zieht er von dannen und für eine Weile gehört die Bucht nur der Stille und uns.

    Doch gegen Abend kommen Autos. Nach und nach sind die Bänke besetzt: manche angeln, manche reden, andere spielen mit ihren Kindern. Alles bleibt friedlich, fast selbstverständlich. Und dann, wie auf ein unsichtbares Zeichen hin, verschwinden sie wieder und der Platz liegt erneut still. Spät gehen auch wir noch einmal ins Meer, lassen uns vom Wasser tragen und kehren dann zurück in unser Wohnmobil.

    Heute Morgen fällt mein Blick auf einen Baum. Einer, der mal gerade stand, doch irgendwann gefallen ist. Während andere ringsum unerschütterlich bleiben, hat er sich neu erfunden. Aus dem alten Stamm wächst frisches Grün, 🌿 biegt sich empor, sucht wieder das Licht. 💫

    Vielleicht erzählt er davon, dass Leben nie nur aus Standhalten besteht. Dass es Brüche gibt, Stürze, Wunden und doch immer auch die Möglichkeit, neu anzufangen.
    Manchmal ist es ein anderer Blickwinkel, manchmal ein unerwarteter Weg, manchmal einfach der Mut, trotz allem weiterzuwachsen.

    Manchmal zeigt erst der Bruch, wohin das Leben neu wachsen will.
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  • Wenn Umwege Geschichten schreiben

    September 14, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 26 °C

    Manche Tage fühlen sich an, als wollte man sie beinahe streichen. Nicht, weil sie ohne Schönheit wären, sondern weil sie voller kleiner Prüfungen sind, die den Fluss des Reisens ins Stocken bringen.

    Gestern wachen wir an einem Strand auf, wo Felsen in die Höhe ragen und die Wellen ungestüm toben. Baden ist unmöglich, das Meer zeigt seine wilde Seite. Der Norden der Insel empfängt uns kühler, dichter bewachsen mit Pinien, Nussbäumen, Olivenhainen, Palmen und vielen anderen Pflanzen. Schön, ja, doch anders. Es fehlt dieses strahlende Licht, das uns im Süden so verwöhnt hat.

    Gegen Mittag finden wir einen Platz im Schatten hoher Pinien. Die Einfahrt ist eng, Äste hängen tief. Sven räumt geduldig die morschen Zweige beiseite, ich helfe mit und ziehe einen Ast zur Seite, bis wir zwischen zwei Bäumen stehen. Eigentlich wollen wir frühstücken, doch Müdigkeit übermannt uns. Zwei Stunden Schlaf später wird der Tisch gedeckt, es ist fast 15 Uhr. Ein spätes Frühstück, das dennoch nach Ferien schmeckt.

    Auf der Weiterfahrt fehlt plötzlich meine Sonnenbrille. Zurück am Platz liegt sie da, überrollt vom Gewicht des Campers und doch nicht zerbrochen, nur die Bügel sind verbogen. Ein kleiner Stich ins Herz und zugleich ein stilles Bild dafür, wie manches im Leben sich biegt und trotzdem nicht bricht. Sven verspricht, sie wieder in Form zu bringen.

    Wir fahren weiter, suchen, vergleichen. Strände mit Treibholz, als hätte das Meer eine ganze Last verloren. Orte, die schön sind, aber nicht wirklich passen. Während die Sonne sinkt, werden die Wege enger und steiler, der Asphalt weicht dem Schotter. Katzen huschen, ein Hase springt vor uns her, Kröten groß wie Handflächen kriechen über die Straße. Dunkelheit legt sich über die Berge und ich spüre, dass ich nicht mehr auf diesen Wegen fahren möchte, die ins Ungewisse führen. Schließlich halten wir in einer Brandschneise, schwarz gezeichnet von vergangenen Feuern.

    Mein Magen rebelliert, die Unruhe des Tages ist in mir angekommen. Es ist spät, 21 Uhr, doch mit etwas Zeit und einem Matcha, den Sven zaubert, kehrt Ruhe ein. Kurz bevor wir schlafen gehen wollen, schleicht sich eine Hornisse ins Wohnmobil. Fünf Mitreisende wären einer zu viel. Mit Spray und Handtuch bringt Sven sie hinaus, doch draußen summt es weiter. So schlafen wir ein, begleitet von einem Rest Unbehagen.

    Am Morgen, noch im Bett, höre ich Sven von der Gassirunde zurückkehren. Die Hornissen sind geblieben, umschwirren das Fahrzeug. Also packen wir zusammen und fahren los, froh, den gestrigen Tag hinter uns zu lassen.

    Vierzig Minuten später halten wir an einem Strand, frühstücken ausgiebig und genießen den Morgen, den wir wegen der Hornissen verloren haben. Wir wollen weiterziehen und finden nach einiger Zeit einen Platz, der uns einlädt zu bleiben: Nisiotissa Beach. Eine kleine Bucht mit Blick auf eine Felseninsel, auf der die Reste eines alten Klosters aus der Frankenzeit stehen. Wir richten uns ein, lassen den Blick schweifen und beginnen, die nächsten Tage zu planen. Vielleicht verlassen wir die Insel schon morgen.

    Ein kleines Fazit drängt sich ins Herz. Der Norden hat seine Reize, doch er berührt uns nicht wie der Süden. Hier ist die See rauer, der Müll kehrt zurück. Im Osten bleiben die Strände verborgen, sichtbar nur von oben, wie ferne Träume. Die Wege führen selten direkt hinab. Im Westen und Süden aber zeigt die Insel ihr schönstes Gesicht: Wasser, klar und türkis, Strände, die wirken, als gehörten sie einer anderen Welt.

    Manche Orte nimmt man als Erinnerung mit. Andere trägt man als Gefühl im Herzen weiter.
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  • Dank an eine Insel - EVIA 🙏🏻

    September 15, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Tag beginnt früh, noch ohne Frühstück, doch mit einem Bad im Meer. Das Wasser weckt die Sinne, bevor wir uns auf den Weg machen. Schon gestern haben wir entschieden, die Thermalquellen noch einmal zu besuchen. Nur 16 Minuten entfernt, dachten wir, es sei ein guter Plan, gleich am Morgen dort zu sein. In meiner Vorstellung war ein Montagvormittag ruhig, fast leer.

    Die Realität zeigt sich anders. Menschen liegen und stehen dicht an dicht, wie Sardinen in der Büchse. Der Anblick spektakulär. Das Wasser, heiß und dampfend, ergießt sich in kleinen Wasserfällen direkt ins Meer. Viele ältere Menschen haben jede Nische besetzt, doch finden Sven und ich eine freie Stelle. Zusammen stellen wir uns unter den Wasserfall, bleiben für einige Minuten im heißen Strahl, bevor wir ins kühle Meer hinaustreten. Ein Erlebnis, das unter die Haut geht.

    Wir setzen uns auf die Stufen, die vom Wasserfall ins Meer führen, lassen uns noch einmal vom Wasser umspielen und wandern dann die Küste entlang. Schließlich kehren wir für ein kleines Frühstück ein. Wieder einmal stelle ich fest, dass die griechische Küche in diesen Tagen nicht unser Herz erobert. Abgesehen vom griechischen Salat bleibt vieles unscheinbar.

    Zurück am Auto machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Nur neun Minuten entfernt, doch wir halten kurz auf einem Feld, damit Chippo und Charly laufen können. Das Navi berechnet neu und so finden wir uns auf einem Schotterweg wieder, der die Fahrt um zehn Minuten verlängert. Ich schüttele den Kopf und denke mir: nichts was wir nicht schon erlebt haben.

    An der Fähre angekommen, bezahlen wir 40,70 Euro für die Überfahrt von Agiokampos nach Glyfa. Teuer, doch nicht viel mehr als die Maut und dafür sparen wir Zeit und haben das kleine Abenteuer einer Überfahrt. Pünktlich um 13 Uhr legt das Schiff ab und zwanzig Minuten dauert die Überfahrt. Ich hoffe auf Delfine, doch sie bleiben leider unsichtbar.

    In Glyfa angekommen, liegt unser Ziel nur zehn Minuten entfernt. Die Beschreibung warnt, dass man sich hier und da einen Kratzer holen könnte. Wir lächeln und denken: Jede Narbe erzählt eine Geschichte. Also let‘s go.

    Der Weg führt durch einen Olivenhain in Hanglage, die Straße wird immer enger und schon glaube ich, dass wir am letzten Stück nicht hindurchpassen. Doch dann öffnet sich der Blick und vor uns liegt das Meer, türkis und klar. Eine kleine Bucht, rechts und links von grün bedeckten Felsen umrahmt. Wir entdecken einen Baum, der uns Schatten schenkt und richten uns dort ein. Das Meer rauscht, die Wellen sprechen in ihrem eigenen Rhythmus und wir sitzen still, beobachten und hören zu.

    Danke, Insel Evia. Danke für die Tage, die du uns geschenkt hast, für deine stillen Orte, deine versteckten Buchten, für die Augenblicke, in denen wir einfach nur sein durften.

    Einige Tage bleiben uns noch, dann kehren wir zurück nach Hause. Auch wenn der Abschied sich schon anbahnt, spüre ich Dankbarkeit für all das, was wir erleben durften und ein kleines Lächeln darauf, dass wir uns sogar schon ein wenig auf zu Hause freuen. 🏡
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  • Die Stille zwischen zwei Wellen

    September 16, 2025 in Greece ⋅ ☀️ 26 °C

    Der Tag beginnt friedlich. Die Sonne hebt sich langsam über das Meer und ich nutze den Augenblick, um beim Sonnenaufgang eine Yogaeinheit zu üben. Danach gehen wir schwimmen, das Wasser liegt ruhig vor uns, so anders als gestern, als die Wellen zu stark waren.

    Später will Sven die enge Straße wieder hinauf. Der Shake, den wir uns als Frühstück vorgenommen haben, muss also noch warten. Manchmal steige ich aus, halte Äste zur Seite, damit das Auto nicht noch mehr Kratzer bekommt. Oben angekommen zaubert Sven schließlich den Shake, während ich noch ein wenig recherchiere, was er mir aufgetragen hat. 😊

    Die Fahrt dauert heute etwas länger. Zwei Stunden zeigt das Navi und als wir das Gebirge verlassen, öffnet sich die Landschaft weiter. Wir fahren nach Nordosten, hinein in ein anderes Stück Griechenland.

    Ein Strand, den wir zuerst ansteuern, ist überfüllt. Menschen dicht an dicht. Ich sage lachend auf Türkisch „Anne Baba günü“ – Mutter-Vater-Tag, so nennen wir Orte, die überquellen vor Menschen. Wir fahren weiter, denn obwohl wir Menschen mögen, ist uns die Zweisamkeit, unser kleines Rudel, gerade wertvoller. Wir sind noch nicht bereit für so viele Menschen. 🙈

    Wir halten noch bei Supermärkten an, um uns mit dem Nötigsten einzudecken. Erst der zweite Laden überzeugt uns, hier sieht alles frischer und appetitlicher aus. Mit vollen Taschen und Wasser im Tank fahren wir weiter, bis wir einen Platz finden, der uns willkommen heißt. 🙏🏻

    Bevor wir es uns gemütlich machen, sammeln wir den Müll ein, der verstreut liegt: Plastikflaschen, Papiere, ein kaputter Stuhl. Zwei volle Säcke tragen wir zur Tonne. Zurück bleibt ein sauberer Platz, so wie er sein sollte. Ich frage mich, warum Menschen so achtlos sind. Ob sie zu Hause auch so leben oder ob sie nur dort achtlos werden, wo sie glauben, dass es niemanden kümmert.

    Später gönne ich mir eine Honig-Kokos-Packung für die Haut, lasse sie einwirken, reibe sie mit Kaffeesatz ab, dusche und sitze erfrischt am Strand, während Sven und die Jungs noch einmal ins Meer gehen. Süß wieviel Spaß die drei haben. 🥰

    Vielleicht war es heute Morgen mein letztes Bad im griechischen Meer. Vielleicht gibt es morgen früh noch eine Runde, vielleicht auch nicht. Doch ich bin in so vielen stillen und schönen Buchten geschwommen, dass meine Sehnsucht nach Wasser gestillt ist. 🙏🏻

    Morgen werden wir Griechenland wohl verlassen, es sei denn, ein Ort hält uns noch einmal fest. Doch unser Herz richtet sich langsam nach Hause. Am Mittwoch beginnen meine Kurse wieder und auch auf dem Grundstück gibt es noch manches zu tun. Die Fenster vor dem Studio sind nun endlich drin und auch dort wartet noch Arbeit.

    Wir fühlen uns erholt. Der Blick ist klarer, der Fokus zurück. Diese Reise hat uns gezeigt, wie wichtig Pausen sind.

    Oft vergessen wir sie. Doch es sind die Pausen, die den Rhythmus des Lebens tragen. Wie Atemzüge zwischen den Sätzen, wie Stille zwischen zwei Wellen. In ihnen findet sich die Kraft, neu zu beginnen.

    So wie das Meer im Zurückweichen seine Kraft sammelt, so schenkt auch die Pause dem Leben neue Weite.
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  • Fesseln lösen – Freiheit finden

    September 17, 2025 in Serbia ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Morgen beginnt mit einem goldenen Schauspiel. Der Himmel färbt sich in Gelb, Rot und Orange, die Sonne steigt langsam empor und wir beobachten dieses Wunder noch vom Bett aus. Natürlich hat Sven die Jungs mit nach oben geholt und so liegen wir alle beisammen, kuschelig und verschlafen, und lassen uns vom Sonnenaufgang beschenken.

    Doch irgendwann werden die beiden unruhig, sie wollen hinaus. Also stehen wir auf, gehen mit ihnen ins Freie und sehen, wie die Sonne jetzt kräftig gelb scheint und ihre Wärme ausstrahlt. Danach ziehen wir uns um und gehen noch einmal ein letztes Mal ins Meer. Die Sandbank führt uns sanft hinaus, das Wasser ist ruhig. Chippo und Charly sind müde vom vielen Schwimmen der letzten Wochen und lassen sich nur zögerlich überreden. Gemeinsam drehen wir unsere Runden und verlassen dann dankbar das Meer, das uns so viel geschenkt hat.

    Auf dem Navi stehen heute 407 Kilometer. Frühstück haben wir keines geplant, das Abendessen gestern war spät und reichlich. Eigentlich wollen wir nur eine Kleinigkeit essen, doch an der Küchenbar lachen und scherzen wir so sehr, dass es am Ende doch ein paar Schnitten mehr werden. Mir laufen die Tränen vor Lachen und plötzlich taucht ein Satz meiner Kindheit auf. Damals sagten die Älteren, meist die Eltern: „Wenn du so viel lachst, wird dir etwas Schlimmes passieren.“ Dieser Gedanke begleitet mich bis heute, schleicht sich oft in die Momente, in denen das Lachen überfließt.

    Wie viele solcher Fesseln tragen wir wohl mit uns? Sätze, Überzeugungen, kleine Narben aus Kindheit oder Jugend, die uns auch als Erwachsene noch begleiten. Ich spüre, wie wichtig es ist, diese Fesseln zu lösen. Nicht trotzig, nicht rebellisch, sondern mit Liebe und Verständnis für jene, die sie uns auferlegt haben. Denn sie wussten es vielleicht einfach nicht besser.

    Am Ziel unserer Fahrt stehen wir mitten in einem weiten Tal. Links und rechts erheben sich Berge, um uns herum Felder und Bäume, der Wind weht sanft und die Sonne wärmt noch einmal. Ich wechsle von kurzer auf lange Hose, spüre den Hauch des kommenden Herbstes und zugleich die Ruhe dieses Augenblicks.

    Und ich denke: Vielleicht bedeutet Freiheit genau das – die Fesseln zu erkennen, sie nicht länger festzuhalten und stattdessen mit offenen Händen und einem dankbaren Herzen weiterzugehen.

    „Bleib nicht bei deinen Wunden stehen. Öffne die Hände, löse die Fesseln, und das Leben wird dich tanzen lehren.“ ~ Hafis
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  • Im Rhythmus der Jahreszeiten

    September 18, 2025 in Serbia ⋅ ⛅ 23 °C

    Der Platz, den wir uns gestern ausgesucht haben, zeigt sich am Abend und am Morgen noch einmal von seiner ganz besonderen Seite. Immer wieder staunen wir, wie schön er ist. Ein Ort, den mein liebster Mann ganz ohne App, sondern einfach mit einem Blick auf die Karte gefunden hat. Wir haben schon einige solcher Plätze gesammelt, die wir mit einem Herz markieren, um vielleicht eines Tages zurückzukehren. So wie unseren alten Postweg in Serbien.

    Am späten Nachmittag rollt Besuch heran: Susann und Rüdiger aus Dresden, unterwegs in Richtung Türkei. Wir hatten sie auf der App in unsere Richtung fahren sehen, Sven schickte den Standort und schon stehen sie ca. zwei Std. später da. Sven lässt die Drohne steigen und hält nicht nur unsere Begegnung fest, sondern auch das Land, das uns umarmt.

    Wir verbringen den Abend gemeinsam, sitzen, plaudern, teilen ein langes Abendessen. Die Sonne verabschiedet sich in Farben, die den Himmel zum Leuchten bringen und in der Nacht schenkt mir der Sternenhimmel sogar eine Sternschnuppe. 💫 Heute Morgen sitzen wir noch einmal bei einem gemeinsamen Frühstück zusammen, bevor jeder wieder seines Weges geht.

    Unser Navi zeigt 388 Kilometer bis zu unserem Ziel: der alten Poststraße, wo wir die Nacht verbringen wollen, bevor es morgen weiter in Richtung Tschechien geht.

    Gestern Abend war die Luft schon spürbar kühl. Mit Pullover und dem warmen Fell, das Susann mir geliehen hat, ließ ich mich einhüllen und kroch später tief eingemummelt ins Bett, sogar mit langem Pyjama. Heute Morgen greife ich erneut zur langen Hose. Der Sommer verabschiedet sich und ich spüre, wie der Herbst näherkommt. Doch anstatt Wehmut ist da Freude. 🍂

    „Der Herbst ist ein Kunstwerk, alles andere sind Jahreszeiten.“
    – unbekannt

    Die Blätter beginnen sich zu färben, die Sonne trägt noch Kraft und dennoch wächst die Lust, sich in Kaschmir zu hüllen. Ich liebe es, satt zu sein vom Sommer und dankbar weiterzugehen in die nächste Zeit.

    Auf der Fahrt begleiten mich Gedanken über Veränderung. Wie wir uns täglich wandeln, bewusster werden und auch die Vorlieben sich verschieben. Früher konnte ich vom Sommer nicht genug bekommen, heute schätze ich jede Jahreszeit für sich. Den Winter ebenso wie den Sommer, den Regen ebenso wie die Sonne. Vielleicht, weil genau das das Leben beschreibt. Wir haben nicht immer Sonnenschein und nicht immer Regen.

    Am Nachmittag erreichen wir unseren Platz. Wir laufen einen langen Spaziergang barfuß, die Sonne strahlt so warm, dass wir die Shirts ausziehen. Wunderbar, nach den vielen Stunden im Auto die Weite dieser endlosen Straße unter den Füßen zu spüren. Dann taucht ein Mähdrescher auf, wirbelt Staub über die Felder. Auch wenn das Auto weit genug entfernt steht, um nichts abzubekommen, räumen wir den Platz und fahren ein paar Felder weiter. Dort richten wir uns neu ein. Ruhig, still, mit derselben Schönheit, als hätte uns das Leben einfach einen anderen Rahmen für denselben Moment geschenkt. Wir genießen die Stille, die Zweisamkeit, das Jetzt.

    Im Yoga ist eines der Ziele, mit allem, was uns begegnet, in Gleichmut zu sein. Früher verwechselte ich das mit Gleichgültigkeit und fand den Gedanken schwer. Doch vor einigen Tagen, in meinen Unterlagen, fiel der Knoten:

    Gleichgültigkeit bedeutet: Es berührt mich nicht, es tangiert mich nicht – ein Zustand von Abwesenheit und Desinteresse.
    Gleichmut bedeutet: Es berührt mich, doch es tangiert mich nicht – ich nehme wahr, spüre vielleicht sogar Mitgefühl, bleibe aber innerlich ruhig.

    Vielleicht ist Gleichmut genau das: im Auf und Ab des Lebens zu stehen wie ein Baum im Wind, berührt von Sonne und Regen und doch tief verwurzelt im Vertrauen.
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  • Zwischen Grenzen und Windrädern

    September 20, 2025 in Hungary ⋅ ☀️ 14 °C

    Gestern Abend fiel mir im Bett auf, dass ich gar keinen Bericht geschrieben habe. Manchmal sind es die unspektakulären Tage, die leise vorbeiziehen, ohne dass man sie festhält. Also hole ich es heute nach.

    Wir wachen am Morgen an unserem Platz auf und es gibt ein schnelles Frühstück. Mir fehlt der Hunger, auch die Lust und so meldet sich Sven freiwillig, den Tisch zu decken. Wenn er das übernimmt, ist es eher pragmatisch: Pappteller, schnell, praktisch. Danach brechen wir auf. Fast sechs Stunden zeigt das Navi an , ein langer Tag liegt vor uns.

    Bis zur Grenze läuft alles flüssig, doch dort verlieren wir eine Stunde. Die serbische Seite lässt uns ohne Blick ins Wageninnere passieren, die ungarische ist gründlicher. Eine Dame steigt vorsichtig ein, fragt freundlich, ob sie sich umsehen darf, klopft an die Badezimmertür, schaut kurz hinein. Sie will wissen, ob wir etwas zu verzollen haben, lässt sich die Hundeausweise zeigen, streichelt die beiden mit den Augen und wünscht uns eine gute Weiterfahrt. Freundlich und ohne Härte.

    Die Fahrt aber strengt mich an. Irgendwann schlägt Sven vor, ein Mittagsschläfchen zu machen. Die Jungs und ich versinken sofort in den Schlaf, nur er steht bald wieder auf und will weiterfahren. Ich bleibe liegen, tue so, als könnte ich schlafen auch wenn ich längst wieder wach bin.

    Doch dann stecken wir im Stau. Der, den wir vor unserer Pause umfahren wollten, hat sich inzwischen ausgebreitet, von der Autobahn bis auf die Nebenstraßen. Sven entscheidet sich für einen größeren Umweg, und irgendwann reicht es uns allen. Heute soll Schluss sein, morgen fahren wir eben mehr.

    Wir finden einen Platz, eingerahmt von Windrädern. Endlich wieder Windräder, sage ich lachend. Auf dem Weg dorthin passieren wir eine Pferdekoppel, so viele Tiere auf einmal, dass ich Sven frage, ob wir uns auch andere Tiere anschaffen wollen. Hühner? Ziegen? Ein Pferd? Überall nur ein klares Nein. Nur bei einer Schildkröte hält er kurz inne. Vielleicht. 🐢 Wer weiß, ob eines Tages ein kleines Schildi zu uns findet.

    Auf dem Platz aber riecht es nach Hühnern, und der Geruch wird stärker, bis wir beschließen, noch einmal umzuziehen. Wieder Windräder, diesmal ohne Geruch, dafür mit einem Himmel, der in strahlendem Blau leuchtet. Die weißen Flügel schneiden rhythmisch durch die Luft, über grüner Wiese, über weitem Land. Ein Bild von Klarheit.

    Ich sitze am Laptop, arbeite ein wenig, während Sven einen Film einschaltet, der so schlecht ist, dass er bald mehr über meiner Schulter hängt als beim Bildschirm bleibt. Wir lachen, lassen den Abend still ausklingen.

    Um 21:37 Uhr liegen wir im Bett. Zum ersten Mal seit vier Wochen klingelt am Morgen der Wecker um sechs. Ein Kaffee, ein Matcha, ein Shake für unterwegs. Heute fahren wir durch. Nach Hause. 🏡

    Und doch bleibt ein Teil von mir immer unterwegs. Vielleicht ist Heimkommen nichts Endgültiges, sondern ein Innehalten, wie ein Atemzug zwischen zwei Schritten. Die Straßen werden vertrauter, das Ziel rückt näher, und gleichzeitig trägt die Reise weiter in uns nach.
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  • 07:17 – Heimkehr

    September 20, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 26 °C

    Es gibt so ein Ding, das Sven und ich seit Beginn unserer Beziehung haben: die Zahlen 07:17 oder 17:07. Immer wieder tauchen sie auf, fast wie ein stilles Zeichen. Die 7 ist unser Monat. Der, in dem wir zusammengekommen sind und geheiratet haben. Die 17 unser gemeinsamer Geburtstag. Ich im Mai, er im Juli. So sitzen wir heute Morgen im Auto, starten die Heimfahrt und sagen gleichzeitig: 07:17 Uhr. Ein Lächeln, ein leiser Zauber.

    Die Fahrt verläuft angenehm, fast unspektakulär. Kilometer für Kilometer zieht vorbei, doch je näher wir dem Zuhause kommen, desto ungeduldiger werde ich. Auf den letzten hundert Kilometern ist es immer so, als könne ich die Haustür schon spüren und die Sehnsucht macht die Minuten schwerer.

    Dann erzählt mir Sven, zwischen meiner Freude wie lange es noch dauert, dass wir direkt zu Kaufland fahren. Ich flehe: „Nein, nein, nein.“ Aber er bleibt unbeirrbar. Meine Überredungskünste prallen ab wie Tropfen am Fenster. Also füge ich mich – ja, wir müssen einkaufen. Zumindest habe ich am Morgen schon das Bett frisch bezogen. Eine erledigte Aufgabe von hundert.

    ZZ Top läuft im Auto, wir wippen im Takt, lachen, lassen die letzten Kilometer vergehen. Dann, mitten im Tunnel, stirbt der Turbo wieder mal ab. Wir schleichen mit 32 km/h durch die Röhre, Gott sei Dank fährt vor uns ein Lkw, der kaum schneller ist. Kaum draußen, ein schneller Reset und der Motor nimmt wieder Fahrt auf. Ich atme auf und hoffe still, dass uns das Auto noch heil nach Hause bringt.

    Und während wir weiterrollen, fällt mein Blick hinaus: die Hügel Tschechiens, sanft und grün, als würden sie uns leise willkommen heißen. Ein vertrautes Land, das die Rückkehr ein Stück leichter macht.

    Wir passieren die Grenzkontrolle über den Rastplatz. Alles läuft freundlich, unkompliziert. Niemand schickt mich zurück, wie es zuvor noch Sven frecherweise angedeutet hat. Stattdessen ein kurzer Blick, ein Nicken, ein „Weiterfahren“.

    Der Einkauf geht dann relativ fix. Jeder von uns zieht in eine andere Richtung, füllt den Wagen mit den Dingen, die wir brauchen. An der Kasse stapeln sich die Taschen und als alles im Auto verstaut ist, hole ich uns noch schnell zwei halbe Hendl am Stand und dazu Krautsalat. Danach geht es endlich ins traute Heim. Oh Gott, wie sehr ich mich freue.🥰

    Wir öffnen die Tür zu unserer Wohnung, sauber und leicht gekühlt. Draußen ist der Rasen gewachsen, drinnen springen die Jungs vor Freude, zurück in ihrem Revier. Der Einkauf verschwindet im Kühlschrank und in den Schränken, die Mägen sind gefüllt und Sven zaubert uns Kaffee und Cappuccino. Wir sitzen auf unserer Terrasse, blicken auf das, was geblüht ist, was sich verändert hat.

    In diesem Moment wird mir klar: so viele wundervolle Orte wir auch gesehen haben, dieses Zuhause bleibt unvergleichlich. Heimkommen ist jedes Mal ein Geschenk.

    Danke fürs Mitlesen – und bis bald. 🌿
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    Trip end
    September 20, 2025